Asus Zenfone 9 im Test: 5,9 Zoll-Handy praktisch konkurrenzlos im High-End-Segment

7 Minuten
Das Asus Zenfone 9 wirkt auf den ersten Blick wie ein kleines Mittelklasse- oder gar Einsteiger-Smartphone, doch der Schein trügt. Denn seiner Handlichkeit zum Trotz bietet das Handy enorme Vorzüge, die es in manchen Bereichen beinahe über die gesamte Oberklasse-Konkurrenz heben.
Asus Zenfone 9 Test
Asus Zenfone 9 im TestBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Nutzt man in der Google-Bildersuche das Keyword „Asus“ erscheinen zunächst zahlreiche Notebooks und Rechner. Smartphones kommen hingegen zu kurz, denn obwohl der Hersteller gleich mehrere Produktreihen führt, sind diese in der Bevölkerung größtenteils unbekannt. Genauso wie die meisten Smartphone-Unternehmen, bei denen es sich nicht um Samsung, Apple oder jüngst vielleicht auch Xiaomi handelt. Dabei bietet das nagelneue Asus Zenfone 9 gleich mehrere Alleinstellungsmerkmale. Allem voran die nahezu unübertroffene Kombination aus Leistung und Handlichkeit. Und auch in puncto Kamera weiß das Smartphone zu überzeugen. Doch alles der Reihe nach.

Einzelne Wertungen im Detail:

  • Gehäuse: 4,5 von 5 Sternen
  • Display: 4,5 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 4 von 5 Sternen
  • Kamera: 4 von 5 Sternen
  • Software: 4,5 von 5 Sternen
  • Akku: 3 von 5 Sternen

Asus Zenfone 9 im Test: Klein, aber fein

Asus-Smartphone

Eines der größten Highlights des Zenfone 9 ist dessen kompakte Größe. Das Handy liegt hervorragend in der Hand und Fingerabdrücke sucht man dank einer strukturierten Oberfläche vergebens. Zurückführen lässt sich die gute Handlichkeit in erster Linie auf das heutzutage eher kleine AMOLED-Display mit einer ausgezeichneten Bildwiederholrate von 120 Hz und einer Diagonalen von 5,9 Zoll (90,02 Prozent Display-Gehäuse-Verhältnis). Dagegen bieten die meisten Mobiltelefone mit etwa 6,7 Zoll größere Bildschirme. Doch daraus ergibt sich auch abseits der Handlichkeit ein größerer Nachteil: Da sich die vorhandenen Pixel über eine längere Strecke verteilen, schrumpft die Pixeldichte. Beim Zenfone 9 liegt diese mit Blick auf ein 1.080 x 2.400-Display dagegen bei guten 445 ppi.

Ein weiteres Highlight kommt insbesondere in Kombination mit der geringen Gehäusegröße zum Tragen: ein Snapdragon 8+ Gen 1-Prozessor aus dem Hause Qualcomm. Dabei handelt es sich um den aktuell leistungsstärksten Android-Chip, was sich auch in unserem Benchmark – durchgeführt mit der Software Antutu – spiegelt. Hier erreichte das kleine Smartphone eine überragende Wertung von 1.106.784 Punkten. Damit fand sich das Smartphone in der Antutu-Rangliste auf dem zweiten Platz wieder. Somit handelt es sich bei dem Asus Zenfone 9 trotz Größen-Handicap um das zweitschnellste Mobiltelefon der Welt. Wobei neben dem Chip auch 16 GB Arbeitsspeicher zu dem Erfolg beitragen. Der interne Speicher belief sich bei unserem Testgerät derweil auf 256 GB.

Und auch in Sachen Konnektivität lässt das Asus Zenfone 9 keine Wünsche offen. Kein Wunder, denn die dazugehörige Hardware wird ebenfalls von dem High-End-Prozessor beziehungsweise dem SoC (System-on-a-Chip) gestellt. Daher sind sowohl der mobile Übertragungsstandard 5G als auch der aktuelle WLAN-Standard Wi-Fi 6 (ax) an Bord.

Asus Zenfone 9
Asus-Smartphone
Software Android 12
Prozessor Qualcomm Snapdragon 8+ Gen 1
Display 5,9 Zoll, 1.080 x 2.400 Pixel
Arbeitsspeicher 8 GB, 16 GB
interner Speicher 256 GB, 128 GB
Hauptkamera 8688×5792 (50,3 Megapixel)
Akku 4.300 mAh
induktives Laden
USB-Port 2.0 Typ C
IP-Zertifizierung IP65, IP68 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 169 g
Farbe Schwarz, Weiß, Schwarz
Einführungspreis Zenfone 9 (8/256 GB): 849 €, Zenfone 9 (16/256 GB): 899 €, Zenfone 9 (8/128GB): 799 €
Marktstart 12. August 2022

Akku

Fassen wir mal zusammen: Ein kleines Smartphone mit sehr viel Leistung, doch wie geht das? Natürlich leistete Asus einen ausgezeichneten Job in Sachen Platzmanagement. Doch einige Einsparungen scheinen dennoch unvermeidlich gewesen zu sein. Und dafür musste augenscheinlich die Akkukapazität herhalten. Diese beläuft sich beim Zenfone 9 auf lediglich 4.300 mAh und liegt somit unter dem globalen Durchschnitt bei neueren Handys. Im Akkutest – durchgeführt mit der Software PCMark – erreichte das Handy dennoch einen passablen Wert von 11 Stunden und 35 Minuten. So viel Zeit benötigte der Benchmark, um den angezeigten Akkustand bei durchgehender, simulierter Nutzung von 100 auf 20 Prozent herabzusenken.

In puncto Ladeleistung konnten dagegen keine Überraschungen verzeichnet werden. Hier blieben das Datenblatt und die darauf dargestellten 30 Watt Programm. In unserem Test verschlang eine volle Akkuladung daher satte 91 Minuten. Zum Vergleich: Das Realme GT Neo 3 begeisterte seinerzeit mit 150 Watt Ladeleistung und einer benötigten Ladezeit von nur 16 Minuten bei einer Akkukapazität von 4.500 mAh.

Kamera

Vorweg: Das lediglich aus zwei Sensoren bestehende rückseitige Kameramodul des Asus Zenfone 9 weiß bei guten Lichtverhältnissen größtenteils zu überzeugen – auch mit einem schönen Bokeh-Effekt (siehe Fotos 1 bis 7). Und auch bei etwas schwierigeren Motiven ist das Ergebnis dank der automatischen HDR-Funktion mehr als einfach nur passabel (siehe Fotos 11 und 12). Lediglich bei der Farbgestaltung verrennen sich die Sensoren beziehungsweise die dazugehörige KI gelegentlich etwas und sorgen für nicht ganz natürliche, kontrastreiche Farben (siehe Fotos 8 bis 10). Dafür überzeugt der Makro-Modus abermals vollkommen. Und das, obgleich das Handy weder über einen Makro-Modus, noch über ein Makro-Objektiv verfügt. Stattdessen lässt sich der Standard-Sensor in Kombination mit einem zweifachen Zoom zweckentfremden. Mit einem beachtlichen Resultat (siehe Fotos 13 und 14).

Kameradaten im Überblick:

Die große Stärke des Kamera-Set-ups stellen jedoch nicht die Sensoren per se, sondern ein integrierter 6-Achsen-Hybrid-Gimbal-Stabilisator dar. Dieser erinnert an die Gimbal-Technologie von Vivo und ermöglicht Bewegungskorrekturen bei einem Neigungswinkel von bis zu 3 Grad. „Normale“ OIS-Stabilisatoren stabilisieren dagegen lediglich Neigungen von etwa 1 Grad. Somit ist das Asus Zenfone 9 insbesondere für die Videoproduktion interessant. Auch, da die Kamera-Software mitzieht und dem Anwender ein praktisches Tool in Form eines Punktes in einem Kreis an die Hand gibt. Solange der Punkt den Kreis nicht verlässt, bleiben die Aufnahmen frei von nennenswerten Rucklern und Verwacklungen.

Asus-Smartphone
Asus Zenfone 9 – Gimbal-Software

Stärken des Asus Zenfone 9

Die beiden größten Stärken des Asus Zenfone 9 haben wir bereits genannt: den Gimbal-Stabilisator und dessen Leistungsfähigkeit in Kombination mit der Handlichkeit. Doch einen Aspekt haben wir bisher nicht erörtert – die Software. Diese wurde zwar nicht speziell für eine einhändige Nutzung konzipiert, dafür jedoch um gleich mehrere entsprechende Funktionen ergänzt. Dazu zählt zunächst der Einhandmodus, bei dem der halbe Bildschirm ausgeblendet wird, sodass alle Steuerelemente bereits ab der Hälfte des Displays erreichbar sind. Gänzlich in diesem Modus zu verweilen, funktioniert allerdings nicht.

Deutlich praktischer ist da die sogenannte Smart-Taste in Kombination mit dem Schnellzugriff-Feature. Dieses sorgt dafür, dass man mit einem Wisch über den seitlich platzierten Power-Button die Benachrichtigung oder die Schnelleinstellungen öffnen oder schleißen kann. Zu guter Letzt bleibt noch die Doppeltipp-Funktion. Tippt man zweimal mit einem Finger auf die Rückseite, wird ein Screenshot aufgenommen. Im Einhandbetrieb ein absolut praktisches Feature, das selbst mit der mitgelieferten Schutzhülle funktioniert. Achtung: Sämtliche genannten Funktionen sind ab Werk ausgeschaltet und müssen zunächst manuell in den Einstellungen aktiviert werden – anders als Game Genie.

Bei Game Genie handelt es sich um eine Gaming-Software, die auch auf dem High-End-Gaming-Smartphone Asus Rog Phone 6 Pro zum Einsatz kommt und zahlreiche praktische Vorteile mit sich bringt. Doch so gut die Software des Zenfone 9 auch sein mag (in unserem Test erreichte diese 4,5 von 5 möglichen Sternen), ein bitterer Beigeschmack schwingt ebenfalls mit. Denn Versions- und Sicherheitsupdates sollen lediglich zwei Jahre lang verteilt werden.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Asus Zenfone 9 nach IP65 sowie IP68 zertifiziert ist. Somit ist das Handy einerseits gegen Staub und andererseits sowohl gegen Strahlwasser als auch gegen dauerndes Untertauchen geschützt. Und eine 3,5 Millimeter-Klinkenbuchse ist ebenfalls mit von der Partie.

Schwächen des Asus Zenfone 9

Mit dem Zenfon 9 ist Asus ein bemerkenswertes Smartphone gelungen. Doch gänzlich ohne Schwächen kommt auch dieses nicht aus. Neben der geringen Akkukapazität sowie Ladeleistung und dem überschaubaren Update-Zeitraum sticht hier insbesondere die fehlende Möglichkeit hervor, den Speicher mittels einer Micro-SD-Karte zu erweitern. Auch kabelloses Laden sucht man vergebens und die vergleichsweise kleine Tastatur, die der geringen Breite des Smartphones geschuldet ist, ist bestenfalls gewöhnungsbedürftig. Das ist allerdings bereits Meckern auf einem ziemlich hohen Niveau.

Fazit

Das Asus Zenfone 9 ist nicht das erste Smartphone, welches mit einer geringen Größe zu überzeugen versucht. Eine ähnliche Strategie fuhr in jüngster Zeit beispielsweise Samsung mit seinem Galaxy S22. Allerdings ist das Zenfone 9 seinem südkoreanischen Gegenspieler sowohl bei der Leistung als auch bei der Kamera und der Akkulaufzeit überlegen. Unterm Strich ist das Asus Zenfone 9 ein schickes, handliches und extrem leistungsstarkes Smartphone, mit einer praktischen Gimbal-Kamera in der Rolle des i-Tüpfelchens. Doch die Vorzüge haben einen stolzen Preis. Das Handy legt je nach Speichermodell zwischen 799 und 899 Euro auf die Preiswaage.

Asus-Handy

Pros des Handys:

  • schickes und handliches Design
  • 6-Achsen-Hybrid-Gimbal-Stabilisator
  • extrem leistungsstark
  • IP68-/ IP65-Zertifizierung

Contras des Handys:

  • sehr geringe Ladeleistung
  • keine Speichererweiterung möglich
  • kurzer Update-Zeitraum

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2 KOMMENTARE

  1. Abel S. T.

    Das perfekte Handy wenn es Wireless Charger hätte, dann wäre es meins,
    habe jetzt Pixel 5 der kann es.

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  2. mike

    sorry, aber in AT bekommt man das Xiaomi 12 um 529,- in der 8/256gb Version…
    da lohnt es sich gar nicht die Mängel beim Asus aufzuzählen…

    Antwort

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