Neue E-Autos von BMW, Audi, Kia und Sony

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Das Jahr 2020 ist erst ein paar Tage alt, doch die großen Automobilhersteller haben schon jetzt einige Neuigkeiten im Gepäck. Denn das Thema E-Mobilität wird auch im neuen Jahr eines der wichtigsten für die gesamte Branche sein. Jetzt gibt es sogar eine faustdicke Überraschung.
Mercedes-Benz AVTR
Bildquelle: Mercedes-Benz

Audi

Neues in Sachen E-Mobilität gibt es zum Beispiel von Audi. Der bayerische Automobilhersteller hat schon im Dezember angekündigt, den Audi Q7 TFSI e quattro auf die deutschen Straßen rollen zu lassen. Der Plug-in-Hybrid fährt bis zu 43 Kilometer rein elektrisch und bietet in der Spitze eine Leistung von 335 kW (456 PS) – bei 700 Nm Systemdrehmoment. Im günstigsten Fall kostet der Wagen allerdings auch stolze 74.800 Euro.

Nicht weniger spannend ist das, was Audi in diesen Tagen auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas zeigt. Zum Beispiel das autonom fahrende Visionsfahrzeug AI:ME. Es soll demonstrieren, wie das Auto neben Wohnung und Büro zu einer Art drittem Lebensraum mutieren kann. Per Blicksteuerung kann der Passagier mit dem Showcar intuitiv kommunizieren und sich von ihm zum Beispiel sein Lieblings-Essen zum Zielort bestellen lassen. Auch Wellness genießen ist im Audi AI:ME möglich. Einfach die VR-Brille aufsetzen und virtuell über eine eindrucksvolle Berglandschaft fliegen. Die verbaute Technologie passt die virtuellen Inhalte in Echtzeit an die Fahrbewegungen des Autos an. Und klar: Mit der Zeit lernt das Auto mehr und mehr die Vorlieben seines Fahrers kennen und orientiert sich automatisch an eben diesen.

Mercedes-Benz

Von Mercedes-Benz gibt es eine wichtige Neuigkeit für alle gewerblichen Kunden. Der eSprinter ist das zweite gewerbliche Modell nach dem eVito und setzt die Elektrifizierung bei den Van-Modellen des Stuttgarter Herstellers fort. Der Transporter soll in Kürze zur Verfügung stehen und Gewerbekunden ansprechen, die lokal emissionsfreie Ware ausliefern, zur Baustelle fahren oder Servicearbeiten erledigen wollen.

Zunächst steht der Mercedes-Benz eSprinter als Kastenwagen und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm zur Verfügung. Das maximale Ladevolumen liegt bei 10,5 m³. Für den Frontantrieb sorgt bei dem E-Transporter ein Elektromotor mit 85 kW und bis zu 295 Newtonmetern. Die Reichweite mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 47 kWh liegt bei einer maximalen Zuladung von 891 Kilogramm bei 168 Kilometern. Wer sich für eine Konfiguration mit 35-kWh-Energiespeicher und einer maximalen Zuladung von 1.045 Kilogramm entscheidet, kommt bis zu 115 Kilometer weit. Die maximal mögliche Höchstgeschwindigkeit liegt abhängig von der gewünschten Konfiguration bei 80, 100 oder 120 km/h. Per Rekuperation gewinnt der Mercedes-Benz eSprinter beim Bremsen oder bei Bergabfahrten Energie zurück.

Mercedes-Benz Vision AVTR

Wie eine nachhaltige Mobilität in Zukunft aussehen soll, zeigt Mercedes-Benz unterdessen in den USA auf der CES. Das Konzeptauto Vision AVTR – inspired by AVATAR soll eine Verbindung zwischen Mensch, Maschine und Natur auf eine bislang noch nie dagewesene Weise zeigen. Entwickelt wurde es in Partnerschaft mit den Machern von einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten – Avatar. Entsprechend war es wenig überraschend, das bei der Präsentation des Fahrzeugs auch Hollywood-Regisseur James Cameron mit auf der Bühne stand.

