Motorola Moto G8 Plus im Test: Stolzer Anführer der neuen Moto-Flotte

9 Minuten
Ende Oktober enthüllte Motorola ein neues Flaggschiff. Ein Vorzeige-Modell, das sich im Hinblick auf seine technischen Daten allerdings in die Mittelklasse einordnet. Das Moto G8 Plus ist trotz seines Namens nicht überdurchschnittlich groß, sondern vermag vor allem durch ein modernes Äußeres und eine Triple-Kamera zu punkten. Ob dem Smartphone das gelingt, zeigt der Test.
Motorola Moto G8 Plus im Test
Bildquelle: Simone Warnke/inside digital

Auf den ersten Blick ist das Moto G8 Plus ein typisches Motorola-Gerät: Recht quadratische Figur trotz abgerundeter Ecken. Auch die Uhr auf dem Sperrbildschirm, bei der der abnehmende Kreis den Akkustand symbolisiert, gehört zu den Merkmalen Motorolas. Dreht man das Moto G8 Plus hingegen um, besticht eine moderne Rückseite den Nutzer. Motorola bemüht sich nicht nur um den im Trend liegenden Farbverlauf in Blautönen, sondern auch um eine Ansammlung von Kamera-Objektiven. Insgesamt bietet das Moto G8 Plus drei – zuzüglich LED-Blitz. Übrigens: Neben Blau bietet Motorola seinen Neuling auch in Rot an.

Motorola Moto G8 Plus im Test: Das bietet die Hardware

Die Hardware-Ausstattung des Moto G8 Plus kann sich durchaus sehen lassen. Motorola vertraut auf solide Bausteine, die einerseits die Sprache der Mittelklasse sprechen, andererseits sind sie trotzdem auf einem modernen Stand. Inhalte lassen sich auf einem 6,3 Zoll großes IPS-LCD-Display gestochen scharf ansehen. Die interne Speicherausstattung ist mit 64 GB Kapazität zwar knapp bemessen. Allerdings bietet das Smartphone die Möglichkeit, per microSD-Karte das interne Datendepot um bis zu 512 GB aufzustocken.

Motorola Moto G8 Plus
Software Android 9 Pie
Prozessor Qualcomm Snapdragon 665
Display 6,3 Zoll, 1.080 x 2.280 Pixel
Arbeitsspeicher 4 GB
interner Speicher 64 GB
Hauptkamera 8000x6000 (48,0 Megapixel)
Akku 4.000 mAh
induktives Laden
USB-Port 2.0 Typ C
IP-Zertifizierung IP52 (Schutz gegen Spritzwasser (Regen))
Gewicht 188 g
Farbe Rot, Blau
Einführungspreis 270 €
Marktstart Oktober

Im Benchmark-Test ordnet sich das Motorola-Smartphone in das Mittelfeld ein. Gesellschaft findet es bei alten Bekannten wie dem Google Pixel 3a XL oder auch dem Motorola One Zoom. Der Qualcomm Snapdragon 665 ist im Vergleich zum Highend-Prozessor Snapdragon 855+ schwächer: Taktet der Snapdragon 855+ mit bis zu 2,96 GHz, kommt der Snapdragon 665 auf eine maximale Taktrate von 1,8 GHz. Dennoch sorgt der verbaute Prozessor für eine flüssige Leistung und bringt das Moto G8 Plus ohne Aussetzer durch den Tag.

 ModelleBenchmark-Wert
Motorola Moto G8 Plus168.915
Google Pixel 3a XL158.778
direkte KonkurrenzNokia 8 Sirocco164.163
Motorola One Zoom175.296
Samsung Galaxy Note 10+347.948
aktuelle ReferenzSamsung Galaxy S10+335.132
OnePlus 7 Pro397.849

Trotz eines 4.000 mAh großen Akkus scheint das Durchhaltevermögen des Smartphones nur auf einem durchschnittlichen Niveau zu liegen, wie der Akkutest der App GFX Bench ermittelt. So liegt das Moto G8 Plus hinsichtlich der Ausdauerleistung in etwa mit dem OnePlus 7T Pro, Motorola One Zoom oder auch Huawei P30 Pro gleich auf. Bei den errechneten Frames liegt das Modell aber deutlich hinter der Konkurrenz zurück – sowohl hinter Oberklasse- als auch Mittelklasse-Smartphones.

Ein positives Zusatzfeature ist die Möglichkeit, das Moto G8 Plus mit einem Turbolader aufzuladen. Dafür ist ein 18-Watt-Ladekabel im Lieferumfang enthalten. Dreißig Prozent Akkuladung lädt das Handy innerhalb von knapp 45 Minuten wieder auf.

Motorola Moto G8 Plus: Hardware-Bewertung im Überblick

  • Design/Lieferumfang: 4,5 von 5 Sternen
  • Display: 4 von 5 Sternen
  • Ausstattung/Leistung: 3 von 5 Sternen
  • Kamera: 4 von 5 Sternen
  • Software: 2 von 5 Sternen
  • Akku: 3,5 von 5 Sternen
  • zum kompletten Datenblatt

Gesamtbewertung Hardware: 3,5 von 5 Sternen (65 Prozent)

Motorola Moto G8 Plus im Test: Damit überzeugt das neue Mittelklasse-Flaggschiff

An der reinen Hardware-Bewertung zeichnen sich die Highlights des Moto G8 Plus bereits ab. Auch in der Praxis beeindruckt Motorola vor allem mit dem Lieferumfang und dem Design des Smartphones, das Moto G8 Plus als solches primär durch die Kamera und sein Display. Ein weiterer Positivpunkt kommt überraschend noch hinzu.

Display mit Weitblick

Das Display des Moto G8 Plus erstreckt sich über 6,3 Zoll. Doch anstatt dadurch unbequem in die Breite oder Höhe zu schießen, bleibt das Smartphone handlich. Das Panel ist fast randlos, die Balken beschränken sich auf ein Minimum am oberen und unteren Rand. Nur die Frontkamera in der tropfenförmigen Aussparung (Notch) unterbricht den Bildschirm geringfügig. Der Platz rechts und links neben der Notch stört nicht. Allerdings sind einige Apps nicht dafür ausgelegt, den Platz des gesamten Displays zu nutzen. Somit bleiben an den Rändern nicht selten breite, schwarze Balken bestehen.

Motorola Moto G8 Plus im Test

Inhalte werden in Full-HD+-Qualität, also mit 1.080 x 2.280 Pixeln, dargestellt. Durch die IPS-LCD-Technologie bietet das Display eine gute Blickwinkelstabilität. Auch die Farben bleiben bei einem schrägen Winkel verhältnismäßig kräftig. Bei direkter Lichteinstrahlung auf das Display schwächt die Leistung allerdings ein wenig ab.

In den Einstellungen lässt sich das Display des Moto G8 Plus individualisieren. Nutzer können wie zumeist üblich einen Blaulichtfilter aktivieren, der die Augen schont, und Farben satter oder matter darstellen lassen. Darüber hinaus bietet die hauseigene Moto-Software zusätzliche Anpassungen: Ist die entsprechende Funktion aktiviert, bleibt das Display beispielsweise aktiv, solange der Nutzer das Handy anschaut.

Triple-Kamera mit Kraft

Auf der Rückseite des Moto G8 Plus prangt unübersehbar eine Hauptkamera mit vielen Augen – so zumindest der erste Eindruck. Eines der Highlights des Smartphones unterteilt sich neben einem LED-Blitz in drei Objektive:

  • Hauptsensor: 48 Megapixel, f/1.7-Blende
  • Tiefensensor („Actioncam“): 5 Megapixel, f/2.2-Blende
  • Weitwinkelsensor: 16 Megapixel, f/2.2, 117 Grad
  • Frontkamera: 25 Megapixel, f/2.0-Blende

Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass das Moto G8 Plus die sogenannte Quad-Pixel-Technologie nutzt. Das heißt, dass der Sensor vier Pixel zusammenrechnet. Effektiv besitzt das Smartphone also eigentlich eine Auflösung von 12 anstatt 48 Megapixeln.

Motorola wirbt zwar mit gestochen scharfen Bildern auch bei schlechtem Licht – in der Realität ist das aber nicht immer der Fall. Bei schlechtem Licht oder Dämmerung bleiben die Farben einerseits größtenteils satt erhalten. Jedoch weisen sie oft eine grundlegende Unschärfe auf. Die kommt vor allem dann heraus, wenn das Bild vergrößert wird. Die Kamera schwächelt außerdem beim Zoomen: Das Ergebnis sind gräuliche und verpixelte Fotos, in denen Details in der Masse untergehen. Sind die gewünschten Motive jedoch gut ausgeleuchtet – egal ob im Innen- oder Außenraum -, kann Motorola sein Versprechen halten. Die Bilder sind scharf und detailreich. Auch Lichtspiele lassen sich einfangen. Selfies gelingen mit der 25-Megapixel-Kamera erfolgreich, wenn auch im Detail nicht ganz scharf.

Auf Seiten der Software finden sich einige Spielereien. Dazu zählt zum Beispiel „Spotfarbe“, bei dem eine bestimmte Farbe in den Vordergrund gerückt wird. Der Rest wird monochrom dargestellt. Hinzu gesellen sich typische Modi wie ein Porträtmodus oder eine Nachtsicht. Im normalen Kamerafenster können Nutzer auch einen Profi-Modus auswählen. Mithilfe dessen lassen sich ISO-Wert, Weißabgleich und Co. manuell einstellen.

Motorola Moto G8 Plus im modernen Look

Smartphones von Motorola haben äußerlich Wiedererkennungswert. In der Masse der Mobiltelefone ist das ein Vorteil. Jedoch muss das Design Menschen auch ansprechen. Das Moto G8 Plus kombiniert die Motorola-Charakteristika mit aktuellen Trends. Das spiegelt vor allem die Rückseite wider: Es findet sich ein blauer Farbverlauf sowie eine schlank angeordnete Kamera. Prangte letztere in der Regel in einer runden, dicken Aussparung mittig der Rückseite, befinden sich die Objektive nun neben dem linken Gehäuserand. Die Anordnung erzeugt ein insgesamt elegant anmutendes Erscheinungsbild.

Ergonomisch wertvoll sind darüber hinaus die abgerundeten Kanten der Glas-Rückseite. Sie fließen in den Rahmen über, wenn auch nicht nahtlos. Den fühlbaren Unterschied zwischen den zwei Elementen stört aber nicht. Die Hauptkamera ist jedoch vergleichsweise scharfkantig geraten. Die Fassungen stehen leicht aus dem Gehäuse heraus, wodurch das Moto G8 Plus auf einer geraden Fläche liegend leicht wackelt.

Eine IP52-Zertifizierung kann das Smartphone ebenfalls vorweisen. Es bietet damit ein wasserabweisendes Design, das das Smartphone vor geringen Mengen Wasser schützt – untertauchen ist nicht erlaubt. Laut dem Hersteller soll die wasserabweisende Schicht sowohl vor Wasser als auch vor „anderen Getränken“ schützen – das ist bei anderen Zertifizierungen oftmals nicht der Fall und sollte mit Vorsicht genossen werden. Zuckerhaltige Getränke können das Smartphone von innen wie außen verkleben.

