Sony Xperia 5 im Praxis-Test: Das Revival der Compact-Serie

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Sony hat auf der IFA 2019 das Xperia 5 vorgestellt. Schaut man sich das Smartphone aus der Ferne an, könnte man meinen, es handelt sich dabei um das Xperia 1 - das aktuelle Flaggschiff der Japaner. Tatsächlich sind die Unterschiede gering, nicht aber beim Preis.
Sony Xperia 5Bildquelle: Blasius Kawalkowski

Das Xperia 5 ist – wenn man so möchte – die Compact-Ausgabe des Xperia 1. In der Länge misst es knapp 1 cm weniger. Somit bleibt auch weniger Platz für das OLED-Display, dass von 6,5 auf 6,1 Zoll schrumpft. Es ist zwar paradox bei 6,1 Zoll von Kompakt zu sprechen. Jedoch sind die Ränder um das Display deutlich schmaler als bei früheren Modellen, bei denen 6,1 Zoll nahezu mit einem Tablet gleichzusetzen waren.

Sony Xperia 5: High-End oder gehobene Mittelklasse?

Die Auflösung schrauben die Japaner im Vergleich zum Xperia 1 von 4K auf Full-HD-+-Niveau herunter. Beim übrigen Design hat Sony gegenüber dem aktuellen Spitzenmodell nur wenig verändert. Der Bildschirm hat auch im Xperia 5 ein Format von 21:9. Somit wirkt es auf den ersten Blick zwar so langgezogen wie die Nase des lügenden Pinocchio. Bei der Bedienung jedoch fällt auf, dass das Format das Smartphone kompakter und einfacher in der Bedienung macht. Der runde, glänzende Metallrahmen, der vorne und hinten jeweils eine Scheibe Gorilla Glas 6 einfasst, lässt das Xperia 5 angenehm aber auch etwas langweilig in der Hand liegen. Letzteres gelingt aber auch einem iPhone XS, Galaxy S10 und Huawei P30. Apropos Rahmen: Während Huawei, Samsung und Co. ihre Fingerabdrucksensoren unter dem Display verstecken, setzt Sony weiterhin auf einen biometrischen Sensor an der rechten Flanke des Smartphones.

Was die Innereien angeht, gibt es kaum Unterschiede zwischen dem großen Xperia 1 und dem Xperia 5. Beide Modelle haben den Snapdragon 855 an Bord, der sich an 6 GB Arbeitsspeicher nährt. Die Kamera-Ausstattung ist ebenfalls identisch. Nutzer haben beim Fotografieren die Wahl zwischen einer Weitwinkel-, Superweitwinkel- und einer Telekamera (26, 16 und 52 mm Brennweite).

Das Xperia 5 unterstützt wahlweise eine zweite SIM- oder eine Micro-SD-Karte. Aufgrund der geringeren Größe hat Sony im Xperia 5 einen etwas kleineren Akku als im Flaggschiff-Modell eingebaut. Statt 3.330 gibt es nur 3.140 mAh. Dafür ist auch das kleine Spitzenmodell staub- und wasserdicht.

Sony Xperia 5
Sony Xperia 5
Software Android 9.0 Pie
Prozessor Qualcomm Snapdragon 855
Display 6,1 Zoll, 1.080 x 2.520 Pixel
Arbeitsspeicher 6 GB
interner Speicher 128 GB
Hauptkamera 4272x2848 (12,2 Megapixel)
Akku 3.140 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68, IP65
Gewicht 164 g
Farbe Schwarz, Grau, Rot, Blau
Einführungspreis 799 €
Marktstart Oktober 2019

Zwar ist der Einführungspreis für das Xperia 5 von 799 Euro nicht gerade niedrig. Zum Marktstart Mitte 2019 verlangte Sony für das Xperia 1 allerdings 150 Euro mehr. Wenn das Xperia 5 jedoch im Oktober in den Handel kommt, dürfte sich der Preis des Xperia 1 auf einem ähnlichen Niveau eingependelt haben. Dann spielt fast nur noch die Größe sowie die Farbe eine Rolle. Das Xperia 5 wird es in den Farben Schwarz, Grau, Blau und Rot geben. Wer zum Marktstart zugreift, bekommt vielerorts die In-Ear-Kopfhörer WF-1000XM3 dazu. Der Marktpreis für das Bluetooth-Headset lag bei Redaktionsschluss bei knapp 250 Euro.

Sony Xperia 5

Fazit

Ob Triple-Kamera, brillantes Display oder High-End-Prozessor: Das Sony Xperia 5 bietet in nahezu allen Kategorien eine Ausstattung der Spitzenklasse. Hier und da fehlt das Müh, das den Unterschied zu einem Xperia 1 macht. Dazu zählt etwa die Displayauflösung. Betrachtet man jedoch die Konkurrenz, kommt diese hinsichtlich der Pixelanzahl auf dem Bildschirm aber auch nicht über Full-HD+ hinaus. Das Xperia 1 weist mit seinem 4K-Display also den Unterschied auf – auch zum Galaxy S10+ oder Huawei P30 Pro.

Sony Xperia 5

Der Preis von rund 800 Euro für ein Smartphone der Oberklasse befindet sich noch im Rahmen. Wer zum Marktstart aber beim Bundle mit den Active-Noise-Cancelling-Kopfhörern (Sony WF-1000XM3) zuschlägt und diese wirklich nutzt, macht ein gutes Geschäft. Wer das Bluetooth-Headset nicht benötigt, sollte ein paar Wochen ins Land ziehen lassen und einen Kauf zu Weihnachten anstreben. Dann nämlich dürfte der Preis etwas gefallen sein.

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Blasius liebt Technik, Musik und Fotografie. Während er sich bei technischen Themen für Innovationen begeistert, greift er beim Musizieren auf die Old-School-Akustikgitarre und für großartige Fotos auf die klassische Spiegelreflexkamera zurück. Er ist nicht nur im Privatleben ein Familienmensch, sondern als stellvertretender Chefredakteur auch eins der Oberhäupter der Redaktion. Blasius rechnet Handypreise zwar immer noch in D-Mark um, doch seine ruhige, ausgeglichene, kreative Art und sein Einsatz von immer treffenden und humorvollen GIFs, lassen darüber hinwegsehen.

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