Unitymedia Connect Booster im Test: Es funktioniert einfach

10 Minuten
Der Kabelanbieter Unitymedia bietet seinen Kunden seit Ende 2018 einen Powerline-Adapter an. Damit soll sich das kabellose Internet in den heimischen vier Wänden verbessern lassen. Im Test überzeugt der Unitymedia Connect Booster mit einer einfachen Installation und guter Benutzererfahrung.
Bildquelle: David Gillengerten / inside handy

WLAN in der gesamten Wohnung oder dem eigenen Haus ist für viele noch ein Traum. Denn oftmals reicht das WiFi-Signal vom Router nur bis in den nächsten Raum oder nicht über eine Etage hinaus. Mittlerweile gibt es jedoch Technologien, die für ein starkes WLAN überall sorgen sollen. Dazu zählt unter anderem die Powerline-Funktion. Damit sollen Kunden des Kabelnetzbetreibers keine Probleme mehr mit dem kabellosen Internet im Haus haben.

Der Unitymedia Connect Booster steht allen Kunden des Kölner Internetanbieters zur Verfügung, die über den hauseigenen WLAN-Router, die Connect Box, verfügen. Das Unternehmen bietet ein Basis-Paket bestehend aus einem Adapter und einem Booster sowie weitere separate Booster an. Der Preis für die Grundausstattung beläuft sich dabei auf knapp 3 Euro pro Monat. Jedes weitere Gerät kostet noch einmal 2 Euro mehr monatlich. Ein Kauf der Connect Booster ist nicht möglich.

Für wen lohnt sich der Unitymedia Connect Booster?

Laut Hersteller ist der Connect Booster „perfekt für Häuser mit mehreren Etagen oder große Wohnungen“. Denn Wände mit Stahlbeton oder mehrere Etagen können das WLAN-Signal stark abschwächen. Aber auch verwinkelte kleine Wohnungen mit einem ungünstig gelegenen Anschluss profitieren von dem Adapter. Grundsätzlich gilt: Wenn der Empfang des kabellosen Internets in wichtigen Räumen wie dem Wohnzimmer oder dem Arbeitszimmer gestört beziehungsweise schlecht ist oder einfach nur Internet von Raum A nach Raum B transportiert werden soll, ohne ein LAN-Kabel zu verlegen, dann lohnt sich der Connect Booster.

Einen weiteren Adapter empfiehlt Unitymedia darüber hinaus, wenn es sich um „eine größere Wohnung (über 85 m²) oder mehr als 2 Etagen“ handelt. Ganz so generell lässt sich das nicht festlegen. Jedoch können die weiteren WLAN Booster von Unitymedia flexibel auch nachträglich zum Basis-Paket ergänzt werden.

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass der Connect Booster nur in Verbindung mit der Connect Box, dem hauseigenen WLAN-Router von Unitymedia funktioniert. Mit anderen Boxen ist die Technologie nicht kompatibel. Unitymedia bietet Kunden mit einer FritzBox von AVM jedoch die Möglichkeit, die dazugehörigen Powerline-Adapter FritzPowerline 1260E oder den FritzWLAN Repeater 1750E zu buchen. Auch bei diesem Zubehör bietet Unitymedia nur das schon vom Connect Booster bekannte Mietmodell an.

Unitymedia Connect Booster – Was steckt im Karton?

Das Basis-Paket der Connect Booster besteht aus einem Powerline Basis Adapter, einem Powerline WLAN Booster sowie zwei Ethernet-Kabeln á zwei Meter Länge. Dazu gesellt sich noch die Anleitung. Das ganze Paket befindet sich in einer handlichen Box und ist schnell geöffnet. Wer noch einen weiteren Connect Booster bestellt hat, erhält diesen in einem separaten Karton. Darin befindet sich das Gerät, ein zwei Meter langes Ethernet-Kabel und die Anleitung.

Die Verpackung des Unitymedia Connect Booster
Die Adapter kommen in handlichen Boxen

Wie funktionieren die Unitymedia Connect Booster?

Beim Connect Boostern von Unitymedia kommt vor allem die sogenannte Powerline-Technik zum Einsatz. Sie ermöglicht es, ein lokales Netzwerk zur Datenübertragung über die Stromleitung zu errichten. Sprich das Internet wird einfach über die Steckdosen in der Wohnung oder im Haus verteilt. Die Technik gibt es schon länger, jedoch konnte sie bis vor wenigen Jahren aufgrund schlechter Übertragungsqualität nicht überzeugen. Unitymedia verbandelt die Technologie mit der klassischen WLAN-Verteilung. Das bedeutet, dass das Internet aus der Steckdose auch in anderen Räumen kabellos genutzt werden kann.

 

Die technische Grundlage des Connect Boosters liest sich wie folgt. So unterstützt das Gerät die WLAN-Standards 802.11 n/ac sowie beide Frequenzbänder um 2,4 und 5 GHz. Am Booster selbst steht ein freier LAN-Port für den Anschluss eines Geräts per Netzwerkkabel bereit. Für die Datenübertragung auf der Stromleitung kommt der Standard G.hn zum Einsatz. Er unterstützt eine Brutto-Datenübertragungsrate bis zu 1.000 Mbit/s, in der Praxis ist die Datenrate jedoch etwas geringer. Das sollte für die meisten Nutzer aber keine Rolle spielen.

Connect Booster einrichten? So geht’s

Die Einrichtung des Connect Booster ist denkbar einfach. Nutzer müssen die Adapter nur an passende Steckdosen anschließen und das System macht den Rest. Unitymedia nennt das „Plug & Surf“. Dennoch legt das Unternehmen noch eine ausführliche Anleitung bei. Das Handbuch bietet eine gute Übersicht und beantwortet alle wichtigen Fragen zur Platzierung, Einrichtung und Aufbau der Adapter.

Zu erwähnen ist, dass der Basis-Adapter und der Booster nur in eine Wandsteckdose gehören. Mehrfachsteckdosen reduzieren die Datenübertragung erheblich. Die Basis sollte dabei in unmittelbarer Nähe der Connect Box sein, da die beiden Geräte per Ethernet-Kabel verbunden werden müssen. Bei der Platzierung des Boosters gibt es ebenfalls einige Dinge zu beachten, das Wichtigste ist aber auch hier der Steckplatz in einer Wandsteckdose.

Eine Grafik zeigt, wie die Connect Booster von Unitymedia funktionierenQuelle: Unitymeda

Nachdem beide Adapter angeschlossen sind, dauert es zwischen 5 und 15 Minuten, bis sie in Betrieb genommen werden können. Das passiert komplett automatisch. Nutzer müssen kein Passwort oder ähnliches Eingeben. Wenn es Probleme gibt, lohnt sich ein Blick ins FAQ in der beigelegten Anleitung.

Unitymedia Connect Booster im Test – Es funktioniert einfach

Die Wohnung, in der das connect system von Unitymedia zum Einsatz kam, sollte keine große Herausforderung darstellen: 70 Quadratmeter groß, drei Zimmer und kernsaniert. Die Aufgabe für den Connect Booster war es, das Wohnzimmer mit WLAN und schnellem Internet zu versorgen. Der Internetanschluss inklusive Router befindet sich diagonal davon in der anderen Ecke der Wohnung. Bisher kam ein WLAN-Repeater zum Einsatz, der seine Arbeit aber mehr schlecht als recht verrichtete. Der Datendurchsatz war gering und Endgeräte kamen mit den zwei unterschiedlichen Netzwerken sowie dem daraus resultierenden Roaming nur bedingt klar.

Auftritt Connect Booster: Nach etwas Möbelrücken, um eine nahe gelegene Wandsteckdose zu erreichen, nahm die Powerline Basis und der Booster ihre Arbeit auf. Es dauerte nur wenige Minuten, dann zeigten die Geräte mit ihrer zurückhaltenden weißen LED an, dass die Verbindung erfolgreich hergestellt wurde. Weitere Einstellungen an den Adaptern oder am PC waren nicht notwendig – es funktioniert einfach.

Basis-Powerline- und Booster-Adapter von Unitymedia
Die Basis und der Booster

Schnelles Internet, trotz Verluste

Die neue Internetverbindung ins Wohnzimmer ist gut, aber mit Verlusten verbunden. Der genutzte Internetanschluss wird über das Kabelnetz realisiert und bietet bis zu 120 Mbit/s. Dieser Wert wird direkt am Router per Kabel sowie per WLAN problemlos erreicht. Mit dem Connect Booster kommen davon noch rund 60 Mbit/s im Wohnzimmer an. Teilweise waren auch nur 35 Mbit/s möglich. Das ist jedoch nur selten der Fall. Es war daher aber kein Problem, Streaming-Dienste wie Netflix zu nutzen oder per PlayStation 4 online zu zocken. Selbst für das kommende Games-Streaming wäre die Verbindung mit 35 Mbit/s noch problemlos ausreichend.

