Tagesgeld im Vergleich: Wer zahlt die meisten Zinsen?

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Tagesgeld kommt wieder mehr und mehr in Mode. Der Grund: Zahlreiche Banken zahlen wieder höhere Zinsen auf die täglich verfügbaren Guthaben-Konten. Wir zeigen dir, bei welchen Banken du aktuell die höchsten Zinsen abstauben kannst.
Man hält seine Hände neben Geldmünzen.
Die Zinsen auf Tagesgeld-Konten steigen aktuell vielerorts kräftig.Bildquelle: Dilok Klaisataporn / ShutterStock.com

Über viele Jahre lag der Markt für Tagesgeld- und Festgeld-Konten am Boden. Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgte dafür, sich diese Form der Geldanlage nicht mehr lohnte. Plakativ gab es bei manchen Banken noch 0,01 Prozent Zinsen auf das Ersparte, was de facto aber natürlich keinen Ertrag brachte. Der Handel mit Aktien, Fonds und ETFs rückte infolgedessen bei vielen Sparern stärker in den Fokus. Doch seit einigen Wochen dreht sich der Trend. Im Kampf gegen die hohe Inflation hat die EZB den Leitzins in nunmehr drei Schritten bereits auf 2,0 Prozent angehoben. Und im Dezember wird mit dem nächsten Schritt auf mindestens 2,5 Prozent gerechnet. Die Folge: Die ersten Banken zahlen wieder spürbar mehr Zinsen aufs Tages- und Festgeld.

ING legt vor, zahlreiche Banken ziehen nach

Den ersten großen Schritt machte bereits Anfang Oktober die größte deutsche Direktbank ING. Neukunden erhalten bei der ING seitdem 1 Prozent Zinsen p.a. auf Tagesgeld-Einlagen bis zu 50.000 Euro auf dem sogenannten Extra-Konto. Allerdings gibt es diesen Bonuszins nur für vier Monate. Danach zahlt die ING – Stand heute – nur noch 0,3 Prozent Zinsen. Allerdings ist dieser Zinssatz variabel, kann sich jederzeit ändern. Und bei einer weiter steigenden Zinspolitik der EZB ist damit zu rechnen, dass es bei dem ab dem 6. Dezember auch für alle ING-Bestandskunden gültigen Zinssatz von 0,3 Prozent nicht bleibt.

Spitzenreiter im aktuellen Tagesgeld-Vergleich ist die Bigbank aus Estland, die für drei Monate einen Topzins in Höhe von 1,75 Prozent p.a. zahlt. Ab dem vierten Monat geht es mit nicht minder attraktiven 1,25 Prozent p.a. weiter. Zunächst bis Ende März 2023 befristet: 1,7 Prozent p.a. bei der Suresse Direkt Bank aus Spanien. Hier kannst du zudem von einer monatlichen Zinsgutschrift profitieren.

Welche Bank zahlt die meisten Zinsen auf das Tagesgeld?

Du möchtest wissen, bei welchen Banken du aktuell die meisten Zinsen auf Tagesgeld erhältst? Wir verraten es dir – über die nachfolgende Zinstabelle. Bewusst haben wir uns an dieser Stelle nur für eine aktuelle Top 20 jener Banken entschieden, die aktuell die höchsten Zinsen zahlen.

BankZinsenZinseinschränkungenZinsgutschrift erfolgtstaatliche gesetzliche Einlagensicherung in 
Bigbank Tagesgeld1,75 Prozent p.a. für 3 Monate

1,25 Prozent p.a. ab dem 4. Monat
bis maximal 100.000 EurojährlichEstlandjetzt Konto eröffnen
Suresse Direkt Bank1,70 Prozent p.a.

(zunächst befristet bis zum 31. März 2023)
bis maximal 1.000.000 EuromonatlichSpanienjetzt Konto eröffnen
Consorsbank Tagesgeld1,65 Prozent p.a. für 6 Monate

0,3 Prozent p.a. ab dem 7. Monat (gültig ab 1. Januar 2023)
bis maximal 1.000.000 Euroviermal jährlichFrankreichjetzt Konto eröffnen
TF Bank Tagesgeld1,65 Prozent p.a. für vier Monate

1,01 Prozent p.a. ab dem 5. Monat
bis maximal 100.000 EuromonatlichSchwedenjetzt Konto eröffnen
FCM Bank Tagesgeldkonto1,61 Prozent p.a.bis maximal 100.000 Euroviermal jährlichMaltajetzt Konto eröffnen
Advanzia Bank Advanziakonto1,60 Prozent p.a. für 3 Monate

0,80 Prozent p.a. ab dem 4. Monat
bis maximal 1.000.000 EuromonatlichLuxemburgjetzt Konto eröffnen
1822direkt Tagesgeldkonto1,55 Prozent p.a. für 6 Monate

0,3 Prozent p.a. ab dem 7. Monat
bis maximal 100.000 EurojährlichDeutschlandjetzt Konto eröffnen
Alte Leipziger AL_FlexCash1,50 Prozent p.a. für 6 Monate

1,0 Prozent p.a. ab dem 7. Monat
bis maximal 100.000 EurojährlichDeutschlandjetzt Konto eröffnen
MeineBank Tagesgeld Plus (Raiffeisenbank im Hochtaunus)1,50 Prozent p.a. für 4 Monate

