Internet per Glasfaser: Darum schummeln viele Anbieter mit dem Begriff Glasfaser

15 Minuten
Wenn es um schnelles Internet geht, werfen die Anbieter mit Fachbegriffen um sich: FTTH, FTTB, Koaxial-Kabel-Glasfaser? Was ist das eigentlich alles? Was sind die Unterschiede? Wir erklären dir die Hintergründe und warum Glasfaser nicht immer Glasfaser ist.
Glasfaser-Leerrohr
Glasfaser-LeerrohrBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside digital

Eine Glasfaserleitung ist der beste Weg um ins Internet zu kommen. Sie ist auf die nächsten Jahre – wenn nicht gar Jahrzehnte – gesehen zukunftssicher und ausreichend in Sachen Kapazität. Doch gleichzeitig ist die Verlegung von Glasfaser bis zu jedem Haushalt sehr teuer und aufwändig.

Dass ein Glasfaseranschluss etwas Gutes ist, hat sich herumgesprochen. Das wissen auch die Marketingabteilungen. Und so steht „Glasfaser“ auch dort im Prospekt, wo gar keine Glasfaser bis zu dir kommt. Vodafone etwa spricht beim TV-Kabel vom „Kabel-Glasfasernetz“. Gelogen ist das nicht einmal. Denn irgendwo im Netz liegt fast immer Glasfaser. Entscheidend ist, wo sie endet. Und genau da trennt sich echte Glasfaser vom Etikettenschwindel.

FTTH: Glasfaser in Reinkultur

  • Glasfaser bis in die Wohnung
  • Mehrere Gigabit im Up- und Down-Stream möglich
  • Einsatzgebiet: Neubau, Einfamilienhäuser und zunehmend Mehrfamilienhäuser im Bestand
  • Zukunftssicher

Streng genommen gibt es nur eine Form, die als echter Glasfaser-Anschluss gewertet werden kann. Sie heißt im Fachjargon FTTH. FTTH steht für „Fiber to the Home“, also das „Glasfaser bis nach Hause“. Damit ist deine Wohnung gemeint.

Lange war FTTH eine Rarität. Das ändert sich gerade. Teuer ist der Ausbau aber nach wie vor: Bei bestehenden Häusern muss nicht nur ein neues Kabel ins Gebäude, sondern auch eine Leitung in jede einzelne Wohnung. Trotzdem bauen inzwischen zahlreiche Anbieter FTTH aus, allen voran die Telekom. Ende August 2026 konnten bei ihr nach eigenen Angaben 14,1 Millionen Haushalte und Betriebe einen Glasfaseranschluss buchen. Allein 2026 sollen 2,5 Millionen dazukommen. Gebucht hat davon aber nur ein Bruchteil. Ende März 2026 waren es 2,2 Millionen Haushalte.

Und bundesweit? Laut Breitbandatlas des Bundes konnten Ende 2025 knapp 49 Prozent der Haushalte einen Anschluss per FTTB oder FTTH bekommen. Aber Vorsicht beim Lesen solcher Zahlen. Gezählt wird, wer einen Anschluss hat oder ihn kurzfristig einrichten lassen kann. Dass die Glasfaser in der Straße liegt, heißt noch lange nicht, dass sie in deiner Wohnung ist.

Liegen keine Leerrohre im Treppenhaus oder in Versorgungsschächten, wird FTTH aufwendig und teuer. Steht dagegen eine Kernsanierung an oder wurden beim Bau Leerrohre verlegt, geht es oft schnell und günstig. Der Haken: Ohne den Eigentümer geht nichts. Das Telekommunikationsgesetz verpflichtet ihn zwar, den Anschluss des Gebäudes zu dulden. Das ist der sogenannte Hausstich bis in den Keller. Für die Leitung vom Keller bis in deine Wohnung gilt das aber nicht. Ein Amtsgericht hat im Frühjahr 2026 die Klage eines Mieters abgewiesen, der genau das durchsetzen wollte. Das Interesse des Vermieters, das Haus in einem Rutsch für alle anzuschließen, wog schwerer. Wohnst du zur Miete, bist du also auf den guten Willen deines Vermieters angewiesen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat deshalb ein Recht auf den Vollausbau ganzer Häuser vorgeschlagen.

Wo gibt es FTTH?

