Mit dem Smartphone fotografieren: 10 Tipps für das perfekte Bild

7 Minuten
Handykameras werden immer besser. Selbst mit günstigen Smartphones, die 300 Euro und weniger kosten, kannst du wirklich gute Fotos machen. Damit ein schönes Bild gelingt, solltest du einige Dinge beachten. Wir geben dir 10 Tipps, mit denen du das perfekte Foto mit deinem Smartphone schießt.
Mit dem Smartphone fotografieren: 10 Tipps für das perfekte FotoBildquelle: Blasius Kawalkowski

Ein Foto ist heute in Sekundenbruchteilen gemacht – und genauso schnell ist es auch geteilt, verschickt oder gepostet. Pro Tag landen 80 Millionen Fotos bei Instagram; mehr als 350 Millionen bei Facebook. Zudem kommunizieren die meisten Menschen heute mit Fotos – etwa über WhatsApp.

Doch über die Bildqualität machen sich die wenigsten Gedanken. Dabei musst du keine 2.000 Euro teure DSLR haben, um ein schönes Foto zu machen. Mit einem Smartphone schaffst du das auch – wenn du die folgenden 10 Tipps beachtest:

1. Saubere Kameras

Es ist nicht nur das Display des Smartphones, das durch die Bedienung ständig mit einem Fettfilm überzogen ist. Auch auf dem Abdeckglas der Kamera hinterlassen Finger Abdrücke und können Fotos unscharf oder leicht milchig machen. Kurz mit einem Kleidungsstück drüber putzen und schon wird das Bild besser.

Fotografieren mit dem Smartphone: Hier das Samsung Galaxy S20 Ultra
Fotografieren mit dem Smartphone: Hier das Samsung Galaxy S20 Ultra

2. Viel Licht hilft viel

Licht ist der beste Freund des Fotografen. Je mehr, desto besser. Bei wenig Licht kommen Smartphone-Kameras an ihre Grenzen. Fotos rauschen und werden durch zu lange Belichtungszeiten unscharf.

Zu verschiedene Tageszeiten lassen sich unterschiedliche Fotos machen. Fotografierst du eine Landschaft bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang wird das Motiv durch die tief stehende Sonne eine andere Stimmung haben als Mittags, wenn die Sonne hochsteht. Hier kannst du besser mit Kontrasten und Schatten arbeiten. Bei bewölktem Himmel hingegen sehen Porträts besser aus, als bei Sonnenschein, da etwa die Nase keinen harten Schatten ins Gesicht wirft. Probier es aus.

Bild mit starken Kontrasten
Bild mit starken Kontrasten

3. Blitz aus

Nahezu jedes Smartphone besitzt eine LED neben der Kamera, die vielen nicht nur als Taschenlampe dient. Sie unterstützt dich auch beim Fotografieren in der Dunkelheit. Du fragst dich, wann du den Blitz einschalten solltest? Im Grunde: nie. Einzige Ausnahme: Du willst ein Dokument mit dem Handy scannen oder es ist so dunkel, dass du die Hand vor Augen nicht sehen kannst.

Anderenfalls macht der Blitz ein Foto meist nur schlechter. So werden fotografierte Personen vollkommen überbelichtet dargestellt und sehen dadurch unnatürlich aus. Oder – das hast du vielleicht schon mal auf einem Konzert gesehen – der Blitz belichtet den aufgewirbelten Staub oder die Objekte in unmittelbarer Nähe, während nur fünf Meter entfernte Objekte nichts vom Licht abbekommen.

4. Bei wenig Licht: Hilfs-Stativ suchen

Du willst trotzdem ein Foto in dunkler Umgebung oder bei Nacht machen? Viele hochpreisige Smartphones haben heute bereits ziemlich gute Nachtmodi. Damit lassen sich teilweise beeindruckende Fotos machen.

Hat dein Smartphone keinen Nachtmodus, kannst du dir in der Dämmerung mit einem Stativ oder auch einem Selfie-Stick Stabilität verschaffen. Hast du beides nicht dabei, halte das Smartphone mit beiden Händen fest und lehne dich an eine Mauer oder ein Haus an. Darüber hinaus kannst du deine Arme abstützen oder – noch besser – das Smartphone an eine feststehende Fläche wie eine Tischkante oder ein Autodach halten, um es zu stabilisieren. So bekommst du ein deutlich schärferes Foto.

