Warum ruckelt mein Videostream? Das sind die häufigsten Streaming-Probleme

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Egal ob Netflix am Abend, die Bundesliga am Nachmittag oder das Kinderprogramm auf Abruf, alles kommt aus dem Netz. Aber oft gibt es auch das: Ruckelnde Streams. Nicht jedes Streaming-Problem liegt am Internet. Wir zeigen dir, was du tun kannst.
Jungendliche beim Streaming mit Tablet
Bildquelle: Alena Ozerova / Adobe Stock

Natürlich gibt es viele Gründe, warum ein Videostream ruckelt. Das beginnt bei deinem WLAN, geht weiter mit deinem vielleicht nicht all zu schnellen Internet-Anschluss, den deine Kinder parallel mit nutzen und kann auch mit einer allgemeinen Überlastung bei deinem Anbieter oder dem Streaming-Anbieter zusammenhängen. Unsere Tipps können also nur ein Ansatz sein, aber vielleicht ist der richtige für dich dabei.

Im Grunde genommen musst du die Fehlersuche dreiteilen: Dein Zuhause, deine Leitung und das Internet. Beginnen wir zu Hause.

WLAN ist zu schlecht oder überlastet

Das Gerät, mit dem du den Videostream nutzt, ist per WLAN im Internet? Dann solltest du als erstes prüfen, ob hier möglicherweise ein Problem vorliegt. Denn wenn beispielsweise auch gerade deine Nachbarn per WLAN streamen oder große Datenmengen herunterladen, hat das auch auf dein WLAN einen Einfluss. Gleiches gilt, wenn beispielsweise dein Sohn gerade Daten überträgt – selbst wenn es nur innerhalb des Heimnetzwerkes ist.

Unser Tipp: Wenn möglich, Endgeräte die Streaming-Dienste nutzen, immer per LAN-Kabel an den Router anbinden. Ist das nicht möglich, nutze unsere Tipps für besseres WLAN. Ein wichtiger Tipp beispielsweise: Nutze das 5-GHz-Band statt des 2,4 GHz Bandes. Die meisten modernen Router unterstützen das.

Videostream ruckelt: Internet-Leitung könnte zu langsam sein

Wie schnell ist deine Internet-Leitung? Ein guter HD-Stream benötigt je nach Anbieter etwa 5 bis 10 Mbit/s im Downstream. Ein UHD-Stream kann sogar locker auf 25 Mbit/s, in Spitzen auf 50 Mbit/s kommen. Eine klassische DSL-Leitung reicht da lange nicht mehr aus – sie hat 16 Mbit/s. Doch längst nicht jeder DSL-Anschluss ist auch wirklich mit 16 Mbit/s geschaltet.

Hast du nur zu bestimmten Zeiten Probleme mit dem Stream und eine vergleichsweise langsame Leitung, überprüfe, ob noch jemand deine Leitung nutzt. Nutzt jemand in deinem Haushalt parallel einen Stream? Sitzt gerade jemand am Rechner und lädt etwas herunter? Wird auf einem Tablet oder Smartphone ein Update von zahlreichen Apps gemacht? Zockt jemand in deinem Haushalt an der Konsole?

Nächster Ansatz: Hast du ein Gast-WLAN? Möglicherweise nutzt gerade jemand dieses Netz und nimmt dir so Bandbreite weg. All diese Nutzungsszenarien können auch bei Leitungen mit 25 oder 50 Mbit/s, manchmal sogar bei noch höheren Geschwindigkeiten auftreten.

Internet-Anbieter ist überlastet

Internet ist grundsätzlich ein Shared Medium. Das heißt, du teilst dir die Leitung mit anderen Kunden. Mobilfunknetze und Kabel-Internet sind die prominentesten und am häufigsten betroffenen Netze, bei denen eine Überlastung durch zu viele Kunden auftritt. Umgekehrt kann man aber auch argumentieren, dass es nicht zu viele Kunden gibt, sondern der Anbieter zu schlecht ausgebaut hat.

Was nur wenige wissen: Auch DSL, VDSL und sogar viele Glasfaser-Netze sind solche Shared-Medium-Zugänge – wenngleich auf einem zu vernachlässigenden Niveau. Denn bei letztem bekommen oft alle Wohnungen in einem Haus dasselbe Glasfasersignal und das Modem filtert nur das eigene Signal raus. Bei VDSL oder Kabel hängen deutlich mehr Kunden an einer Glasfaserleitung. Wenn also beispielsweise an einem VDSL-Kasten zu viele Kunden gleichzeitig viele Daten übertragen, kann auch hier dein Videostream ruckeln. Ändern kannst du das nicht.