Zum Einsatz kommt FTTH heute nahezu konsequent bei größeren Neubauprojekten. Statt DSL-Anschlüsse und somit Kupferleitungen zu verlegen, kommen hier direkt jene Anschlüsse in die Wand, die nach derzeitigem Stand der Technik für die nächsten Jahrzehnte und somit für die Zukunft ausreichen werden.

Außerdem spielt FTTH längst in der Fläche eine Rolle. Gerade in ländlichen, bislang unterversorgten Gebieten verlegen die Anbieter die Glasfaser direkt bis zu dir nach Hause. Der Grund: Für das vermeintlich günstigere VDSL stehen die Häuser dort oft zu weit auseinander. Und bei alleinstehenden Häusern spielt die Verkabelung im Haus keine Rolle.

Wie groß die Lücke zwischen Ausbau und Nutzung ist, zeigt die Marktanalyse des Branchenverbands VATM. Er rechnet für Ende 2026 mit 32 Millionen Haushalten und kleinen Unternehmen, an denen eine Glasfaser vorbeiführt. Das sind 69 Prozent. Bis ins Gebäude reicht sie bei 12,5 Millionen. Genutzt werden 7,8 Millionen. Der Breitbandatlas des Bundes kommt auf niedrigere Werte, weil er anders erhebt und einen älteren Stichtag hat. Die Botschaft ist dieselbe: Glasfaser in der Straße ist noch keine Glasfaser in der Wohnung.

Wie bekomme ich einen FTTH-Anschluss?

Es gibt kaum eine Möglichkeit, einen FTTH-Anschluss in die eigene Wohnung zu bekommen, wenn nicht ohnehin ein Anbieter im Wohngebiet ausbaut. Denn für einen Glasfaseranschluss bis in die Wohnung sind größere Bauarbeiten notwendig. Zudem kommt besondere Technik im Netz zum Einsatz, sodass es nicht mit einer Glasfaserleitung von der Vermittlungsstelle zum Kunden getan ist.

Einige Anbieter sondieren in ländlichen Gebieten die Lage in einem Ort und bitten die möglichen Kunden um Vorverträge. Nur wenn eine vorher festgelegte Anzahl an möglichen Verträgen zustande kommt, beginnen die Ausbauarbeiten in dem Ort.

Andere Anbieter setzen auf eine sogenannte Push-Vermarktung. Das heißt, sie schließen alle Häuser und Wohnungen an, die dem Anschluss zugestimmt haben. Dabei gibt es für Mieter und Eigentümer der Wohnungen eine Menge zu beachten, wenn ein Anbieter das Haus anschließen will.

Wichtiger Hinweis der Telekom: Wer als Immobilienbesitzer einen Glasfaseranschluss haben will, muss das Einverständnis geben, den neuen Anschluss zu legen. Auch als Mieter kannst du bei der Telekom und anderen Anbietern einen Glasfaseranschluss beantragen. Der Anbieter nimmt dann Kontakt zu Vermieter oder Eigentümer auf und klärt, wo die Glasfaser ins Haus kommt und wie sie durchs Haus läuft. Gern heißt es dabei, der Vermieter könne nicht ablehnen, solange ihm keine Kosten entstehen. So einfach ist es nicht. Dulden muss er den Anschluss des Gebäudes. Die Leitung bis in deine Wohnung kann er verweigern. Deshalb endet die Glasfaser in vielen Häusern im Keller. Und bleibt dort liegen.

Mehr Breitband für mich

Eine Möglichkeit, einen FTTH-Anschluss auf Bestellung zu bekommen, gibt es bei der Telekom durch das Programm „Mehr Breitband für mich“ (MBfm). Hier hast du als Glasfaser-interessierter Kunden die Möglichkeit, dir individuell die Kosten für einen Glasfaseranschluss berechnen zu lassen. Doch Vorsicht: Schon der Kostenvoranschlag ist kostenpflichtig und wird mit 500 Euro berechnet.

Die Kosten für einen solchen individuellen Anschluss sind aber enorm hoch und können schnell mehrere zehntausend Euro betragen. Die Telekom selbst spricht von durchschnittlich 20.000 Euro. Eine wirkliche Lösung eines Breitband-Problems ist das nicht. Wer sich allerdings mit seinen direkten Nachbarn einig ist, der kann sich die Kosten der Telekom für den Ausbau mehrerer Haushalte teilen. Das betrifft nicht nur das gleiche Haus, sondern auch Nachbarhäuser, an denen die Glasfasertrasse vorbeigehen würde. Dennoch musst du von einer hohen vier bis fünfstelligen Rechnung ausgehen.

