Devolo, eigentlich bekannt für seine Powerline-Adapter, hat mit dem BE6500 ein WiFi-7-Mesh-System auf den Markt gebracht, das sich klar an normale Haushalte richtet. Das Ziel: gutes WLAN ohne tiefes technisches Wissen zum fairen Preis. Dabei ist das Mesh-System grundsätzlich interessant für Wohnungen, die WLAN über mehrere Etagen oder durch schwierige Wände bringen wollen. Auch größere Wohnungen, bei denen der DSL- oder Glasfaseranschluss nicht mittig, sondern am Randbereich liegt, gelten als Zielgruppe. Konkret bekommst du ein vorkonfiguriertes Set, das ohne App-Zwang startet und später bei Bedarf mehr Einstellungen bietet. Im Prinzip reicht aber eines, was viele Nutzer glücklich machen dürfte: auspacken, anschließen, nutzen.
Schlank, dezent, unauffällig: So unaufdringlich sind die WLAN-Sender
Devolo liefert das Set in einer Pappverpackung mit Pappbanderole. Plastik gibt es nicht. Der Karton lässt sich ohne Messer öffnen. Im Inneren liegen drei Mesh-Stationen, drei Netzteile, drei Netzwerkkabel, Anleitung und Garantieunterlagen. Alle drei Geräte sind gleich groß (175 x 118 x 72 mm) und verfügen über die gleiche Bauform. Sie sind schlank, dezent und unauffällig. Der Controller – also der Hauptrouter des Sets – ist nur über einen Aufkleber markiert. Das ist wichtig, weil das Admin-Passwort für den Controller nur auf diesem Gerät steht. Ansonsten wirken die Stationen bewusst einheitlich. Den Controller zu erkennen, ist kein Problem: Er befindet sich in der Mitte der Box.

Jede Station bietet vier Ethernet-Anschlüsse. Einer davon arbeitet mit 2,5 Gbit/s, drei weitere mit Gigabit. Beim Controller dient der schnelle Port als WAN-Anschluss zum Modem oder vorhandenen Router. Ein Modem steckt nicht im Devolo-System. Für DSL, Kabel oder Glasfaser brauchst du also weiterhin passende Hardware davor, die du sowieso meistens vom Internetanbieter bekommst.
Einrichtung ohne Umwege
Der wichtigste Punkt im Test ist die Einrichtung. Und hier liefert Devolo ab. Controller einstecken, Netzwerkkabel mit dem Internetanschluss verbinden, WLAN per Handy oder Laptop suchen, Passwort von der Unterseite des Controllers eingeben, fertig. Schon bist du über das neue WLAN online. Alternativ gibt es auch eine WPS-Taste, die sogar das Eingeben des Passworts erspart. Gerade, wenn du deine bestehenden WLAN-Geräte auf das neue System wechseln willst, ist das eine echte Erleichterung. Das alles funktioniert ohne App. Eine LED auf der Vorderseite informiert über den aktuellen Status des Gerätes.
Direkt nach dem Start tauchen zwei WLAN-Netze auf. Eines trägt die normale Kennung, das zweite zusätzlich den Hinweis MLO. MLO steht für Multi Link Operation. WiFi 7 kann damit mehrere Funkverbindungen parallel nutzen. Laut Devolo nutzt das Mesh dadurch beide aktiven Frequenzen für die Kommunikation zwischen den Netzwerkknoten.
Marktdaten
| UVP | 149,90 € |
| Anschluss-Art | jede Anschlussart (kein Modem eingebaut) |
| Besonderheiten | Frequenzbänder: 2,4GHz + 5GHz Dual Band oder 2,4GHz + 6GHz Dual Band |
Daten
| LAN-Anschlüsse (10 Gigabit/s) | nein |
| LAN-Anschlüsse (2,5 Gigabit/s) | 1 |
| LAN-Anschlüsse (Gigabit/s) | 3 |
| Frequenz |
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| WLAN-Standard |
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| WLAN-Datenrate (brutto) | 6.500 Mbit |
Im Auslieferungszustand funkt das System zunächst über 2,4 und 5 GHz. 6 GHz mit 320 MHz Bandbreite lässt sich alternativ nutzen. Das ist wichtig, weil das BE6500 kein klassisches Triband-System ist. Es arbeitet entweder mit 2,4 und 5 GHz oder mit 2,4 und 6 GHz. Für viele Haushalte ist das völlig ausreichend, denn Endgeräte mit 6 GHz sind noch längst nicht in jedem Haushalt vorhanden. Wer maximale Funkreserven erwartet, sollte diesen Punkt aber kennen. Mit WiFi 7 hast du dennoch den aktuellsten WLAN-Standard im Haus, der auch mit älteren Geräten zurechtkommt.
