Subaru Impreza 2.0ie im Test: Kompakt, aber anders

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Mit dem Impreza bietet Subaru einen Kompaktwagen mit Allradantrieb und Mild-Hybrid-Technologie an. Und das zu einem Preis ab knapp 30.000 Euro. Wir haben das Fahrzeug auf die Probe gestellt und neben vielen Stärken auch Schwächen entdeckt.
Subaru Impreza e-Boxer 2.0ie Test
Ein Mild-Hybrid in der Kompaktklasse: der Subaru Impreza e-Boxe 2.0ie Platinum Lineartronic im Test.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Wirft man den Namen Subaru in den Raum, denkt man vielleicht als erstes an die SUV-Modelle des japanischen Herstellers. Egal ob Forester, Outback oder XV, mit den Allrad-Modellen ist man (fast) überall zu Hause; auch im Gelände. Aber es geht auch deutlich kompakter. Mit dem Subaru Impreza nämlich. Wir haben uns den Kompakten unter den Subaru-Modellen – ausgestattet mit einem Mild-Hybrid-Antrieb – genauer angesehen. Konkret in der Ausführung e-Boxer 2.0ie Platinum Lineartronic.

Subaru Impreza – Fahrbericht

Wer im Subaru Impreza Platz nehmen darf, wird eines sofort lieben: das aufgeräumte, übersichtliche Cockpit. In Summe informieren den Fahrer drei Bildschirme über Dinge, die während der Fahrt wichtig sind. Da wäre zum Beispiel ein kleines Display, das zwischen Drehzahlmesser und Tachometer diverse relevante Fahrdaten signalisiert. Mittig über der Gangschaltung angeordnet: ein Infotainmentsystem mit 8 Zoll großem Touchscreen. Hier ist auch das Navigationssystem von TomTom nutzbar. Es informiert auch über örtlich geltende Höchstgeschwindigkeiten, aber nicht alle Daten sind auf dem aktuellen Stand.

Das 8-Zoll-Display ist aber nicht allein für die Darstellung von Navidaten verantwortlich. Denn die wichtigsten Navigationsbefehle wie zum Beispiel Richtungsangaben an Kreuzungen werden dem Fahrer auf einem weiteren schmalen Bildschirm angezeigt. Das Multifunktionsdisplay ist direkt unterhalb der Windschutzscheibe verbaut und bietet eine diagonale Abmessung von 6,3 Zoll.

Subaru Impreza e-Boxer Test
Ein Navigationssystem, zwei Displays. Vor allem das kleinere Display unterhalb der Windschutzscheibe ist in vielen Situationen richtig hilfreich.

Hier hat der Fahrer zusätzlich die Möglichkeit, zum Beispiel die noch verbleibende Reichweite einzusehen, den Reifendruck zu kontrollieren oder auch die am Kühlergrill integrierte Frontkamera zu nutzen, die zum Beispiel das Einparken vor einer Wand erleichtert. Beim Rückwärtsfahren überträgt eine Heckkamera ein klares Bild auf das 8 Zoll große Radiodisplay.

Satter Sound

Apropos Radio: Im von uns getesteten Platinum-Modell des Subaru Impreza sorgt nicht nur ein DAB+ Digitalradio für kristallklaren Sound. Richtig Laune bereiten auch die insgesamt sechs Lautsprecher, die das Fahrzeug mit druckvollen Bässen schnell zu einem rollenden Partymobil machen. Zwei USB-Anschlüsse, die nicht nur das Aufladen von Smartphones, sondern auch die Nutzung von Android Auto und Apple CarPlay ermöglichen, runden das Angebot ab.

Herzstück des Subaru Impreza ist ein 4-Zylinder-Boxermotor, der mit Benzin angetrieben eine Leistung von 110 kW (150 PS) entwickelt. In der Spitze ist damit eine Höchstgeschwindigkeit von 192 km/h möglich. Aus dem Stand heraus wirkt der Impreza mit seinem stufenlosen Automatikgetriebe und permanentem Allradantrieb recht träge. Etwas mehr Spritzigkeit ist aber möglich, wenn man die Lineartronic über sieben Stufen manuell betätigt. Entsprechende Schaltwippen sind bei der Platinum-Ausführung am Lenkrad zu finden. Wer übrigens Freund von kernigen Motorsounds ist, wird am Impreza seine helle Freude haben. Es rasselt ordentlich im Motorraum, wenn das Fahrzeug gestartet wird.

