Kein Internet, kein Mobilfunk, kein Telefon: Dramatische Unwetterfolgen

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Du wohnst in Westdeutschland und hast derzeit keinen Zugriff auf Internet, Telefon oder Mobilfunk? Das Wetter dürfte ein Grund sein. Denn unter anderem die drei großen deutschen Netzbetreiber, Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland, kämpfen mit riesigen Problemen nach Starkregen.
Vodafone-Techniker im Einsatz.
Für Techniker von Vodafone, Telekom und O2 sind die Unwetterfolgen mit Schwerstarbeit verbunden.Bildquelle: Vodafone

Wer in diesen Tagen die Nachrichtenlage aus Westdeutschland verfolgt, erlebt ein waschechtes Schreckensszenario. Sintflutartige Regenfälle haben vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aus kleinen Bächen reißende Flüsse werden lassen. Binnen Minuten haben sie ganze Dörfer überflutet. Bilder aus den betroffenen Regionen zeigen teilweise mehr als deutlich: Nichts ist vor Ort mehr so, wie es früher einmal war. Und das hat teilweise auch Konsequenzen für Personen, die zwar nicht persönlich mit Schäden oder Verlusten konfrontiert sind, aber aktuell ohne Internet, Telefon und Mobilfunk und teilweise auch ohne Fernsehen auskommen müssen. Die Unwetterfolgen sind umfangreich.

O2 kämpft mit Einschränkungen

Denn in zahlreichen Flut-Gebieten haben die örtlichen Energienetzbetreiber vorsorglich den Strom abgestellt, um die Gefahr von Stromschlägen zu minimieren. Eine potenziell lebensrettende Maßnahme. Nicht nur für die Einwohner vor Ort, sondern auch für die zahlreichen, aus vielen Regionen Deutschlands herbeigeeilten Rettungskräfte. Problem: Ohne Strom funktionieren auch die Knotenpunkte und Verteilstellen für Telekommunikationsdienste nicht mehr. Zahlreiche Kabelverzweiger oder Mobilfunk-Basisstationen sind aktuell noch ohne Strom und dadurch nicht funktionstüchtig.

Eine Sprecher von Telefónica Deutschland, Muttergesellschaft der Marke O2, erklärte gegenüber inside digital: „Alle Kollegen, die verfügbar sind, arbeiten derzeit daran, die entstandenen Ausfälle zu beheben. Allerdings kämpfen unsere Techniker mit zum Teil katastrophalen äußeren Bedingungen in Form von nicht passierbaren Zuwegen.“ Das genaue Ausmaß der Störungen war für Telefónica aufgrund der Vielzahl an Störungen nach eigenen Angaben zunächst nicht identifizierbar. Man kämpfe aber vor allem mit ausgefallenen Mobilfunkanlagen, so der O2-Sprecher weiter.

Dabei ist wichtig, zu verstehen, dass in überfluteten Gebieten die Mobilfunk- und Festnetzdienste nicht flächendeckend ausgefallen sind. Sie stehen vielmehr nur punktuell nicht zur Verfügung. Wenn aber auch zentrale Netzknoten von einem Stromausfall betroffen sind, können schnell mehrere Tausend Kunden betroffen sein. Backups? Natürlich sind die in Form von Notstromaggregaten oder teilweise auch großen, angeschlossenen Akkus vorhanden. Doch nach einigen Stunden gehen auch da die Energiereserven aus. Dann können nur noch mobile Sendeanlagen helfen – aber auch die brauchen natürlich Strom; der vielerorts eben nicht zur Verfügung steht.

Unwetterfolgen auch in den Netzen von Vodafone und Telekom

Vodafone verweist in einer schriftlichen Stellungnahme ebenfalls darauf, „alles Menschenmögliche“ zu unternehmen, um seine drei Netze (Mobilfunk, DSL-Festnetz und Kabelnetz) stabil zu halten. „In einzelnen Hochwasserregionen kommt es naturgemäß zu lokalen Einschränkungen bei einzelnen Häusern, Siedlungen und Stadtteilen – etwa im Raum Köln / Aachen / Wuppertal und in der Eifel. Hier sind einzelne Technik-Standorte vom Stromnetz abgeschnitten oder durch die Wassermassen vom Vodafone-Netz abgetrennt.“ Man sei sich bewusst, „dass es nicht nur um die technische Wiederherstellung von lokalen Netzelementen geht, sondern um Kunden, die gerade in dieser besonderen Situation klare Kommunikationsbedürfnisse haben.“

Etwas konkreter wird die Deutsche Telekom. Besonders stark seinen derzeit die folgenden Regionen von den Hochwasser- und Starkregen-Ausfällen betroffen:

  • Gerolstein (Vorwahlbereich 0659x)
  • Prüm (0655x)
  • Adenau (0269x)
  • Euskirchen (0225x)
  • Bad Neuenahr / Ahrweiler (0264x)
  • Wuppertal (0202)

Eine Sprecherin der Telekom erklärte gegenüber inside digital hinsichtlich der aktuellen Unwetterfolgen: „Unsere Techniker sind mit Hochdruck dabei, sich einen Überblick über die Situation zu schaffen und gegebenenfalls zunächst auch provisorische Überbrückungslösungen zu realisieren. Allerdings sind die betroffenen Technikstandorte auch zum Teil noch nicht wieder zugänglich.“ Bilder, die die Telekom bei Twitter teilte, beschreiben die Situation eindrucksvoll.

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Wenn ein Multifunktionsgehäuse (MFG) derart heftig unter Wasser steht, kann das neben Problemen mit der Stromversorgung schnell auch Kabelabrisse oder Wasserschäden in Kabeln und in der Netztechnik zur Folge haben. Dann funktioniert schnell gar nichts mehr.

Geduld, bitte!

Und so bleibt am Ende des Tages nur die Bitte, geduldig abzuwarten, bis die Probleme beseitigt sind. Das gilt übrigens nicht nur für Kunden von Telekom, Vodafone und O2 selbst. Sondern auch für alle Nutzer von Drittanbietern, die auf die Netzinfrastrukturen der drei Netzbetreiber zugreifen. Denn auch sie stehen natürlich derzeit in vielen Regionen ohne Internet, Telefon und Mobilfunk da. Und wenn man dann auch noch wegen unterspülter Straßen und ausfallenden Zügen von der Außenwelt abgeschnitten ist, ist der persönliche Super-GAU perfekt.

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