Deutsche Telekom jubelt über verblüffenden Kundenansturm

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Viele neue Mobilfunkkunden haben bei der Deutschen Telekom im zweiten Quartal für einen steigenden Umsatz gesorgt. Auch in anderen Segmenten gab es für die Telekom reichlich Grund, um zufrieden in die Zukunft zu blicken.
Flaggen vor Telekom-Zentrale.
Die Deutsche Telekom darf sich über einen starken Kundenzulauf freuen.Bildquelle: Deutsche Telekom

Für die Deutsche Telekom ist das zweite Quartal des laufenden Jahres mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwachs zu Ende gegangen. Auch bei den Kundenzahlen läuft es abseits des klassischen Festnetzgeschäfts weiter rosig – insbesondere im Mobilfunk. Das ist neuen Zahlen zu entnehmen, die der Telekommunikationskonzern am Donnerstag in Bonn vorlegte.

Viele neue Mobilfunk-Vertragskunden bei der Telekom

Demnach konnte die Telekom zwischen April und Juni 585.000 neue Mobilfunkkunden gewinnen und die Gesamtkundenzahl in diesem Segment somit auf 54,55 Millionen verbessern. Neben 237.000 neuen Vertragskunden – ein überraschend hoher Wert für ein zweites Telekom-Quartal – stehen auch 346.000 neue Prepaid-Kunden in den Bilanzen. Allein 194.000 Vertragskunden konnte die Telekom für ihre MagentaMobil-Tarife und bei der Konzerntochter Congstar zugewinnen. Der Rest stammt aus Geschäften mit Service-Providern wie freenet. In Summe kann die Telekom jetzt auf 23,40 Millionen Kunden mit Laufzeitvertrag und 31,15 Millionen Prepaid-Nutzer blicken.

Im Festnetz-Segment musste der Konzern für den Zeitraum zwischen April und Juli bei den klassischen Telefonanschlüssen ein weiteres Mal ordentlich Federn lassen. Denn zusätzliche 43.000 Kunden kündigten ihren klassischen Festnetzanschluss. In Summe kann die Telekom aber trotzdem noch auf knapp 17,44 Millionen Telefonanschlüsse blicken.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viele davon nur noch geschaltet sind, weil die Telekom sie an einen Breitbandanschluss koppelt. Und davon sind bei dem Unternehmen knapp 14,58 Millionen geschaltet – 45.000 mehr als noch Ende März. Die Zahl der von Telekom-Wettbewerbern für die Realisierung eines eigenen DSL-Angebots gemieteten Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) ging im Berichtszeitraum um 136.000 auf 3,35 Millionen zurück. Ein TV-Abo von Magenta TV über IPTV oder Satellit nutzen inzwischen knapp 4,04 Millionen Kunden – 21.000 mehr als noch Ende des erstens Quartals.

Auch im Ausland läuft es rund

Blickt man über die deutschen Landesgrenzen hinaus, kann die Telekom in den USA auf inzwischen 110,02 Millionen Mobilfunkkunden blicken – ein Quartalszuwachs von 482.000. Allein die Zahl der Vertragskunden kletterte in den USA um 364.000 auf 88,79 Millionen. In anderen Teilen Europas legte die Zahl der Mobilfunkkunden um 875.000 auf 46,46 Millionen zu. Dabei kletterte die Zahl werthaltiger Vertragskunden um 243.000 auf 26,05 Millionen.

Das europäische Festnetzgeschäft legte abseits des deutschen Heimatmarktes um 25.000 auf 7,84 Millionen geschaltete Anschlüsse zu. Im Breitbandsegment war ein Wachstum um 70.000 Kunden auf in Summe 6,52 Millionen zu verzeichnen. Die Zahl der TV-Kunden verbesserte sich um 17.000 auf 4,07 Millionen.

Telekom steigert Umsatz kräftig

Aus rein finanzieller Sicht ist es der Telekom gelungen, den Umsatz um 5,9 Prozent auf 28,17 Milliarden Euro zu steigern. Davon steuerte das Deutschland-Geschäft 6,06 Milliarden Euro bei (+2,7 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2021), während aus den USA 18,63 Milliarden Euro zum Konzernumsatz zuflossen (+11,9 Prozent). Die restlichen europäischen Landesgesellschaften steuerten einen Umsatz von 2,75 Milliarden Euro bei (-2,7 Prozent), das Systemgeschäft der Telekom verharrte auf konstantem Niveau bei rund einer Milliarde Euro Umsatz.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) legte um 5 Prozent auf 9,89 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Konzernüberschuss verbesserte sich sogar um 15,7 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro. Und das, obwohl die Telekom 5,09 Milliarden Euro in die eigenen Netze investierte – 17,7 Prozent mehr als im zweiten Quartal des Vorjahres.

Die Prognose für das Gesamtjahr hat die Telekom aufgrund der guten Zahlen erneut angehoben. Sie erwartet nun ein bereinigtes EBITDA in Höhe von rund 37 Milliarden Euro. Zuvor war man in Bonn von 36,6 Milliarden Euro ausgegangen. Telekom-Chef Tim Höttges sagt: „In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wachsen wir weiter.“ Mit anderen Worten: Der Konzernchef ist zufrieden, so darf es in seinen Augen weitergehen.

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3 KOMMENTARE

  1. XY

    Es ist nicht überraschend. Seit April hat der Vertriebspartner der Telekom endlich die Möglichkeit Handyverträge an der Haustür abzuschließen.

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  2. Ali

    Wenig verwunderlich. Ich und ca. 120 weitere Mieter hatten gar keine andere Wahl als zur Telekom zu gehen. Neubau – nur noch FTTH, kein Kupfer mehr, einziger Anbieter der hier vermarket war die Telekom. Vodafone und o2 haben Anfragen bei der Telekom gestellt, jedoch hat die Telekom kein Interesse daran zu vermieten. Also zwei Möglichkeiten, entweder zur völlig überteuerten Telekom gehen oder gar kein Internet haben. Unsympathisches Unternehmen…

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  3. Gerhard Reeß

    Ich bin von Anfang an Telekom-Kunde. Bin im Mai umgezogen und bekomme voraussichtlich! erst im Dezember meinen Telefonanschluß !!! Allerdings habe im Juli dann einen Schnellstarter Ruter bekommen und habe wenigstensd das Internet. Handy ist nicht gerade top-schlechte Verbindung usw.

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