Galaxy Note 10 und Note 10+ (5G): Das sind Samsungs neue Flaggschiffe

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Schon seit mehreren Monaten umrankten das Galaxy Note 10 von Samsung unzählige Gerüchte, die mehr oder weniger ein Bild des kommenden Flaggschiffs entwarfen. Nun hat es mit den Heimlichkeiten ein Ende – denn Samsung stellte das taufrische Galaxy Note 10, das größere Galaxy Note 10+ sowie die 5G-Version des Note 10+ zur Stunde offiziell vor.

Nach dem Galaxy-Note7-Debakel vor wenigen Jahren regenerierte sich nicht nur Samsung, sondern auch die Note-Serie als solche. So kommt es, dass man nun bei der Nummer Zehn angelangt ist und dem Galaxy Note 9 aus dem vergangenen Jahr einen Nachfolger erschuf. Orientieren sich die brandneuen Modelle Galaxy Note 10, Note 10+ und Note 10+ 5G optisch wie namentlich eindeutig an der S- und Note-Reihe, schwimmen sie aus technischer Perspektive wie gewohnt ganz oben auf der Welle. Die neuen Modelle unterscheiden sich untereinander – wie der Name schon verrät – vor allem in der Größe, sind das Galaxy Note 10+ und Note 10+ 5G tatsächlich fast baugleich.

Als Highlight entpuppt sich das große, randlose Display samt Lochkamera, ein deutlich größerer Akku sowie ein erneut optimierter S-Pen, der charakteristisch für die Note-Serie steht und diesmal auch zur neuartigen Gestensteuerung eingesetzt wird.

Galaxy Note 10 und Note 10+ (5G): Optik und Display

Schon in der Gerüchteküche zauberten viele Leaks und Verlautbarungen ein recht eindeutiges Bild des Galaxy Note 10 und Note 10+. Die Smartphones bleiben dem klassischen Design der Note-Serie treu und verbinden optisch die modernen Elemente, die bereits die diesjährigen S-10-Flaggschiffe besitzen. Im Hinblick auf den Trend des vergangenen Jahres präsentieren sich auch die neuen Note-Modelle in einem beinahe randlosen Design. An der oberen Kante sowie zu beiden Seiten ist das Gehäuse nur noch zu erahnen; am unteren Rand bleibt ein minimaler, abgerundeter und deswegen elegant anmutender Balken erhalten. Samsung vertraut bei der Materialwahl auf ein Aluminium-Glas-Konstrukt, was in der Regel alle aktuellen Flaggschiffe bieten.

Wie auch beim Galaxy S10 und S10+ ist die Frontkamera in das Display eingelassen, allerdings sitzt sie je mittig und nicht im rechten Bildschirmrand. Durch die in das Panel eingelassene Kamera wird eine Notch am oberen Gehäuserand hinfällig. Durch die randlose Optik wirken beide Note-10-Modelle im Vergleich zum Galaxy Note 9 deutlich bulliger wie kantiger. Trotz des schmäler ausfallenden Rahmens bleiben die Galaxy-Note-10-Smartphones gemäß IP68-Zertifizierung gegen Untertauchen gefeit.

Der Unterschied zwischen den Modellen macht letztlich die Display-Diagonale sowie die damit einhergehende Größe der Vorzeige-Smartphones. Das kleinere Galaxy Note 10 kommt dabei auf eine Diagonale von 6,3 Zoll bei einer Full-HD+-Auflösung von 1.080 x 2.280 Pixeln. Der große Bruder Galaxy Note 10+ bietet hingegen 6,8 Zoll Größe und eine höhere Auflösung von 1.440 x 3.040 Pixeln, also WQHD+. Im Vergleich zum Galaxy Note 9 hat sich die Auflösung in beiden Fällen marginal verbessert – vor allem wegen des Formats. Auch bei der Hauptkamera gibt es Unterschiede. Das Standard-Modell baut auf eine Triple-Kamera mit dem Standard-Weitwinkel-Tele-Setup, die Plus-Variante wirbt mit einer Quad-Kamera. Das vierte Objektiv dient allerdings einzig der 3D-Teifenmessung und es schießt somit keine eigenen Fotos. Alle Modelleverbindet letzten Endes, dass wenig überraschend ein Infinity-O Super-AMOLED-Display aus dem Repertoire von Samsung zum Einsatz kommt.