Einzige Möglichkeit, dem Problem dauerhaft zu entgehen, ist ein Wechsel der Infrastruktur. Ein reiner Anbieterwechsel innerhalb der VDSL-Technik wäre nicht in jedem Fall ausreichend.

Netzknoten überlastet

Daten, die du überträgst, bleiben nur selten im Netz deines Anbieters. Über sogenannte Peering-Points werden sie an andere Netzbetreiber übergeben. Wo und wie das passiert unterscheidet sich von Fall zu Fall. Teilweise werden dafür zentrale und offene Netzknoten genutzt. Prominentes Beispiel dafür ist der De-CIX in Frankfurt am Main. Aber auch in vielen anderen Großstädten gibt es solche Austauschpunkte, an denen viele Netzbetreiber ihre Netze zusammenschließen.

Mit großen Anbietern wie Netflix, Google, Amazon oder Dienstleistern, die für den Transport von Streaming-Daten zuständig sind, gibt es aber oftmals auch private Peering-Points. Das hat den Hintergrund, das Netflix beispielsweise viele Daten in die Netze der Internetprovider schiebt, aber nur wenig Traffic zurückfließt. Eine Zusammenschaltung auf Gegenseitigkeit ist hier ein einseitiges Geschäft. Beim Private-Peering geht es also oftmals auch um Geld.

Egal ob öffentlich oder Privat: Sind diese Peering-Points unterdimensioniert, ruckelt dein Videostream. Vor allem, wenn das Datenaufkommen sprunghaft ansteigt, kann das vorkommen. Ändern kannst du das nur, indem du deinen Provider oder den Streaming-Dienst wechselst. Denn dann wechselst du auch den Übergabepunkt-

Streaming-Anbieter hat keine Kapazität

Am Ende der Streaming-Kette steht der Streaming-Anbieter selbst oder aber seine Netz-Partner. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass du beispielsweise Daten, die du von Amazon oder Netflix abrufst, natürlich nicht aus den USA bekommst. Auch zentrale Server in Deutschland gibt es in dieser Form längst nicht mehr.

Zum Einsatz kommen sogenannte Content Delivery Networks (kurz CDN). Hier wird häufig nachgefragter Inhalt intelligent über dezentrale Service in ganz Deutschland verteilt. Bist du beispielsweise in Potsdam und rufst dort einen Film ab, so kommt er vermutlich aus einem Berliner Rechenzentrum während der gleiche Film vom gleichen Anbieter zur selben Zeit von einem Nutzer aus Darmstadt von einem Frankfurter Server kommt.

Doch auch diese Technik kann mal spinnen. Dadurch ist dann auch erklärbar, warum es in einigen Regionen zu Problemen kommt, in anderen nicht. Manchmal sind es aber auch andere Flaschenhälse, die Probleme machen.

Wenn dein Videostream ruckelt, kann auch deine Technik zu alt sein

Ganz trivial kann es aber auch sein, dass die Technik, die du zum Abspielen nutzt, nicht mehr State of the Art ist. Hast du beispielsweise deinen Fire TV Stick von Amazon vor drei oder vier Jahren gekauft, kommt dieser möglicherweise mit der ein oder anderen Anwendung nicht mehr klar. Und auch Smart-TVs altern, was die Unterstützung von Apps angeht, schneller, als dir lieb ist. Bevor du aber einen neuen Fernseher kaufst, nutze die günstigere Alternative: Einen neuen Streaming Stick. Ebenfalls bei alter Technik ein Thema: Der veraltete und dadurch zu langsame WLAN-Standard.

Telefonleitung zu alt

Telefonleitungen sind oftmals Jahrzehnte alt. Zwar wurde das Netz inzwischen in weiten Teilen modernisiert und durch Glasfasern ersetzt, doch die letzten Meter vom Verteilerkasten bis in deine Wohnung können so alt sein, wie das Gebäude, in dem du wohnst.

So ist denkbar, dass der Abschlusspunkt Linientechnik (APL), also der Übergabepunkt vom Telekom-Netz in dein Haus veraltet oder gar verrostet ist. Das hat Auswirkungen auf die Qualität deiner Leitung. Auch die Leitung von dort in deine Wohnung kann veraltet sein und beispielsweise Kurzschlüsse auslösen, die dann zu kurzfristigen Unterbrechungen deiner Leitung führen. Diese wiederum sorgen dafür, dass dein Stream dann stockt.

Last not least: Möglicherweise hat der Mieter vor dir selbst etwas an deiner Telefondose, also der TAE-Dose, geschraubt. Möglicherweise gibt es hier Leitungen zu anderen Dosen in der Wohnung – doch die Anschlüsse sind nicht fachmännisch gelegt. Die Folgen können auch hier Wackler auf der Leitung sein.

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