Roaming in den USA: Mit dem Handy telefonieren und Internet nutzen

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Egal ob privat oder beruflich: Die USA sind ein beliebtes Reiseziel. Sei es Shoppen in New York, Zocken und Heiraten in Las Vegas oder ein Tripp die Route 66 entlang – das eigene Smartphone ist in der Regel dabei. Doch wie sieht es mit den Kosten aus? Außerhalb der EU gelten ohne EU-Regulierung andere Regeln. Wir zeigen dir, was du beachten solltest und wie du beim Roaming in den USA sparen kannst.
USA-Flagge und Mobilfunkmast

Wie jedem bekannt sein sollte, gehörten die Vereinigten Staaten von Amerika nicht zur EU. Somit gilt auch hier die EU-Roaming-Verordnung nicht. Anders als beispielsweise bei der Schweiz, die mitten in der Europäischen Union liegt aber kein EU-Mitglied ist ordnet auch kein Anbieter die USA freiwillig der EU-Zone zu.

USA-Tarife der deutschen Anbieter

Daher gilt grundsätzlich erst einmal: Das eigene Handy mit der eigenen SIM-Karte in den USA zu benutzen, ist per se erst einmal teuer. Wie teuer, zeigen wir dir hier in einer Tabelle. Sie zeigt die Standard-Roaming-Tarife der wichtigsten deutschen Anbieter.

 Ankommende AnrufeAbgehende Anrufe (Deutschland)SMSDaten/Internet
Telekom Vertrag0,69 € / Minute1,49 € / Minute0,49 €0,79 € / 50 kB
Telekom Prepaid0,69 € / Minute1,49 € / Minute0,39 €nicht möglich
Vodafone Vertrag0,84 € / Minute1,94 € / Minute0,55€0,58 € / 50 kB
Vodafone Prepaid0,96 € / Minute2,18 € / Minute0,84 €0,58 € / 50 kB
O2 Vertrag0,69 € / Minute1,49 € / Minute0,39 €0,99 € / MB
O2 Prepaid0,69 € / Minute1,59 € / Minute0,49 €12,29 € / MB
Aldi Talk0,99 € / Minute0,99 € / Minute0,19 €0,99 € / MB

Da die USA entsprechend oft bereist werden, machen verschiedene deutsche Mobilfunkanbieter besondere Angebote für die USA. Entweder gelten diese Roaming-Optionen nur für die USA oder aber die Staaten sind eines der Länder, die in einer Reiseoption für das Ausland berücksichtigt werden. Welche Optionen es konkret gibt, zeigen wir dir in den Ratgebern zu den verschiedenen Anbietern oder aber du erfährst es bei deinem Provider. Übrigens: Dass in den USA T-Mobile US aktiv ist, heißt nicht, dass du als Telekom oder T-Mobile-Kunde dieses Netz besonders günstig nutzen kannst. Lediglich über eine spezielle Roaming-Option oder im teuerstenTelekom-Tarif Magenta Mobil XL Premium ist das Roaming abgedeckt.

Spezielle SIM-Karte für die USA

Je nachdem wie lange du in den USA bist und was du dort machen möchtest, kann es sich auch lohnen, dir eine amerikanische SIM-Karte zu besorgen. Besonders komfortabel ist das, wenn du ein Dual-SIM-Handy hast. Dann kannst du deine deutsche SIM-Karte drin lassen und parallel die USA-SIM-Karte im Telefon betreiben. Eine solche USA Prepaid-SIM-Karte kannst du entweder vor Ort kaufen oder schon in Deutschland bestellen. Hier gibt es darauf spezialisierte Anbieter wie travsim.de. travsim bietet die SIM-Karten für viele verschiedene Länder an und aktiviert diese zum Start des USA-Urlaubs.

Dort findest du beispielsweise SIM-Karten für die Netze von AT&T oder T-Mobile US, die du auch vor Ort kaufen könntest. Sie schon in Deutschland in den Händen zu halten dürfte jedoch für die meisten entspannter sein, als sich erst zu Beginn der USA-Reise auf die Suche nach einem Shop machen zu müssen. Möglich ist das aber. Der Walmart oder Handyshop deines Vertrauens in den USA hat entsprechende Angebote von AT&T, T-Mobile US, Sprint oder einem der Mobilfunkmarken parat. Du musst aber bedenken, dass du sie vor Ort registrieren musst. Dies erledigen die Online-Shops schon vorab. Alternativ zu den spezialisierten Online-Shops findest du auch auf Amazon US-SIM-Karten.

Brauchst du Internet in den USA, so bieten sich auch spezielle Touristen-Tarife an. T-Mobile US bietet beispielsweise den Tourist Plan an, der nach drei Wochen automatisch ausläuft und 2 GB Datenvolumen mit LTE beinhaltet. Das sollte zumindest für das Notwendigste ausreichen. Diese Prepaid-SIM vermarktet T-Mobile US unter dem Markennamen Ultra Mobile. Enthalten sind außerdem 100 Gesprächsminuten zu internationalen Zielen. Somit ist auch ein Anruf in ein deutsches Netz möglich. Das gilt nicht nur für das Festnetz, sondern auch für Anrufe zu Handys. Im Preis von 30 Dollar ist leider keine US-Flat enthalten, aber immerhin 1000 Gesprächsminuten. Du bekommst die SIM-Karte im amerikanischen Handel.

Netz & Nummer: Besonderheiten in den USA

Mit der amerikanischen SIM-Karte bekommst du auch eine amerikanische Nummer, auf der du dann erreichbar bist. Beachte aber: Anders als in Deutschland sind eingehende Anrufe in den USA kostenpflichtig – auch mit einer amerikanischen Karte. Diese Kosten sind aber immer noch niedriger als wenn du mit deiner deutschen SIM-Karte in den USA roamen würdest.

Achten solltest du auch darauf, dass dein Handy mit den richten Frequenzbändern ausgestattet ist. Denn in den Staaten kommen oftmals andere Frequenzen zum Einsatz, als du es aus Deutschland kennst. Die meisten aktuellen und höherwertigen Handys haben damit jedoch keine Probleme. Verizon Wireless und Sprint solltest du dennoch besser nicht nutzen, da hier bei GSM und UMTS andere Standards zum Einsatz kommen, die dein Handy sehr wahrscheinlich nicht unterstützt.

Telefonieren per WLAN

Hast du ein WLAN in der Nähe, kannst du auch über dieses telefonieren. Das geht entweder mit deinem bestehenden Handy-Tarif aus Deutschland über eine Funktion namens WLAN Call. Sie setzt einen WLAN-Zugang sowie eine Freischaltung von WLAN Call beim deutschen Provider voraus. Außerdem muss dein Handy WLAN Call unterstützen.

Alternativ lässt sich auch über Messenger wie WhatsApp per WhatsApp Call telefonieren, wenn der Gesprächspartner ebenfalls den gleichen Messenger nutzt. Weitere Details zu diesen Spartricks und vorauf außerhalb der EU generell beim Roaming geachtet werden sollte, gibt es in diesem Ratgeber zum Thema International Roaming.

Bevor du im Urlaub in den USA das Festnetz nutzt, solltest du dich über die Preise informieren. Insbesondere Hotel-Telefone sind alles andere als günstig. Eine mögliche Alternative für das Festnetz können Callback-Dienste sein, die in den USA sehr beliebt sind. Dieser Markt ist jedoch sehr unübersichtlich und oftmals sperren Hotels diese Dienste auch, da sie an ihnen kein Geld verdienen.

Wichtig: Die Stromversorgung

Bevor du deine Koffer packst und über den Atlantik fliegst, solltest du noch eines bedenken: Deine deutschen Ladegeräte werden in den USA nicht in eine Steckdose passen. Du solltest auch darauf achten, dass dein Handy mit 110 Volt Spannung geladen werden kann. Für eine Reise in die USA brauchst du also einen Netzadapter. Im Handel gibt es Sets, die für die ganze Welt geeignet sind, so dass auch auch bei weiteren Reisen außerhalb Europas keine Probleme hast. Wenn du mehrere Geräte per USB aufladen möchtest, eignet sich beispielsweise ein Schnelllade-Adapter von Evershop, reicht dir ein normaler Stecker-Adapter von KW Mobile.

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