Smartphone auf Stativ
Smartphone auf Stativ

5. Vermeide Digitalzoom

Auch das sieht man oft auf Konzerten: Jemand fotografiert die Band aus der zehnten Reihe und benutzt dabei den Zoom seines Smartphones, um den Sänger oder Gitarristen größer auf dem Bild zu haben. Hat das Smartphone kein dediziertes Teleobjektiv, wird das Resultat in den meisten Fällen matschig und unansehnlich sein. Im Umkehrschluss kann man übrigens auch ein Foto machen und anschließend auf dem Display des Handys hineinzoomen. Das Ergebnis ist das gleiche.

Unser Tipp: Nicht zoomen, sondern bewegen und zum Motiv hingehen. Das ist auf einem Konzert vielleicht nicht ganz einfach, lässt sich ansonsten aber fast überall umsetzen. Wie groß der Unterschied zwischen einem Foto mit und ohne Digitalzoom sein kann, zeigt das folgende Beispiel:

Links ohne Zoom, rechts mit etwa 10-fachem Digitalzoom fotografiert
Links ohne Zoom, rechts mit etwa 10-fachem Digitalzoom fotografiert

6. Probiere neue Sachen aus

Dein Smartphone kann HDR-Aufnahmen, hat einen AI-Modus oder eine verstellbare Blende? Womöglich hat es auch einen speziellen Porträtmodus oder eine Monochrom-Einstellung, mit der du in Schwarz-Weiß fotografieren kannst? Probier all diese Sachen mal aus. Je besser du dich mit der Kamera auskennst und je mehr Fotos du machst, umso besser werden deine Bilder im Laufe der Zeit.

7. Pro-Modus nutzen?

Die Kamera in deinem Smartphone ist meist innerhalb weniger Sekundenbruchteile einsatzbereit. Einstellungen wie der Weißabgleich, ISO-Wert oder die Belichtung werden dabei meist automatisch vorgenommen. Du musst noch nicht einmal wissen, dass ISO für Lichtempfindlichkeit steht. Zwar gibt es oft einen manuellen Modus, wo du den Fokus selbst definieren oder die Belichtungszeit frei einstellen kannst. Die Software der meisten Smartphones ist heute aber bereits so gut, dass du im manuellen Modus kaum ein besseres Foto machst.

Möchtest du ein Foto jedoch im Nachhinein aufwendig bearbeiten, bietet sich der Pro-Modus an. Du bekommst hier nämlich RAW-Dateien geliefert, die deutlich mehr Bildinformationen enthalten als ein JPG-Foto.

Pro-Modus und Gitter mit Drittelregel mit dem Smartphone fotografieren
Pro-Modus und Gitter mit Drittelregel mit dem Smartphone fotografieren

8. Bildgestaltung: Goldener Schnitt, Drittelregel und Co.

Zur Bildgestaltung gibt es ganze Bücher. Hier in zwei Absätzen alles dazu zu sagen, ist unmöglich. Deshalb beschränken wir uns auf ein paar wesentliche Dinge. Das einfachste Mittel, um ein Bild interessanter erscheinen zu lassen, ist, das Objekt nicht in die Mitte des Bildes zu setzten, sondern links oder rechts daneben – in den goldenen Schnitt.

Die Drittelregel und der goldene Schnitt sind recht ähnlich und unterteilen ein Bild mehr oder weniger in neun Felder. Platzierst du dein Hauptobjekt auf einem dieser Schnittpunkte oder entlang einer Linie, wirkt das Foto interessanter – manche würden sagen: schöner.

Ein virtuelles Raster kannst du in den Kameraeinstellungen deines Smartphones einschalten. Das hilft dir bereits während der Aufnahme das Objekt richtig zu platzieren oder den Horizont in die Waage zu bringen, was im Übrigen ein weiterer Tipp ist. Wir haben hier ein Video für dich, dass einige Regeln sehr einfach verdeutlicht und zeigt, welche Wirkung sie haben.