0,50 Prozent p.a. ab dem 5. Monat
bis maximal 100.000 Euro

über 100.000 Euro 0,50 Prozent p.a.
jährlichDeutschlandjetzt Konto eröffnen
Renault Bank direkt Tagesgeld1,50 Prozent p.a. für 3 Monate

1,0 Prozent p.a. ab dem 4. Monat
bis maximal 250.000 Euro

über 250.000 Euro: 0,4 Prozent p.a.

monatlichFrankreichjetzt Konto eröffnen
Opel Bank Tagesgeld1,50 Prozent p.a. für 3 Monate

0,55 Prozent p.a. ab dem 4. Monat
bis maximal 1.000.000 EuromonatlichFrankreichjetzt Konto eröffnen
Barclays Tagesgeld1,50 Prozent p.a. für 4 Monatebis maximal 250.000 EurojährlichIrland / Deutschlandjetzt Konto eröffnen
Bank Norwegian Sparkonto1,40 Prozent p.a.bis maximal 100.000 EurojährlichNorwegenjetzt Konto eröffnen
Bank11 Tagesgeldkonto1,40 Prozent p.a. für 4 Monate

0,3 Prozent p.a. ab dem 5. Monat
bis maximal 100.000 Euro

über 100.000 Euro 0,05 Prozent p.a.

über 1.000.000 Euro 0,01 Prozent p.a.
jährlichDeutschlandjetzt Konto eröffnen
Kommunalkredit Austria AG Tagesgeld1,25 Prozent p.a.

(Mindestanlage 10.000 Euro, sonst 0,75 Prozent p.a.)
bis maximal 500.000 Euroviermal jährlichÖsterreichjetzt Konto eröffnen
DHB NetSp@rkonto1,25 Prozent p.a. für 6 Monate.

0,85 Prozent p.a. ab 7. Monat
bis maximal 25.000 EurojährlichNiederlandejetzt Konto eröffnen
C24 Bank PocketZins1,25 Prozent p.a.

(zunächst befristet bis zum 31. März 2023)
bis maximal 1.000.000 EuromonatlichDeutschlandjetzt Konto eröffnen
Volkswagen Bank Tagesgeldkonto1,10 Prozent p.a. für 6 Monate.

0,40 Prozent p.a. ab 7. Monat
bis maximal 50.000 EuromonatlichDeutschlandjetzt Konto eröffnen
LeasePlan Bank Tagesgeld1,10
Prozent
p.a.
bis maximal 500.000 Euro
monatlichNiederlandejetzt Konto eröffnen
Deutsche Skatbank1,09
Prozent
p.a.
bis maximal 500.000 EurojährlichDeutschlandjetzt Konto eröffnen

Bei allen hier genannten Banken handelt es sich um Finanzinstitute, bei denen dein Geld bis zu einem Betrag von 100.000 Euro über eine gesetzliche Einlagensicherung geschützt ist; im Fall der schwedischen TF Bank bis zu einem Betrag von 1.050.000 Schwedischen Kronen. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass du dein Tagesgeldkonto direkt bei der jeweiligen Bank über eine deutschsprachige Homepage nutzen kannst und nicht nur über einen zwischengeschalteten Dienstleister.

Wichtig übrigens auch: Wenn du dich für eine Bank entscheidest, die dir mehrmals im Jahr – bestenfalls monatlich – die dir zustehenden Zinsen gutschreibt, profitierst du von einem Zinseszinseffekt. Du kannst also den Vorteil ziehen, dass du auch Zinsen auf die dir bereits ausgezahlten Verzinsungen erhältst.

Alternative: Festgeld-Konten – höhere Zinsen, weniger Flexibilität

Solltest du aktuell gewisse Ersparnisse auf der hohen Kante liegen haben, kannst du dich alternativ auch für ein Festgeldkonto entscheiden. Du legst dann einen von dir selbst bestimmten Betrag für einen festgelegten Zeitraum von bis zu zehn Jahren an und erhältst dafür bei vielen Banken einen in der Regel deutlich höheren Zinsertrag als bei einem Tagesgeldkonto.

In der Spitze sind aktuell beim Festgeld abhängig von der Laufzeit bis zu 3,5 Prozent Zinsen p.a. möglich. Tendenz auch hier wegen der aktuellen Zinswende steigend. Dafür ist der Zugriff auf dein Geld bei einem Festgeldkonto während des gewählten Anlagezeitraums nicht mehr möglich. Das ist beim Tagesgeld anders. Hier kannst du jederzeit über dein Anlagevermögen verfügen.

Bei einer langfristigen Geldanlage solltest du zudem im Hinterkopf behalten, dass du dann möglicherweise von noch besseren Angeboten nicht profitieren kannst. Es kann also helfen, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern das persönliche Vermögen gegebenenfalls auf mehrere Konten oder sogar verschiedene Anlageformen zu verteilen.

Inflation weit höher als Zinsgutschriften

Bei aller Freude über steigende Zinsen auf klassische Geldanlagen solltest du aber eines nicht vergessen. Sie können die aktuell hohe Inflation von zuletzt sogar mehr als 10 Prozent bei Weitem nicht ausgleichen. Aber sie können den Geldwertverlust zumindest etwas dämpfen.

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