Dabei gilt es zu erwähnen, dass die Qualität der Internetverbindung sehr stark von der heimischen Stromleitung abhängig ist. So kann es mitunter sein, dass Störsignale oder schlechte Verkabelung die Datenrate massiv nach unten ziehen. Auch längere Strecken könnten sich negativ auf die Leistung auswirken. Verschiedene Stromphasen gab es im Test nicht, sie sollten jedoch theoretisch kein Problem darstellen. Wie sich die Verbindung im Einzelfall gestaltet, ist daher von den lokalen Gegebenheiten abhängig. Verbindungsabbrüche gab es im Test hingegen keine.

Und auch die WLAN-Funktion arbeitet einwandfrei. Probleme beim Wechsel waren mit dem Connect Booster von Unitymedia passé. Dank dem einheitlichen connect system des Anbieters kam es auch nicht zu Abstimmungsproblemen, wie sie mitunter bei wesentlich teureren WLAN-Mesh-System auftreten können. Dies war unter anderem der Fall beim Magic-2-Adapter von Hersteller devolo. Im Gegensatz dazu sind die vollwertigen Mesh-Systeme jedoch mit wesentlich mehr Funktionen ausgestattet.

Unitymedia Connect Booster kaufen?

Der Internetanbieter aus Köln verkauft den Connect Booster nicht im traditionellen Sinne, sondern vermietet ihn nur. Kunden von Unitymedia mit einer Connect Box können das Basis-Set für 2,99 Euro pro Monat zu ihrem Anschluss buchen. Jeder weitere Booster kostet noch einmal 1,99 Euro pro Monat. Maximal können fünf zusätzliche Adapter hinzugebucht werden. Einmalig nimmt Unitymedia auch eine Lieferpauschale von 9,99 Euro. Im Gegenzug bietet das Unternehmen über die gesamte Mietdauer technischen Support und verspricht, defekte Hardware kostenfrei zu ersetzen.

Wer sich nicht sicher ist, ob die Connect Booster eine sinnvolle Erweiterung für die eigenen vier Wände wären, kann sie 30 Tage lang testen. Zum Ablauf der 30 Tage können Nutzer das Paket dann einfach telefonisch kündigen und müssen dann nur die Lieferpauschale sowie die einmonatige Nutzung in Höhe von knapp 3 Euro zahlen. Wer nicht kündigt, der behält die Adapter.

Übrigens: Die Vertragslaufzeit für das Basis-Paket sowie die zusätzlichen Erweiterungen ist an den Internetanschluss gekoppelt. Eine Verlängerung des Vertrags bei Buchung der Adapter findet aber nicht statt. Wer keine Connect Booster mehr haben möchte, muss daher fristgerecht die Booster kündigen. Der Internetanschluss selbst ist davon aber nicht betroffen. Nach Ende des Vertrages müssen die Connect Booster zurück an Unitymedia geschickt werden.

Der Preis für die Geräte lässt sich sehen, selbst bei mehrjähriger Benutzung. Zum Vergleich: Das schon erwähnte devolo Magic 2 ähnelt dem Connect Booster von Unitymedia stark. Das Starter Kit dieses Modells kostet aktuell knapp 200 Euro. Diesen Wert erreichen Unitymedia-Kunden, wenn sie ihre Adapter für mehr als 4 Jahre nutzen. Technischer Support und kostenfreier Wechsel über die gesamte Laufzeit sind dabei nicht eingerechnet.

Unitymedia Connect Booster – Fazit

Es funktioniert einfach: Dies gilt für den Unitymedia Connect Booster von Anfang bis Ende. Im Test konnten die Adapter vor allem mit einer einfachen Installation glänzen. Selbst unerfahrene Nutzer dürften dank „Plug & Surf“ keine Probleme haben, die Geräte anzuschließen. Wenn es trotzdem offene Fragen geben sollte, hilft das vorbildlich designte Handbuch.

Die Internetverbindung über die Stromleitung läuft stabil, ist aber mit Verlusten verbunden. Die bewegten sich im Test jedoch auf einem akzeptablen Niveau. Streaming als datenhungrigste Tätigkeit war damit kein Problem. Im Einzelfall entscheiden immer die heimischen Begebenheiten, wie gut der Datendurchsatz ist. Daher lohnt es sich, den 30-Tage-Testzeitraum vom Anbieter zu nutzen.

Wer aber gute Voraussetzungen hat, macht mit dem Unitymedia Connect Booster wenig falsch. Auch der Preis in der Basis-Variante lässt sich aktuell sehen. Mindestens 3 Euro pro Monat ist ein guter Deal. Einziger Nachteil der Adapter: Sie sind nur für Unitymedia-Kunden mit der Connect Box zugänglich. Wer einen anderen Router nutzt, muss auf vergleichbare Systeme von anderen Herstellern zurückgreifen.

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