9. Schalte GPS ein

Du hast deine Standort-Option aufgrund einer längeren Akkulaufzeit ausgeschaltet? Beim Fotografieren solltest du darüber nachdenken, GPS einzuschalten. Der Grund dafür ist simpel: Irgendwann möchtest du vielleicht wissen, wo genau ein bestimmtes Porträt einer Person oder ein Bild einer überwältigenden Landschaft entstanden ist. Dein Smartphone speichert die Koordinaten, wenn du es ihm erlaubst und deinen Standort einschaltest. So kannst du später sehen, wo genau das Bild entstanden ist.

Foto mit GPS-Koordinaten gespeichert - Ansicht bei Google Fotos
Foto mit GPS-Koordinaten gespeichert – Ansicht bei Google Fotos

10. Fotos bearbeiten

Instagram machte Filter populär. Mittlerweile gibt es unzählige Apps, die deinem Foto einen bestimmten Look geben. Auch in der Software einiger Smartphone-Kameras findest du Filter, mit denen du deine Bilder nostalgischer, wärmer oder kühler einstellen kannst.

Darüber hinaus gibt es viele Apps, mit denen du Feinheiten verbessern und so eigene Templates und Filter kreieren kannst. Wir empfehlen für die sanfte Bildbearbeitung Snapseed – eine kostenlose App, die es für Android und iOS gibt. Ebenfalls ausprobieren kannst du Adobe Lightroom. Beide Apps funktionieren sehr ähnlich.

Snapseed
Snapseed
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos
‎Snapseed
‎Snapseed
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Natürlich gibt es noch viele weitere Anwendungen, mit denen sich Gesichter retuschieren, Hintergründe verändern oder spielerische Elemente in Fotos hinzufügen lassen. Doch das gehört dann nicht mehr zur Fotografie.

Bildquellen

  • Samsung Galaxy S20 Ultra: Blasius Kawalkowski
  • Bild mit starken Kontrasten: Blasius Kawalkowski
  • Smartphone auf Stativ: Anatoly S/Unsplash
  • Links ohne Zoom, rechts mit etwa 10-fachem Digitalzoom fotografiert: Blasius Kawalkowski
  • Pro-Modus und Gitter mit Drittelregel auf dem Smartphone: Blasius Kawalkowski
  • Foto mit GPS-Koordinaten gespeichert – Ansicht bei Google Fotos: Blasius Kawalkowski
  • Mit dem Smartphone fotografieren: 10 Tipps für das perfekte Foto: Blasius Kawalkowski
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2 KOMMENTARE

  1. Nicht zu vergessen, der nützlichste Tipp, Tipp 0 sozusagen: Halte dein Smartphone bei Foto/Video-Aufnahmen vorzugsweise horizontal für Landscape-Ausrichtung. Gegebenenfalls werden die Fotos/Videos später auf dem Notebook, Computer und/oder TV dargestellt. Der entsprechende Monitor ist üblicherweise Landscape ausgerichtet. Fotos/Videos in Landscape-Ausrichtung sind somit bildschirmfüllend. Bei einem in Portrait-Ausrichtung aufgenommenen Foto/Video wird rechts und links ein breiter Rand angezeigt und ca. 50% des Displays bleiben somit ungenutzt und leer, damit das 9:16 Foto/Video auf dem 16:9 Display in der Höhe komplett angezeigt werden kann. Dies auch in Hinblick auf eine zukünftige Veröffentlichung, wie Online-Plattformen oder auch TV. Nichts ist peinlicher als ein in einer TV-Show gezeigtes Publikumsvideo, dass in Portrait-Ausrichtung aufgenommen wurde und deshalb auf einem 16:9 TV nur den halben Bildschirm füllt und Details somit nur noch schwer erkennbar sind.

    • Bei Videoaufnahmen bin ich bei dir. Vorausgesetzt, es sind keine banalen Bilder, die ausschließlich für Messenger gedacht sind und eine Lebensdauer von nur wenigen Sekunden haben. Dann spielt es keine Rolle.

      Bei Fotos hingegen kommt es auf das Motiv an. Es gibt Motive, die im Hochformat einfach deutlich besser aussehen. Ich fotografiere selbst viel mit einer DSLR – Landschaften, Reportage, Porträts und ähnliches. Habe vor Kurzem mal nachgesehen: Fast die Hälfte aller Fotos von mir sind im Hochformat. Ich würde es daher nicht als Tipp 0 ansehen – zumindest nicht bei der Fotografie.

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