Android 10: Google zwingt Hersteller zur Update-Pflicht

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Die Update-Politik mancher Hersteller von Android-Smartphones lässt durchaus zu Wünschen übrig. Viele Geräte kommen entweder mit älteren Android-Versionen, veralteten Sicherheitspatches oder Nutzer müssen lange Zeit auf Updates warten. Dem will Google nun einen Riegel vorschieben und führt ab dem kommenden Jahr neue Pflichten für Hersteller ein.
Android-Männchen auf Schaukel.
Bildquelle: Rita Deutschbein / inside handy

Wie man ohne Google-Apps auskommen kann oder muss, führt momentan Huawei als Paradebeispiel vor. Auch wenn diese Umstände aus dem Handelsstreit zwischen China und den USA resultieren, könnte es anderen Herstellern womöglich bald auch so ergehen – und das auf Bestreben von Google selbst. Denn wie das Unternehmen mitteilt, sollen ab 2020 neue Pflichten für die Android-Nutzung eingeführt werden.

Das zwingt Hersteller von Android-Smartphone vor allem zu einem: Aktualität. Um überhaupt Zugriff auf Googles Betriebssystem sowie die zugehörigen Services, wie den Play Store, Gmail oder Ähnliches, zu erhalten, reichen Hersteller ihre neuen Produkte vorher bei Google ein. Mit den neuen Pflichten will Google erreichen, dass kommende Android-Handys auf Android 10 basieren. Wollen sie allerdings ein Handy noch mit Android 9 Pie auf den Markt bringen, müssen sie fortan einen Stichtag einhalten. Laut der Webseite XDA Developers sollen Firmen bis zum 31. Januar 2020 den entsprechenden Antrag für das neue Smartphone mit Android 9 einreichen. Geschieht dies nicht, wird ihnen die Nutzung der Google-Apps verwehrt.

Mehr Einheit auf dem Markt

Im Umkehrschluss heißt das für jedes Smartphone – egal ob Einsteiger, Mittelklasse oder Highend -, das ab Februar 2020 bei Google eingereicht wird, mit Android 10 auf den Markt kommen muss. Weiter wird Google nach der Veröffentlichung von Android 11 alsdann für Android 9 lediglich noch Sicherheitsupdates genehmigen, heißt es.

Bis Herbst des vergangenen Jahres veröffentlichte Google monatliche Zahlen zur Android-Verteilung auf dem weltweiten Markt. Aus nicht eindeutig geklärten Gründen wurden die Mitteilungen allerdings eingestellt. Der Erfahrung nach waren es aber vor allem immer ältere Android-Versionen, die hauptsächlich auf dem Markt verbreitet waren. Neue Varianten brauchten hingegen sehr lange, bis sie auf einer nennenswerten Anzahl von Smartphones installiert war. Dieser Umstand erschwert nicht nur eine Einheitlichkeit, sondern auch behindert auch die Sicherheit der jeweiligen Handys.

Weitere Richtlinien ab 2020

Doch damit noch nicht genug. Google verlangt ab 2020 ebenso eine Vereinheitlichung von USB-C und dem „Gesundheitsservice“ Digital Wellbeing. Zum einen wird formuliert, dass der Ladestandard USB Typ C in Zukunft Power Delivery (PD) unterstützen muss – sprich die Fähigkeit, schnell aufzuladen. Damit will man erwirken, dass Zubehör von Drittherstellern für Kunden einfacher zu beschaffen ist, auch im Falle eines Defekts.

Zum anderen fordert Google konkrete Vorgaben zum Digital Wellbeing und dessen Funktion. Soll heißen, dass auch eigene Gesundheitslösungen von anderen Herstellern zugelassen sind, solange sie Ähnlich wie Digital Wellbeing funktionieren. Die Vorgaben für USB-C und Digital Wellbeing gilt bereits seit Anfang September für Android 9 sowie Android 10.

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