Abschließend unser Tipp mit Blick auf die Zukunft: Bei einer Sanierung des Treppenhauses möglichst Leerrohre bis in den Keller verlegen. Das erleichtert später einen echten Glasfaseranschluss im Haus. Dieser Schritt sollte auch vollzogen werden, wenn noch kein Ausbau durch einen Anbieter angekündigt ist.

FTTH Infografik
FTTH Infografik Bildquelle: Deutsche Telekom

FTTB: Das Glasfaser-Kabel liegt im Keller

  • Glasfaser bis ins Gebäude
  • 500 bis 1.000 Mbit/s möglich
  • Einsatzgebiet: Bestehende Mehrfamilienhäuser
  • Vor allem bei Bestandsgebäuden mit Glasfaser-Anschluss

FTTB steht für „Fiber to the Building“, also Glasfaser bis ins Gebäude. Das Kabel endet im Keller oder im Technikraum eines Mehrfamilienhauses. Das optische Signal kommt damit immerhin bis ins Haus. Lange galt FTTB als der wahrscheinliche Standard für Mehrfamilienhäuser im Bestand. Heute ist es eher eine Zwischenstufe. Die Anbieter wollen bis in jede Wohnung. Wo das am Eigentümer scheitert, bleibt es aber bei FTTB. Dann endet die Glasfaser im Keller. Und der Rest der Strecke läuft weiter über die alten Leitungen.

Dazu lassen sich spezielle Verfahren einsetzen. Eines trägt beispielsweise den Namen G.fast. G.fast ist ein Datenturbo für die Kupferleitung, funktioniert aber nur auf einer sehr, sehr kurzen Strecke. Länger als eine Leitung vom Keller bis ins oberste Stockwerk sollte eine Leitung dafür nicht sein. Immerhin lassen sich auch auf diesem Weg Anschlüsse mit bis zu 1 Gbit/s im Downstream realisieren. Danach ist jedoch – zumindest heute – technisch die Leitung ausgereizt.

Die Versorgung mit FTTB setzt genauso wie FTTH eine Genehmigung des Hauseigentümers voraus, dass eine neue Leitung durch die Mauern des Gebäudes gelegt werden darf. Damit verbunden sein kann je nach örtlicher Gegebenheit auch das Aufgraben eines Vorgartens. Es gibt jedoch auch Verfahren, mit denen sich das vermeiden lässt, beispielsweise mit einem Spülbohrverfahren oder einer Erdrakete.

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Wie bekomme ich einen FTTB-Anschluss?

Im Grunde gilt für den FTTB-Ausbau ähnliches wie für den FTTH-Ausbau: Entweder haben Anbieter den Ausbau in einer Region geplant und der Hauseigentümer macht mit – oder eben nicht. Die Telekom, aber vor allem auch die Wettbewerber, setzen regelmäßig auf Vorvermarktungen oder Markterkundungsverfahren, um dann möglichst ganze Orte oder Siedlungen mit Glasfaser bis zum Gebäude erschließen zu können. Hier ist es wichtig, sich entsprechend zu beteiligen.

Unser Tipp: FTTB wird von den Anbietern in der Regel pro Straßenzug ausgebaut. Die Erschließungsarbeiten ins Haus sind dann oft deutlich vergünstigt oder gar kostenlos. Muss der Bagger später noch einmal anrollen, weil ein Kunde oder ein Haus erst später angeschlossen werden will, können die Kosten  dafür schnell vierstellig werden. Selbst wer keinen Anbieterwechsel in Erwägung zieht oder Gigabit-Datenraten braucht, sollte diesen Arbeiten zustimmen. Ein späterer Käufer der Wohnung oder die eigenen Kinder werden es danken. Einen unterschriebenen Laufzeitvertrag wollen die wenigstens Anbieter direkt sehen, wenn ein Ausbau erst einmal beschlossen ist.

