Snapdragon 765 vorgestellt: Das sind die neuen 5G-Mittelklasse-Prozessoren

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Qualcomm hat auf seinem jährlichen Tech Summit neue Mittelklasse-Prozessoren für Smartphones vorgestellt. Sie hören auf den Namen Snapdragon 765 und 765G. Das besondere: Beide bieten 5G-Anbindung in einem Preisbereich, in dem eher Mittelklasse-Smartphones zu erwarten sind. Doch 5G ist nicht alles, was die neuen SoCs drauf haben.
Qualcomm-Logo des Snapdragon 765 auf einem Smartphone
Qualcomm-Logo des Snapdragon 765Bildquelle: Qualcomm

Kryo-Kerne, 5G, Quick Charge 4+ und 192 Megapixel-Kameras erwartet man bisher eher in der High-End-Klasse. Die beiden neuen Prozessoren Snapdragon 765 und Snapdragon 765G bringen diese Möglichkeiten auch in die Mittelklasse.

CPU: Octa-Core mit Kryo 475

Die zentrale Recheneinheit besteht aus 8 Kryo-475-Kernen mit maximal 2,4 Ghz Taktfrequenz. Die zentrale Recheneinheit ist aber mittlerweile nur noch ein kleiner Teil der SoCs, die in der Regel in Smartphones verbaut werden. In den beiden neuen Rechnern ist unter anderem auch ein Adreno 620 verbaut. Mit Vulkan 1.1-Unterstützung soll er für Gaming-Performance beim G-Modell sorgen. Die gleiche Ausstattung besitzt der normale nicht G-Prozessor jedoch auch. Das gilt auch für alle anderen technischen Daten. Sie gleichen sich augenscheinlich in allen Bereichen.

Snapdragon 765(G): 5G für die Mittelklasse

Das eigentliche Highlight der neuen Prozessoren ist die 5G-Anbindung. Sie wird über ein recht neues Modem erreicht: den Snapdragon X52. Er bietet sub-6 Ghz Frequenzen und mmWave. Die maximalen Bandbreiten sind nicht ganz so groß wie beim Spitzenmodell Snapdragon 865, jedoch immerhin 400 und 100 Mhz bei mmWaves beziehungsweise Sub-6 Ghz. Die globale Multi-SIM-Unterstützung wurde aber vom großen Bruder übernommen. Der Upload gelingt mit maximal 1,6 GB/s per 5G und 210 Mbit/s mittels LTE. Herunterladen kannst du Daten maximal mit 3,7 GB/s beziehungsweise 1,2 GB/s über LTE.

Bluetooth ist in der Version 5.0 und WLAN mit 802.11ax-ready an Bord. Das bedeutet, Qualcomm ist hier auf dem Stand der Flaggschiffe des aktuell auslaufenden Jahres. Das kann man bei der Unterstützung der Video-Aufnahmefunktionen und der Ausgabe auf dem Display nicht ganz behaupten. Der Snapdragon 765 unterstützt bei 480 Bilder pro Sekunde bei Videoaufnahmen nur eine Auflösung von 720p. Auch nicht ganz Flaggschiff-Niveau hat die Ausgabe mit 120 Bilder/s nur bei FHD+. Will man QHD+ Displays nutzen, muss man sich mit 60 Hz begnügen. Bei externen Displays erreichen die beiden Snapdragons UHD-Auflösung mit 60 Hz.

Bilder mit fast 200 Megapixel

Die Kamera-Features sind trotz der eingeschränkten Zeitlupenfunktion dennoch beeindruckend. Besonders die Fotofeatures zeigen sich solide. Bilder mit bis zu 192 Pixeln können aufgenommen werden. Ein globaler Shutter mit einer Auflösung von 22 beziehungsweise 36 Megapixel bei Dual- beziehungsweise Single-Kameras ist möglich.

Darüber hinaus kommt der Snapdragon 765 sowohl mit Fingerabdrucksensoren als auch Iris- sowie Gesichtserkennung zurecht. Dazu kommt eine Entsperrmöglichkeit per Stimmerkennung. Eine native Steuerung eines Ultraschallsensors für Fingerabdruckerkennung unter dem Display gibt Qualcomm nicht an.

Weitere Ausstattung des Snapdragon 765(G)

Weitere interessante Ausstattungsmerkmale sind Quick Charge 4+ und Quick Charge AI, sowie die ganze Palette an Ortungsdiensten: GLONASS, GPS, Galileo, BeiDou, QZSS und SBAS sind direkt auf dem Chip vorbereitet. Hinsichtlich des Speichers gibt Qualcomm beim Snapdragon 765 (G) eine Geschwindigkeit von LPDDR4x und eine Höchstkapazität von 12 GB an. NFC und eine Display-Ansteuerung über den USB-Typ-C-Port sind in dieser Leistungsklasse schon Standard. 7Nm-Technik jedoch nicht.

Die ersten Smartphones mit dem Snapdragon 765 könnten schon auf der CES vorgestellt werden. Wann sie dann auf den Markt kommen, ist noch klar. Jedoch dürften sich die Hersteller nicht mehr lange Zeit lassen, um die ersten Smartphone mit den neuen 5G-Mittelklasse-Prozessoren von Qualcomm zu verkaufen.

Bildquellen:

  • Qualcomm-Logo des Snapdragon 765: Qualcomm
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Natürlich kann ich kein Chinesisch, Aber man fühlt sich schon recht weltmännisch, wenn die AI des neuen Snapdragon 865 loslegt und das einfache Geplapper, das man ins Mikrofon quasselt, innerhalb von Augenblicken in Schriftzeichen übersetzt, die man nicht einmal im Ansatz lesen kann. Dann hilft aber der nette Kollege und bestätigt, dass man auch das Richtige angezeigt bekommt.

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