Neue MacBooks von Apple: Die spannendsten Notebooks der letzten Jahre

6 Minuten
"Eine Sache noch" war Apples Motto des heutigen Abends. Nach dem iPad-Event im September und dem iPhone-Event im Oktober gab es heute neue Mac-Rechner zu sehen. Diese Notebooks stellen einen Beginn einer neuen Ära bei Apple dar und könnten auch für andere Hersteller wegweisend sein.
Bildquelle: Screenshot Apple

Denn: Das neue MacBook Air, MacBook Pro und Mac Mini sind die ersten Computer mit Apples eigenen Prozessoren. Zum ersten Mal verlässt man sich nicht mehr auf andere Hersteller wie Intel, sondern setzt wie bei iPhone und iPad auf selbst entwickelte Prozessoren. Diese basieren auf der ARM-Architektur und bringen einige Vorteile gegenüber klassischen PC-Prozessoren mit.

Apple hat bereits viele Jahre Erfahrung im Bau von Smartphone-Prozessoren. Seit dem iPhone 4 verbaut man die eigenen Chips in seinen Smartphones und Tablets. Mit dem Schritt, eigene Prozessoren auch in MacBooks einzusetzen ermöglicht Apple lüfterlose Geräte mit einer deutlich besseren Akkulaufzeit. Dadurch, dass man nicht mehr auf andere Firmen bei der Entwicklung angewiesen ist, ist Apple nicht mehr von deren Liefersituation abhängig und kann langfristiger planen. Zudem bringen die eigenen Chips Vorteile im Bereich Sicherheit.

Der neue Apple-Prozessor: M1

Apple M1 nennt sich der neue Chip, der sich in allen am Dienstag neu vorgestellten Macs befindet. Der Prozessor ist wie der Apple A14 aus dem iPhone 12 im 5-Nanometer-Verfahren gefertigt und kommt mit acht Kernen daher. Laut Apple soll er die beste Single-Core-Performance überhaupt bieten. Die integrierte Grafik-Einheit ist ebenfalls mit acht Kernen ausgestattet und soll laut Apple leistungsstärker als jede andere integrierte Grafik-Lösung sein.

Apples neuer M1-Prozessor
Apples neuer M1-Prozessor

Die neue MacOS-Version „Big Sur“ ist komplett auf den neuen Prozessor und seine veränderte Architektur angepasst. Da Mac, iPad und iPhone nun auf dieselbe Prozessor-Architektur setzen, ist es auch möglich, iPhone- und iPad-Apps auf dem Mac zu verwenden. Solange die jeweiligen Entwickler der Apps dies nicht explizit ablernen, stehen die iPhone-Apps zukünftig auch im Mac-Appstore zur Verfügung. MacOS Big Sur steht ab Donnerstag zum kostenfreien Download bereit.

MacBook Air

Das erste Notebook mit Apples M1 Chip ist das MacBook Air. Äußerlich bleibt das kompakte 13 Zoll Notebook unverändert. Im Inneren hat sich jedoch einiges getan. Dank der geringeren Wärmeentwicklung des Apple M1 Prozessors kommt das neue MacBook Air nun wie ein iPhone oder iPad ohne Lüfter aus. Dadurch arbeitet das MacBook Air komplett geräuschlos. Egal wie stark der Prozessor belastet wird. Apple verspricht eine bis zu 3,5 Mal höhere Leistung im Vergleich zum Vorgänger.

Äußerlich unverändert: Das neue MacBook Air
Außerlich unverändert: Das neue MacBook Air

Ein weiterer Vorteil ist die deutlich längere Akkulaufzeit. Ganze 15 Stunden soll das MacBook Air beim Surfen im Web durchhalten, bevor es wieder an die Steckdose muss. Beim Vorgänger gab Apple eine Laufzeit von 11 Stunden an. Bei der Video-Wiedergabe sind 18 statt zuvor 12 Stunden möglich.

Das neue MacBook Air ist ab sofort bestellbar und wird in einer Woche ausgeliefert. Die Preise beginnen bei 1100,50 Euro.

MacBook Pro

Auch die 13-Zoll-Version des MacBook Pro bekommt den neuen Apple M1 Prozessor verpasst. Apple verspricht eine bis zu 2,8 Mal so hohe CPU-Leistung wie beim Vorgänger. Diese Zahlen sind jedoch wenig aussagekräftig.

Deutlicher ist hier die längere Akkulaufzeit. So gibt Apple eine maximale Akkulaufzeit von 20 Stunden bei der Videowiedergabe an. Beim direkten Vorgänger waren es noch 10 Stunden. Damit ermöglicht der neue Chip eine Verdopplung der Akkulaufzeit. Beim Surfen im Web sind 17 Stunden statt 10 Stunden drin.

Optisch wurde das MacBook Pro ebenfalls nicht überarbeitet. Sogar ein Lüfter ist weiterhin vorhanden, um den neuen Chip bei hoher Belastung kühlen zu können.

Das neue MacBook Pro 13"
Das neue MacBook Pro 13″

Das neue MacBook Pro ist nur in der Variante mit zwei Thunderbolt-Ports überarbeitet worden. Die teureren Modelle mit vier Thunderbolt-Anschlüssen, sowie das 16 Zoll MacBook Pro kommen weiterhin mit Intel-Prozessoren daher.

Das neue MacBook Pro mit M1-Prozessor kann ab sofort für 1412,45 Euro vorbestellt werden. Die Auslieferung erfolgt ebenfalls in einer Woche.