Erwähnt sei an dieser Stelle noch, dass Galaxy Note 10 und Note 10+ (5G) im Vergleich zum Galaxy Note 9 deutlich schrumpfen, was die Dimensionen und Höhe und Breite angeht.

Mehr Ausdauer und bessere Performance

Noch bevor die Smartphones überhaupt das Licht der Öffentlichkeit erblickten, enthüllte Samsung bereits den neuen Prozessor, der im Galaxy Note 10 und Note 10+ laufen wird. Im Detail kommt der Exynos 9825 aus Eigenproduktion zum Einsatz, der im Kern mehr Leistung verspricht. Darüber hinaus bereitet sich Samsung mit dem neuen Chipsatz auch auf die kommende 5G-Generation vor – denn der Exynos 9825 beziehungsweise das verbaute Modem 5100 macht die Konnektivität erst möglich. Daneben ist auch LTE Advanced Pro mit an Bord. Im Wesentlichen arbeitet der Exynos 9825 mit insgesamt acht Kernen, die auf eine Taktrate von bis zu 2,7 GHz kommen.

Zur Unterstützung schnürt Samsung ein ordentliches Speicherpaket und dreht deutlich an den Schrauben. Kommt das Galaxy Note 9 noch mit 6 GB Arbeitsspeicher aus, sind es beim Galaxy Note 10 nun fest verankerte 8 GB RAM. Für Inhalte steht indes ein 256 GB großer interner Speicher zur Verfügung. Das Plus-Modell ist hinsichtlich des Fassungsvermögen allerdings über jeden Zweifel erhaben: Der Arbeitsspeicher ist 12 GB groß, das interne Datendepot bietet wahlweise 256 oder 512 GB Kapazität.

In puncto Akku unterscheiden sich die neuen Note-Modelle abermals. Liegt die Standard-Ausführung mit einer Nennladung von 3.500 mAh unter der Größe des Galaxy-Note-9-Akkus, wird am Akku des Vorjahresmodells im Galaxy Note 10+ (5G) hingegen nochmal geschraubt. Das heißt, dass das Smartphone mit 4.300 mAh auskommt. Samsung wirbt an dieser Stelle vor allem durch einen rasanten Ladeprozess: Wenige Minuten Laden sollen bei beiden Smartphones ausreichen, um sie erneut für einige Stunden nutzen zu können. Dies geschieht durch die Technologie Superfast Charge mit 45 Watt. Unterstützend soll ein KI-Algorithmus den Alltag mit dem Galaxy Note 10 und Note 10+ so ausdauernd wie möglich gestalten und analysieren.

Das Alleinstellungsmerkmal: Der S-Pen

Der Stift beziehungsweise S-Pen gibt der Galaxy-Note-Serie erst ihren Sinn. Denn durch die großen Displays und den Eingabestift lässt sich das Smartphone im Handumdrehen in ein Notizzettel oder Malblock verwandeln. Platz findet der S-Pen wie üblich im Gehäuse und lässt sich durch leichten Druck herausholen.

Für die neuen Galaxy Note 10 und Note 10+ ergänzt Samsung den Eingabestift um einige Funktionen – die Revolution bleibt dabei aber aus. Der Hersteller reizt die Gegebenheiten, die man schon mit dem Galaxy Note 9 einführte, weite raus. Darunter befindet sich so die Funktionserweiterung von Bluetooth, beispielsweise durch die sogenannten „Air Actions“. Zur Befehlseingabe muss der Stift den Bildschirm nicht mehr berühren oder nah am Smartphone sein. Konnte man den S-Pen bislang unter anderem für Präsentationen nutzen, ermöglicht sich nun das Umfunktionieren des S-Pens zum Fernauslöser für die Kamera oder gar zur Fernbedienung zur Steuerung der Musikwiedergabe. Altbekannte Funktionen wie Handschrift-in-Text oder das Bearbeiten von Fotos sind ebenso mit dem Eingabestift möglich.