FTTC: Die Möchtegern-Glasfaser-Leitung heißt VDSL

  • Glasfaserleitung nur bis zum Verzweigerkasten
  • Maximal 250 Mbit/s möglich
  • Einsatzgebiet: Bundesweit 
  • Schneller Breitbandausbau auf Basis des Telefonnetzes
  • Dient nur als Brückentechnologie

FTTC kennen als Abkürzung nur die wirklichen Experten der Branche: Es steht für „Fiber to the Cabinet“ oder „Fiber to the Curb“. Übersetzt heißt das so viel wie „Glasfaser bis zum Technikschrank“ beziehungsweise „Glasfaser bis zum Bürgersteig“. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als VDSL (oder auch VDSL Vectoring / VDSL Super Vectoring). Eine weitere manchmal genutzte Bezeichnung ist FTTN – „Fiber to the Node“ – dem Knotenpunkt des Netzes.

Aber ist VDSL ein Glasfaser-Anschluss? Da streiten sich die Geister. Die Deutsche Telekom fasste lange Zeit in ihrer Kommunikation VDSL unter die Rubrik Glasfaser-Anschlüsse. Doch tatsächlich ist die Glasfaser-Leitung für die Kunden oft mehrere hundert Meter weit weg. Sie endet in dem grauen Kasten auf dem Bürgersteig. Hier wird das optische Signal wieder in ein elektrisches Signal gewandelt. Zwischen der Glasfaserleitung und dem Kunden ist somit unter Umständen schon Jahrzehnte alte Kupferleitung, über die schon die Großeltern telefoniert haben. Immerhin lassen sich aus ihr 250 MBit/s herausziehen.

Vor- und Nachteile des VDSL-Ausbaus

Der Vorteil: Mit FTTC-Technik lassen sich deutlich mehr Haushalte deutlich günstiger erschließen, als es mit FTTB oder FTTH im gleichen Zeitraum oder zu gleichen Kosten möglich wäre. Außerdem müssen die Anbieter weder neue Leitungen zum Gebäude noch die Verkabelung innerhalb des Gebäudes neu verlegen.

Der Nachteil: Durch die Kupferleitung auf der sogenannten letzten Meile ist VDSL eine Sackgasse. Bei 250 Mbit/s im Downstream ist Schluss. Und das auch nur, wenn die Leitung zu dir kurz genug ist. Mehr wird es nicht. Lange galt deshalb: Wo VDSL für den Moment reicht, rechnet sich Glasfaser nicht. Das hat sich gedreht. Rund 33 Millionen Haushalte können bei der Telekom bis zu 250 Mbit/s per VDSL bekommen. Trotzdem baut der Bonner Konzern Glasfaser so schnell wie nie. Und über die Abschaltung des Kupfernetzes wird längst diskutiert. Wann sie kommt, ist aber offen.

Kabel-Glasfaser: Was ist ein Glasfaser-Koaxial-Anschluss?

  • Im Prinzip Kupfer-Netz mit Glasfaser-Anbindung
  • Derzeit bis zu 1 Gbit/s möglich
  • Derzeit langsamer Upsteam (max 75 Mbit/s)
  • Einsatzgebiet: Bundesweit 

Wenn ein Anbieter mit Glasfaser-Koaxial-Anschlüssen wirbt, verbirgt sich dahinter ein TV-Kabel-Anschluss. Der Fachbegriff dafür: Hybrid Fiber Coax (HFC). Dieser Anschluss wird mindestens auf den letzten Metern im Haus, oft aber auch bis zum nächsten Verstärkerpunkt auf dem Bürgersteig oder noch weit darüber hinaus mit einem Koaxial-Kabel realisiert. Dabei handelt es sich um ein (idealerweise) abgeschirmtes Antennenkabel aus Kupfer. Dieses ist auch durch den eingesetzten Übertragungsstandard leistungsfähiger als die Kupferdoppelader der Telekom.

Wo der Übergang von Glasfaser auf das Antennenkabel erfolgt, ist unterschiedlich. In einigen Neubauregionen oder dort, wo es entsprechende Rahmenverträge gibt, erfolgt die Übergabe wie bei FTTB im Keller eines Gebäudes. Der Übergabepunkt kann aber auch mehrere hundert Meter oder sogar mehrere Kilometer weit weg sein. Im Gegensatz zum Telefonkabel ist aber die Länge nicht ausschlaggebend für die Performance der Leitung.

Viel entscheidender ist, wie viele Kunden sich einen sogenannten Cluster, also einen Anschlusspunkt, teilen. Sind es zu viele, wird die Leitung langsam. Der Fachbegriff hierfür lautet Shared Medium. Mit der Segmentierung rückt auch das Glasfaserkabel näher an die Haushalte. Damit werden die Anschlüsse indirekt schneller, da sich weniger Kunden ein Breitband-Segment teilen müssen und mehr Kapazität vorhanden ist.

Weitere Fragen rund um Internet per Glasfaser

Was bedeutet FTTX?

FTTX steht lediglich für eine beliebige Art der Glasfaser-Netzversorgung. Das X ist also der Platzhalter für FTTC, FTTB oder -H. Es gibt auch noch weitere Abkürzungen, die jedoch im deutschen Markt kaum eine Rolle und in der Endkundenkommunikation gar keine Rolle spielen. So ist mit FTTdp „Fiber to the Distribution Point“ gemeint, ein Verfahren, das in der Schweiz zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um einen Knotenpunkt zwischen Haus und Kabelverzweiger, der aber im deutschen Netz nicht existiert.

Was ist GPON?

GPON ist in Deutschland die am weitesten verbreitete Technik für echte Glasfaseranschlüsse. Das „P“ steht für passiv. Zwischen Vermittlungsstelle und Kunde sitzen keine aktiven Geräte, sondern optische Splitter. Sie teilen das Licht einer Faser auf typischerweise 32 oder 64 Anschlüsse auf. Diese Kunden teilen sich die Kapazität: bei GPON 2,5 Gbit/s im Down- und 1,25 Gbit/s im Upstream. Damit ist auch FTTH technisch ein Shared Medium. In der Praxis spielt das kaum eine Rolle, weil nie alle gleichzeitig Vollgas geben.

Der Nachfolger XGS-PON schafft 10 Gbit/s und ist längst im Einsatz. Die Telekom bietet in ihrem Glasfasernetz Tarife mit bis zu 2.000 Mbit/s im Down- und 1.000 Mbit/s im Upstream an. M-net geht in München, Augsburg und Erlangen weiter: 5 Gbit/s im Down- und 2,5 Gbit/s im Upstream. Dafür werden allerdings 299,90 Euro im Monat fällig.

Auch interessant: Kabel, LTE und WLAN: Darum ist das Internet oft langsamer als versprochen

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Warum dauert der Glasfaser-Ausbau so lange?

Am Anfang war es vor allem der Tiefbau. In vielen Regionen gab es keine Leerrohre, also mussten Bagger rollen. Das kostet Geld und Zeit, und Baufirmen waren knapp. Heute hakt es an anderer Stelle. Die Glasfaser liegt oft schon in der Straße, aber nicht im Haus. Und selbst wo sie im Haus ist, bucht längst nicht jeder. Laut VATM werden Ende 2026 von 12,5 Millionen fertigen Hausanschlüssen nur 7,8 Millionen genutzt. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger spricht von etwa jedem vierten verlegten Anschluss, der auch gebucht wird. Für die Anbieter ist das ein Problem. Jeder Anschluss ohne Kunde ist Geld, das im Boden liegt. Ohne Einnahmen.

Lange hieß es, in Großstädten gebe es keinen Bedarf. Das Kabelnetz liefert dort bis zu 1 Gbit/s, VDSL bis zu 250 Mbit/s. Das Argument zieht nicht mehr. Die Telekom baut FTTH inzwischen auch in Großstädten wie Berlin und München. Und der Kabelanschluss hat eine klare Schwäche: den Upload. Bei Vodafone ist bei 75 Mbit/s Schluss. Politisch hatte die Ampel das Ziel ausgegeben, bis 2030 flächendeckend Glasfaser zu ermöglichen. Die aktuelle Koalition aus Union und SPD bekennt sich zwar zum flächendeckenden Ausbau, nennt im Koalitionsvertrag aber keine Jahreszahl. Realistisch ist 2030 ohnehin nicht mehr. Der Branchenverband Breko erwartet für dann eine Abdeckung zwischen 82 und 92 Prozent.

Brauchen wir bei 5G überhaupt noch Glasfasernetze?