Motorola Moto G8 Plus: Sinnvolle Software-Features

Auch wenn die Software nach der reinen Hardware-Bewertung nur 2 von 5 Sternen einheimsen kann, so bietet sie in der Praxis doch einige sinnvolle Funktionen. Das Moto G8 Plus kommt mit Android 9 Pie zum Nutzer, ein Update auf Android 10 ist möglich. Motorola lässt die Google-Optik der App-Icons weitestgehend unberührt, sodass die Ansicht recht minimalistisch erscheint. Zusätzlich bietet die hauseigene Software aber einige sinnvolle sowie nützliche Features.Motorola Moto G8 Plus im Test

So finden sich in der App „Moto Actions“ nicht nur Infos über das Gerät an sich, sondern auch weitere smarte Gesten. Diese sollen das Handy einfacher zu bedienen machen. Zur Auswahl steht beispielsweise, das Moto G8 Plus mit nur einem Button anstatt den typischen drei Menü-Button zu navigieren. Dreht man das Handy um, schaltet es sich stumm und mit einem Fingertipp auf das Display, lässt es sich sperren.

Musik-Liebhaber kommen weiterhin mit der Dolby-Atmos-Funktion auf ihre Kosten. Ist das Feature aktiviert, klingt die Musik deutlich satter und voller ans Ohr. Bässe schwingen unter anderem deutlich mehr als im Normalfall.

Fazit zum Motorola Moto G8 Plus

Das Moto G8 Plus betitelt Motorola zurecht als neues Flaggschiff der Mittelklasse. Das Smartphone weiß in einigen Bereichen nicht nur zu überzeugen, sondern auch zu überraschen. Trotz des „Plus“ im Namen ist das Moto G8 Plus nicht klobig, sondern ein schlankes und teils sogar recht elegantes Gerät. Bei der Triple-Kamera taten sich zwar ein paar Schwächen auf, die allerdings in extremeren Situationen – wie schlechtem Licht – zutage gefördert wurden. Für Schnappschüsse und normaler Fotografie am Tag liefert die Hauptkamera gute Fotos. Neben dem angenehm großen Display, bietet auch die Software einige Highlights, die erst bei der intensiveren Benutzung des Geräts bemerkt werden.

Abstriche muss das Moto G8 Plus beim Prozessor und dem Akku machen. Beide sind für die Geräteklasse völlig angemessen, bieten aber keine überdurchschnittliche Leistung. Hinsichtlich der Ausstattung und Sensorik befindet sich das Motorola-Handy auf einem weitestgehend modernen Stand. So ist unter anderem Bluetooth 5 und USB-C mit an Bord. Auf 5G müssen Nutzer jedoch verzichten. LTE ist ebenfalls nur in der schwächeren Kategorie LTE Cat.13 verfügbar.

Für das Motorola Moto G8 Plus spricht:

Motorola Moto G8 Plus Testsiegel
  • schönes Design, vor allem der Farbverlauf
  • gute Kamera
  • sinnvolle Software-Ergänzungen
  • großes Display

Gegen das Motorola Moto G8 Plus spricht:

  • teils scharfkantige Verarbeitung, zum Beispiel an der Kamera
  • durchschnittliche Akkuleistung
  • kein rasant arbeitender Prozessor

Preis-Leistungs-Verhältnis

Motorola bringt das Moto G8 Plus für rund 270 Euro auf den Markt. Ein Preis, der hinsichtlich Leistung und Ausstattung angemessen ist. Da Android-Smartphones erfahrungsgemäß schnell im Preis fallen, könnte das Moto G8 Plus in wenigen Monaten zum Schnäppchen-Geheimtipp werden.

Alternativen

Möchte man das Moto G8 Plus mit anderen Geräten vor einem Kauf vergleichen, bieten sich verschiedene Kandidaten an. Geht man nach der Benchmark-Leistung, kommen folgende Modelle in Betracht:

Geht es nach dem Preis, der unter 300 Euro liegt, bietet sich ein Blick in folgende Übersichtsdarstellung an:

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen