Android 10 Q: Google stellt Neuerungen auf der Google I/O 2019 vor

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Google hat seine diesjährige Entwicklerkonferenz Google I/O mit einer großen Keynote eröffnet. Neben den Pixel-Smartphones spielte dabei auch die nächste Android-Version eine große Rolle. Android 10 Q kommt vermutlich im August oder September dieses Jahres auf den Markt und wird bis dahin über das Beta-Programm getestet. Nutzer können sich auf zahlreiche Neuerungen freuen, von denen Google einige während der Keynote ganz besonders hervorgehoben hat.
Android-Männchen auf Schaukel.
Bildquelle: Rita Deutschbein / inside handy

Eine der wichtigsten Fragen hat Google zum Auftakt der diesjährigen Google I/O wie erwartet noch nicht beantwortet: Wie wird Android 10 Q offiziell heißen? Traditionell benennt das Unternehmen sein mobiles Betriebssystem nach Süßigkeiten. Durch den Buchstaben Q ist die Auswahl an passenden Namen allerdings etwas begrenzt. Bezeichnungen wie „Queen of Pudding“, kurz „Queen“, „Quiche“ oder die Namen von lateinamerikanischen Süßspeisen wie „Quindim“ oder „Quesito“ wären denkbar.

Android Q: Sicherheit und Datenschutz steht hoch im Kurs

Weitaus konkreter wurde Google beim Thema Neuerungen für Android Q. Bei der kommenden Firmware legt das Unternehmen noch mehr als bei vorherigen Android-Versionen den Fokus auf Sicherheit und Datenschutz. Mehr als 50 neue Funktionen rund um das Thema Sicherheit hat das Unternehmen daher in Android Q integriert. Dazu gehören noch schnellere und im Hintergrund ausgeführte Sicherheits-Updates, die nach der Installationen keinen Neustart des Android-Gerätes mehr erfordern.

Installieren Nutzer eine veraltete App, warnt das System künftig vor möglichen Sicherheitsrisiken. Denn zu alte Software entspricht oftmals nicht mehr dem aktuellen Sicherheitsstandard und wird darüber hinaus womöglich den steigenden Ansprüchen der Hardware nicht mehr gerecht.

Viele Apps erfordern den Zugriff auf die Zwischenablage und können somit auch Daten auslesen, die Anwender dort abgelegt haben. Das können auch sensible Informationen wie Telefonnummern oder Adressen sein. Dies führt mitunter zu einem Sicherheitsrisiko, das Google mit Android 10 Q schließen möchte. Künftig stehen Android-Nutzern multiple Zwischenablagen zur Verfügung, deren Zugriff sie für jede App individuell festlegen können.

Mehr Datenschutz verspricht auch eine angepasste Übersicht über die Berechtigungen, die eine App fordert. Nutzer sollen dadurch auf den ersten Blick erkennen, welche Zugriffsrechte eine Anwendung hat. Zudem können sie die Berechtigungen stärker eingrenzen. Dafür bietet Android Q bei der Installation einer App künftig die Optionen „Immer zulassen“, „Nur zulassen, wenn die App verwendet wird“ und „Nicht zulassen“. So können Anwendungen den Standort des Nutzers beispielsweise nur noch dann abrufen, wenn sie aktiv genutzt werden. Bislang haben auch inaktive Anwendungen Zugriff auf die GPS-Daten.

Live Caption für Hörgeschädigte

Ein wichtiger Punkt, den Google während der Keynote mehrmals erwähnte, ist die Unterstützung für Menschen mit Einschränkungen. Daher hat das Unternehmen die neue Funktion „Live Caption“ in Android Q integriert. Sie übersetzt das gesprochene Wort in Echtzeit in geschriebenen Text, sodass Hörgeschädigte auch Funktionen wie Video-Nachrichten, Podcasts oder andere nutzen können. Die automatische Transkription basiert auf dem maschinellen Lernen und lässt sich laut Google auch ohne aktive Internetverbindung nutzen.

Gestensteuerung bei Android 10 Q

Immer mehr Smartphone-Hersteller setzen bei ihren Geräten auf die Gestensteuerung. Oftmals haben Nutzer dabei die Wahl, ob sie ihr Gerät per Geste, oder lieber über die klassischen Navigationstasten steuern wollen. Google hat diese Wahlmöglichkeit beim Pixel 3 (XL) allerdings bereits gestrichen und setzt standardmäßig auf die Gestensteuerung. Die Bedienung erfolgt hier über die Home-Taste, auch Pille genannt, mit der Nutzer durch unterschiedlich häufiges oder langes Tippen und Schieben der Taste verschiedene Befehle umsetzen können.

