O2 triumphiert: Mit diesem Schub hat keiner gerechnet

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Die ersten drei Monate des Jahres 2022 liefen für Telefónica Deutschland und die Kernmarke O2 besser als erwartet. Vor allem finanziell konnte der Konzern überraschen. Licht und Schatten gibt es hingegen bei der Kundenentwicklung.
O2 Logo an einer Ladenfront
O2 hat zum Jahresauftakt starke Zahlen präsentiert.Bildquelle: chrisdorney / Shutterstock.com

Nach einem fast schon rekordverdächtigen Weihnachtsquartal ist Telefónica Deutschland deutlich verhaltener in das Jahr 2022 gestartet. Der Mobilfunk- und Festnetzbetreiber konnte seinen Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres aber ordentlich steigern und unter dem Strich sogar einen zweistelligen Millionengewinn einfahren. Das war so im Vorfeld nicht erwartet worden. Das Neukundengeschäft lief weit weniger erfolgreich als noch im Vorquartal, aber besser als zum Auftakt des Vorjahres.

Fast 46 Millionen Mobilfunkkunden

In Summe konnte Telefónica Deutschland seine Kundenzahl im Mobilfunksegment um 221.000 auf nunmehr knapp 45,92 Millionen steigern. Dabei nutzten zum Stichtag Ende März rund 25,39 Millionen Kunden einen Laufzeitvertrag, während 18,87 Millionen eine Prepaid-Karte verwendeten. Dazu kommen noch 1,6 Millionen M2M-Anschlüsse im Internet der Dinge.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres verbesserte sich die Postpaid-Kundenzahl ohne M2M-Verträge um 287.000, während die Zahl der Prepaid-Nutzer um 100.000 abnahm. Es ist das vierte Quartal in Folge, in dem die Muttergesellschaft der Kernmarke O2 einen Kundenverlust im Prepaid-Segment ausweisen muss. Einer der Gründe: Immer mehr Kunden wechseln von einem Prepaid- zu einem Postpaid-Tarif. Laut Telefónica sind insbesondere die Free-Tarife von O2 weiter stark nachgefragt.

Die Zahl der Internet- und Datenanschlüsse im Festnetz verringerte sich im Auftaktquartal des laufenden Jahres um 12.000 auf nunmehr rund 2,33 Millionen. Dabei handelte es sich zum Stichtag um 2,25 Millionen Breitband-Anschlüsse, von denen wiederum 1,83 Millionen auf VDSL-Technologie beruhten.

Unter dem Strich steht ein Gewinn

Finanziell konnte Telefónica Deutschland seine Umsatzerlöse im ersten Quartal um 5,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres steigern – auf 1,95 Milliarden Euro. Das war mehr als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Während das Mobilfunksegment 1,74 Milliarden Euro beisteuerte (+5,4 Prozent), kamen 197 Millionen Euro aus dem Festnetz-Geschäft dazu (-1,6 Prozent). Der Umsatzrückgang im Festnetz sei durch einen regulierungsbedingten Rückgang im niedrig-margigen internationalen Carrier Voice-Geschäft zu erklären, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Betriebliche Aufwendungen legten in den ersten drei Monaten des neuen Jahres um 3,3 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro, die Ausgaben für die Netzinfrastruktur um rund 16 Prozent auf 265 Millionen. Trotzdem steht für das erste Quartal ein Gewinn in Höhe von 27 Millionen Euro in den Bilanzen von Telefónica Deutschland. Vor einem Jahr machte der Konzern noch einen Verlust in Höhe von 40 Millionen Euro. Analysten hatten auch für den Jahresauftakt 2022 mit einem Minus in den Konzernbilanzen gerechnet.

Telefónica treibt 5G-Ausbau voran

Den 5G-Netzausbau setzt Telefónica Deutschland nach eigenen Angaben konsequent fort. Bereits rund 10.000 5G-Antennen sind hierzulande inzwischen an das Netz des spanischen Telekommunikationskonzerns angeschlossen. Damit versorgt O2 laut eigenen Berechnungen rund 40 Prozent der deutschen Bevölkerung mit dem 5G-Standard. Bis Ende 2022 will man die Hälfte der Bevölkerung mit 5G versorgen können, bis Ende 2025 ganz Deutschland.

In diesen Tagen feiert die Mobilfunkmarke O2 übrigens ihren 20. Geburtstag in Deutschland. Unter anderem mit dem neuen Sondertarif O2 Grow, der Jahr für Jahr automatisch zusätzliches mobiles Datenvolumen erhält. Damit beweist O2 einmal mehr, mit innovativen Handytarifen für Aufsehen sorgen zu können.

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2 KOMMENTARE

  1. Frei

    Durch Zusammenschluss von o2-Telefonica mit E-Plus, wurde o2 zum größten Anbieter mit den meisten Standorten.
    Zweiter Platz Telekom.
    Dritter Platz Vodafone.
    Der vierter „Provider“ hat keinen eigenen Netz, und ist nur Alibi Verwettbewerb Und die Frequenzversteigerungen, die dem Staat dadurch mehr Geld für Frequenzlizenzen bringen sollen.

    Früher blieben für o2 nur die schlechteren höheren Frequenzen übrig.
    Die Frequenzen mit hohen Reichweite (700 MHz) haben alle Telekom und Vodafone als Erste Anbieter gekrallt.
    Nachteile durch die höheren Frequenzen sind geringeren Reichweite, und damit schlechtere Kundenversorgung in der Fläche. Die Technik war auch teurer, und o2 brauchte dazu auch mehr Basisstationen.
    Dadurch war auch in der Vergangenheit das o2 Netz deutlich schlechter, als D1 oder D2.
    Nach den letzten Frequenzvergaberunden (G5) wurden diese Nachteile Bei schlechteren Frequenzen ausgeglichen, und o2 Telefonica dürfte noch deutlich zulegen, und den Abstand zu D1 + D2 vergrößern.
    Und seit dem der Staat seine Anteile an D1 Telekom privatisiert hat, wird Telekom weniger durch die staatliche Bundesnetzagentur bevorzugt und protegiert.

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  2. Marcel

    So ist es.
    Meiner Meinung nach sollte die Telekom als privates Unternehmen von staatlicher Seite gar nicht mehr unterstützt werden.
    Die Preiskultur von Telekom und Vodafone ist auch schlichtweg unverschämt.

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