Telekom Netzausbau: Schneller Ausbau bei LTE und 5G

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Das Mobilfunknetz der Telekom gilt als das beste Netz in Deutschland. Regelmäßig wird es zum Testsieger ernannt. Trotzdem gibt es Funklöcher und Ausbaupläne – und mit 5G auch einen neuen Netzstandard. Wir zeigen dir alles, was du zum Telekom-Netzausbau wissen musst.
Ein Sendemast für Handynetze im ländlichen Raum
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

Die Ausbaupläne des LTE-Netzes

Beim Mobilfunkausbau gilt das LTE-Netz der Telekom als Vorzeigenetz in Deutschland. Alleine 31.200 Standorte betreibt der Bonner Konzern. Doch damit nicht genug: Bis 2021 will die Telekom die Zahl ihrer Mobilfunk-Standorte in Deutschland auf 36.000 erhöhen. Das Ziel: Bis 2025 sollen 99 Prozent der Bevölkerung auf 90 Prozent der Fläche LTE nutzen können. Ende 2019 waren es 98,1 Prozent der Bevölkerung. Die Telekom hat damit laut die Auflagen für die bundesweite Versorgung aus der Frequenzauktion erfüllt. Allerdings hat das Unternehmen die Auflagen für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland knapp verfehlt. Das gilt auch für die Hauptverkehrswege mit 97 Prozent für die Autobahnen und  für die Schienenwege (96 Prozent).

Alleine im Jahr 2020 plant die Telekom, 2.000 komplett neue Standorte zu erreichten. Bei 10.000 weiteren will das Unternehmen die Kapazitäten erweitern. Im ersten Quartal des Jahres habe man bereits 208 Standorte komplett neu gebaut, 534 Standorte mit weiteren LTE-Antennen erweitert. Im zweiten Quartal waren es 82 neue Standorte und 4.700 erweiterte. Dadurch kletterte die LTE-Abdeckung in der Bevölkerung auf 98,4 Prozent.

Zum Ausbauprogramm gehört auch die Aktion „Wir jagen Funklöcher“. Hier konnten sich Kommunen mit Funklöchern um einen Ausbau bewerben, wenn sie entsprechend zuarbeiten. Aus ursprünglich 50 Funklöchern, die die Telekom so schließen wollte, wurden inzwischen mehr als 300. Die 50 ersten Gewinner sollen noch in diesem Jahr LTE-Netz der Telekom bekommen, bei den anderen sollen zumindest die Bauarbeiten beginnen.

Durch die Aktivierung von LTE im Band 1 erreicht die Telekom dort, wo die Aktivierung erfolgt ist nach eigenen Angaben in der Spitze bis zu 225 Mbit/s auf dem Land. In Städten kann das Netz sogar 600 bis 800 Mbit/s Gesamtkapazität liefern.

Mehr Kapazität mit Small Cells

Zu den großen  Sendemasten sollen noch weitere Small Cells hinzukommen, die nur einen kleinen Bereich in Städten mit zusätzlicher Kapazität versorgen. Mit diesen kleineren „Verstärker-Antennen“ kann Netzkapazität dort erweitert werden, wo Kunden sie benötigen. Im Fokus des Ausbaus stehen Großstädte wie Hamburg, Berlin und München. Als Standorte von Small Cells dienen oft öffentliche Telefone. Zusätzlich werden in diesem Jahr Laternenmaste und Stadtmöbel als alternative Installationsoptionen pilotiert.

Telekom-UMTS vor Abschaltung

Die Telekom hat Anfang 2020 ihr UMTS-Netz zusammengeschrumpft. Das betrifft nicht den Ausbau im Sinne der Fläche, die das Unternehmen versorgt, sondern die Kapazität. Nur noch 5 MHz Spektrum nutzt das Unternehmen für UMTS. Damit versorgt die Telekom bis auf Weiteres alle Kunden weiter, die noch kein LTE-Handy oder keinen LTE-Tarif haben.

Das wirkt sich aber auf die Geschwindigkeit aus. Die Reduzierung der Kapazität dient dazu, die bisherigen UMTS-Frequenzen künftig für LTE und 5G nutzen zu können. Bis Ende 2021 wird UMTS wohl komplett abgeschaltet – nicht nur bei der Telekom.

5G der Telekom schon in der Fläche

Seit Sommer 2019 ist die Telekom mit ihrem realen 5G-Netz für Endkunden aktiv. Inzwischen funkt das Netz mit mehr als 450 Antennen in Berlin, Bonn, Darmstadt, München und Köln sowie Hamburg, Frankfurt und Leipzig. Dabei handelt es sich um Zellen mit einer hohen Kapazität und Datenraten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde. Die eingesetzten Frequenzen stammen aus dem 3,6-GHz-Bereich.  Bis Ende 2020 sollen die 20 größten Städte Deutschlands mit 5G auf 3,6 GHz-Frequenzen und diesen hohen Datenraten angebunden werden.

Die Telekom hat jedoch auch 5G auf anderen Frequenzen aktiviert. Zum Start im Juni erreichte das Netz mit einer Geschwindigkeit von 150 Mbit/s nach Telekom-Angaben 16 Millionen Bürger. Schon Ende Juli meldete die Telekom, dass sie mit dem Netz schon 40 Millionen Menschen erreicht. Zwei Drittel der Bevölkerung sollen bis Ende 2020 mit 5G versorgt sein. Zum Einsatz kommen hier die bisherigen UMTS-Frequenzen sowie Frequenzen, die sich die Telekom vorzeitig von O2 geliehen hat. Eigentlich wäre dieses Netz erst 2021 möglich gewesen.

Nutzen kannst du 5G der Telekom, wenn du ein 5G-Handy und einen aktuellen Telekom-Tarif hast. Achte in jedem Fall darauf, dass das Handy die Frequenzbänder N1 und N78 unterstützt. Wichtig auch: Nur mit Geräten, die direkt von der Telekom kommen, funktioniert das Netz einwandfrei. Bei Ware aus dem freien Handel kann es Probleme geben.

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