Tagesgeld-Vergleich: Wo es jetzt die meisten Zinsen gibt

Wer heute einen Tagesgeld-Vergleich aufruft, sieht Zinssätze von mehr als vier Prozent und übersieht dabei fast zwangsläufig die Fußnote. Die Europäische Zentralbank hat am 10. September den Einlagensatz von 2,25 auf 2,50 Prozent angehoben. Es ist die zweite Erhöhung in diesem Jahr, sie gilt seit dem 16. September 2026. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt seitdem bei 2,65 Prozent, die Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,90 Prozent. Banken bekommen also mehr Geld dafür, überschüssige Mittel über Nacht bei der Notenbank zu parken. Einen Teil davon geben sie weiter. Nur eben nicht an jeden. Und nicht dauerhaft. Inzwischen werben sieben Anbieter mit vier Prozent oder mehr, fast alle für ein paar Monate und ausschließlich für Neukunden.

Welche Bank zahlt im Tagesgeld-Vergleich die meisten Zinsen?

Der Spitzenzins im aktuellen Tagesgeld-Vergleich liegt weiterhin bei 4,25 Prozent pro Jahr, gezahlt von Revolut. Er gilt vier Monate, nur für Neukunden und nur bis 25.000 Euro. Außerdem gilt er nur, solange du nach den ersten 30 Tagen alle 30 Tage mindestens dreimal mit der Revolut-Karte bezahlst, jeweils ab fünf Euro. Danach zahlt das kostenlose Standard-Konto 2,25 Prozent auf die ersten 5.000 Euro und 1,25 Prozent auf alles darüber. Bei 10.000 Euro liegt man damit nach einem Jahr rund 30 Euro hinter der Bigbank, die mit 4,15 Prozent weniger verspricht und danach mehr zahlt. Und das, obwohl man sich für den vermeintlich besten Anbieter entschieden hat.

Stand dieses Vergleichs: 7. Oktober 2026. Zinssätze: Angaben der Anbieter. Anlagesumme 10.000 Euro. Wir aktualisieren diesen Ratgeber monatlich sowie nach jeder EZB-Zinsentscheidung. Nächster Termin: 29. Oktober 2026.

Diese fünf Anbieter führen den Tagesgeld-Vergleich nach beworbenem Zinssatz an:

Tagesgeldvergleich
Filter
Anlagebetrag:
Euro
Anlagedauer:
Einlagensicherung:
Vermittler einblenden:
 
  • 4,10% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 102,50 €
Ergebnis
Tagesgeld
  • 4,01% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 100,33 €
Ergebnis
Tagesgeld
  • 3,95% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 98,75 €
Ergebnis
Tagesgeld
  • 3,81% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 95,30 €
Ergebnis
Tagesgeld
  • 3,80% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 95,00 €
Ergebnis
TF Bank Tagesgeldkonto
  • 3,80% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 95,00 €
Ergebnis
  • 3,80% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 95,00 €
Ergebnis
ING
Tagesgeld (Extra-Konto)
  • 3,75% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 93,75 €
Ergebnis
Girokonto mit Guthabenzinsen
  • 3,75% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 93,75 €
Ergebnis
  • 3,61% Zinsen
  • Angebot für Neukunden
+ 90,25 €
Ergebnis

Bei allen genannten Instituten ist dein Geld über eine gesetzliche europäische Einlagensicherung geschützt, in der Regel bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Bei Revolut hat sich dabei etwas geändert: Tagesgeldkonten, die seit dem 18. August eröffnet wurden, liegen bei der Deutschen Bank als Partnerbank und fallen damit unter die deutsche Einlagensicherung. Ältere Konten bleiben bei der litauischen Revolut Bank UAB. Zur schwedischen Ikano Bank steht weiter unten ein eigener Abschnitt. Dort gilt eine andere Grenze und ein zusätzliches Risiko.

Tagesgeld-Vergleich: Warum der höchste Werbezins selten der beste ist

Fast alle Spitzenangebote sind Aktionszinsen. Sie laufen drei bis sechs Monate, danach greift der Basiszins. Zwischen den Anbietern liegen dabei mehr als anderthalb Prozentpunkte. Entscheidend ist deshalb nicht die Zahl auf dem Werbebanner, sondern was nach zwölf Monaten auf dem Konto liegt.

