O2 Netz-Abdeckung: Hier gibt es LTE und 5G von Telefónica

6 Minuten
O2 gilt bis heute als der dritte und kleinste Netzbetreiber in Deutschland, spielt aber nach der Übernahme von E-Plus in Sachen Kundenzahl ganz vorne mit. Und auch beim Netzausbau gibt der Mobilfunk-Anbieter Vollgas - inzwischen sogar mit 5G.
Das O2-Logo auf einer Wand.
Bildquelle: O2

Aktueller Stand beim O2-Netzausbau

Nach der Übernahme von E-Plus blieb der eigentliche Ausbau des Netzes der Telefónica Deutschland lange Zeit auf der Strecke. Grund für den schleppenden Netzausbau: Die Techniker und auch die finanziellen Mittel waren in der Fusion der beiden Mobilfunknetze gebunden. Somit stagnierte die O2-Netzabdeckung.

Um aber die Auflagen der Bundesnetzagentur für den LTE-Ausbau einzuhalten und auch die eigenen Kunden zu besänftigen musste O2 beim Netz-Ausbau ordentlich Gas geben.

Im Jahr 2020 hat O2 nach eigenen Angaben bis September insgesamt 4.000 LTE-Standorte errichtet und damit die Schwelle von insgesamt 20.000 Sender geknackt. Zahlreiche Orte und Gemeinden seien erstmals mit LTE von o2 versorgt worden. Bis Jahresende 2020 verfolgt Telefónica Deutschland das Ziel, insgesamt mindestens 7.600 flächenwirksame 4G-Stationen zu errichten oder umzurüsten. Bis zu 250 neue Sender pro Woche entstünden zeitweise.

Ende 2019 schnitt O2 in den meisten Tests mit „gut“ ab. Selbst im Test der Zeitschrift Connect konnten die Münchner zu den anderen beiden deutschen Mobilfunknetzen aufschließen.

Den aktuellen Stand der O2-Netzabdeckung zeigt der Netzbetreiber selber auf seiner Netzabdeckungskarte. Als das beste Netz gilt nach unabhängigen Netztests aber weiterhin das Telekom-Netz. Bis die LTE-Netzabdeckung auf dem Niveau der Deutschen Telekom angekommen ist, wird es für O2-Kunden sicherlich noch eine ganze Weile dauern. Zum Vergleich: Telefónica nannte im September 2020 eine Standortzahl von 20.000, das Ziel lautet 25.000. Die Telekom ist bei über 31.000.

Baldiges Aus für UMTS

Die LTE-Tarife von O2 sind auf 225 Mbit/s gedeckelt. Das ist somit die aktuell höchste Datenrate für schnelles Internet in dem neuen Netz. Bei seinen Tarifen setzt der Anbieter mit Sitz in München vor allem auf Allnet-Flat-Tarife. Auch Mobilfunk-Discounter wie Aldi Talk nutzen das Netz mit. Sie bieten günstigere Handytarife als der originale Netzbetreiber. Die Besonderheit: Alle SIM-Karten sind für LTE freigeschaltet. Das gilt auch für die Prepaid-Tarife. Das UMTS Netz von O2 soll indes bald abgeschaltet werden. Ein Zeitplan dafür steht schon. Bis es so weit ist, werden die Frequenzen für UMTS schon nach und nach für LTE und 5G genutzt.

5G-Netz gestartet

Am 3. Oktober 2020 startete O2 sein eigenes 5G-Netz. Wie die anderen Anbieter auch setzt man im ersten Schritt auf die eigens für 5G ersteigerten Frequenzen um 3,5 GHz. Sie bieten theoretisch sehr hohe Datenraten, liefern aber nur eine geringe Reichweite. O2 macht allerdings bei den Gigabit-Datenraten nicht mit und hat angekündigt, auch 5G-Datenraten auf 300 Mbit/s zu drosseln.

Das 5G-Netz startete in Stuttgart, Düsseldorf, Essen, Potsdam, Bochum, Bonn, Dortmund, Mannheim, Münster, Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Nürnberg. Zur Abdeckung innerhalb der Orte machte O2 zunächst keine Angaben. Dadurch, dass man mit 450 Antennen und somit wohl 150 Standorten in diesen Städten startete dürfte die Netzabdeckung in der Praxis sehr klein sein.

