Deutsche Bahn: Das ändert sich ab heute bei der Bahn

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Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn: Ab heute werden deutlich mehr Züge fahren, die auch schneller sind als bisherige Verbindungen. Und in Hamburg und Berlin atmet man auf: Eine Dauerbaustelle zwischen den Städten ist beendet, die Züge fahren wieder schnell.
Intercity 2 der Deutschen Bahn
Bildquelle: Deutsche Bahn

Zahlreiche neue Direktverbindungen, die es in dieser Form im bisherigen Fahrplan nicht gab, sowie viele neue ICE Sprinter sollen das Reisen mit der Deutschen Bahn ab sofort schneller machen und vereinfachen. Denn durch fehlende Umstiege ist das Reisen zwischen Orten mit neuen  Direktverbindungen schneller und die Wahrscheinlichkeit, Anschlüsse zu verpassen geringer. Neue ICE-Sprinter sorgen für schnellere Verbindungen zwischen Metropolen. Sie lassen kleinere Orte auf der Strecke aus und sind so eine echte Alternative zum Flugzeug, berücksichtigt man An- und Abreise zum Flughafen, Check-in und Security-Checks.

Neue Linie startet mit Verspätung

Neu ist beispielsweise ab Dezember eine Fernverkehrslinie der Deutschen Bahn zwischen Münster in Westfalen und Frankfurt am Main. Die neue Fernverkehrslinie verbindet Dortmund und Münster über Siegen mit Frankfurt am Main im Zweistundentakt. Die Reisezeit verkürzt sich um bis zu 20 Minuten. Einmal am Tag verkehrt ein Zug über Münster hinaus bis Norddeich Mole. So haben Fahrgäste aus Hessen einen neuen Anschluss an die Fähre auf die Inseln Norderney und Juist. Allerdings: Die Linie startet mit Verspätung: Die Flutkatastrophe im Sommer hat die Ruhr-Sieg-Strecke massiv beschädigt, an vielen Stellen war die Infrastruktur auf einer Länge von rund 30 Kilometern völlig zerstört. Zwar wurden die Schäden mittlerweile behoben, doch bei den Probeschaltungen für die Inbetriebnahme des Stellwerks und der Strecke hat die Bahn kleine Kurzschlüsse in einzelnen Adern der Signalkabel identifiziert. Diese Schäden müssen zunächst behoben werden, bevor Züge sicher über diesen Streckenabschnitt fahren können. Deshalb verschiebt sich die Inbetriebnahme der Strecke um eine Woche auf den 20. Dezember.

Neu ist auch, dass Bremerhaven nun direkt mit einem Intercity aus dem Rheinland und Ruhrgebiet erreichbar ist. Die zweistündliche ICE-Linie München–Stuttgart–Frankfurt Flughafen–Köln–Dortmund fährt jetzt weiter nach Hamburg. So gelangen Reisende aus Münster, Osnabrück und Bremen rund eine Stunde schneller umsteigefrei zum Beispiel nach Frankfurt Flughafen und Stuttgart. Ein täglicher ICE verbindet außerdem Binz auf Rügen mit Berlin, Hannover und Köln.

Am Tagesrand verbinden spätabendliche ICE-Direktzüge Köln mit München und Stuttgart. Eine Sprinterverbindung zwischen Köln und Hamburg wird bis nach Lübeck verlängert. Und auch zwischen München und Zürich geht es 30 Minuten schneller. Neue Nachtzugverbindungen verbinden außerdem 15 deutsche Städte mit dem europäischen Nachtzugnetz.

ICE Sprinter als Ersatz zum Flugzeug

ICE sollen Flugzeuge ersetzen. Ab sofort bietet die Bahn nach eigenen Angaben auf acht der zehn stärksten innerdeutschen Flugstrecken eine schnelle und umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug. So gibt es neu dreimal täglich je Richtung einen ICE-Sprinter zwischen Berlin und Köln ohne Zwischenhalte in unter vier Stunden. Das ist bis zu 30 Minuten schneller als bisher. Der Sprinter fährt weiter bis Bonn. Der erste und letzte Zug, der in Berlin beginnt oder endet, übernimmt zudem einen Teil der Nahverkehrsaufgaben und hält in Berlin an vielen Bahnhöfen, etwa Bahnhof Zoo oder Friedrichstraße. So sollen Fahrgäste gerade in den Tagesrandlagen schneller nach Hause oder zum Zug kommen.

Neue ICE-Sprinter im Bahn-Netz
Neue ICE-Sprinter im Bahn-Netz

Auf der Strecke Düsseldorf–Köln–München ist der ICE Sprinter jetzt bis zu 30 Minuten schneller unterwegs. Das Ziel mit Sprinterverbindungen am Tagesrand: Geschäftsreisende sollen morgens am Zielort schon frühere Termine wahrzunehmen können und abends wieder Zuhause zu sein. Deswegen gibt es auch neue Sprinter am frühen Morgen von Hamburg über Hannover nach Frankfurt Flughafen – umsteigefrei und 10 Minuten schneller als bisher. Ein neuer Abendsprinter zwischen Berlin und München mit Abfahrt gegen 20 Uhr erreicht sein Ziel gegen Mitternacht.

Größere Züge für mehr Passagiere bei der Deutschen Bahn

Um der steigenden Zahl von Fahrgästen gerecht zu werden, setzt die Bahn  im nächsten Jahr vermehrt neue XXL-ICE 4 mit 13 Wagen ein. Sie sind 374 Meter lang und haben Platz für 918 Fahrgäste. Damit passen in einen ICE nach Berechnungen der Bahn so viele Menschen wie in fünf Mittelstrecken-Flugzeuge. Auf der ICE-Linie München–Stuttgart–Frankfurt Flughafen–Köln–Dortmund–Hamburg fahren künftig ausschließlich diese XXL-ICE – zumindest laut Fahrplan. Außerdem verschwinden die bisherigen in die Jahre gekommenen Intercity-Züge und werden durch ICE ersetzt – jetzt zum Beispiel auf der Strecke Frankfurt/Karlsruhe–Stuttgart–Ulm–München.

Mehr internationale Verbindungen im Europatakt

Im Süden Deutschlands verbessern sich mit dem Fahrplanwechsel hauptsächlich die Verbindungen der Deutschen Bahn ins Ausland. So verkürzt sich die Reisezeit auf der Strecke zwischen München und Zürich um 30 Minuten auf rund dreieinhalb Stunden. Die kürzere Fahrzeit gilt ab Dezember bei der Hälfte der Fahrten, voraussichtlich im April folgt der Rest. Über die jetzt elektrifizierte Südbahn Ulm–Ravensburg–Friedrichshafen fährt künftig eine neue Railjet-Verbindung täglich umsteigefrei von Frankfurt an den Bodensee, nach Vorarlberg und weiter nach Wien.

Im Norden Deutschlands geht es künftig häufiger nach Dänemark. Eine Verbindung pro Tag kommt hinzu, im Winter bleibt es allerdings bei fünf Verbindungen pro Tag – abgesehen von den Weihnachtsfeiertagen.

Auch zwei neue Nachtzugverbindungen gibt es: Die neuen Nightjets verkehren von Wien über München nach Paris sowie von Zürich über Basel und Köln nach Amsterdam. Die beiden neuen Nightjet-Linien verbinden in Summe 15 deutsche Städte mit dem europäischen Nachtzugnetz.

Deutsche Bahn: Zusatzzüge zu Weihnachten

Zu Weihnachten ist das Aufkommen an Reisenden besonders hoch. „Wer in diesen Tagen reisen muss, soll das auch sicher und mit einem guten Gefühl tun können. Deshalb schaffen wir Platz in unseren Zügen. Schon zum Fahrplanwechsel bieten wir in unseren Fernverkehrszügen täglich 50.000 Sitzplätze mehr an als im Vorjahr“, sagt Fernverkehrsvorstand Michael Peterson. Rund um Weihnachten und Silvester kommen knapp 100 Sonderzüge hinzu. „Noch nie zuvor waren auf Deutschlands Schienen so viele Fernzüge unterwegs wie Ende dieses Jahres“, so der Bahn-Manager.

Die zusätzlichen Züge fahren in der Zeit vom 22. Dezember 2021 bis zum 2. Januar 2022 vor allem auf den stark nachgefragten Verbindungen, etwa zwischen Berlin und Stuttgart respektive München oder zwischen Köln, Düsseldorf und Berlin. Die Verbindungen sind in der Fahrplanauskunft auf bahn.de und in der App DB Navigator hinterlegt und über alle DB-Vertriebskanäle buchbar.

Da die Festtage in diesem Jahr auf das Wochenende fallen, erwartet die DB besonders viele Reisende für die Tage direkt vor und nach den beiden Weihnachtsfeiertagen, also am 23. sowie am 27. und 28. Dezember. Die DB empfiehlt, sich über die Auslastungsanzeige auf bahn.de und in der App DB Navigator zu informieren und einen Sitzplatz zu reservieren.

Bildquellen

  • Neue ICE-Sprinter im Bahn-Netz: Deutsche Bahn
  • Deutsche Bahn im Winter: Deutsche Bahn
  • Ein IC2 der Deutschen Bahn: Deutsche Bahn
Arbeiten an der Oberleitung bei der Deutschen Bahn
Bahn-Chaos: Zugausfälle verzehnfacht
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2 KOMMENTARE

  1. Paul

    Köln, Berlin, München – unter 4 Stunden, top. Vor allem die neue Nonstop-Verbindung Köln-Berlin ist für deutsche Verhältnisse schon eine Revolution. Im Vergleich mit den anderen EU-Flächenländern Frankreich, Spanien oder auch Italien zwar immer noch dürftig, aber immerhin ein Anfang.

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  2. Sebastian Schäfer

    Auf der Strecke Berlin Stralsund RE4 tut sich mal wieder nichts ist ja auch keine stark befahrene Strecke ich erinnere nur ab Frühling den ganzen Sommer über volle Züge mit Fahrräder und überfüllte Wagen das Mann auf der Treppe im Gang sitzen oder stehen muss das muss verbessert werden mehr Wagen und schnellere Züge aber die preise erhöhen das geht irgendwo muss das Geld ja herkommen für die Strecken ausbauten schämt euch DB

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