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O₂ Homespot im Test: Das Sofort-WLAN aus der Steckdose

7 Minuten
O₂ bietet seinen Internetanschluss nicht nur per Kabel und DSL an, sondern auch über LTE beziehungsweise 5G. Mit dem O₂ Homespot greift ein Router das LTE-Signal ab und verteilt es in deiner Wohnung per WLAN und LAN. Wir haben den O₂ Homespot getestet.
O2 Homespot
O2 HomespotBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside digital

Das Angebot

Der O₂ Homespot ist eine Datenflatrate per LTE mit bis zu 50 Mbit/s im Down- und 10 Mbit/s im Upstream. Auch eine Telefonflatrate ins Festnetz ist enthalten – samt Festnetznummer. Als zwei-Jahres-Vertrag kostet dich der Zugang monatlich zunächst 19,99 Euro (ab 13. Monat 29,99 Euro). Eine 10-Mbit/s Version kostet 5 Euro weniger. O₂ Bestandskunden zahlen in beiden Versionen monatlich 10 Euro weniger. Hinzu kommen die Kosten für den hier getesteten Router. Diese liegen bei monatlich 4,99 Euro. Anschlusskosten gibt es derzeit nicht. Das einzige, das du brauchst, um den Anschluss zu bekommen: Eine Steckdose. Keinen Techniker, keine Leitung.

Das Gerät

Wenn der O₂ Homespot bei dir zu Hause ankommt, fällt vor allem eines auf: die Bauweise des Routers. Während die meisten Internetrouter viereckig und flach sind, hat sich der Hersteller des O₂ Homespot zu einer zylinderartigen Bauform entschieden. Das macht es leichter, den Router auf eine Fensterbank zu stellen – denn das ist der ideale Standort für den Mobilfunkempfang. Aber apropos Hersteller: Gefertigt wurde der LTE-Router in China von der eher unbekannten taiwanesischen Firma Askey Computer Corporation. Doch keine Sorge: Du musst weder chinesisch noch taiwanesisch können, um den Router zu bedienen. Die Admin-Oberfläche wurde komplett durch O2 angepasst und ist auf Deutsch.

Insgesamt wirkt der Router hochwertig und gut verarbeitet. Auch der Aufbau ist strukturiert: Auf der Rückseite findest du unter einer Klappe zwei Antennenanschlüsse und den SIM-Karten-Einschub. Auf der Unterseite ist in einer Ausbuchtung der Stromanschluss sowie der Eingang für zwei LAN-Kabel. Die Kabel kannst du über eine Ausbuchtung in der Unterseite des Fußes nach hinten aus dem Gerät herausführen.

Auf der Vorderseite findest du eine Reihe von LEDs, die dich über den Zustand des Gerätes informieren. Jeweils eine LED zeigt dir, ob WLAN generell sendet und wenn ja auf welcher der beiden Frequenzbänder. Eine weitere LED zeigt durch verschiedene Farben die Qualität des LTE-Empfangs an, eine weitere, ob du eine Verbindung ins Internet hast. Es gibt auch eine LED für eine Telefon-Funktion sowie eine entsprechende Telefon-Buchse auf der Unterseite. Getestet haben wir diese nicht, da wir für den Test eine SIM-Karte genutzt haben, die in erster Linie nicht für den Homespot gedacht war (mehr zur kostenlosen O₂-Testkarte).

LEDs geben Infos über den Zustand des O2 Homespot
LEDs geben Infos über den Zustand des O₂ Homespot

Die Inbetriebnahme

Eine von O₂ beigelegte Bedienungsanleitung leitet dich durch die ersten Schritte mit deinem neuen O₂ Homepot. Wir raten dir dringend, dich an die Anleitung zu halten, denn einige Schritte sind unerwartet. So brauchst du beispielsweise die SIM-Karte im Micro-Format und nicht im sonst bei Handys üblichen Nano-Format.

