Überraschung: Dieser Internet-Provider ist besser als Telekom, Vodafone und O2

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Regelmäßig gibt es Netztests im Mobilfunk und Festnetz. Nun hat das "PC Magazin" seinen Breitband-Test veröffentlicht. 113 Millionen einzelne Messungen sind hier in das Testergebnis eingeflossen. Der Gewinner ist eine dicke Überraschung.
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Bildquelle: Pixabay

„Der Breitband-Test des ‚PC Magazin‘ geht zurück auf ein so genanntes Crowdsourcing-Verfahren. Testpartner ist das früher als P3 bekannte Unternehmen umlaut. Das weltweit anwendbare Verfahren bezeichnet das Unternehmen als „De-facto-Industriestandard für Mobilfunk- und Festnetztests“. Dem Test kann also durchaus eine gewisse Relevanz und Abbildung der Realität unterstellt werden. Dem finalen Ergebnis liegen so auch die Daten von mehr als 520.000 Festnetz-Zugängen und über 113 Millionen Einzelmessungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Grunde.

Das „PC Magazin“ betont, dass die Zuverlässigkeit von Breitbandleitungen aufgrund von Corona so wichtig sei, wie noch nie. Arbeiten im Homeoffice, Videokonferenzen und Streamingdienste erfordern eine leistungsfähige Infrastruktur. Die entscheidende Frage lautet: Welcher Internetanbieter ist der höheren Belastung im privaten Umfeld am besten gewachsen? Das erfreuliche Ergebnis: Über 95 Prozent der Anschlüsse in Deutschland seien für die Anforderungen des Homeoffice gewappnet.

Der Gewinner ist ein Geschäftskunden-Anbieter

Erstaunlich ist dennoch, wer den Test gewonnen hat. Denn mit 1&1 Versatel handelt es sich um einen Anbieter, der sich – abgesehen von Bestandskunden – nur an Geschäftskunden richtet und diesen direkte Glasfaseranschlüsse schaltet. 1&1 Versatel wurde das erste Mal im Test berücksichtigt und gewinnt prompt. Im Privatkundenbereich arbeitet man eng mit dem Schwesterunternehmen 1&1 zusammen. Bei den Downloadraten brachten die Glasfaseranschlüsse der 1&1 Versatel im Vergleich das beste Nutzererlebnis.

Die starken Leistungen spiegeln sich auch regional wider: In Baden-Württemberg (Stadt und Land), Bayern, Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz (jeweils Land) sowie in Berlin, Sachsen und im Saarland (jeweils Stadt) schnitt der Anbieter am besten ab. Das Magazin schreibt, dass der Crowdsourcing-Test nicht zwischen Geschäftskunden- und Privatkunden-Angeboten unterscheide. Dass ein Geschäftskunden-Anbieter berücksichtigt wurde, lag daran, „dass die Verteilung und Anzahl der Anschlüsse für eine valide Bewertung ausreichte“.

Platz 2 geht an die Deutsche Telekom

Deutlich mehr Anschlüsse hat umlaut bei der Deutschen Telekom messen können. Über 55 Prozent der 133.000 deutschlandweit geprüften Internetzugänge in ländlicheren Gebieten stellt der Vorjahresgewinner und diesjährige Zweitplatzierte.

Insgesamt konnte sich die Telekom gegenüber dem Vorjahr verbessern. Gleiches gilt auch für die mit geringen Abständen folgende überregionale Konkurrenz. Vodafone zeigte sich wie erwartet durch die Übernahme der Unitymedia-Kabelnetze gestärkt. Im Bundesländervergleich hatte der Drittplatzierte in Bremen die Nase vorn, außerdem knapp in Niedersachsen (Stadt) und im Saarland (Land).

Telefónica (O2) festigte seine starke Position in städtischen Gebieten mit der besten Performance in den Bayern, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Die Testergebnisse im Einzelnen

  • 1&1 Versatel, 947 Punkte (max. 1000), Testurteil: sehr gut, Platz 1
  • Deutsche Telekom, 893 Punkte, Testurteil: sehr gut, Platz 2
  • Vodafone, 885 Punkte, Testurteil: sehr gut, Platz 3
  • Telefónica/O2, 879 Punkte, Testurteil: sehr gut, Platz 4

Regionale Anbieter mit hervorragenden Ergebnissen

Außerhalb größerer Städte bleibt Wilhelm.tel mit der insgesamt höchsten Punktzahl im Bundesländervergleich in Schleswig-Holstein die Nummer eins. In den ländlicheren Gebieten Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens triumphierte Deutsche Glasfaser. Auch hier gab es Spitzenergebnisse in der Punktewertung. Zudem boten die Webzugänge der Tele Columbus, die unter der Marke Pÿur bekannt sind, in Sachsen-Anhalt, Brandenburg (Stadt) und Sachsen (Land) das beste Nutzererlebnis.

Nur der Vollständigkeit halber ein Blick nach Österreich und in die Schweiz. Hier haben Magenta (Österreich) und sunrise (Schweiz) den Test gewonnen.

Es gibt auch Kritik

Alles im grünen Bereich also? „Nein“, sagen die Tester. „Denn die Bandbreiten, die das Gros der Kunden erhält, sind absolut ausbaufähig.“ Die Glasfaser müsse künftig auch in der Fläche schneller zu den Kunden kommen. Einschränkungen ergeben sich auch oft, wenn sich Familienmitglieder Anschlüsse teilen und Netflix in Konkurrenz zum Homeoffice tritt. Das Fazit der Tester: „Eine gute Grundversorgung in der Fläche ist wichtiger als Spitzendatenraten in den Städten. Hier ist noch Potenzial zur Verbesserung vorhanden.“

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