Bis Ende 2021 soll der Ausbau von 5G mit den eigenen Frequenzen auf 2.000 Standorte und 6.000 Antennen ansteigen. Hinzu kommen weitere Frequenzen für die Versorgung in der Fläche. Dort werden dann geringere Datenraten erreicht und durch ein spezielles Verfahren wird LTE und 5G gemeinsam übertragen. Ende 2021 sollen 30 Prozent der Bevölkerung 5G von O2 bekommen können, Ende 2022 die Hälfte. Bis 2025 will O2 ganz Deutschland erreicht haben.

Was mit 5G möglich ist, zeigen wir dir auf zahlreichen Hintergrundseiten.

Um auf 5G vorbereitet zu sein, helfen auch zahlreiche Abkommen mit Glasfaser-Netzbetreibern wie beispielsweise NGN. Das Unternehmen bindet zahlreiche Sendestandorte vor allem entlang von Autobahnen mit Glasfaserleitungen an. Auch mit der Telekom und Unitymedia sowie anderen Anbietern hat O2 einen Vertrag über die Anbindung zahlreicher Sendemasten geschlossen.

Rückblick: National Roaming & Netzüberlastung

Nach der Übernahme der Düsseldorfer E-Plus hatte Telefónica Germany 2014 neben O2 ein zweites Mobilfunknetz. Zwei bis dato getrennte Netze und somit doppelte Sendemasten, doppelte Antennen, doppelte Zuführungen, doppelte Vermittlungstechnik, doppelte Verträge für Netzübergänge und Standorte und mehr. Kein Wunder also, dass Telefónica die beiden Netze zu einem Netz unter der Marke O2 zusammenführen wollte.

Doch unterschiedliche Technik, verschiedene Frequenzen, Tarife und vieles mehr machten den Umbau offenbar schwerer als erwartet. Statt weniger Monate brauchte das gemeinsame Netz, bis es annähernd fertig war, bis Ende 2018. Die beiden Netze von O2 und E-Plus zeichneten sich durch eine unterschiedliche Netzabdeckung aus. Beide im Volksmund als E-Netze bezeichneten Anbieter hatten ein gutes GSM-Netz.

Während das E-Plus-Netz eine bessere UMTS-Abdeckung aufweisen konnte, hatte O2 seinerzeit im Vergleich den besseren LTE-Empfang. Um den Kunden der beiden Netze, die nun beide Telefónica-Deutschland-Kunden waren, erste Verbesserungen durch die Fusion spüren zu lassen und auch erste Sendemasten abschalten zu können, entschied sich Telefónica zu einem National Roaming. So konnten E-Plus-Kunden das O2-Netz nutzen und umgekehrt.

Es war nicht das erste Mal, dass bei O2 National Roaming zum Einsatz kam: Schon zum Start des Netzes – damals unter dem Namen Viag Interkom – setzte der Netzbetreiber auf ein solches Verfahren. Damals war die Deutsche Telekom der Partner. Allerdings hielten beim neuerlichen Roaming-Abkommen die Netze der Last oft nicht stand. Denn plötzlich wollte an einigen Standorten die doppelte Zahl an Nutzern Daten übertragen oder telefonieren.

Insbesondere dort, wo nur ein Netz UMTS oder LTE ausgebaut hatte. Welches Netz der Kunde nutzte, darauf hatte der schon bald keinen Einfluss mehr. Die Folge: Massive Netzüberlastungen vor allem beim mobilen Surfen und Frust bei den Kunden. Auch der O2-Empfang war oft schlecht, weil kein weiterer Ausbau erfolgte. Inzwischen gilt der Umbau des Netzes als abgeschlossen. Was genau bei dem Umbau passierte, hat Telefónica nach dem erfolgten Umbau in Potsdam gezeigt.

Affiliate-Link: inside digital erhält eine kleine Provision, wenn du über den markierten Link einkaufst. Den Preis für das Produkt beeinflusst dies nicht. Die Einnahmen tragen dazu bei, dir unseren hochwertigen Journalismus kostenfrei anbieten zu können.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen