Der TP-Link M8550 ist ein mobiler 5G-Router, der erst seit wenigen Wochen auf dem Markt ist. Bis dato kosteten Geräte dieser Art oft weit mehr als 500 Euro. TP-Link hat diese Schallmauer mit einer UVP von 449 Euro nach unten durchbrochen. Der Straßenpreis liegt inzwischen sogar darunter. Grund genug, sich das WLAN-Netz für die Hosentasche mal genau anzusehen. Wir haben den M8550 getestet und zeigen dir, warum das kleine Gerät mehr ist als ein Notnagel für Internet unterwegs – aber auch, wo es Schwächen hat.
TP-Link M8550: Ein Stück Zukunft in der Tasche
Der TP-Link M8550 ist ein mobiler Router, der 5G mit bis zu 3,4 Gbit/s unterstützt und gleichzeitig ein Tri-Band-WLAN (2,4 / 5 / 6 GHz) aufbaut. Bis zu 32 Geräte können sich damit verbinden – vom Laptop über die Spielekonsole bis zum Tablet deiner Kinder. Perfekt für die Ferienwohnung, den Camper oder das mobile Büro. Mit 135 × 74 × 21 Millimetern und rund 270 Gramm Gewicht ist der Router kaum größer als ein modernes Smartphone.
Der Clou: Er bringt einen austauschbaren 4.680-mAh-Akku mit, der auf dem Papier 14 Stunden durchhalten soll. In der Praxis sieht das anders aus. Je nach Nutzungsintensität ist der Akku deutlich früher am Ende seiner Kräfte angekommen. Einen normalen Arbeitstag mit sieben bis zehn Stunden hält er aber in der Regel durch. Beeinflussende Faktoren sind nach unseren Erfahrungen, ob du dich (beispielsweise im ICE) viel bewegst und ob du viele Streams und Videokonferenzen überträgst. Übrigens ist der Akku austauschbar. Allerdings nur theoretisch, da wir keinen kaufbaren Akku auf dem europäischen Markt gefunden haben.
Einrichtung: Einfach wie beim Smartphone
SIM-Karte rein, einschalten, fertig. Schon beim ersten Start begrüßt dich der M8550 mit einem 2,4 Zoll großen Touchscreen, auf dem du grundlegende Einstellungen direkt vornehmen kannst. Ob WLAN-Name, Passwort oder Datenlimit – vieles lässt sich ohne App und PC direkt am Gerät einstellen. Wer tiefer einsteigen will, nutzt die Tether-App oder die klassische Weboberfläche.
Praktisch: Der Router zeigt dir auf dem Display auch Signalstärke, Datenverbrauch und den Akkustand an. So behältst du die volle Kontrolle, selbst wenn du unterwegs bist. Das Display ist ein Touchscreen über den du die meisten Einstellungen direkt am Gerät vornehmen kannst.
Nach dem ersten Booten ist die Nutzung mit den voreingestellten Daten sofort möglich. Das Starten selbst dauert aber ungewöhnlich lang. Mehr als eine Minute musst du mitunter warten, bis das Gerät einsatzbereit ist.

Geschwindigkeit: 5G bringt mehr als die meisten Tarife
In der Theorie verspricht TP-Link Downloadraten von bis zu 3,4 Gbit/s. In der Praxis wirst du diese Werte kaum erreichen – schlicht, weil die meisten Mobilfunknetze in Deutschland nicht so weit ausgebaut sind. Unsere Messungen lagen bei guten Bedingungen in der Stadt zwischen 500 und 700 Mbit/s im Netz der Telekom. Ob mehr möglich gewesen wäre, ist schwer einzuschätzen, da wir nicht wissen können, wie hoch die sonstige Auslastung der Mobilfunkzellen war. In Sachen Frequenzbänder bleiben jedenfalls keine Wünsche offen. Alle in Deutschland genutzten Mobilfunkfrequenzen werden unterstützt. Welche Frequenzen gerade vom Gerät verwendet werden, kannst du sogar nachsehen.
Über WLAN verteilt der M8550 diese Geschwindigkeit souverän weiter, egal ob im 2,4, im 5- oder 6-GHz-Band. Allerdings: Eine Nutzung aller drei Frequenzen gleichzeitig ist nicht möglich. Es ist jeweils nur der Betrieb eines einzelnen Frequenzbandes oder Dualband in Kombination mit dem 2,4 GHz-Band möglich. Wichtig: Der Router sendet auch in WLAN-Frequenzbereichen, die in Deutschland nicht außerhalb von Gebäuden genutzt werden dürfen. Das musst du manuell unterbinden – allerdings geht das nicht am Gerät, sondern nur in der App oder Weboberfläche.

Der verbaute LAN-Anschluss ist auf 1 Gbit/s begrenzt, was keine echte Einschränkung darstellt. Allerdings funktioniert er nicht im mobilen Betrieb, sondern nur, wenn du den mobilen Router am (mitgelieferten) Netzteil betreibst. Das geht sogar ohne Akku und schont selbigen bei einem stationären Einsatz des kleinen Routers. Umgekehrt kannst du den LAN-Port auch nutzen, um Internet zuzuführen und dann über den kleinen Router zu verteilen. Fällt dieses Internet per LAN aus, greift automatisch der Mobilfunkzugang des Routers.

Marktdaten
UVP | 449,90 € |
Anschluss-Art |
|
Daten
LAN-Anschlüsse (Gigabit/s) | 1 |
Frequenz |
|
WLAN-Standard |
|
WLAN-Datenrate (brutto) | 3.600 Mbit |
Heiße Angelegenheit
Powernutzer bekommen beim TP-Link M8550 noch eine Funktion, auf die man aber verzichten könnte. Je nach Intensität hast du einen Taschenwärmer oder sogar ein echtes Heizkissen bei dir. In unseren ausgedehnten Tests schafften wir es mehrmals, den Router bei normaler Nutzung zu überhitzen. Dabei nutzten wir lediglich ein bis zwei Videostreams. Egal, ob der Router mobil in einem Rucksack war oder stationär stand: Zwei Mal schaltete sich die Mobilfunkschnittstelle wegen Überhitzung ab.
Damit konfrontiert, zeigte sich TP-Link überrascht und schickte uns ein weiteres Gerät, um einen Fehler ausschließen zu können. Doch auch das Austauschgerät konnten wir durch eine Bundesliga-Konferenz auf dem Tablet und einen parallelen YouTube-Stream zur sprichwörtlichen Weißglut bringen. Nur Ausschalten und Abwarten half dann. Interessant ist, dass Testberichte anderer Medien dieses Problem nicht feststellen konnten. Für die meisten Anwendungen dürfte das kein Problem sein – wer den Router aber dauerhaft unter Volllast nutzt, sollte das im Hinterkopf behalten.
Interessant sind die Extras, die der Router mitbringt, die wir aber größtenteils aus verschiedenen Gründen nicht getestet haben. Dabei handelt es sich um einen microSD-Slot (bis 2 TB) für Dateifreigaben, VPN-Support inklusive WireGuard und einen externen Antennenanschluss.

Fazit: TP-Link bringt mobiles Internet auf ein neues Level
Der TP-Link M8550 ist mehr als ein Nischenprodukt für Technikfans. Er bringt dir dein eigenes, schnelles WLAN überall dorthin, wo du es brauchst – ohne Abhängigkeit von unsicheren Hotspots.
Ja, er ist mit rund 400 Euro kein Schnäppchen. Aber er ist ein Werkzeug, das Arbeit, Freizeit und Reisen digital einfacher und sicherer macht. Und er beweist, dass 5G nicht nur fürs Smartphone gedacht ist, sondern echte Breitband-Kapazität unterwegs liefern kann. Wenn du regelmäßig unterwegs bist, Wert auf stabiles Internet legst und mehrere Geräte gleichzeitig versorgen willst, ist der M8550 eine lohnende Investition.
Bleibt zu hoffen, dass TP-Link die Hitzeprobleme per Update in den Griff bekommt. Allerdings musst du dir auch Gedanken über einen entsprechenden Tarif machen. Möglich ist einerseits, einen eigenen Vertrag für den mobilen Hotspot abzuschließen. Hast du einen entsprechend attraktiven Hauptvertrag, kannst du aber beispielsweise auch eine MultiSIM bei deinem Anbieter buchen, sofern er diese anbietet. Das könnte bei der Telekom beispielsweise dann interessant sein, wenn du durch Pluskarten einen Unlimited-Vertrag hast.