Bei der im Fahrzeug verbauten Batterietechnologie kommt eine graphenbasierte, organische Zellchemie zum Einsatz. Sie ist frei von seltenen Erden und Metallen. Die Materialien der Batterie sind kompostierbar und somit vollständig recycelbar. Beim Design setzten die Entwickler auf eine von der Natur inspirierte Formensprache. Mercedes-Benz selbst spricht von einem gestreckten, sportlichen „One-Bow“-Design, das mit sphärisch ausgeprägten Radhäusern verschmilzt. Über 33 multidirektional bewegliche Klappen auf dem Fahrzeugrücken – die „bionic flaps“ – ist es dem Fahrzeug möglich, auf völlig neuartige Art mit der Umgebung zu interagieren, verspricht der Hersteller.

Ein weiteres Highlight des Zukunftsmobils ist das multifunktionale Bedienelement in der Mittelkonsole. Es lässt den Fahrer das Fahrzeug durch einfaches Auflegen der Hand intuitiv steuern – sofern er nicht autonom reisen möchte. Der neuartige Antrieb ermöglicht in Kombination mit der Achsenanordnung nicht nur Bewegung nach vorne und hinten, sondern auch diagonal. So kann sich das VISION AVTR im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrzeugen um ca. 30 Grad seitwärts fortbewegen. Der sogenannte „Krebsgang“ gibt dem Konzeptfahrzeug auch in seiner Fortbewegung eine reptilienartige Anmutung und eine hohe Agilität. Gewöhnen muss man sich daran aber trotzdem.

BMW

Von BMW gibt es unterdessen Neues zum BMW iX3 zu vermelden. Wirklich neu ist dieses E-Auto nicht, denn schon 2019 wurde es für dieses Jahr angekündigt. Jetzt ist klar: Der iX3 soll bei einer Batteriegröße von 74 kWh laut WLTP-Testzyklus voraussichtlich bis zu 440 kWh weit fahren können. Für den Antrieb sorgt die BMW eDrive-Technologie der fünften Generation, die vom Jahr 2021 an auch im BMW i4 und im BMW iNEXT zum Einsatz kommen soll. Der Elektromotor erzeugt dabei nach bisherigem Stand der Dinge eine Höchstleistung von mehr als 200 kW / 270 PS. Das Drehmoment soll bei 400 Nm liegen.

BMW iX3

Kia

Der südkoreanische Hersteller Kia hat unterdessen ein Update für den Kia e-Niro zum Modelljahr 2020 angekündigt. Der Elektro-Crossover kommt je nach Ausführung und Sonderausstattung mit einem 10,25-Zoll-Navigationssystem mit dem Online-Dienst UVO Connect, ein 3-Phasen-On-Board-Charger und einer Verkehrszeichenerkennung für Tempolimits. Ein neues Design zeigen das Armaturenbrett und die Grafik der LED-Rückleuchten. Insgesamt acht Karosseriefarben stehen zur Verfügung, darunter der neue Farbton Yachtblau Metallic. Die Topversion Spirit ist nun zudem mit einem Interieur-Paket mit Farbakzenten in „Elctric Blue“ an Sitzbezügen und Verkleidungen erhältlich.

Bestellungen des Kia e-Niro 2020 sind ab sofort möglich. Mit 100-kW-Motor mit 136 PS ist das Elektroauto ab 35.290 Euro zu haben. Die Reichweite liegt dann bei bis zu 289 Kilometern. Die 150-kW-Version mit bis zu 455 Kilometern Reichweite – im City-Modus sind nach Herstellerangaben sogar bis zu 615 Kilometer drin – und 204 PS kostet mindestens 39.090 Euro. Rabatte wie die Umweltprämie sind hier noch nicht mit einberechnet.

Kia Ceed Sportswagon als Plug-in-Hybrid

Neu ist zudem der erste Plug-in-Kombi in der Kompaktklasse: der Kia Ceed Sportswagon mit bis zu 60 Kilometern elektrischer Reichweite. Rein elektrisch angetrieben fährt der Wagen 120 km/h schnell. Wird auch der Verbrennungsmotor aktiviert, sind bis zu 195 km/h möglich. Serie sind unter anderem LED-Scheinwerfer, ein Audiosystem mit 8-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Schnittstelle für Android Auto und Apple CarPlay sowie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und eine Rückfahrkamera. Auch Lenkradheizung, beheizbare Vordersitze und Parksensoren hinten sind ab Werk mit dabei.