Außerdem verfügt der O₂ Homespot über Schiebeschalter an der Unterseite, die richtig eingestellt sein müssen. Denn bei einer falschen Einstellung arbeitet der Router nicht als LTE-Modem, sondern als Repeater für bestehende WLAN-Netze.

Positiv ist, dass die Anleitung sehr detailliert und auch für Laien verständlich erklärt, wie du den Router in Betrieb nimmst. Erfahrene Nutzer könnte das allerdings dazu verleiten, den oftmals langen Text schlichtweg zu überspringen und es auf gut Glück selbst zu versuchen.

Unerwartet ist beispielsweise auch, dass das WLAN des Routers von Haus aus mit zwei unterschiedlichen SSIDs für 2,4 und 5 GHz sendet. Dabei dauert es nach einem Neustart des Routers mehrere Minuten, bis das 5-GHz-Band auch wirklich sendet. Beide Frequenzen kannst du über einen Taster auf der Rückseite ein- und ausschalten. Über den gleichen Taster aktivierst du auch die WPS-Funktion, um dich ohne Kennwort mit dem Router zu verbinden. Dazu musst du den Taster 3 Sekunden gedrückt halten. Doch Vorsicht: Drückst du zu kurz auf den Taster, schaltest du das WLAN aus.

Antennenanschluss am O2 Homespot
Antennenanschluss am O₂ Homespot

Etwas anstrengend kann die Inbetriebnahme des O₂ Homespot sein, wenn du nicht direkt neben dem Router an der Fensterbank stehen kannst. Denn die voreingestellten Passwörter für das WLAN und die Admin-Oberfläche sind auf Aufklebern unterhalb des Routers und auf der Rückseite. Hier wäre ein zusätzlicher Beileger in Form einer Karte wünschenswert gewesen – doch das Abfotografieren mit dem Smartphone tut es notfalls auch.

Die Nutzung

In unserem Testhaushalt war leider der Platz am Fenster tatsächlich der einzige, wo wir den O₂ Homespot testen konnten. Zu schlecht ist in der Testwohnung der Empfang des O₂-Netzes – was aber auch mit der Bauweise des Hauses zusammenhängt, mit der auch die anderen Netze ihre Probleme haben. Doch auch bei geöffnetem Fenster erreichten wir bestenfalls 20 Mbit/s, was mit dem mäßigen Netzausbau durch O₂ in Sachen Kapazität an unserem Teststandort in Berlin zusammenhängt. Die genutzte Mobilfunkzelle versorgt mehrere hundert Einwohner und eine Hauptverkehrsstraße, verfügt aber nur über Band 3, 7 und 20. Das sind auch genau die Frequenzbänder, die der Askey-Router unterstützt. Ein künftiger Ausbau durch O₂ auf anderen Frequenzen (wie etwa den bisherigen UMTS-Frequenzen) bringt Nutzern dieses Routers also nur indirekt etwas – nämlich durch die Verlagerung anderer Smartphones auf die neuen Frequenzen.

Zudem unterstützt der Homespot nur LTE Cat 6 und kann somit nur zwei der drei möglichen Frequenzbänder aktiv nutzen. Bei schlechtem Empfangssignal hast du übrigens auch die Möglichkeit, zwei externe LTE-Antennen über SMA-Buchsen anzuschließen. Ausprobieren konnten wir das mangels entsprechender Antennen im Rahmen unseres Tests nicht. Insbesondere in ländlichen Regionen könnte eine solche Außen- oder Dachantenne aber das Zünglein an der Waage sein. Aber Achtung: Die Antenne sollte mindestens eine der drei genannten Frequenzbänder unterstützen und das O₂-Netz auf dieser Frequenz sollte an deinem Sender auch verfügbar sein.

Beim WLAN unterstützt der O₂ Homespot WLAN 5 auf 5 GHz und erlaubt bis zu 64 Endgeräte gleichzeitig. Mehr Geräte sollten aber auch nicht an einem Homespot hängen. Geräte, die stationär und regelmäßig viel Datentraffic generieren – etwa einen Smart TV oder eine Spielekonsole sowie einen Gaming- oder Homeoffice-PC – solltest du per LAN-Kabel verbinden.

Positiv zu erwähnen ist übrigens der Stromverbrauch: Er liegt im Standby mit aktivem WLAN bei 7,5 Watt. Selbst unter Last kamen wir beim Test nicht auf mehr als 10 Watt im Verbrauch. Geht man im Mittel von 8,5 Watt Verbrauch aus, so summiert sich das im Jahr auf etwa 75 Kilowattstunden. Handelsübliche DSL-Router verbrauchen nicht weniger Strom, sondern in der Spitze eher mehr.

Das Menü

Die Unterseite des O2 Homespot
Die Unterseite des O₂ Homespot

Das Admin-Menü bietet alle Funktionen, die man erwarten würde. Der Aufbau ist etwas unlogisch. So finden sich alle(!) Menü-Punkte unter dem Untermenü LTE/3G-Modus – der zugleich der einzige Unterpunkt des Hauptmenüs ist. Über weiterer Unter-Untermenüs kannst du deine WLAN-Einstellungen ändern, dir Statistiken zur Verbindung und dem übertragenen Datenvolumen ansehen, Routing-Einstellungen für das Heimnetzwerk (Portfreigaben, IPv6-Einstellungen, Domain-Filter) ändern und zwischen den beiden externen Antennen hin und her schalten. Auch der Versand und Empfang von SMS ist hier möglich.

Das Fazit

Am O₂ Homespot gibt es nichts auszusetzen, doch die Nutzung steht und fällt mit deinen lokalen Bedingungen. Ist dein O₂-Netz vor Ort chronisch überlastet, schwach oder es sind die falschen Frequenzen im Einsatz, dürfte ein Festnetz-Ersatz über den Homespot nur wenig Spaß machen. Unser Tipp: Mache vorher einen Speedtest mit einer anderen O2-SIM-Karte (beispielsweise der 30-Tage-Kostenlos-Karte).

Hast du aber gutes Netz, so bekommst du mit dem O₂ Homespot in jedem Fall ein Gerät, das als gute Basis für dein Heimnetz dienst. Brauchst du jedoch mehrere WLAN-Zugangspunkte, solltest du WLAN an dem Router ausschalten und über ein externes WLAN-Mesh-Set eines beliebigen Herstellers ein neues WLAN-Netz aufsetzen.

Schade ist, dass zumindest die von uns getestete Version noch kein 5G unterstützt und auch in Sachen Frequenzbänder eingeschränkt ist. Hat O₂ bei dir bereits 5G ausgebaut, gibt es aber auch eine 5G-Version des Homespot.

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Bildquellen

  • LEDs geben Infos über den Zustand des O2 Homespot: Thorsten Neuhetzki
  • Antennenanschluss am O2 Homespot: Thorsten Neuhetzki
  • Die Unterseite des O2 Homespot: Thorsten Neuhetzki
  • O2 Homespot: Thorsten Neuhetzki
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3 KOMMENTARE

  1. Udo Müller

    Bin gespannt und lass mich überraschen ob es alles so einfach ist, wie es sich liest. Interessant ist das schon, könnte mich Reizen mit zu machen.

    Antwort
  2. Mario L.

    Ich habe den Homespot 2 Jahre getestet und komme zu dem Schluss, dass diese Kiste technisch absoluter Müll ist. Wer hier zuschlägt holt sich die Pest ins Haus. Lieber einen Fritz LTE oder TP Link LTE Router bei Amazon zum vernünftigen Kurs bestellen und gut ist. Die O2 Tonne läuft, aber weder zuverlässig noch benutzerfreundlich.

    Antwort
  3. Tim

    LTE Stick in der Fritz!Box: doppelter Datendurchsatz im Vergleich zum HomeSpot. Mein Testergebnis.

    Antwort

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