Mac Mini: Apples kleinster Desktop-PC

Auch Apples kleiner Desktop-PC wurde mit dem neuen M1-Chip ausgestattet. Hier verspricht Apple einen 3-fachen Leistungszuwachs. Da der Mac Mini über keinen Akku verfügt, profitiert der Desktop-PC lediglich von einer geringeren Wärmeentwicklung und dem neuen WLAN AX Funkstandard.

Mac Mini mit Apple M1 Chip
Mac Mini mit Apple M1 Chip

Bei den Anschlüssen wurden zwei der vorher vier Thunderbolt-Ports eingespart und das Gehäuse ist nun in Silber statt Spacegrau gehalten. Dafür ist der Mac Mini etwas günstiger geworden und nun bereits ab 778,85 Euro erhältlich. Bestellt werden kann ab sofort, ausgeliefert wird ebenfalls in einer Woche.

Apple hat es nicht erfunden

Apple ist nicht der erste Hersteller, der den Weg von klassischen Desktop-Prozessoren hin zu ARM wagt. So ist Windows bereits seit vergangenem Jahr auf der ARM-Plattform lauffähig und Qualcomm hat mehrere entsprechende Computer-Prozessoren im Angebot. Mit dem Microsoft Surface X und dem Samsung Galaxy Book S gibt es auch bereits zwei entsprechende Notebooks.

Aufgrund fehlender kompatibler Software und einem recht hohen Preis für die gebotene Performance konnten sich diese Modelle auf dem Markt nicht wirklich behaupten. Gerade den ersten Punk könnte Apple jedoch besser machen und der ARM-Plattform insgesamt zum Durchbruch verhelfen. So hat der kalifornische Hersteller bereits angekündigt, dass alle Apple-Programme ab sofort kompatibel mit den dem neuen Apple-Chip sind. Auch hat man mit vielen Drittherstellern zusammengearbeitet. Adobe verspricht Lightroom noch nächsten Monat in einer angepassten Variante zu veröffentlichen und Photoshop Anfang 2021.

Hier hat es Windows deutlich schwerer. Nicht einmal Microsoft selbst hat es nach über einem Jahr hinbekommen, alle eigenen Programme für die neue Plattform zu optimieren. Zudem können nur 32-Bit Programme der alten Architektur ausgeführt werden. Da Microsoft mit Windows zweigleisig fährt, hatten Entwickler schlichtweg nicht den Grund ihre Apps für die neue Plattform anzupassen. Apple hat hingegen angekündigt, in den kommenden zwei Jahren alle Macs mit eigenen ARM-Chips auszustatten.

Sind meine alten Programme kompatibel?

Alle für die alte Intel-Plattform geschriebenen Programme sollen mit den neuen Macs kompatibel sein. Einschränkungen wie bei Windows soll es laut Apple keine geben. Da der Apple M1-Chip seine Akku- und Leistungs-Vorteile jedoch nur mit angepasster Software komplett ausspielen kann, ist zu hoffen, dass viele Hersteller ihre Software zeitnah anpassen.

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2 KOMMENTARE

  1. Liebe Kollegen,
    es läuft doch alles auf Eines in der Zukunft hinaus:
    Man geht zu Hause an seinen Arbeitsplatz oder im Hotelzimmer oder irgendwo bei einem Service-Point (kameraüberwacht!) an die Stelle, wo sich Tastatur, Maus und ein angenehm großer Monitor befinden, und schaltet sein Smartphone (ja: sein stets mitgeführtes SMARTPHONE!) in einen bestimmten Modus. Dann gibt man auf der Tastatur eine Kennung ein und befindet such in der Umgebung eines üblichen leistungsfähigen PC-Arbeitsplatzes. Sogar die vorgefundene Tastatur passt sich der Sprache des Benutzers an.
    Tablet: OUT. – PC: OUT. – Notebook: OUT.

    Bis dahin werden noch endlos viele Ressourcen verschwendet, die mit NEU-NEU-NEU und MUST-HAVE in die Consumerwelt geprügelt werden, um eines Tages „entsorgt“ werden zu müssen. „Planned obsolescence“, wie schon Vance Packard sie vor Jahrzehnten anprangerte.
    Jetzt sitzen wir in der Sch..sse, die zugunsten der Big-Global-Players noch weiter fröhlich vor sich hin stinken darf. Das Chromebook mit Googles ChromeOS zeigt bereits als Trend, wo es integrativ langgeht, ist aber selbst noch weit vom Ende der Fahnenstange entfernt (siehe oben).

    Wenn Bill Gates und Konsorten nicht nur die regelmässige Impfung als Norm durchgesetzt haben werden, sondern auch die Implementierung eines Chips unter der Haut oder den unsichtbaren QR-Code auf dem Handrücken, wird es auch keine Kennungen oder Passwörter mehr geben. Alles „Easy, at your fingertips!“ – wie dieser Bill es einmal sagte, als das bei weiten (noch) nicht stimmte.
    Huxley klopft sich im Jenseits gerade lachend auf die Schenkel…
    Mit freundlichen Grüßen

    • Kleiner Nachtrag:
      Die Bedeutung von Sprachsteuerung habe ich nicht angeschnitten. Zu dem gesamten Thema habe ich einen Artikel in Arbeit, für den ich woanders (unter einem anderen Namen) richtig klotzig Kohle kriege. – Sorry. – mfg

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