Wir haben es für 10.000 Euro durchgerechnet: Aktionszins für die beworbene Dauer, danach Basiszins bis zum Monat zwölf.

Der Anbieter mit dem höchsten Werbezins landet auf Platz fünf. Die Renault Bank direkt stand im September noch auf Platz zwei, hat ihren Aktionszins aber am 2. Oktober von 4,10 auf 3,50 Prozent gesenkt. Zwischen dem Ersten und dem Letzten liegen 83 Euro. Die Werbezinsen unterscheiden sich dabei um höchstens 0,75 Prozentpunkte.

→ ING erhöht Tagesgeld-Zinsen: Dieses Angebot klingt besser, als es ist

Drei Punkte solltest du deshalb vor der Kontoeröffnung prüfen:

  • Wie lange gilt der Aktionszins? Drei Monate gilt er bei Ayvens und Ikano. Vier Monate sind es bei Revolut, Bigbank, Openbank, Chase und Renault, sechs bei VW Bank und 1822direkt.
  • Bis zu welcher Summe? Revolut deckelt bei 25.000 Euro, Openbank bei 100.000 Euro und Bigbank bei 250.000 Euro. Alles darüber wird niedriger verzinst.
  • Wie oft werden Zinsen gutgeschrieben? Bei Revolut geschieht das täglich, bei Openbank und Renault monatlich. Bigbank, Ikano und 1822direkt schreiben nur einmal im Jahr gut. Häufige Gutschrift bringt dir einen Zinseszinseffekt, jährliche nicht.

Einen Sonderfall bietet derzeit die DKB. Sie zahlt vom 1. November 2026 bis zum 28. Februar 2027 4,00 Prozent auf bis zu 100.000 Euro, und das auch für Bestandskunden. Voraussetzung ist, dass das Geld zwischen dem 6. und 20. Oktober direkt von einer anderen Bank auf das DKB-Tagesgeldkonto überwiesen wird. Davor und danach gilt der reguläre DKB-Zins von 1,00 Prozent. Über zwölf Monate bleiben so rund 2,00 Prozent.

Was passiert, wenn die Aktion ausläuft

Der Durchschnitt zeigt, wie weit Werbung und Alltag auseinanderliegen. Der biallo-Index für Tagesgeld lag Ende September bei 1,81 Prozent, Mitte September waren es noch 1,74 Prozent. Der Spitzenzins liegt bei 4,25 Prozent. Diese Lücke von knapp zweieinhalb Prozentpunkten erklärt sich fast vollständig aus Neukundenaktionen, denn die jüngsten Zinserhöhungen der Banken galten beim Tagesgeld überwiegend nur für Neukunden. Wer sein Konto seit zwei Jahren führt, spürt von den beiden EZB-Entscheidungen wenig bis nichts.

Daraus folgt eine simple Routine:

  1. Enddatum des Aktionszeitraums direkt bei Kontoeröffnung in den Kalender eintragen, mit zwei Wochen Vorlauf.
  2. Zwei Wochen vorher den aktuellen Tagesgeld-Vergleich prüfen. Bei Bedarf neues Konto eröffnen, Geld überweisen, altes Konto behalten oder schließen.
  3. Tagesgeld ist täglich verfügbar, Kündigungsfristen gibt es nicht. Der Wechsel kostet dich eine halbe Stunde. Bei 10.000 Euro bringt er, gemessen am Unterschied zwischen Spitzen- und Durchschnittszins, gut 100 Euro im Jahr.

Was die EZB-Entscheidung für dein Konto bedeutet

Bis Juni 2026 lag der Einlagensatz fast ein Jahr lang bei 2,00 Prozent. Am 11. Juni hob die EZB erstmals seit September 2023 wieder an, im Juli folgte eine Pause, am 10. September der zweite Schritt.

