ROG Phone 6 Pro im Test: So gut ist der Gaming-Alleskönner wirklich

7 Minuten
Bei dem neuesten Gaming-Handy handelt es sich um das ROG Phone 6 Pro aus dem Hause Asus. Die ROG-Serie sticht insbesondere durch ihre Allrounder-Qualitäten hervor und auch das 6er-Modell hat eine Menge zu bieten – so die Theorie. Wir haben uns das Gaming-Smartphone genauer angesehen.
Gaming-Handy
Asus ROG Phone 6 Pro im TestBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Die wenigen existierenden Gaming-Smartphone-Reihen lassen sich wortwörtlich an einer Hand abzählen. Eine davon ist die ROG-Serie von Asus. Handys der ROG-Familie stechen dabei mit einem besonders runden Gaming-Gesamtpaket und einem zweiten RGB- oder PMOLED-Display auf der Rückseite hervor. Und auch das nagelneue Asus ROG Phone 6 Pro stellt da keine Ausnahme dar. Wir haben das Smartphone auf Prozessor und Akkus geprüft und verraten, ob das Smartphone eine gute Wahl für echte Gamer darstellt.

Einzelne Wertungen im Detail:

  • Gehäuse: 3,5 von 5 Sternen
  • Display: 4,5 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 4,5 von 5 Sternen
  • Kamera: 3 von 5 Sternen
  • Software: 4,5 von 5 Sternen
  • Akku: 4 von 5 Sternen

Asus ROG Phone 6 Pro im Test: Das Allrounder-Gaming-Handy

Genauso wie ausnahmslos sämtliche anderen Gaming-Handys ist auch das ROG Phone 6 Pro alles andere als zierlich. Klobig und nicht sonderlich handlich trifft es eher. Doch das ist keine große Überraschung. Ansonsten wirkt das Smartphone optisch jedoch durchaus ansprechend und daran ändern auch die recht breiten Gehäuse-Flächen ober- und unterhalb des Bildschirms nichts. Das AMOLED-Display selbst misst eine Diagonale von 6,78 Zoll und bietet eine handelsübliche Full-HD-Auflösung mit 1.080 x 2.448 Pixeln. Entsprechend ist die Pixeldichte mit ihren 395 ppi nicht sonderlich überzeugend. Doch das muss sie auch nicht, denn im Gegenzug beträgt die Bildwiederholrate satte 165 Hz und sorgt für extrem fließende Bewegungen. Ferner liegt die Berührungslatenz bei nur 23 Millisekunden und ist damit laut Asus geringer, als bei sämtlichen Konkurrenzgeräten.

Prozessor und Konnektivität

Hinter dem Display findet sich der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 8+ Gen 1, bei dem es sich um den aktuell leistungsstärksten Chip für Android-Mobiltelefone handelt. Dieser wird von 18 GB Arbeitsspeicher flankiert, während der Hauptspeicher 512 GB fasst und genug Platz für eine große Spielebibliothek bietet. In Sachen Leistung dürfte das ROG Phone 6 Pro somit praktisch ungeschlagen sein. Richtig? Falsch. Denn anders als bei den Labortests des Herstellers erreichte das Gaming-Handy in unserem Leistungstest – durchgeführt mit der Benchmark-App AnTuTu, im Leistungs-Modus „lediglich“ 907.164 Zähler. Und selbst mit dem externen Kühler (AeroActive Cooler 6, nicht im Lieferumfang enthalten) waren es nicht mehr als 980.099 Zähler.

Damit ist es bereits jetzt mehreren Geräten unterlegen, die in den vergangenen Monaten die 1 Million-Marke geknackt haben. Andererseits sollte die Leistung des ROG Phone 6 Pro in nahezu jedem vorstellbaren Szenario ausreichen. Das Ergebnis verwundert also eher, als dass es entmutigt. Schließlich erreichten die Konkurrenten ihre Wertungen mit einem eigentlich schwächeren Snapdragon 8 Gen 1-Prozessor. Dafür gibt es in Sachen Konnektivität nichts zu meckern. So unterstützt das Smartphone sowohl den neuesten WLAN-Standard Wi-Fi 6E (IEEE 802.11 a/b/g/n/ac/ax), als auch den mobilen Übertragungsstandard 5G.

Asus ROG Phone 6 Pro
Asus ROG Phone 6 Pro Rückseite
Software Android 12
Prozessor Qualcomm Snapdragon 8+ Gen 1
Display 6,78 Zoll, 1.080 x 2.448 Pixel
Arbeitsspeicher 18 GB
interner Speicher
Hauptkamera 8688×5792 (50,3 Megapixel)
Akku 6.000 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 239 g
Farbe Weiß
Einführungspreis 1.299 €
Marktstart Juli 2022

Akku

Bei der Akkukapazität hat sich Asus nicht lumpen lassen und zwei 3.000 mAh-Batterien in das Gehäuse gesetzt. Damit erreichte das Handy in unserem Akku-Test – durchgeführt mit der Software PCMark – 17 Stunden und 17 Minuten. Viel besser geht es kaum, doch an einer anderen Stelle besteht Nachholbedarf. So benötigte die „Schnellladefunktion“ mir ihren 65 Watt satte 51 Minuten für eine volle Akkuladung.

Dafür bietet das Batterie-Set-up des ROG Phone 6 Pro einige praktische Vorteile für Gamer. Zum einen verfügt das Gerät über einen zweiten, seitlich platzierten, USB-Eingang. Damit müssen Spiele im Querformat auch während des Ladevorgangs nicht unterbrochen werden. Zum anderen können Nutzer den Ladeprozess verschieben und dem Smartphone lediglich so viel Energie zuführen, wie es gerade benötigt. Auf diese Weise sinkt die Gefahr einer Überhitzung.

Kamera

Gaming-Smartphones bieten traditionell mittelprächtige bis schlechte Kameras. Der Grund ist simpel: Der Fokus ist ein anderer. Doch bei der Hauptkamera des Asus ROG Phone 6 Pro (50 + 30 + 5 MP) kann man eigentlich nicht groß meckern. Die HDR-Funktion ist ansehnlich (siehe Fotos 6 und 7) und selbst der Nachtmodus leistet einen guten Job (siehe Fotos 8 und 9). Lediglich der Makro-Sensor ist wie beinahe immer nicht empfehlenswert (siehe Foto 4). Da empfiehlt es sich eher, den Standard-Sensor zu verwenden und nachträglich heranzuzoomen (siehe Bild 5). Ansonsten wäre noch eine kleinere Blendenzahl als f/1.9 wünschenswert.

Gaming-Fähigkeiten des ROG Phone 6 Pro

Gaming-Smartphone

Nun geht’s ans Eingemachte – die Gaming-Qualitäten des Asus ROG Phone 6 Pro. Und diese können sich sehen lassen. Zunächst wäre da das bereits erwähnte PMOLED-Display, ROG-Vision. Dieses bietet 60 neue Animationen, wobei sich weitere Bewegtbilder herunterladen oder erstellen lassen.

Dann wären da noch die zwei Ultraschall-Schultertasten, die den R-Tasten auf einem Gaming-Controller entsprechen. Große Weiterentwicklungen gegenüber dem Vorgängermodell konnten wir im Rahmen unseres Tests zwar nicht feststellen, doch die vorhandenen technischen und digitalen Fähigkeiten sind bereits aussagekräftig. So lassen sich die Tasten etwa beliebigen Display-Flächen zuordnen, als Tipp- oder Wisch-Tasten verwenden und auch in mehrere Bereiche unterteilen. Letzteres sorgt dafür, dass Spielern sowohl R1- als auch R2-Tasten zur Verfügung stehen. Und das waren nur einige der vorhandenen Einstellungsmöglichkeiten. Andererseits bietet das 6er-Modell, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem ROG Phone 5s Pro, keine weiteren Touch-Flächen auf der Rückseite.

Die vorhandene Gaming-Software ist ebenfalls wieder einmal äußerst überzeugend. Sie besteht im Allgemeinen aus der sogenannten Armoury Crate, einem Gaming-Portal respektive einer Spielebibliothek, in der sich etwa Szenarien einzelnen Spielen zuordnen lassen. Im Game selbst unterstützt derweil der Game Genie die Spieler. Dabei handelt es sich um ein Menü, das während eines laufenden Spiels geöffnet werden kann und einerseits eine Übersicht über Faktoren wie Temperatur, FPS und Internetverbindung liefert. Andererseits finden sich hier jedoch auch unzählige Features, wie ein Makro zum Aufzeichnen von Bewegungsabläufen, ein Fadenkreuz und der Scout-Modus. Dieser kehrt die Bildschirmfarben um und sorgt dafür, dass versteckte Gegner klarer abgebildet werden.

