Der WWF beauftragte die Prognos AG damit, die Kosten für die Energieerzeugung in unsanierten Gebäuden mit denen zu vergleichen, die für verschiedene Sanierungsschritte und den Umstieg auf bessere Heizoptionen wie Wärmepumpen nötig sind. Die Studie stellte dabei fest, dass die Sanierung eines Einfamilienhauses bis 2045 günstiger ausfällt, als den Ist-Zustand beizubehalten. Noch größer fällt die Ersparnis bei Mehrfamilienhäusern aus. 23.000 bis 48.000 Euro Ersparnis sind möglich.
Sanierung mit Wärmepumpe spart 35 Prozent der Kosten
Um die Kosten für die Gebäude exemplarisch zu ermitteln, nutzte die Prognos AG in ihren Studien sogenannte Referenzgebäude. Man nahm an, dass es sich um ein typisches zwischen 1958 und 1968 errichtetes Einfamilienhaus mit der Energieeffizienzklasse F handelt, sowie ein zwischen 1968 und 1978 erbautes Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten und Energieeffizienzklasse E. Beide gehören nicht zu den schlechtesten Objekten auf dem Markt, weshalb die theoretische Ersparnis, aber auch die Sanierungskosten bei anderen Gebäuden höher ausfallen können. Die berechneten Kosten schlossen sowohl Investitionskosten für Sanierungsmaßnahmen, einen Heizungstausch inklusive Förderungen sowie den laufenden Betrieb der Heizsysteme mit. Ebenso berücksichtigte man Wartungskosten sowie steigende CO₂-Preise. Als Vergleichszeitraum wählte die Studie die Jahre 2024 bis 2045, was etwas über 20 Jahren entspricht.
Die Studie stellte fest, dass einzelne Sanierungsmaßnahmen wie die Dämmung des Daches, ein Fensteraustausch sowie ein Heizungstausch einzeln zu einer moderaten Einsparung führen. Am meisten Einsparpotenzial kann ausgeschöpft werden, wenn man das gesamte Haus saniert und dabei einen Effizienzstandard EH 70 oder EH 55 erreicht. Auch die Wärmepumpe darf für die Möglichkeit, langfristig günstig zu heizen, nicht fehlen. Ein Einfamilienhaus mit Gasheizung kostet bis zum Jahr 2045 rund 89.000 Euro. Tauscht man den Gaskessel ohne weitere Sanierungsmaßnahmen aus, steigen die Kosten sogar auf 94.000 Euro an. Eine Vollsanierung auf die Effizienzhausstandards EH 70 und EH 55 plus Installation einer Wärmepumpe liegen hingegen bei lediglich 65.000 Euro. Damit würdest du auf diese Zeitspanne bereits 24.000 Euro einsparen. Die Energiekosten sinken insgesamt sogar um bis zu 80 Prozent.
Bis zu 48.000 Euro bei Mehrfamilienhäusern sparen
Das Mehrfamilienhaus wurde mit einem alten Gaskessel ohne Maßnahmen bis 2045 rund 233.000 Euro kosten. Ein neuer Gaskessel ohne Sanierungsmaßnahmen erhöht die Kosten auf 248.000 Euro. Schon bei der Sanierung auf ein EH 70 oder EH 55 sinken die Gesamtkosten auf 221.000 bis 235.000 Euro. Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch beim Effizienzhausstandard EH 55 mit Wärmepumpe. Die Kosten von rund 185.000 Euro liegen auf diese knapp 20 Jahre somit 48.000 Euro günstiger – was im Übrigen sogar einen neuen Einbau einer weiteren Wärmepumpe finanzieren könnte. Allerdings sind Wärmepumpen nicht das Einzige, ermittelte Heizsystem, das diese Werte in der Studie erreicht. Pelletheizungen erreichen ähnliche Werte. Das liegt jedoch an den geringeren Anschaffungskosten, die die höheren Betriebskosten ausgleichen.
Im Übrigen sind die Maßnahmen nicht nur für den eigenen Geldbeutel interessant. Auch für die verursachten Tonnen an CO₂-Äquivalenten ergeben sich große Unterschiede. Ein unsaniertes Einfamilienhaus verursacht bis zum Jahr 2045 etwa 101.000 Tonnen CO₂, das Mehrfamilienhaus sogar 310.000 Tonnen. Die sanierten Gebäude hingegen kommen lediglich auf 5.000 Tonnen oder 14.000 Tonnen. Bisher gestaltet sich die Sanierungsquote in Deutschland jedoch enttäuschend. Zwei Drittel aller Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland fallen zurzeit in die Energieeffizienzklasse F oder schlechter. Dabei benötigen gerade Gebäude in Deutschland rund 35 Prozent aller Endenergie und verursachen 30 Prozent aller CO₂-Emissionen. Bedenkt man das große Einsparpotenzial von bis zu 80 Prozent der Energiekosten bei Einfamilienhäusern, könnten ausreichend Sanierungen diese Bilanz grundlegend ändern.
Es ist immer amüsant zu lesen, mit wie viel Spaß und Enthusiasmus wird fremdes Geld gezählt.
Der Einfamilienhausbau wurde zum Grabe getragen.
Das gleich kann man auch über Mehrfamilienhäuser sagen.
Was morgen oder in 20 Jahren passiert, interessiert die wenigen.
Die meisten Menschen leben in hier und heute.
Und wenn man die Klimawandel akzeptiert, dann ergibt sich daraus milde Klima, man muss nicht mehr so stark heizen, also wozu neue Heizung?
Hab gerade gelesen, es gibt gewaltiges Recyclingproblem mit den alten Windrädern. Es scheint grüne Energie ist doch nicht so grün und umweltfreundlich.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/wenn-windkraft-in-die-jahre-kommt-die-gruene-energie-hat-ein-recyclingproblem-dlf-kultur-ee2dba4e-100.html