Motorola Edge 30 Neo: Der neue Mittelklasse-König?

4 Minuten
Motorolas neue Mittelklasse heißt Edge 30 Neo und baut unter anderem auf eine Partnerschaft mit Pantone. Doch das ist nicht alles, was sich im ersten Hands-On zeigt. Denn auch hinter der Farbe steckt einiges an Technik.
Motorola Edge 30 Neo
Motorola Edge 30 NeoBildquelle: Michael Büttner / inside digital

Die Mittelklasse ist in der Regel nicht die Cash- aber die Absatzzahlen-Cow der Smartphone-Hersteller. Hier wird Masse gemacht und die zukünftigen Premium-Produkt-Käufer angelockt. Auch deshalb ist der Marktbereich zwischen 250 und 500 Euro ein ganz heiß umkämpfter. Und hier will nun auch Motorola ein gehöriges Wort mitreden. Das Motorola Edge 30 Neo soll es richten und hat ein paar tolle Eigenschaften mitgebracht, die für den Neuling sprechen. Doch reicht das gegen Samsung Galaxy A und Xiaomi Redmi? Wir konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen und verraten dir, wie es sich anfühlt.

Design und Farbe

Das entscheidende Designelement des Motorola Edge 30 Neo ist seine Farbe. Denn diese kommt von den Spezialisten und Trendsettern Pantone. Dafür haben die Amerikaner sogar ein kleines Sichtfenster in die sonst raue Rückseite des Smartphones eingebracht. An dieser Stelle ist die Farbe Veri Peri ohne den Einfluss der sonst vorhandenen Behandlung zu sehen. Für viele wird die Ehrerbietung für die Farbkünstler zu weit gehen. Es stört zwar nicht, aber man sieht sich doch schnell satt. Ein Grund das Handy einmal im Freundeskreis wandern zu lassen, ist es aber allemal. Und abgesehen von der Präsentation ist die Farbe sehr gut gelungen und wirkt auch mit dem rauen Finish von Motorola stimmig. Ebenfalls in der Farbe sind der Rahmen, die Kameraeinfassungen und auch die Tasten gehalten. Das wirkt fast etwas übertrieben, jedoch kommt auch oft genug der recht dicke und schwarze Rahmen des Displays ins Auge, der die Farbenpracht etwas abfedert.

Und damit kommen wir zur Front. Sie besitzt ein recht kompaktes Display mit einem an den gegenüberliegenden Streifen gleich breiten Rand. Verglichen mit dem Galaxy A53 5G wirken die Ränder oben und unten etwa gleich breit. An den Längskanten kann das leicht abgerundete Displayglas des Motos den schlankeren Eindruck erwecken. Der Rest der Front ist Standardware mit – leider wie so oft – unterschiedlichen Radien der Displayecken im Vergleich zum Gehäuseausschnitt. Aber hier ist Motorola nicht allein. Diese Übung haben nur wenige drauf.

Motorola Edge 30 Neo
Motorola edge 30 neo
Software Android 12
Prozessor Qualcomm Snapdragon 695
Display 6,28 Zoll, 1.080 x 2.400 Pixel
Arbeitsspeicher 8 GB
interner Speicher 128
Hauptkamera 9248×6936 (64,1 Megapixel)
Akku 4.020 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP52 (Schutz gegen Spritzwasser (Regen))
Gewicht 155 g
Farbe Schwarz, Grün, Violett, Silber
Einführungspreis 400 €
Marktstart September 2022

Die Haptik des Motorola Edge 30 Neo

Doch wie fühlt sich das Ganze schlussendlich an? Im ersten Moment quasi nur leicht. Das Motorola Edge 30 Neo wiegt nur 155 Gramm, was in Zeiten von 200 Gramm schweren Flaggschiffen mit annähernd 7 Zoll eine Wohltat ist. Manchen mag das allerdings schon zu leicht sein. Denn ein sonderlich hochwertiges Gefühl vermittelt das Gewicht nicht.

Das gleicht die Rückseite aus. Sie fühlt sich so rau an, wie es die Optik verspricht und bildet damit einen schönen Kontrast zum geringen Gewicht. Die abgerundeten Längsseite des Rückens machen das Smartphone gefühlt etwas schmaler, als es wirklich ist. Denn die Ränder lassen es breiter werden, als das 6,3 Zoll kleine Display vermuten lassen.

Software und Kamera

Schaltest du das Handy ein, wird im direkten Vergleich mit dem Flaggschiff Motorola Edge 30 Ultra, ein Geschwindigkeitsdefizit deutlich. Das ist aber kein Wunder. Darin ist der neuste Spitzenprozessor verbaut, den Qualcomm zu bieten hat. Das Edge 30 Neo kommt dagegen mit einem Mittelklasse-Prozessor der 600er-Serie auf den Markt. Trotzdem gibt es keine Ruckler oder Hänger in der Navigation. Und auch größere Apps wie die Foto-Anwendung öffnen flüssig und man ist in wenigen Sekunden bereit für das erste Bild. Wer Angst hat, einen wichtigen Moment mit der Kamera zu verpassen, sollte sich eher in höheren Preisregionen umschauen. Die haben das Flaggschiff Edge 30 Ultra nicht vor Bloatware bewahrt. Und so geht es auch dem Käufer des Edge 30 Neo, der ebenfalls erstmal Apps löschen darf.

Die ersten Eindrücke der Kameraergebnisse sind positiv. Ein echtes Testurteil muss aber auch hier erst ein ausführliches Ausprobieren aufbauen. Doch der Makromodus kann mit einem schön geringen Naheinstellgrenze schon jetzt brillieren. Auf eine dedizierte Telekamera muss das günstigste der neuen Motorola-Edge-30-Familie jedoch verzichten, dafür bietet es 64 Megapixel im Hauptsensor und einen optischen Bildstabilisator.

Vorab-Fazit zum Motorola Edge 30 Neo

Das Edge 30 Neo macht im Hands-On einen tollen ersten Eindruck. Das geringe Gewicht wird einigen Nutzern zu leicht sein. Die Haptik stimmt aber und die Farbe wird viele Fans um sich versammeln. Dazu kommt ein schlankes Software-Paket, das langsamer als die Spitzenklasse läuft, aber im Alltag völlig ausreichend abliefert. Man darf also auf den ausführlichen Test gespannt sein und ob das Motorola Edge 30 Neo am Ende wirklich der Galaxy-A-Klasse das Fürchten lehren kann. Beim Preis setzt Motorola den Punkt bei 399 Euro. Damit wildert man eindeutig im Revier des Galaxy A53 5G.

Stärken

  • tolle Rückseitenhaptik
  • auffällige Farbe
  • guter Makromodus

Schwächen

  • keine Rakete
  • Farbpräsentation auf der Rückseite
  • uneinheitliches Front-Rahmen-Design

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1 KOMMENTAR

  1. Torsten

    Leider vergessen die meisten Hersteller ein paar grundlegende Dinge anzugeben. Kann man den Speicher mit einer SD Karte erweitern? Und gibt es eine Möglichkeit Kopfhörer über 3,5mm Anschluss anzuschließen? Wenn das nicht funktioniert, nützt mir das beste Phone nix, trotz der ganzen tollen Kameras…

    Antwort

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