Galaxy Note 10(+): So steht es um die Kamera

Nicht nur die Frontkamera unterscheidet die neuen Note-Modelle von der S-Klasse des Frühjahres. Samsung verbaut weiterhin mehr Objektive und überlässt zumindest dem Galaxy Note 10+ ein weiteres Objektiv.  Doch der Reihe nach: Das Galaxy Note 10 bietet eine Triple-Kamera auf der Rückseite, das sich wie folgt unterteilt:

  • Ultra-Weitwinkel: 16 Megapixel, f/2.2
  • Weitwinkel: 12 Megapixel, Autofokus, f/1.5 bis f/2.4, OIS
  • Teleobjektiv: 12 Megapixel, f/2.1, OIS

Auf dem Rücken des Galaxy Note 10+ sowie der baugleichen 5G-Version finden sich indes vier Objektive. ergänzt wird das Repertoire, das auch die Standard-Version besitzt, durch eine VGA-3D-Tiefenkamera. Diese ermöglicht beispielsweise Tiefenschärfe oder Bokeh-Effekte.  Allen Modellen gleich ist jedoch die Frontkamera, die mit je 10 Megapixeln Fotos aufnimmt. Ein Autofokus und eine f/2.2-Blende sind ebenfalls mit an Bord.

Der Fokus der neuen Note-10-Reihe liegt dabei auf Video-Bearbeitungen. Dafür hilft Samsung vor allem softwareseitig nach und gibt Nutzern die Möglichkeit, beispielsweise Tiefenschärfe nachträglich in Videos einzubauen oder Umgebungsgeräusche zu eliminieren. Darüber hinaus sind die Smartphones mit einer Action-Cam-Videotstabilisierung sowie einer Bildschirmrekorder-Funktion ausgestattet.

Software und Sensorik

Da die neue Android-Version, Android 10, erst im Herbst und damit nach dem Galaxy Note 10 und Note 10+ (5G) auf dem Markt starten wird, ist die Software-Ausstattung wenig überraschend. Ab Werk werden die Note-Modelle mit Android 9 Pie ausgeliefert, das mit Samsungs noch recht neuer Nutzeroberfläche One UI. Bixby ist genauso wie Samsungs Sicherheitsplattform, Samsung Knox, ebenfalls mit von der Partie.

Beide Modelle kommen mit USB-Typ-C aus und dank des neuen Prozessors sowohl mit 4G- als auch 5G-Konnektivität. Neben Bluetooth 5.0 ist darüber hinaus bei beiden Modellen NFC, GPS sowie Galileo, GLONASS und Beidou sowie WLAN mit an Bord. Samsung bietet seinen Kunden die Möglichkeit, die Note-Smartphones nicht mit mittels PIN, sondern auch über den Fingerabdrucksensor oder die Gesichtserkennung zu entsperren. Der Iris-Sensor – bis zuletzt Standard bei Samsung-Flaggschiffen – entfällt diesmal. Auch der Klinkenstecker ist nicht mehr mit von der Partie. An dem 3,5-Millimeter-Audio-Steckplatz hatte Samsung viel länger als zum Beispiel Apple festgehalten.

Während das Galaxy Note 10 einen vollwertigen Dual-SIM-Slot bietet, ist es beim Galaxy Note 10+ „nur“ ein Hybrid-Slot. Das heißt, dass nicht zwei SIM-Karten und eine Micro-SD-Karte parallel genutzt werden können, sondern nur eine SIM- und eine Micro-SD-Karte.

Preis und Verfügbarkeit

Knapp zwei Wochen nach der offiziellen Präsentation werden das Galaxy Note 10, Note 10+ und Note 10 5G in den Handel kommen. Der Marktstart erfolgt demnach am 23. August sowohl im Netz als auch im stationären Einzelhandel. Schon jetzt können Interessenten das Galaxy Note 10, Note 10+ oder Note 10+ 5G über die Webseite von Samsung bis einschließlich zum 22. August vorbestellen. Diejenigen, die sich bis zum 13. September bei Samsung registrieren, können ihr Altgerät gegen ein neues Note-10-Modell eintauschen und eine Tauschprämie von 100 Euro erhalten. Der Wert wird dann im Warenkorb abgezogen.

Samsung stellt das Galaxy  Note 10 und Note 10+ in den Standardfarben Schwarz und Weiß sowie in Pink mit Farbverlauf zur Verfügung. Die 5G-Version des Smartphones gibt es hingegen nur in Weiß und Schwarz.

Die große Frage war bis zuletzt, wie viel Samsung für seine Sommer-Flaggschiffe veranschlagt. Das Geheimnis lüftet sich und orientiert sich wenig überraschend an den hohen Preisen der Konkurrenz sowie der S10-Flaggschiffe. Die Preise staffeln sich wie folgt:

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4 KOMMENTARE

  1. Vielleicht hab ich es überlesen. Neulich stand als Gerücht im Raum dass das Note 10 keinen Lautsprecher am oberen Displayrand haben wird, sondern das Telefonat über Knochenschalltechnik übertragen wird. Ist das vom Tisch?

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