Telekom & Vodafone: Verbot für bessere LTE-Netze?

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Es war die Überraschung des Jahres beim Netzausbau: Telekom und Vodafone wollen zusammenarbeiten und 4.000 Standorte gemeinsam nutzen. Das würde besseres Netz für die Kunden bedeuten. Doch die Zusammenarbeit könnte am Kartellamt scheitern.
Telekom und Vodafone teilen sich das Netz
Telekom und Vodafone teilen sich das NetzBildquelle: Pixeabay / inside digital

Wie das Handelsblatt berichtet, prüft das Kartellamt derzeit, ob durch eine solche Kooperation andere Netzbetreiber benachteiligt werden. Offenbar gibt es Bedenken. Dabei geht es natürlich um O2, aber auch um die noch nicht gestartete 1&1 Drillisch. Bei dem Deal zwischen Telekom und Vodafone geht es um den Neubau von Sendemasten. Jeder der Anbieter will 2.000 Sender bauen und sie selbst nutzen. Gleichzeitig soll der Mast auch dem Mitbewerber zur Verfügung stehen.

Besteht die Gefahr der Abschottung?

Anders als sonst, wo ein Netzbetreiber seine Antennen auf den Mast eines anderen stellt, teilen sich die Anbieter hier auch die aktive Technik und die Antennen. Das macht den Deal einerseits einzigartig, gleichzeitig, aber auch prüfenswert. Denn andere Anbieter könnten auf diesem Weg von vergleichbaren Deals sowie den Sendern ausgeschlossen werden. Das sei ein Wettbewerbsnachteil. Kartellamts-Präsident Andreas Mundt nimmt im Gespräch mit dem Handelsblatt das Wort „abschotten“ in den Mund.

Ob die Prüfung beim Kartellamt am Ende in einer Untersagung der Zusammenarbeit mündet, muss man abwarten. Denn generell begrüße die Behörde Kooperationen zur Verbesserung der Netzabdeckung. Auf Anfrage der Zeitung hat sich von den Mobilfunkanbietern nur Vodafone zu Wort gemeldet. Demnach sei die technische Ausgestaltung der Mitnutzung so komplex, dass sie nur bilateral und nicht grundsätzlich anwendbar ist. Es stehe aber anderen Anbietern frei, ähnliche Abkommen zu treffen. Mit O2 sei man auch schon in „intensiven Gesprächen“.

Darum geht es beim Deal zwischen Telekom und Vodafone

Käme das Verfahren zum Einsatz, so würde ein Telekom-Handy die betreffenden 2.000 Sendemasten von Vodafone so nutzen, als wären es Telekom-Masten. Einzig an der verwendeten Frequenz würden Profis sehen, dass kein Telekom-Mast zum Einsatz kommt. Das Verfahren kommt in Deutschland derzeit noch nicht zum Einsatz. Bislang ist üblich, dass jeder Anbieter einen Sendemast mit einer eigenen Leitung erschließt und eigene Technik aufbaut. Lediglich die Antennen werden in Einzelfällen wie in der U-Bahn oder im Stadion geteilt.

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