Ähnlich verfährt das Unternehmen auch bei Android 10 Q. Bereits in der zweiten Beta hat Google die klassische Navigationsleiste gestrichen. Die Steuerung des Smartphones erfolgt dort zum großen Teil über Wischgesten – ähnlich denen, die Apple bei seinen aktuellen iPhones verwendet. Unklar ist derzeit aber noch, welche der beiden Lösungen zur Gestensteuerung Google in der finalen Version von Android Q umsetzen wird.

Bessere Kompatibilität mit faltbaren Smartphones und 5G

Huawei und Samsung haben auf dem MWC 2019 ihre Versionen der faltbaren Smartphones vorgestellt. Künftig könnte diese Geräte-Klasse noch mehr Modelle beinhalten. Google bereitet sich mit zusätzlichen Software-Funktionen für Entwickler auf die speziellen Anforderungen der faltbaren Smartphones vor. Apps sollen auch dann aktiv bleiben, wenn sich die Bildschirmgröße des Gerätes ändert oder wenn Nutzer die Ansicht auf einen anderen Displayabschnitt verschieben. Außerdem sollen sich Anwendungen durch das Auf- und Zuklappen der faltbaren Smartphones starten und pausieren lassen.

Auch auf den Start von 5G bereitet Google sich vor. Das unternehmen nennt Android Q „das erste speziell für 5G entwickelte Betriebssystem“.  App-Entwickler sollen die bessere und schnellere Konnektivität voll ausnutzen können, was vor allem Anwendungen wie Streaming, Gaming und Augmented Reality zugute kommt.

Android 10 Q bringt mehr Kontrolle und Fokus

Den Dark Mode, der sich bislang nur für bestimmte Anwendungen einrichten ließ, führt Google mit Android Q systemseitig ein. Besonders bei Geräten mit OLED-Display lässt sich so Strom sparen, da die überwiegend dunklen Hintergründe weniger Energie verbrauchen.

Auch die Bedienung des Systems wird einfacher und lässt sich künftig mehr den individuellen Bedürfnissen anpassen. Möchten Nutzer beispielsweise ohne Unterbrechung arbeiten, können sie bei Android Q den neuen „Focus Mode“ nutzen. Ist er aktiviert, lassen sich störende Apps für einen festgelegten Zeitraum abschalten. Auch macht es das neue System einfacher, die Bildschirmzeit der Kinder zu kontrollieren. Dabei zeigt Android 10 Q auch an, welche Apps der Nachwuchs am häufigsten genutzt hat. Auf Wunsch lassen sich auch Zeit-Limits für bestimmte Apps festlegen.

Wer seinen WLAN-Zugang mit anderen Personen teilen möchte, kann sein Netzwerk mit Android 10 Q über einen QR-Code freigeben. Außerdem testet Google eine Notfall-Option über den Power-Button. Wird dieser lange gedrückt, können Nutzer neben dem Neustart und dem Ausschalten des Android-Gerätes nun auch die Notfall-Option auswählen. Über sie lässt sich bei Bedarf ein Notruf absetzen.

Dritte Beta von Android Q auf mehr Geräten

Viele der von Google vorgestellten Funktionen lassen sich über die neue, dritte Beta ausprobieren. Sie steht ab sofort zum Download bereit. Dabei erweitert das Unternehmen die Verfügbarkeit auf mehr als nur die Pixel-Smartphones. Insgesamt 21 Android-Smartphones von 13 verschiedenen Herstellern, unter anderem von Nokia, Sony, LG, Oppo, Huawei und OnePlus, sind für das Beta-Programm von Google nun zugelassen.

Bildquellen:

  • Google Bücher: Google
  • Google Android: Rita Deutschbein / inside handy
Google Team Pixel Schriftzug
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Rita liebt Technik, besonders wenn diese aus der Welt der Smartphones stammt. Seit 2009 berichtet sie als Journalistin aus diesem Kosmos - seit 2019 für inside handy. Dabei hat die gebürtige Berlinerin aber auch Spaß an anderen Themen wie Tarifen, Smart Home oder Zubehör. Wenn sie nicht gerade die aktuellsten Handys testet oder Tarife auf den Prüfstand stellt, taucht sie gerne ab - und das ist wörtlich zu nehmen. Denn ihre Urlaubsziele müssen vor allem eins haben: tolle Tauchgebiete. Und wenn gerade kein Urlaub ist, dann tut es in der Freizeit auch ein gutes Buch, ein guter Drink oder ein Treffen mit Freunden, um von der Arbeit abschalten zu können.

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