Mild-Hybrid-Antrieb spart Sprit – aber nicht viel

Den kombinierten Kraftstoffverbrauch gibt Subaru selbst mit 6,3 Litern an. Ein Wert, der in unserem Test kaum standhalten konnte. Gibt man mit dem Impreza auf der Autobahn Gas, liegt der Spritverbrauch auf 100 Kilometern gerechnet ziemlich schnell jenseits der 10-Liter-Marke. Der Allrad-Antrieb spielt zumindest in diesem Aspekt nicht positiv in die Ökobilanz des Fahrzeugs ein. Hinzu kommt eine deutlich wahrnehmbare Motoren-Lautstärke; vor allem in hohen Drehzahlbereichen. Umgekehrt ist es aber möglich, den Verbrauch auf der Langstrecke mit einer dosierten, vorausschauenden Fahrweise spürbar zu reduzieren.

Ist der Motor erst einmal auf Temperatur gekommen – das kann im Winter auch mal länger dauern – ist es zudem möglich, rein elektrisch zu fahren. Möglich macht es ein kleiner E-Motor mit einer Leistung von 12 kW (17 PS), der bei Beschleunigungen zudem für eine kleine Portion Extraschub sorgt. Weil der per Rekuperation geladene Energiespeicher bei einem Mild-Hybrid-Fahrzeug aber nicht sonderlich groß ist, reicht es nicht für kilometerlange, emissionsfreie Strecken.

Subaru Impreza e-Boxer Motor
Der e-Boxer Motor des Subaru Impreza bietet 150 PS – und wird von einem kleinen E-Motor unterstützt.

EV-Modus in Segelphasen

Und dennoch: Immer dann, wenn du den Subaru Impreza in den sogenannten Segelphasen rollen lässt oder das Fahrzeug stark abbremst, schaltet sich der Verbrenner aus und der E-Motor im Gegenzug ein. Neben der Drehzahlmesser-Anzeige erscheint dann ein grün aufleuchtendes „EV“. Im E-Modus kannst du auch entspannt durch Tempo-30-Zonen oder über die Parkplätze von Supermärkten cruisen, ohne mit Abgasen für Unmut zu sorgen.

Viel Sprit kannst du mit dem Mild-Hybrid-Antrieb aber nicht sparen. Im Test waren es auf rund 300 Kilometern an ziemlich frostigen Januar-Tagen etwas mehr als 0,7 Liter. Hochgerechnet auf einen kompletten Tankinhalt (48 Liter) lassen sich demnach etwa 1 bis 1,5 Liter einsparen. Das reicht dir nicht? Dann solltest du auf die Stromer von Subaru warten, die schon in der Entwicklung sind.

Subaru Impreza e-Boxer Mild-Hybrid-Ersparnis
Über ein kleines Display zwischen Drehzahlmesser und Tacho kannst du nicht nur den Tempomat verwalten (unten), sondern zum Beispiel auch den im EV-Modus gesparten Sprit einsehen.

Mehr Sicherheit durch EyeSight

Besonders zu gefallen weiß während der Fahrt im Subaru Impreza neben den recht großen, übersichtlichen Seitenspiegeln mit gelb leuchtenden Toter-Winkel-Warnern vor allem das Fahrassistenzsystem EyeSight. Es überwacht mit zwei Kameras hinter der Windschutzscheibe das Verkehrsgeschehen vor dem Fahrzeug und passt nach entsprechender Aktivierung die Geschwindigkeit automatisch an, sollte dies notwendig sein.

Fährt man beispielsweise mit eingeschaltetem Tempomat auf ein Hindernis zu, wird dieses von EyeSight erkannt. Die Folge ist eine automatische Reduzierung der Geschwindigkeit durch das Fahrzeug. Bis hin zum kompletten Stillstand. Als Fahrer sollte man stets in Bereitschaft sein, um auch manuell zu bremsen, streng genommen übernimmt aber das Assistenzsystem den kompletten Vorgang. Beschleunigt das Hindernis, gibt auch der Impreza automatisch wieder Gas.

Subaru Impreza Eyesight
Zwei Kameras scannen beim EyeSight-System den Verkehr vor dem Auto und bremsen den Wagen automatisch ab, wenn sie das Hindernis zu stark nähert.

Ebenfalls erfolgt eine automatische Beschleunigung, wenn ein Fahrspurwechsel eingeleitet und auf der neuen Fahrbahn kein anderes Hindernis erkannt wird. Insbesondere bei Reisegeschwindigkeiten um 130 km/h ist so ein ziemlich entspanntes, teilautonomes Fahren möglich.

Sämtliche Einstellungen für EyeSight kann der Fahrer über das Multifunktionslenkrad vornehmen. Es dauert allerdings ein wenig, bis man die zahlreichen Knöpfe „blind“ bedienen kann.

Subaru Impreza e-Boxer 2021 Test
Das Lenkrad in der Platinum-Version des Subaru Impreza bietet viele Knöpfe und zusätzlich Schaltwippen, um die Lineartronic manuell zu bedienen.