Begründet hat die Notenbank den Schritt mit dem anhaltenden Preisdruck aus dem Nahost-Konflikt. Die Inflation dürfte länger deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent liegen. Seitdem hat sich die Lage eher verschärft. Im Euroraum lag die Inflation im September nach der Schnellschätzung von Eurostat bei 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Volkswirte hatten mit 3,6 Prozent gerechnet. Ob die EZB am 29. Oktober nachlegt, ist offen. Vor den Septemberzahlen hielten Marktmodelle eine Pause für deutlich wahrscheinlicher. Neue Projektionen veröffentlicht die Notenbank erst im Dezember. Für Sparer zeigt die Richtung kurzfristig weiter nach oben. Die für das biallo-Zinsbarometer befragten Banken rechnen allerdings damit, dass der Anstieg der Sparzinsen zum Jahresende ausläuft.

Tagesgeld-Vergleich und Inflation: Was von den Zinsen übrig bleibt

Die Inflationsrate in Deutschland lag im September 2026 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts bei 3,3 Prozent. Im August waren es 2,9 Prozent, im Juli 2,8 Prozent. Haupttreiber bleiben die Energiepreise. Sie lagen 14,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 10,5 Prozent im August. Die endgültigen Zahlen folgen am 13. Oktober.

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Die Rechnung fällt ernüchternd aus

  • Durchschnittliches Tagesgeld: 1,81 Prozent stehen 3,3 Prozent Inflation gegenüber. Das macht minus 1,49 Prozentpunkte, auf 10.000 Euro rund 149 Euro Kaufkraftverlust im Jahr.
  • Bestes Angebot nach Effektivzins: Es bringt 2,88 Prozent. Auch das liegt unter der Teuerungsrate, und zwar um 0,42 Punkte. Im September waren es noch 0,17.
  • Nach Steuern: Sobald der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist, ziehen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag weitere 0,76 Punkte ab. Aus 2,88 Prozent werden dann 2,12 Prozent.

Kein Tagesgeldkonto schlägt derzeit die Inflation, und der Abstand ist seit September größer geworden. Das ist kein Argument gegen Tagesgeld. Für den Notgroschen und für Geld, das du in den nächsten Monaten brauchst, gibt es kaum eine Alternative. Es ist aber ein Argument dagegen, größere Summen dauerhaft dort liegen zu lassen.

Einlagensicherung: Wo 100.000 Euro nicht 100.000 Euro sind

Innerhalb der EU sind Einlagen gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank abgesichert. Bei Banken außerhalb der Eurozone gilt die Summe in Landeswährung. Schwedische Banken wie die Ikano Bank aus unserer Zwölf-Monats-Rechnung sichern bis 1.150.000 schwedische Kronen ab, umgerechnet derzeit knapp über 100.000 Euro.

→ Experten-Regel: So viel Geld sollte mindestens auf deinem Konto liegen

Der Haken steckt in der Währung. Entschädigt wird in Kronen, umgerechnet zum Kurs am Tag der Insolvenz. Fällt die Krone bis dahin, sinkt der Euro-Gegenwert deiner Absicherung. Wer bewusst unter der 100.000-Euro-Marke bleibt, ist davon nicht betroffen. Wer die Grenze ausreizt, sollte einen Puffer einkalkulieren.on nicht betroffen. Wer die Grenze ausreizt, sollte den Puffer einkalkulieren.

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Achte außerdem darauf, ob du das Konto direkt bei der Bank eröffnest oder über eine Zinsplattform. Beides ist zulässig, die Abwicklung unterscheidet sich aber. Bei Plattformen läuft dein Geld über ein Konto der Partnerbank. Ähnliches gilt inzwischen für Revolut, wo neue Tagesgeldkonten bei der Deutschen Bank geführt werden.

Steuern: Freistellungsauftrag erteilen, sonst zahlst du zu viel

Zinsen sind Kapitalerträge und damit steuerpflichtig. Der Sparerpauschbetrag liegt 2026 unverändert bei 1.000 Euro pro Person, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Bis zu dieser Grenze bleiben deine Zinsen steuerfrei, vorausgesetzt, du hast bei der Bank einen Freistellungsauftrag eingerichtet. Ohne ihn führt die Bank ab dem ersten Euro 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli ab, die du dir erst über die Anlage KAP zurückholen kannst.

Zur Einordnung: Bei einem Effektivzins von 2,88 Prozent ist der Pauschbetrag eines Singles ab etwa 34.700 Euro Anlagesumme ausgeschöpft.