Die neuen 5G-Netze bieten unter anderem Gigabit-Datenratenraten per Mobilfunk – zumindest in Großstädten. In einem Teilbereich soll 5G auch dafür genutzt werden, die letzte Meile zu den Kunden zu überbrücken und so schnelle Internetanschlüsse ins Haus zu bringen. Abgesehen von möglichen qualitativen Problemen auf der Funkstrecke stellt sich aber auch hier die Frage der Auslastung und des Phänomens der Überlastung durch ein Shared Medium – in diesem Fall Mobilfunk.

Doch auch wenn die letzten Meter zum Handy oder ins Haus per Funk kommen: Der Datentransport muss früher oder später per Glasfasernetz erfolgen. Hier werden sich im Laufe der Zeit mehrere Synergieeffekte ergeben, sofern die Mobilfunkanbieter bereit sind, Glasfaservorleistungen bei alternativen Anbietern einzukaufen. Schon heute nutzen Telekom und Vodafone zum Teil Möglichkeiten im eigenen Unternehmen: Beide nutzen ihre Festnetz-Infrastruktur für die Zuführung von Signalen zu ihren Mobilfunkmasten.

Auch auf dem Land wird Glasfaser für den Mobilfunk wichtiger. Je mehr Daten über einen Sendemast laufen, desto dicker muss die Leitung dahinter sein. Richtfunk, mit dem heute viele Masten angebunden sind, stößt bei der Kapazität irgendwann an Grenzen. An der Latenz liegt es übrigens nicht. Funk ist auf der Strecke sogar schneller als Licht in der Glasfaser. Wird ein Mast aber ohnehin per Glasfaser erschlossen, steigt die Chance, dass die Leitung eines Tages auch bis zum letzten Bauernhof reicht. Ein Beispiel, wie aufwändig Sendemasten mit Glasfaserleitungen erschlossen werden, haben wir in einer Reportage dokumentiert.

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Mitreden

13 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Odinsachse

    Das muss man sich mal vorstellen die Telekom schickt hier die ganze Zeit einem Vertreter an die Tür die einem Glasfaseranschluss verkaufen wollen ! Glasfaser liegt zwar bei uns auf der Straße aber ich wohne in einem großen Mietshaus wo noch alte Kupferleitungen liegen also kommt das für unser Haus nicht in Frage es sei denn unser Vermieter legt auch Glasfaser mit neuen Dosen ins Haus ! Das übelste ist der Vertreter von der tollen Telekom hat mit biegen und brechen versucht mir nen Vertrag aufzuschwatzen obwohl ich ihn mit der Tatsache konfrontiert habe hat er weiter irgend ein dummes Zeug geredet ! Ich habe ihm während er noch redete die Tür vor der Nase zugeschlagen ! Leute passt auf das solchen Heinis nicht auf den Leim geht Prüft ob im Haus Glasfaser liegt sonst bringt das nichts

  2. Nutzerbild Chuck

    Der Datendurchsatz ist doch völlig überzogen. Kein Normalsterblicher braucht 250MBit. Zum mehrfachen Streamen von Filmen in passabler Qualität wie auch für sonstige Anwendungen in normaler Dimensionierung reichen 10Mbit. Sollen sie sich lieber mal um die Logistik im Backbone des Internet kümmern. Stelle mir das Routing ziemlich kompliziert vor. Mancher Fortschritt erweist sich hinterher als Rückschritt. Glasfaser ist viel schwerer zu flicken wie Kupfer. Noch so eine Katastrophe wie Corona, es kommt zu Engpässen und am Ende stehen ein paar Leute ohne Telefonnetz da. Was, wie ich vermute, ein größeres Problem ist, ist, daß die Router die Pakete nach der IP-Adresse durchsuchen müssen, um einen heuristisch optimalen Verbindungsweg zu berechnen. Ist die Route gefunden, gibt es kaum noch Verzögerung. Aber würden z.B. in einer Großstadt eine Million Leute gleichzeitig eine neue Verbindung mit entfernten Servern herzustellen versuchen, würde das wohl das Netz überlasten.