Im Test haben wir das Devolo-System mit einer 300-Mbit/s-Glasfaserleitung verbunden. Das Test-Handy verbindet sich über 5 GHz und zeigt eine Bruttodatenrate von 2.882 Mbit/s. Das ist kein echter Nutzwert, aber ein guter Hinweis: Für jeden normalen Internetanschluss reicht das aus. Bis zu 6.500 Mbit/s brutto sollen laut Hersteller möglich sein, wenn man die maximalen WLAN-Geschwindigkeiten aller Frequenzen zusammenzählt. Auch später im Test konnten wir bei normaler Internetnutzung keine Einschränkungen feststellen. Wer allerdings regelmäßig große Datenmengen im Heimnetz verschiebt, etwa zu einem NAS, sollte eher ein echtes Triband-System prüfen. Dort stehen mehr Funkreserven zur Verfügung. Allerdings zahlst du für diese Sets im Dreierpack auch wesentlich mehr.

Mesh über mehrere Etagen
Spannend ist der Test über zwei Etagen. Denn Fußbodenheizung und Stahlbeton gelten gemeinhin als die natürlichen Feinde eines WLAN. Das Setting: Der Controller steht im ersten Stock, angeschlossen an das Glasfasermodem. Ein Stockwerk tiefer kommen in diesem Aufbau vom WLAN des Controllers noch etwa 150 Mbit/s aus dem Internet an. Das ist angesichts der Umstände ordentlich. Doch dieser Wert soll nur als Referenz dienen, bevor wir den ersten Mesh-Repeater in Betrieb nehmen. Denn der lag bis jetzt noch in der Verpackung.
Diesen Erweiterungs-Satelliten stellen wir ins Treppenhaus. Dort, wo das WLAN des Controllers noch gut empfangen wird. Denn das ist der richtige Standort für einen Mesh-Knoten – nicht erst dort, wo das WLAN schon schlecht ist. Es braucht keinen Tastendruck, keine App und keine Weboberfläche. Nach einigen Minuten Wartezeit hat das komplette Stockwerk WLAN – dann wieder mit 300 Mbit/s aus dem Internet. Genau das ist im Alltag entscheidend. Das Mesh soll nicht Rekordwerte anzeigen, sondern Funklöcher schließen und stabile Leistung zu einem guten Preis liefern.
App und Weboberfläche
Die Devolo Home Network App ist schnell eingerichtet. Wichtig dabei: Notwendig zur Nutzung ist sie nicht. Sie zeigt Internet, Controller, Satelliten und verbundene Geräte. Du erkennst auch, mit welchem Knoten dein Handy gerade verbunden ist. Für den Alltag reicht das. Bei tieferen Details merkt man aber, dass Devolo hier und da noch nachbessern muss. Eine Anzeige für Up- und Downloadgeschwindigkeiten zwischen den Devolo-Geräten zeigte im Test dauerhaft 0,0 Mbit/s. Devolo hat auf Nachfrage erklärt, dass diese Anzeige mit einem der nächsten Updates funktionieren soll.
Auch die Platzierungshilfe sollte noch genauer werden. Die App empfahl, einen Satelliten im Treppenhaus weiter vom Controller zu entfernen. Im Test sank dadurch die Signalstärke von 50 auf 46 Prozent. Auch die nutzbare Datenrate ging zurück. Denn damit haben wir den Verstärker quasi ins Funkloch gestellt. Devolo will diesen Punkt ebenfalls überarbeiten.
Das nimmt dem guten Grundkonzept aber wenig. Denn das System funktioniert auch ohne diese Zusatzanzeige. Für normale Nutzer wäre nur eine klarere Bewertung hilfreich. Ein einfaches „guter Standort“ oder „besser näher platzieren“ wäre verständlicher als technische Werte in dBm, die sich in der Weboberfläche des Routers auslesen lassen.
Apropos: Diese findest du über einen angeschlossenen Rechner im Browser unter der Adresse 192.168.7.1. Dort findest du Status, Basiseinstellungen und erweiterte Einstellungen wie IPv6-Einstellungen, Gast-WLAN und Einstellungen zu einem optional nutzbaren separaten WLAN-Netz für Smart-Home-Geräte.

Irritierend: Beim ersten Aufruf erscheint eine Browsermeldung zur unsicheren Verbindung. Das erklärt Devolo mit selbstsignierten Zertifikaten. Technisch ist das nachvollziehbar. Die Verbindung ist verschlüsselt, nur das Zertifikat stammt nicht von einer öffentlichen Zertifizierungsstelle. Für weniger erfahrene Nutzer wäre eine einfacherer Erklärung trotzdem hilfreich. Hier geht es weniger um Sicherheit als um Vertrauen beim ersten Aufruf.
Was schon passt und was noch kommt
Gast-WLAN, Firewall und grundlegende Netzwerkeinstellungen sind vorhanden. Kindersicherung, WLAN-Zeitschaltung und VPN tauchten zum Testzeitpunkt weder in der App noch in der Weboberfläche auf, gelten aber als Features des Sets. Sie sollen mit einem der nächsten Updates kommen. Wer diese Funktionen sofort braucht, sollte vor dem Kauf den aktuellen Firmware-Stand prüfen.
Positiv fällt der Stromverbrauch auf. Der Controller liegt im normalen Betrieb bei etwa 6,3 Watt. Unter Last durch einen Speedtest steigt der Wert auf rund 7,5 Watt. Danach fällt er wieder zurück. Gemessen wurde mit aktivem WLAN, verbundenem Handy und verbundenem Mesh-Satelliten. Ein Repeater braucht 5,5 Watt im Standby, 7,5 Watt unter Last. Insgesamt angenehm stromsparend.
Im Betrieb funktionierte das WLAN-Mesh absolut störungsfrei. Durch Features wie Band Steering, bidirektionales Multi-User-MIMO und Multi-Link Operation kümmert sich das devolo System um guten WLAN-Empfang für jedes Endgerät - auch wenn du dich in deiner Wohnung bewegst.
Fazit: Einfaches Mesh mit guter Basis

Das Devolo WiFi 7 Mesh BE6500 überzeugt vor allem dort, wo es für viele Nutzer zählt. Es ist schnell ausgepackt, schnell online und erweitert das WLAN spürbar. Besonders die automatische Einbindung der Satelliten macht einen guten Eindruck.
Die Hardware wirkt sinnvoll kalkuliert. Drei kompakte Stationen, viele Ethernet-Anschlüsse, ein 2,5-Gbit-Port pro Gerät und moderater Stromverbrauch ergeben ein rundes Paket für typische Haushalte. So lässt sich, wenn der Standort passt, beispielsweise der Smart TV direkt per LAN an den Repeater anschließen, was das WLAN deutlich entlastet. Die Software braucht an einigen Stellen noch Feinschliff. Devolo hat mehrere Verbesserungen bereits angekündigt. Im Alltag stört das weniger, wenn du vor allem besseres WLAN willst und keine tiefen Routerfunktionen brauchst.
Damit ist das Devolo WiFi 7 Mesh BE6500 eine gute Wahl für Nutzer, die ein modernes Mesh-System mit einfacher Einrichtung suchen. Wer maximale WiFi-7-Ausstattung, echtes Triband oder viele Spezialfunktionen erwartet, sollte vergleichen. Wer aber vor allem WLAN ohne Bastelarbeit für Internetanschlüsse mit Gigabit-Geschwindigkeit will, ist hier nah am Ziel. Denn eines ist nach dem Test klar: Einfacher als auspacken, anschließen und nutzen geht es bei einem Mesh-System nicht. Mit 399,90 Euro für das getestete 3er-System oder 279,90 Euro für das 2er-System ist der Preis auch sehr fair gestaltet. Sollte dir das nicht reichen: Weitere Extender gibt es für 149,90 Euro. Drei Jahre Garantie sind inklusive.