→ Kinderdepot bei DKB, ING und Co.: 13.384 Euro steuerfrei. Der Haken kommt mit 18

Bei ausländischen Banken kommt ein Punkt hinzu. Viele von ihnen führen keine deutsche Abgeltungsteuer ab und nehmen auch keinen Freistellungsauftrag entgegen. Dann musst du die Zinserträge selbst in der Steuererklärung angeben. Das ist kein Beinbruch, aber eine Pflicht. Wer sich den Aufwand sparen will, hat damit ein Argument für Anbieter mit automatischem Steuerabzug.

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Alternative Festgeld: mehr Zinsen, kein Zugriff

Wenn du eine Summe längere Zeit nicht brauchst, zahlt Festgeld derzeit spürbar mehr. In der Spitze liegt es als einzige der beiden Anlageformen über der aktuellen Inflationsrate, allerdings erst ab einem Jahr Laufzeit und nur knapp.

Der Preis dafür ist die fehlende Verfügbarkeit. Während der Laufzeit kommst du in der Regel nicht an dein Geld. Dazu kommt das Zinsänderungsrisiko in beide Richtungen. Wer sich jetzt zehn Jahre bindet, sichert sich das aktuelle Niveau, verpasst aber jede weitere Erhöhung. Vorsicht gilt außerdem bei Angeboten, die deutlich aus dem Rahmen fallen. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach betrügerische Festgeld-Angebote mit gefälschten Bankdokumenten.

Häufige Fragen zum Tagesgeld-Vergleich

6 Fragen
Welche Bank zahlt im Oktober 2026 die höchsten Tagesgeldzinsen?

Den höchsten beworbenen Zins zahlt Revolut mit 4,25 Prozent pro Jahr. Er ist auf vier Monate und 25.000 Euro begrenzt und an Kartenzahlungen geknüpft. Über zwölf Monate gerechnet liegt die Bigbank mit einem Effektivzins von 2,88 Prozent vorn.

Was ist der Unterschied zwischen Aktionszins und Basiszins?

Der Aktionszins gilt nur für Neukunden und nur für einen begrenzten Zeitraum, meist drei bis sechs Monate. Danach wird das Guthaben zum Basiszins verzinst, der zwischen 0,60 und 2,30 Prozent liegt.

Lohnt sich Tagesgeld bei 3,3 Prozent Inflation?

Als Parkplatz für den Notgroschen ja, als Geldanlage nur eingeschränkt. Selbst das beste Angebot liegt nach zwölf Monaten knapp unter der Inflationsrate. Für Geld, das du länger als ein Jahr entbehren kannst, zahlt Festgeld derzeit mehr.

Wie oft sollte ich das Tagesgeldkonto wechseln?

Immer dann, wenn der Aktionszeitraum endet. Bei den aktuellen Angeboten sind das drei bis sechs Monate. Tagesgeld ist täglich verfügbar, ein Wechsel kostet keine Gebühren.

Muss ich Tagesgeldzinsen versteuern?

Ja. Bis 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr (2.000 Euro bei Ehepaaren) bleiben sie über den Sparerpauschbetrag steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt. Darüber fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an.

Ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto sicher?

Innerhalb der EU greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Bei Banken außerhalb der Eurozone gilt der Betrag in Landeswährung, der Euro-Gegenwert schwankt mit dem Wechselkurs.

So vergleichen wir

Berücksichtigt werden Tagesgeldkonten mit gesetzlicher Einlagensicherung innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und deutschsprachigem Kundenzugang. Grundlage der Zinssätze sind Anbieterangaben, der Datenstand ist im Text ausgewiesen. Die Effektivzins-Berechnung ist eine eigene Modellrechnung ohne Zinseszins. Sie unterstellt einen konstanten Basiszins nach Ablauf der Aktion. Bei Anbietern mit gestaffeltem Basiszins rechnen wir mit dem kostenlosen Grundtarif und unterstellen, dass Aktionsbedingungen erfüllt werden. Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlageberatung. Er enthält Partner-Links: Schließt du über einen solchen Link ein Produkt ab, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich an den Konditionen nichts.

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