Das Parallelhybridsystem mit 104 kW (141 PS) Gesamtleistung kombiniert einen 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer (77 kW / 105 PS) mit einem Elektromotor (45 kW / 61 PS) und treibt übe ein Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe die Vorderräder an. Eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ist nach Herstellerangaben in 10,8 Sekunden möglich.

Kia Ceed Sportswagon Plug-in-Hybrid

Angeboten wird die Plug-in-Hybrid-Variante des Kia Ceed Sportswagen ab 34.990 Euro – abzüglich Umweltbonus. Die siebenjährige Kia-Herstellergarantie gilt auch für die Batterie.

Citroën

Der französische Hersteller Citroen nutzt unterdessen die Brüssel Motorshow (10. bis 19. Januar), um eine Weltpremiere vorzustellen: den Citroen C5 Aircross SUV Hybrid mit bis zu 50 Kilometern elektrischer Reichweite. Das Plug-in-Hybrid-Modell ist nicht nur mit einem PureTech-Benzinmotor (133 / 181 PS) ausgestattet, sondern auch mit einem Elektromotor (81 kW / 110 PS). Das maximale Drehmoment liegt bei 320 Nm. Die ersten Exemplare werden voraussichtlich bis Ende Juni ausgeliefert. Die Preise beginnen bei 40.390 Euro.

e.Go

Dass e.Go Mobile in der Lage ist, einen kompakten Kleinwagen zu bauen, hat der in Aachen ansässige Hersteller schon bewiesen. Mit dem e.Go Cargo Mover möchte man jetzt beweisen, dass die Elektrifizierung auch für den Lastentransport nicht teuer sein muss. Autonomes Fahren (Level 4) inklusive.

Der Cargo Mover ist speziell für Lieferdienste und Handwerker konzipiert und bietet dank des Niedrigflurkonzepts sowie der kubischen Bauweise einen überdurchschnittlich großen Innenraum und eine sehr gute Zugänglichkeit. Für den Antrieb sorgt ein Elektromotor, der Unterstützung durch einen kompakten Brennstoffzellen-Range-Extender erfährt.

Der Hersteller plant, noch 2020 die ersten 250 e.Go Mover aus der Serienproduktion auszuliefern. Für 2021 ist die Produktion von über 2.000 Fahrzeugen geplant.

e.go Cargo Mover

Togg

Über die Marke Togg möchte derweil auch die Türkei auf dem Markt für Elektroautos Fuß fassen. Voraussichtlich ab 2022 will man einen ersten türkischen E-SUV auf die Straßen bringen. Die Firma selbst darf dabei auf Subventionen durch den türkischen Staat setzen. Das ehrgeizige Ziel: jährlich bis zu 175.000 E-Autos produzieren.

Der SUV soll zum Start in zwei Varianten zu haben sein. Einerseits mit Heckantrieb (150 kW / 203 PS), aber auch in einer Allrad-Variante (300 kW / 406 PS). Eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ist in 7,6 beziehungsweise 4,8 Sekunden möglich. Details zur Reichweite hat man bei Togg noch nicht verraten. Angestrebt wird aber, den SUV bis zu 500 Kilometer weit rollen zu lassen.

Sony

Und dann wäre da noch das Elektroauto von Sony. Von Sony? Ja! Der japanische Konzern für Unterhaltungselektronik hat die Bühne der CES in Las Vegas genutzt, um unter dem Namen Vision-S ein Konzeptfahrzeug vorzustellen, das vor allem die Sensor- und Kamera-Expertise des Unternehmens demonstrieren soll. Es bietet Platz für vier Personen und beschleunigt in knapp fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Die Expertise vieler namhafter Partner, darunter zum Beispiel Bosch und Magna Steyr, hat Sony für die Entwicklung in Anspruch genommen. Es ist aber noch völlig unklar, ob Sony das Auto mit einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h tatsächlich irgendwann einmal auf der Straße fahren lassen will. Angaben zur Reichweite machte Sony nicht.

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