Stärken und Schwächen des ROG Phone 6 Pro

Gaming-Smartphone

Zahlreiche Stärken des ROG Phone 6 Pro wurden bereits genannt – wie etwa die Schultertasten, die Gaming-Software, die hohe Bildwiederholfrequenz und geringe Berührungslatenz. Ansonsten bietet das Gaming-Handy jedoch auch noch eine weitere wichtige Stärke – die beiden frontal ausgerichteten Stereo-Lautsprecher. Diese erzeugen nach unserer Einschätzung einen für ein Mobiltelefon nahezu fantastischen Klang mit überzeugenden Bässen und Höhen. Zudem ist ein Equalizer fester Bestandteil der hauseigenen Nutzeroberfläche. Ferner bietet das ROG Phone 6 Pro auch einige kleinere Highlights, wie eine recht selten gewordene LED-Benachrichtigungsleuchte und einen 3,5 Millimeter-Klinkenanschluss für kabelgebundene Kopfhörer.

Zu den Stärken des Asus-Smartphones gehört auch spezielles Gaming-Zubehör, wie der bereits erwähnte AeroActive Cooler 6-Lüfter und der Baukasten-Controller ROG Kunai 3 Gamepad. Diese kosten jedoch extra.

Die größte Schwäche des ROG Phone 6 Pro stellt derweil die zwar ganz gute, aber in dieser Preiskategorie dann doch unterdurchschnittliche Leistung der Kamera dar. Dazu gesellt sich eine klobige Form, der nicht ganz so leistungsstarke Leistungs-Modus und die nicht vorhandene Möglichkeit einer Speichererweiterung mittels Micro-SD-Karte. Auch der Versuch des Herstellers, eine IP-Zertifizierung zu implementieren, kann höchstens als gescheitert angesehen werden. Mit einer IPX4-Zertifizierung ist das Gaming-Handy zwar seiner direkten Konkurrenz überlegen, doch objektiv betrachtet bescheinigt diese lediglich einen Schutz gegen allseitiges Spritzwasser. Das geht auch besser, wobei Asus zugegebenermaßen gerechtfertigt hervorhebt, dass eine Implementierung bei einem Gaming-Handy schwieriger ist, da dieses in der Regel über mehr Öffnungen verfügt als ein „normales“ Smartphone.

Fazit

Als Gaming-Smartphone gehört das Asus ROG Phone 6 Pro zur Crème de la Crème und lässt kaum Wünsche offen. Das gilt jedoch nicht für dessen Alltags-Qualitäten. So würden dem Handy etwa eine bessere IP-Zertifizierung, ein handlicheres Design und eine kürzere Ladedauer gut zu Gesicht stehen. Doch das ist bereits meckern auf einem hohen Niveau. Sofern man bei einem Kaufpreis von knapp 1.300 Euro von einem „hohen Niveau“ sprechen kann. Verkaufsstart: Ende August 2022.

Gaming-Smartphone

Pros des ROG Phone 6 Pro:

  • Ultraschall-Schultertasten
  • zweites PMOLED-Display
  • 165 Hz-Display
  • exzellenter Sound

Contras des ROG Phone 6 Pro:

  • lediglich IPX4-Zertifizierung
  • keine Speichererweiterung
  • mittelprächtige Kamera
  • groß und klobig

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1 KOMMENTAR

  1. Impi

    Ich hoffe das 6er macht es besser als das 5er ! Habe das 5s pro und war von dem 2 Display sehr enttäuscht. Es ist viel verschenktes Potential z.B. keine Möglichkeit Kontakten Bilder bei Anruf hinzuzufügen oder bei Benachrichtigungen per Messenger eine Grafik einzufügen und die Akku lade Anzeige auch ein Flop die nur an ist wenn das Display eingeschaltet ist. Ich habe es extra zum Release gekauft und hatte mehr erwartet. Mit der Leistung Ansich war/bin ich zufrieden aber ein Gamer braucht halt ein paar mehr Spielereien und schnick schnack 😉

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