Brexit: Das passiert jetzt mit dem EU-Roaming in England

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Es ist soweit: Der Brexit wird vollzogen. Am 31. Januar 2020 traten die Briten aus der EU aus. Doch was bedeutet das für das Roaming in Großbritannien? Wie verhalten sich die Netzbetreiber und was musst du künftig zahlen, wenn du dein Handy in England nutzt. Wir sagen es dir.
Tower Bridge in LondonBildquelle: Pixabay

Großbritannien war eines von zuletzt 28 EU-Mitgliedsländern, in denen dein deutscher Handytarif weitestgehend so genutzt werden konnte, wie in Deutschland. Nur wenn du dich dauerhaft außerhalb Deutschlands aufhältst oder aber deine unlimitierte Datenflatrate wirklich als solche außerhalb Deutschlands nutzen willst, gibt es hier regulierte Grenzen. Was passiert nun nach dem Brexit, also dem Ausscheiden Großbritanniens, mit dem EU-Roaming? Musst du beim Städtetrip nach London oder dem Urlaub in den schottischen Highlands wieder für deine Daten und Telefonate extra zahlen?

Die klare Antwort: Erst einmal nicht. Denn wie uns alle drei Netzbetreiber, Telekom, Telefónica und Vodafone, übereinstimmend mitteilen, ändert sich mit dem Brexit zunächst einmal nichts. Außerdem läuft bis Ende 2020 noch eine Übergangsfrist, in der die genauen Modalitäten des Brexit festgelegt werden.

Vodafone: Gibt keine Anzeichen, dass sich etwas ändert

„Der Brexit und das EU-Roaming haben nur bedingt etwas miteinander zu tun“, heißt es von Vodafone. „So nehmen Norwegen, Island und Liechtenstein an der EU Roaming-Regulierung teil, obwohl sie keine Mitglieder der EU sind.“ Hintergrund hierfür ist der EWR-Verbund, für den die EU-Regulierung gilt. Norwegen, Island und Liechtenstein gehören dem EWR als EFTA-Staaten an.

„Es liegt zunächst an Großbritannien, darüber zu entscheiden, ob sie weiter an der EU-Roaming-Regulierung teilnehmen möchten“, teilt uns Vodafone auf Anfrage mit. Bisher habe man keinerlei Anzeichen dafür, dass Großbritannien aus der EU-Roaming-Regulierung austreten werden. „Insofern gehen wir davon aus, dass sich auch nach dem Brexit an der bestehenden Roaming-Regelung mit Großbritannien vorerst nichts ändern wird“, so Vodafone.

Roaming in Großbritannien erstmal ohne Brexit-Änderungen

Ähnliches ist auch aus dem Hause Telekom zu hören. Es bleibe erst einmal alles beim Alten. „Derzeit ist nicht abzusehen, wie die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU im Detail aussehen werden, dies ist von den noch zu verhandelnden Verträgen abhängig. Unabhängig davon umfassen unsere Mobilfunktarife auch heute schon europäische Länder, die nicht EU-Mitglied sind“, schreibt die Telekom. Bei ihr gelten die EU-Konditionen zusätzlich auch in der Schweiz, was ein freiwilliges Angebot darstellt. Dies gilt auch nur für Telekom-Kunden, nicht aber für Kunden die das Telekom-Netz über einen anderen Provider nutzen.

Auch O2-Kunden müssen erst einmal nicht befürchten, wieder Geld bei ihrem Aufenthalt in Großbritannien zahlen zu müssen. „Für o2 Kunden ändert sich nichts: Es greifen wie gewohnt die EU-Roaming-Konditionen“, teilte uns das Unternehmen mit.

Langfristige Zukunft bleibt ungewiss

Welche Konditionen langfristig gelten, gilt es abzuwarten. Entscheidend ist zunächst die politische Einordnung Großbritanniens in die verschiedenen Staaten-Verbunde. Wenn das Vereinigte Königreich hier austritt, gäbe es eine rechtliche Grundlage. Erst dann würden wieder Roaminggebühren für den Aufenthalt in Großbritannien anfallen.

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