    • Nutzerbild nemo

      Quatsch! Nur weil Sie es nicht benötigen, heißt das noch lange nicht, daß es andere nicht brauchen

  3. Nutzerbild r0nnes

    Die Seite gefällt mir und ist sehr hilfreich 🙂

  4. Nutzerbild Luca D.

    Ich wohne auf einem Dorf und habe eine Leitung mit gerade einmal 6 Mbit/s. Da ich gerne Videospiele spiele, reichen die 6 Mbit/s nicht aus, weil die Updates n und anderen Downloads eine Ewigkeit dauern. Im Normalfall liegt mein Ping bei ca. 27, doch sobald eine andere Person meiner Familie das Internet nutzt, steigt mein Ping auf 100+. In meinem Dorf wurden jetzt auch Glasfaserkabel verlegt, sogar bis in unser Haus. Nach dem Anschluss hieß es, es dauere jetzt nur noch ca. zwei Wochen, bis die Telekom unser Glasfaser freischaltet. Das ist nun über fünf Wochen her. Ich habe gehört, die Telekom macht das extra. Das ist einfach nur eine Frechheit.

  5. Nutzerbild S.Schinzel

    Chuck hat teilweise recht. 250MB sind üppig, aber 10Mb sind zu wenig 4x4k da gibts dann nur noch Klötzchen. Was VIEL wichtiger ist und nur am Rand erwähnt wird ist das Peering. Sobald man in Stosszeiten das Telekomnetz verlässt ist es vorbei, zu hoher Ping, Paketverlust, disconnects. Die Telekom verfolgt hier ein rüdes Verhalten und möchte gerne doppelt bezahlt werden, vom Anschlussanmieter und vom Contentanbieter, und hält daher ihre Peeringkapazitäten künstlich klein, oft will aber der Contentanbieter kein überteuertes privates Peering mit der Telekom eingehen, dann hat der Endkunde das Nachsehen, derzeit wieder gut zu messen. Eigentlioch dürfte die Telekom das gar nicht als Internet-Anschluss vermarkten, sondern eher als Telekomnetznschluss mit schlechter Verbindung in richtige Internet wärend der Stosszeiten (14:00-0:00Uhr) und dafür sind die Anschlüsse zu teuer.

  6. Nutzerbild Micha

    Telekom wirbt mit Glasfaser.. Der Ausbau Ftth kommt von der Deutschen Glasfaser. Investoren und Bundesregierung mit 7,5 Milliarden Euro. Bevorzugt in den Landregionen. TELEKOM hat einen zuschlag in den Städten bekommen. Deutsche Glasfaser hat 400 mbts bis einem Gigabyte.. Telekom wirbt nur mit bis.. U d muss sich Leitungen der Deutschen Glasfaser an mieten „Letzte Meile“ Telekom hat nicht mehr Monopol,Sie wirbt mit Deutscher Glasfaser

  7. Nutzerbild Matthias

    Als damals die ganzen Telefonleitungen gelegt werden müssten gab es da auch so ein Drama um die Kosten und den Aufwand? Sind da auch Häuser nicht angeschlossen worden weil es Unterabel war? Ich wohne in Niedersachen auf dem Dorf 5000 Einwohner. Bis 2007 haben wir jedes Upgrade abbekommen. 2008 kam dann der Umstieg von 6mbit auf 16mbit. Gebucht und was ist? Ankam raten 7,5 bis 8,5mbit. Das ging bis heute so . Also 12 Jahre lang. Andere Anbieter geben hier max 6mbit ab. Kabel liegt hier nicht uns als online Spieler ist Ping wichtig und daher fliegt mobiles Netz vollkommen raus. Und hier wird auch nichts weiter passieren mit Glück haben wir dann in 10 Jahren 30mbit gilt dann ja als Minimum ist nur bei einem 4 Personen Haushalt auch nichts. 15km weiter im nächsten Ort mit 25.000 Einwohner war es natürlich wichtig das die Leute von ihren 250 Mbit vectorting auf 1gigbit aufstocken könnten. Hier ist vectorting nicht mal angekommen. Es ist zum Kotzen Grade wenn ich meinen Bruder sehe. Der schon 2009 in seinem Ort 32mbit bekommen hat. Das ist fast 12 Jahre her. Wäre sein Anschluss damals eingeschult worden hätte er heute sein Abi und würde anderen Anschlüssen seiner Art sagen sie sein alt und langsam.

