Krebstest per Post: Spannende Idee, die bald Wirklichkeit werden könnte

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Dünger wird knapp, Krebs bleibt oft lange unentdeckt, und verletzte Sportler warten wochenlang auf Hilfe. So muss es nicht bleiben. In der neuen Folge von überMORGEN zeigen drei junge Gründungsteams, wie sie genau diese Probleme lösen wollen.
Collage auf schwarzem Hintergrund mit dem Schriftzug „Solve for Tomorrow“. Darunter vier Kreise mit einem digital dargestellten Blutstropfen, dem Podcast-Cover von überMORGEN mit der Moderatorin, einem Traktor auf einem grünen Feld von oben und einem Smartphone mit Trainings-App vor einem Hürdenläufer auf einer roten Laufbahn.Mit KI verändertes Bild
Dünger aus der Luft, Krebsfrüherkennung per Bluttest und eine App gegen Sportverletzungen. Diese drei Ideen haben bei Solve for Tomorrow 2026 gewonnen.Bildquelle: inside digital

In der neuen Folge von überMORGEN spricht Host Johanna mit drei Gewinnerteams des Innovationswettbewerbs „Solve for Tomorrow“ von Samsung. Zu Gast sind Felicia Kloss und Head of Science Tim Kurte von Air2Growth, Bioinformatiker Sajad Hawari und Wirtschaftsstudentin Julia Kuzminova vom Cancer EarlySignal Lab sowie Physiotherapeut und Gründer Henry Sievers von Trainback.

Mehr als 150 Teams haben sich 2026 beworben. Nach Workshops, Mentoring und einem großen Finale stehen drei Sieger fest. Sechs Monate lang werden sie nun begleitet, damit aus ihren Prototypen echte Lösungen werden.

Dünger aus CO₂ für Gewächshäuser

Air2Growth hat den ersten Platz geholt. Die Idee klingt fast nach Science Fiction. Das Gerät saugt Umgebungsluft an und filtert das CO₂ heraus. Damit füttert es eine Mikroalge, die so deutlich schneller wächst. Zum Schluss öffnet Ultraschall die Zellwände der Algen, und heraus kommt fertiger Dünger. Entstanden ist das Projekt bei einem Jugendwettbewerb. Einige im Team stammen aus Familien mit landwirtschaftlichem Hintergrund. Sie wissen deshalb, wie abhängig Betriebe von Lieferketten sind. Außerdem verursacht die klassische Herstellung von Kunstdünger viel CO₂.

Stell dir eine Box in der Größe eines kleinen Kühlschranks vor. Sie steht im Gewächshaus und arbeitet weitgehend von selbst. Du öffnest nur noch unten ein Fach und nimmst den Dünger heraus. Geplant sind rund 3.000 Euro pro Gerät. Alle zwei Monate kommt ein Refill mit Wasser und Nährstoffen dazu. Zunächst richtet sich das Team an Gewächshausbetriebe mit 20 bis 40 Hektar, denn dort enthält die Luft ohnehin mehr CO₂. Bis Dezember soll der komplette Prototyp stehen. Dafür fließen auch die 10.000 Euro Preisgeld. Im Frühjahr starten dann die ersten Pilotprojekte auf echten Höfen.

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Krebsfrüherkennung per Bluttest von zu Hause

Die Idee zum Cancer EarlySignal Lab kam Sajad Hawari in einer Vorlesung über künstliche Intelligenz. Krebszellen brauchen zum Wachsen Nährstoffe, und die liefert das Blut. Deshalb hinterlassen sie dort feine Veränderungen, sogenannte Biomarker. Eine KI soll diese Spuren erkennen. Getestet wird allerdings nicht nur einmal, sondern alle drei bis sechs Monate. So entsteht ein persönlicher Verlauf statt eines starren Grenzwerts. Den Anfang macht Brustkrebs, denn jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Wird er früh entdeckt, sind die Heilungschancen sehr gut.

Der Ablauf soll so einfach sein wie ein Blutzuckertest. Du pikst dir abends in den Finger und gibst ein paar Tropfen auf eine Karte. Danach steckst du sie in einen Umschlag und wirfst ihn am nächsten Morgen in den Briefkasten. Davon könnten vor allem Frauen profitieren, die keine Zeit für die Mammografie finden oder weit entfernt vom nächsten Zentrum wohnen. Noch steht das Projekt aber ganz am Anfang. In den kommenden Monaten will das Team Kontakte zu Ärztinnen, Forschenden und Kliniken knüpfen. Zudem sollen passende Biomarker gefunden und wissenschaftlich geprüft werden. Sajad denkt dabei an seine Mutter und seine Schwester. Sein großer Traum ist, dass ihn eines Tages jemand anspricht und sagt, dass er dank des Tests noch lebt.

Sportverletzungen vermeiden mit der App Trainback

Bei Trainback ist das Produkt schon im Alltag angekommen. Henry Sievers erlebte während seiner Ausbildung, wie Patienten von Sportverletzungen sechs bis acht Wochen auf einen Termin warten mussten. Zu Hause griff er zu Stift und Papier und entwarf einen digitalen Rehaplan. Die App programmierte er anschließend komplett selbst. Aus dem ursprünglichen Namen Comeback wurde später Trainback. Sportvereine wünschten sich nämlich, dass Verletzungen gar nicht erst entstehen. Deshalb liegt der Fokus heute auf gezieltem Athletiktraining zur Prävention.

Screenshot der Website von TrainBack mit zwei Smartphones, auf denen die App geöffnet ist. Ein Display zeigt die Trainerübersicht mit Spielern und zugewiesenen Übungen, das andere die offenen und erledigten Übungen eines Spielers. Daneben stehen die Überschrift „Athletikmanagement für Sportvereine“ und Download-Buttons für App Store und Google Play.
Mit TrainBack erstellt das Funktionsteam eines Vereins individuelle Trainingspläne. Die Spielerinnen und Spieler haken ihre Übungen direkt in der App ab.

Trainer und Spieler bekommen jeweils einen eigenen Zugangscode. Wie in einem Onlineshop wählt das Trainerteam Übungen aus über 500 Vorlagen mit Videos aus. Danach weist es sie einzelnen Spielern zu. Eigene Übungen samt Video lassen sich ebenfalls hochladen. Auf dem Smartphone sehen Sportlerinnen und Sportler ihre Aufgaben für den Tag und haken sie ab. So weiß das Team sofort, wer trainiert hat. Mehr als 1.000 Menschen haben frühe Versionen bereits getestet. Inzwischen ist sogar ein Basketballteam aus der ersten Bundesliga dabei. Den Menschen ersetzen soll die App übrigens nie, sondern ihn im Alltag entlasten.

Drei Ideen, ein gemeinsames Ziel

Air2Growth will CO₂ vom Problem zum Rohstoff machen. Das Cancer EarlySignal Lab arbeitet daran, Krebs früher zu erkennen. Trainback bringt Unterstützung direkt aufs Handy von Sportlerinnen und Sportlern. Vor allen drei Teams liegt nun dieselbe Aufgabe. Aus einer guten Idee muss etwas werden, das funktioniert und von Menschen angenommen wird.

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