Elektroauto kostenlos laden: Die Luft wird dünner

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Immer seltener ist es möglich, ein Elektroauto an einer Ladesäule vor einem Geschäft kostenlos zu laden. Das ist das Ergebnis einer neuen Branchen-Umfrage. Aber: Ladesäulen mit günstigeren Tarifen für Kunden werden dafür beliebter.
Frau lädt ihr Elektroauto beim Einkaufen und nutzt ein Smartphone.
Immer seltener zu haben: Einkaufen und das Elektroauto kostenlos laden.Bildquelle: Hryshchyshen Serhii / Shutterstock.com

„Kostenloses Laden für unsere Kunden!“ Mit Worten wie diesen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Einzelhändler die Fahrer von Elektroautos auf ihre Parkplätze und damit häufig auch in ihre Filialen gelockt. Prominente Beispiele sind Lidl, Kaufland, Aldi oder auch namhafte Baumarkt-Ketten wie Bauhaus oder Globus. Laut einer Umfrage des EHI Retail Institute nimmt die Bereitschaft der Handelsunternehmen, kostenlose Lademöglichkeiten für Elektroautos anzubieten, inzwischen aber spürbar ab.

Kostenloses Laden für Einzelhandels-Kunden immer seltener

Das Forschungs- und Beratungsinstitut für den Handel und seine Partner befragte mehr als 100 Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und Betreiber von Shopping- und Fachmarktzentren, wie es im Jahr 2022 um die Bereitstellung von Ladesäulen bestellt ist. Nur noch 15 Prozent der Befragten gaben an, für die Allgemeinheit kostenlos nutzbare Lademöglichkeiten für E-Autos anzubieten. Vor einem Jahr waren es noch fast 30 Prozent. Immerhin: Die Zahl der kostenlosen Ladestationen für Kunden der jeweiligen Geschäfte legte im Jahresvergleich von 12 auf 15 Prozent zu. Und auch das zumindest vergünstigte Laden für Kunden mit Elektroautos machte einen Sprung von 5 auf 26 Prozent.

In Summe planen laut EHI-Whitepaper Elektromobilität 2022 nur knapp 6 Prozent von 36 befragten Ketten im Lebensmitteleinzelhandel auch in Zukunft nicht damit, Ladesäulen für E-Autos an ihren Geschäften anzubieten. Rund 72 Prozent bieten einen solchen Service hingegen bereits an, rund 22 Prozent planen die Errichtung von passender Ladeinfrastruktur. Ähnlich sieht es bei Baumärkten aus. Hier besitzen rund 71 Prozent schon Ladestationen für Elektroautos, knapp 29 Prozent planen dies in Zukunft. Die befragten Möbel- und Warenhäuser setzen zu knapp 43 Prozent aufs Laden, rund 57 Prozent haben dies noch vor. In der Bekleidungsbranche spielen Ladestationen hingegen kaum eine Rolle. Für fast 93 Prozent sind sie nicht relevant, nur 7 Prozent haben Lademöglichkeiten vor Ort.

AC-Ladesäulen am weitesten verbreitet

Generell wird im Einzelhandel zunehmend auf Turbo-Schnellladesäulen gesetzt. Waren im vergangenen Jahr nur 1 Prozent der befragten Unternehmen mit High Power Chargern (HPC / bis zu 350 kW Ladeleistung) auf ihren Parkplätzen ausgestattet, waren es im laufenden Jahr bereits 10 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Standorte mit DC-Schnellladesäulen (bis 50 kW Ladeleistung) aber leicht ab – von 23 auf 21 Prozent. An den allermeisten Standorten kommen weiterhin AC-Ladesäulen zum Einsatz, an denen Elektroautos in der Regel aber nur mit bis zu 11 kW laden können. In der Spitze sind an diesen Ladepunkten aber auch 22 kW möglich. Aber nur, wenn es die Ladetechnologie des Autos auch zulässt.

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1 KOMMENTAR

  1. Frei

    Kostenfreie Strom- Ladesäulen wurden auch missbraucht für Bitcoin Mining.
    Dafür wurden mehrere Mining-Hardware- Module mit guten Ventilator in Auto untergebracht, und an die Ladesäule angeschlossen.
    Besonders in Zeiten als Tesla der ersten Generation lebenslänglich gratis Strom tanken dürften.
    Z.B.: 120 kWh * 0,32 €, ergibt 38,40 € pro Stunde, und 921,60 € pro 24 h Tag. Oder 27 548 € pro Monat. Nach ca. zwei Monaten war der Tesla bezahlt.
    lol

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