    • Nutzerbild Tele Otto

      Preise für Telekommunkation und Staatsmonopole: eine kleine Erinnerung.
      Für einen im Jahr1966 für mich erstellten Telefonanschluss mussten u.a. mehrere Telefonmasten über eine Strecke von ca. 250 Meter neu errichtet werden. Der Bautrupp der damaligen Bundespost hatte mehrere Tage damit zu tun. Mich kostete der Anschluss die damals übliche Pauschale, wie ich meine mich zu erinnern, von120,00 DM. Das war seinerzeit zwar auch nicht wenig Geld, blieb aber überschaubar und für den damals ca. 18-Jährigen durchaus finanzierbar. Das Telefonieren selbst war allerdings im Verhältnis zu heute erheblich teurer – allein die Grundgebühr für bloßes Telefonieren lag bei knapp 20 DM/Monat. Von Gesprächsgebühren ins Ausland ganz zu schweigen…

  8. Nutzerbild Dave

    Die Deutsche Glasfaser baut auch schon länger mit GPON..
    Und die Deutsche Telekom baut kein DSL mehr sondern auch nur noch FTTH mit 2 Mio. Haushalten pro Jahr.

  9. Nutzerbild Bruce

    Der Glasfaserausbau ist ein Infrastrukturprojekt, bei dem die öffentliche Hand federführend sein muss. So wie bei Strom-, Gas-, Wasser- oder Kanalbauprojekten. Im Kostenvergleich mit den genannten Infrastrukturen ist der Bau von Glasfaseranschlüssen eindeutig der günstigste. Als Gesellschaft machen wir einen großen Fehler, diese Aufgabe den privaten Anbietern anzuvertrauen. Erstens werden Anbieter nicht flächendeckend bauen und zweitens wird uns der Glasfaseranschluss als natürliches Monopol die nächsten 100 Jahre begleiten. Als Endkunde möchte ich beides nicht – ich möchte nicht zuerst von dem Businessplan eines privaten Unternehmens abhängig sein und dann auch noch keine Wahlmöglichkeit haben, wenn der Anschluss mal da ist. Das Land Niederösterreich macht es richtig. Hier kurz zusammengefasst wie: https://noe.gv.at/noe/Telekommunikation/NOE_Breitbandstrategie.html

  10. Nutzerbild Rainer

    Kann eine Glasfaserleitung in das vorhandene Leerrohr der DSL-Kupferleitung eingezogen werden? Entfällt dann die Kupferleitung oder bleibt diese erhalten?

  11. Nutzerbild Wolfram Sauerteig

    Ich kann das Argument, niemand braucht Glasfaser absolut nicht nachvollziehen, denn ich arbeite 3 bis 4 Tage die Woche im Home Office. Da zählt nicht nur die Download-Rate, sondern auch die Upload-Rate und vor allem die Round-Trip-Time (RTT), landläufig auch als Ping bekannt. Also wie lange es dauert, bis ein Datenpaket zum Server läuft und wieder zurück gekommen ist. Und ich kann das Gejammer wie lange der Ausbau auf dem Land dauert, und dass es in den Städten ja viel schneller ginge, nicht nachvollziehen. Ich wohne hier im Zentrum einer westdeutschen Landeshauptstadt in einem Glasfaserausbaugebiet mit FTTH. Meinen Glasfaseranschluss habe ich im September 2020 bei der Deutschen Telekom bestellt, im September 2025 habe ich ihn endlich bekommen. Ein halbes Jahrzehnt mitten in einer Stadt mit 300.000 Einwohnern und in einem offiziellen Glasfaserausbaugebiet. Der Grund war, dass mein Vermieter und die Telekom wiederholt gegenseitig auf die Übermittlung von Dokumenten gewartet haben, aber keiner mal den Projektfortschritt überwacht hat und von sich aus tätig wurde. Das musste alles ich als Mieter und Besteller des Glasfaseranschluss mit viel Telefoniererei leisten. Die letzten 2 Jahre fiel dann auch noch mein DSL-Anschluss regelmäßig aus. Ein Techniker der Telekom kam vor Ort und stellte nach umfangreichen Messungen fest, dass die Kupferleitungen hinüber sind und man die Kupferverkabelung sanieren müsse. Davon würde er abraten, weil ja die Glasfaser schon in der Straße läge und im Keller ein Glasfaser-Anschlusskasten sei. Und überhaupt bräuchte er Bohr-Erlaubnis vom Vermieter. Ich habe mich also knapp 2 Jahre mit einem kaputten VDSL-Anschluss im Home Office rumschlagen müssen. Man könnte den Eindruck haben, Deutschland entwickelt sich rückwärts zu einem Entwicklungsland. Es ist einfach nur eine Schande.

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