Viel Platz im Kofferraum, in der zweiten Sitzreihe weniger

Ein kleines Raumwunder ist der Subaru Impreza im Kofferraum. Er bietet ein Volumen von 340 Litern. Ein umfangreicher Wocheneinkauf findet dort locker Platz. Wird die Rücksitzlehne umgelegt, erhöht sich das Volumen auf 1.173 Liter.

Subaru Impreza e-Boxer Test
Reichlich Platz im Kofferraum. Zwei Getränkekisten nebst Einkaufstaschen und einem großen Sixpack PET-Flaschen sind überhaupt kein Problem.

Mit deutlich weniger Platz müssen sich Personen zufriedengeben, die in der zweiten Sitzreihe Platz nehmen. Insbesondere wenn Fahrer und / oder Beifahrer größer als 1,90 Meter sind und ihre Sitze entsprechend weit nach hinten stellen, bleibt dort kaum noch Luft für die Beine der Mitfahrer. Höchstens Kinder finden dann noch ausreichend Platz. Apropos Rückstellung: Elektrisch ist nur der Fahrersitz einstellbar.

Fazit: Unterwegs wie in einem klassischen Kompaktwagen – nur kerniger

Das Fahren im Subaru Impreza könnte entspannter kaum sein. Vor allem das Fahrassistenzsystem EyeSight sorgt für reichlich Komfort. Hinzu kommt der bei Subaru charakteristische, sehr kernige Motorsound. Auch die hochwertige Verarbeitung im Cockpit weiß zu gefallen. Die Ledersitze vermitteln einen Hauch von Luxus, sind im Winter aber vor allem früh morgens ziemlich kühl. Zum Glück sind Fahrer und Beifahrerplätze aber mit einer Sitzheizung gesegnet. Etwas mehr Liebe zum Detail wäre bei den Plastikknöpfen an der Mittelkonsole angebracht gewesen.

Nachbessern sollte Subaru aber für unser Befinden vor allem bei den Türen. Sie wirken im Vergleich zu so manch anderem Kompaktwagen sowohl beim Öffnen als auch beim Schließen blechern. Überrascht hat uns zudem, dass man den Kofferraum stets mit ordentlichem Schwung schließen muss. Wer es nicht tut, wird schnell feststellen, dass entweder ein Warnhinweis im Display hinter dem Lenkrad erscheint oder das Fahrzeug beim Abschließen akustisch darauf hinweist, dass der Kofferraum nicht richtig geschlossen ist.

Wiederum positiv zu bewerten: Um das Auto zu öffnen, reicht es aus, an den Türgriffen zu ziehen, wenn man sich mit dem Schlüssel in der Tasche neben dem Fahrzeug befindet. Außerdem an Bord der Platinum Ausführung: eine elektronisch geregelte Berg-Anfahrhilfe, ein elektrisches Glasschiebedach und LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht. Eine 2-Zonen-Klimaautomatik darf auch nicht fehlen.

Subaru Impreza e-Boxer 2021 Test
Allradantrieb und Mild-Hybrid-Technologie zeichnen den Subaru Impreza in der e-Boxer-Ausführung aus.

Subaru Impreza: Der Preis

Den Subaru Impreza e-Boxer kannst du in zwei Varianten kaufen. In der Trend-Ausführung steht der Wagen losgelöst von etwaigen Rabatten ab 29.990 Euro beim Händler. Für 3.000 Euro mehr kannst du dir die besser ausgestattete Platinum-Version sichern. Der Impreza ohne Mild-Hybrid-Antrieb steht schon zu Preisen ab 22.990 Euro zur Verfügung. Er verfügt dann aber nur über 84 kW (114 PS) Leistung und ist maximal 180 km/h schnell. Trotzdem fällt der Unterschied zwischen „normaler“ Motorisierung und dem Hybrid-Antrieb für unseren Geschmack zu hoch aus.

Bildquellen

  • Subaru Impreza Navigationssystem: Hayo Lücke / inside digital
  • Subaru Impreza e-Boxer Motor: Hayo Lücke / inside digital
  • Subaru Impreza e-Boxer Mild-Hybrid-Ersparnis: Hayo Lücke
  • Subaru Impreza Eyesight: Hayo Lücke / inside digital
  • Subaru Impreza e-Boxer 2021 Lenkrad: Hayo Lücke / inside digital
  • Subaru Impreza e-Boxer Kofferraum: Hayo Lücke / inside digital
  • Subaru Impreza e-Boxer 2021 Test: Hayo Lücke / inside digital
  • Subaru Impreza e-Boxer 2.0ie Test: Hayo Lücke / inside digital
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Gute Nachrichten für all diejenigen, die mit ihrem E-Auto gerne auch abseits deutscher Grenzen unterwegs sind. Die Lade-Flatrate von Elvah steht ab sofort nicht mehr nur in Deutschland zur Verfügung. Das Angebot an nutzbaren Ladesäulen wird kräftig aufgestockt.

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