Chipmangel bei Sony, Valve und Nintendo: Das droht Gamern jetzt

3 Minuten
Es betrifft Nintendo, Sony, Apple und Co.: Nachdem die Autoindustrie seit Anfang dieses Jahres die Auswirkungen des Chipmangels am stärksten zu spüren bekommen hat, bleibt jetzt auch die Elektronik- und Unterhaltungsbranche nicht verschont. Was bedeutet das aber für Gamer?
Apples M1-Chip
Apples eigener M1-Chip ist derzeit im MacBook Air, MacBook Pro und Mac mini zu finden.Bildquelle: Screenshot Apple

In den Produktionsstätten der Big Player der Elektrotechnik wird die Lage aktuell immer schwieriger. Produktionsverschiebungen, leere Lagerbestände und schlecht gelaunte Kunden sind nur einige der Probleme, denen sich Firmen aufgrund des weltweiten Chipmangels stellen müssen. Einen schlechteren Zeitpunkt könnte es dafür wahrscheinlich nicht geben. Die Corona-Pandemie macht es für viele Haushalte unvermeidbar technische Geräte für Homeoffice und Homeschooling zur Verfügung zu stellen. Besonders sozial schwächergestellten Menschen setzen die steigenden Preise, bei gleichzeitig sinkendem Angebot zu.

Das Problem mit den Halbleitern

Dass Chips zur Mangelware geworden sind, ergibt sich letztendlich aus vielen Faktoren, die alle zusammenspielen. Grundsätzlich benötigt die Herstellung von Chips viel Wasser. Hier beginnt die Problematik bereits. Naturkatastrophen erschüttern derzeit einige der wichtigsten Produktionsregionen, größtenteils im asiatischen Raum. Als drittgrößter Halbleiterhersteller nach Intel und Samsung, steht TSMC in Taiwan einer der schlimmsten Dürren seit vielen Jahren gegenüber. Der ausbleibende Regen lässt den Wasserstand des Speichersees Tsengwen stark sinken. Da im gesamten letzten Jahr auch kein Taifun die Region erfasste, verschlechterte sich die Lage zunehmend. Als schwierig gestaltet sich so auch die Übernahme TSMCs an der Prozessorproduktion von Intel. An anderen Standorten wie China erschweren Überschwemmungen und Trockenheitsperioden die Herstellung von wichtigen Bestandteilen wie Rohsilizium. Deutlich wird also, dass die gesamte Branche betroffen ist.

Zu diesen Ereignissen kommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie hinzu. Kurzarbeit in den Fabriken hält die Produktion auf. Der Transport von Bauteilen verzögert sich, genauso wie die Lieferung an die eigene Haustür. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach neuen Produkten, angefeuert durch den Vorantrieb des Ausbaus der Digitalisierung. Alte Geräte müssen an aktuelle Standards angepasst werden, jedoch sorgt im „Social Distancing“ ebenfalls der Wunsch nach neuen Spielen egal ob auf der Konsole, dem Smartphone oder Laptop, für höhere Verkaufszahlen und damit einen weiteren Grund für den Chipmangel. Die Nachfrage nach Chips treibt die gesamte Branche in die Knie.

Was jetzt auf Gamer zukommt

Die Effekte auf Videospiel-Hersteller, machen sich deutlich bemerkbar. Für Marktführer wie Sony sollten sich die Entwicklungen in der Pandemie finanziell positiver denn je widerspiegeln. So ist die PS5 erst im November letzten Jahres auf den Markt gekommen. Allerdings warten vereinzelt Kunden bis heute auf ihre Geräte. Die Lagerbestände leeren sich von Tag zu Tag schneller. Ein Liefernachschub könnte sich mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum nächsten Jahr hinauszögern.

Auch bei der Konkurrenz sieht es nicht anders aus. So bestätigte Shuntaro Furukawa, der Präsident von Videospiel-Hersteller Nintendo, der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei zufolge, dass bald „die Möglichkeit von Engpässen“ bestehe und dass sich Einzelhändler in einigen Fällen nicht ausreichend auf Bestellungen vorbereiten können. Denkbar ist in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Beeinträchtigung der Produktion einer Switch Pro, welche Spekulation zufolge im Wintergeschäft 2021 erscheinen könnte.

Genauso wie die Switch Pro, berichten Insiderquellen über die Planung einer neue Steam Konsole des Herstellers Valve. Betroffen wäre diese vom gleichen Chipmangel. Auf schlechte Nachrichten sollten sich auch Fans von Mobile- und PC-Games gefasst machen. Samsungs Produktionsstandort in Austin, Texas kämpft derzeit mit einem Wintereinbruch, der die Produktion lahm legt. Genauso muss Apple Käufer von neuen iPads und MacBooks vertrösten. Herstellen lässt das Unternehmen seine Chips nämlich teilweise bei TSMC.

Was sich daraus für Verbraucher ergibt sind steigende Preise und sinkende Bestände. Und das wird sich, wie es aussieht, in Zukunft auch nicht so schnell ändern.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL