Bokeh-Effekt am Handy: Hintergrund unscharf machen – so geht's

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Mit einem schönen Bokeh-Effekt sieht nahezu jedes Foto aus, als stamme es direkt aus einer Galerie. Dabei stellt es im Grunde keine große Herausforderung dar, den Hintergrund unscharf zu machen. Wir verraten dir, wie du selbst mit dem Smartphone leicht ansprechende Bokeh-Fotografien erzeugst.
unscharfer Hintergrund
Bokeh-EffektBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Bei Porträts, aber auch bei Aufnahmen von Objekten, sehen die Fotos besonders ansprechend aus, wenn ein sogenannter Bokeh-Effekt vorhanden ist. Dabei ist der Hintergrund verschwommen und unscharf, während der Fokus (Brennpunkt) auf dem Vordergrund, und damit dem Fotomodel oder dem Objekt liegt. Auf diese Weise wird die Ablenkung vom Hauptmotiv minimiert und nahezu jedes Foto bekommt einen gewissen künstlerischen Touch. Doch wie lässt sich der Bokeh-Effekt herbeiführen und ist Bokeh auch mit einem Smartphone als Kamera möglich?

Bokeh-Effekt: So gelingt dir das perfekte Bild

Zunächst einmal kann man gut ausgeprägtes Bokeh in der Fotografie nur dann herbeiführen, wenn es etwas gibt, auf das man den Kamerafokus legen kann – sei es eine Person, ein Objekt oder Bigfoot. Eine Hintergrundunschärfe ohne Hintergrund – wie etwa bei Landschaftsaufnahmen – ist aus offensichtlichen Gründen nicht möglich.

Ist das Motiv gewählt, dann wird vor allem eines benötigt: ein Objektiv mit einer möglichst großen und folglich lichtstarken Blende. Dabei ist die Blende umso größer, je geringer die Blendenzahl ist. Ein Objektiv mit einer f/1.8-Blende ist somit lichtstärker als ein Objektiv mit einer f/2.8-Blende. Sollte das Motiv mit Blick auf eine solch lichtstarke Blende mal überbelichtet ausfallen, empfiehlt es sich, die Belichtungszeit zu reduzieren oder einen ND-Filter (Graufilter) zu verwenden.

Im nächsten Schritt muss der Fotograf den Abstand zwischen dem Motiv und dem Hintergrund vergrößern. Ein lichtstarkes Objektiv sorgt zwar für eine besonders geringe Schärfentiefe (Tiefenschärfe), doch es schadet nicht, dem Bokeh auch „manuell“ nachzuhelfen.

Zu guter Letzt empfiehlt es sich auch, nach Möglichkeit ein Zoomobjektiv mit einer langen Brennweite zu verwenden. Dadurch verringert sich der Blickwinkel und der Hintergrund wird in die Ferne „geschoben“ – was sich seinerseits positiv auf den Bokeh-Effekt auswirkt.

Bokeh am Smartphone

Manche künstlerischen Herausforderungen, wie etwa ein Bild von Sternschnuppen, lassen sich mit der Smartphone-Kamera kaum stemmen. Eine gute Hintergrundunschärfe gehört in den meisten Fällen jedoch nicht dazu. Denn bei einem Großteil der Mobiltelefone bietet zumindest eines der normalerweise mehreren, verbauten Objektive eine große Blende – meist f/1.6 bis f/1.8. Damit ist die wichtigste Voraussetzung erfüllt. Nun muss nur noch der Abstand zwischen dem Motiv und dem Hintergrund stimmen, und es kann losgehen. Tippe auf dem Smartphone-Display auf das Motiv, um den Brennpunkt auf ebenjenes zu setzen, und der Hintergrund sollte automatisch verschwimmen.

Von dem Tipp mit dem Zoomobjektiv sollten sich Handy-Fotografen dagegen lieber distanzieren. Zwar bieten zahlreiche Mobiltelefone eine Zoom-Funktion, diese ist jedoch entweder digitaler Art oder aber das Kameramodul wechselt automatisch zu einem anderen Objektiv mit einer längeren Brennweite. Entgegen dem ersten Eindruck ist das jedoch eher ein Nachteil als ein Vorteil, denn die Hersteller verbauen in der Regel lediglich ein Objektiv mit einer großen Blendenöffnung in das Kameramodul. Somit bietet das Zoomobjektiv in den meisten Fällen eine weniger lichtdurchlässige Blende.

Auch solltest du darauf gefasst sein, dass der Bokeh-Effekt in schlecht beleuchteten Innenräumen eher bescheiden ausfällt. Das liegt einerseits daran, dass der Abstand zum Hintergrund in Innenräumen eher gering ausfällt. Andererseits jedoch auch daran, dass die Kamera-Automatik in Smartphones bei schlechten Lichtverhältnissen schnell und gerne den ISO-Wert hochschraubt. Und eine sanfte Hintergrundunschärfe ist nur bedingt möglich, wenn das Foto deutliches Bildrauschen aufweist. Aus diesem Grund solltest du übrigens auch generell auf die ISO achten.

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Handy-Bokeh: Alternative Vorgehensweisen

Zahlreiche moderne Handys können neben dem natürlichen Bokeh-Effekt auch künstliches Bokeh erzeugen. Eine lichtstarke Blende wird dabei nicht benötigt. Stattdessen analysieren Algorithmen respektive eine künstliche Intelligenz (KI) die Fotografie, erfassen den Vordergrund, also das Motiv, und legen grob gesagt einen Weichzeichner-Filter über alles andere. Grundsätzlich ist dies eine durchaus sinnvolle Option, allerdings machen die Algorithmen zurzeit noch häufiger Fehler, sodass sich die Unschärfe oftmals entweder über das Hauptmotiv legt – das kennen wir etwa aus Online-Meetings – oder einige Bereiche des Hintergrunds unbearbeitet bleiben.

Dasselbe gilt auch für die zahlreichen Bokeh-Apps, die einen unscharfen Hintergrund mittels nachträglicher Bildbearbeitung ergänzen. Wirklich praktisch sind solche künstlichen Hintergrundunschärfen daher nur in Innenräumen beziehungsweise bei schlechten Lichtverhältnissen. Im Alltag liefert die Smartphone-Kamera einen besseren und natürlicheren Bokeh-Effekt.

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1 KOMMENTAR

  1. Werner Bloos

    Völling sinnloser Artikel, es wird nicht gezeigt wie der Bokeh Effekt gemacht wird, noch wird gezeigt was technisch dahintersteckt um den Effekt am Handy zu machen.

    Antwort

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