Netzausbau bei O2 ist „dramatisch“

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Die Netzausbau-Auflagen zum Stichtag 31. Dezember 2019 hat O2 verfehlt. Der Beirat der Bundesnetzagentur bezeichnet den Versorgungsstand gar als dramatisch. Aber auch an Vodafone und Telekom übt er Kritik.
Ein sehr ländlicher Mobilfunk-Sendemast auf der Insel Poel
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki

Die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica haben zwar nach eigenen Angaben die Versorgung der Haushalte grundsätzlich erfüllt. Zum großen Bedauern der beiden Staatssekretäre Heike Raab aus Rheinland-Pfalz und Jürgen Barke aus dem Saarland sind diese Auflagen aber nicht überall erfüllt. Es bleiben erhebliche Lücken beim Netzausbau von O2, Telekom und Vodafone.

Natürlich beleuchten die beiden Politiker insbesondere ihre Bundesländer. Demnach habe Vodafone im Saarland 97,9 Prozent und in Rheinland-Pfalz 97 Prozent versorgt. Doch bei den Autobahnen und Bahnstrecken gebe es einen Rückstand. Bei der Deutschen Telekom sei es neben dem Saarland und Rheinland-Pfalz auch Baden-Württemberg, wo man den geforderten 97 Prozent aller Haushalte hinterherhinke. Die Telekom verweise hier auf die grenznahen Regionen. Nach eigenen Angaben erreiche die Telekom im Saarland aktuell 95,43 Prozent, in Baden-Württemberg 96,01 Prozent und in Rheinland-Pfalz 96,48 Prozent.

Versorgungsauflagen TelefónicaTelekomVodafone
Baden-Württemberg97%82,7%96,01% (97,8%)*97,7%
Bayern97%80,7%97,58%98,3%
Berlin97%100%99,96%100%
Brandenburg97%62,6%97,5%99%
Bremen97%99,9%99,99%100%
Hamburg97%100%99,99%100%
Hessen97%76,7%98,39%97,4%
Mecklenburg-Vorpommern97%72,9%97,52%99,3%
Niedersachsen97%85,9%98,6%99%
Nordrhein-Westfahlen97%94,3%99,82%99,4%
Rheinland-Pfalz97%65,4%96,48% (97,7%)*97%*
Saarland97%78,9%95,43% (99,1%)*97,9%
Sachsen97%80,9%98,12%99%
Sachsen-Anhalt97%80,6%98,49%98,7%
Schleswig-Holstein97%90,6%98,53%99,9%
Thüringen97%73,2%97%98,1%
Bundesweit98%84,3%98,1% (98,5%)*98,6%
Bundesautobahnen (BAB)100%77,9%97,6%96%**
Schiene100%80,3%96,4%95%***
* Zahlen in Klammern:
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an etlichen Standorten, die kurzfristig realisiert werden sollen
* zu Rheinland Pfalz:
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an 20 Standorten


** Zu BAB:
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an 60 Standorten

*** Zu Schiene:
unter Berücksichtigung von Ausbauhindernissen an 105 Standorten

Doppelte Ausbaugeschwindigkeit gefordert

„Dieser Rückstand muss schnellstens aufgeholt werden“, betonte Heike Raab im Beirat der Bundesnetzagentur. „Ich fordere eine klare Schwerpunktsetzung und eine doppelte Ausbaugeschwindigkeit in den unterversorgten Ländern und bei den Verkehrswegen. Wir brauchen auch harte Sanktionen für den Fall, dass diese nicht erfüllt werden“.

Die Ansicht der beiden Politiker: Wenn die Telekom in Nordrhein-Westfalen 99,82 Prozent der Haushalte versorgen könne, dann müsse das auch im Südwesten von Deutschland möglich sein. Seitens der Länder seien große Anstrengungen unternommen worden, um Ausbauhindernisse abzuwenden und Genehmigungshindernisse zu beseitigen. So habe Rheinland-Pfalz zu Beginn des Jahres eine Clearingstelle eingerichtet.

Netzausbau O2: Versorgungsstand „dramatisch“

Noch deutlicher wird der Beirat, wenn es um das O2-Netz geht. Den Versorgungsstand bezeichnen die Beiratsmitglieder als „dramatisch“. Nur in der Stadt Berlin und der Stadt Bremen werde die Versorgungsauflage erfüllt. Somit müsse „praktisch überall mit Schallgeschwindigkeit“ ausgebaut werden. Um den Rückstand aufzuholen, müssen die weiteren Standorte nun in enger Abstimmung und nach Vorgabe der Länder folgen.

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