MagentaTV-Stick der Telekom im Test: Streaming für Alle

6 Minuten
Das TV-Angebot der Telekom gab es lange nur mit einem Telekom-DSL-Anschluss. Seit 2018 bietet die Telekom es auch per App an und jetzt sogar mit einem TV-Stick. Der TV-Dienst kommt so auf jeden Fernseher - egal ob ein Telekom-Anschluss im Haus liegt oder nicht. Wir haben den Magenta-TV-Stick getestet und zeigen dir, was dich erwartet.
Fernbedienung, Stick und Verpackung vom Magenta TV Sticl
Fernbedienung, Stick und Verpackung vom Magenta TV SticlBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Wer TV-Stick hört, denkt zunächst einmal an den Fire-TV-Stick. Und in der Tat stellt sich die Frage, ob du neben einem Fire-TV-Stick auch noch einen Magenta-TV-Stick brauchst. Willst du Magenta TV ernsthaft nutzen, lautet die Antwort ja. Warum? Immer der Reihe nach!

In der Verpackung findest du alles, was du brauchst: Den MagentaTV Stick (der optisch an einen Google Chromecast erinnert), eine Bluetooth Fernbedienung und die notwendigen Batterien und Kabel. Den Stick schließt du per HDMI an deinen Fernseher an, der Strom kommt per USB oder über einen mitgelieferten Netzstecker. Einen LAN-Anschluss gibt es nicht, du bist also auf WLAN angewiesen.

Fernbedienung, Stick und Verpackung vom Magenta TV Stick
Fernbedienung, Stick und Verpackung vom Magenta TV Stick

MagentaTV Stick ist modifiziertes Android TV

Der MagentaTV-Stick basiert auf Android TV. Du als Nutzer merkst davon aber außer beim Booten und bei der Ersteinrichtung nichts. Beim Hochfahren siehst du das Android-TV-Logo, bei der Einrichtung benötigst du idealerweise ein Google-Konto – beispielsweise um dir später weitere Apps aus dem Play Store herunterzuladen. Erzwungen wird es aber nicht. Auf diesem Weg kannst du dir aber auch DAZN, Youtube und Netflix auf den Stick laden.

Außerdem brauchst du zur Anmeldung eine Telekom-ID. Das kann auch die von deinem Handy- oder Festnetzvertrag sein. Hast du keine Telekom-ID, so registrierst du dich schnell. Zu guter Letzt möchte die Telekom auch noch wissen, auf welchem Weg abgerechnet werden darf. Je nachdem, ob du schon Telekom-Kunde bist oder nicht ist dieser Schritt mehr oder weniger aufwändig.

Die Inbetriebnahme ist insgesamt recht einfach. Im Laufe des Prozesses aktualisiert sich der Stick auch direkt selbst, sollte ein Update vorliegen. Einziger ungewöhnlicher Schritt: Du musst einmalig die Fernbedienung mit dem MagentaTV-Stick koppeln. 

MagentaTV Stick beinhaltet App, Fire-TV und Web-Nutzung

Ist Magenta TV auf dem Stick freigeschaltet, so lässt sich der Dienst auch an allen anderen Oberflächen nutzen, auf denen Magenta TV funktioniert. Das sind beispielsweise die Apps von Android und iOS oder aber der Amazon Fire TV Stick für den Zweitfernseher. Allerdings ist der Nutzungsumfang unterschiedlich. Magenta TV im EU-Ausland zu nutzen ist ebenfalls möglich, erfordert aber eine Freischaltung im Kundenmenü.

MagentaTV per Stick bietet eine Nutzeroberfläche, wie konventionelle Magenta-TV-Nutzer sie schon von ihrer TV-Box kennen. Damit kommen auch redaktionelle Empfehlungen zu den aktuellen Highlights im linearen TV und den anderen Videoquellen, die Magenta TV beinhaltet. Zudem findest du auf dem Startbildschirm, der über die Fernbedienung mit der Haus-Taste aufrufbar ist, auch eine Übersicht, was gerade auf den TV-Sendern der vorderen Listenplätze läuft, welche Aufnahmen du hast und welche On-Demand-Inhalte du zuletzt gesehen aber nicht zu Ende geschaut hast.

Der Startbildschirm von Magetna TV
Der Startbildschirm von Magetna TV

HD ist Standard

Lineares TV lässt sich bei den meisten Sendern – inklusive der RTL-Gruppe – in HD schauen. Sogar VoxUp in HD liegt vor – Damit ist Magenta-TV der einzige Verbreitungskanal in Deutschland. Die Bildqualität ist bei entsprechender Internetversorgung sehr gut. Ein lineares TV-Signal in HD erfordert etwa 8 MBit/s freie Leitungskapazität im Downstream. Etwas nervig ist beim linearen TV das Zappen. Nicht nur, dass man die Senderliste nach oben scrollen muss statt wie bei den meisten Diensten nach unten – man muss das Umschalten auch noch jedes Mal per OK bestätigen. 

Wer Werbung für Magenta TV kennt, kennt auch die Hinweise auf die Megathek. Dabei handelt es sich um Inhalte von ARD und ZDF, die sich nicht in den Mediatheken der Sender finden lassen – etwa die ersten Tatort-Staffeln. Ein Zugriff auf diese Inhalte ist über den Stick ebenfalls möglich. Die eigentlichen Mediatheken der verschiedenen Sender kannst du dir als App aus dem Google Play Store herunterladen. 

Die Aufnahmen beim MagentaTV Stick

Aufnahmen aus dem linearen TV-Programm sind möglich – allerdings mit Einschränkungen. Diese sind auf die Nutzungsform per OTT – also dem freien Internet – zurückzuführen. So erlaubt die RTL-Gruppe hier beispielsweise keine Aufnahmen in HD und bei anderen Privatsendern werden die Aufnahmen nach einigen Tagen wieder gelöscht oder sind gar nicht erst möglich.

Restart bei Magenta TV
Restart bei Magenta TV

Du kannst die Aufnahmen derzeit nämlich noch nicht über die Oberfläche im MagentaTV-Stick programmieren, sondern nur über andere Oberflächen wie die App oder den Fire TV. Umgekehrt kannst du aber eine auf dem Fire TV programmierte Aufnahme dort nicht ansehen, sondern nur in der App oder der Stick-Oberfläche. Löschen wiederum geht nicht über den Stick. Insgesamt stehen auch nur 24 Stunden Aufnahmespeicher zur Verfügung. Er ist nicht erweiterbar.

Im Preis enthalten ist aber ein Feature, das wirklich genial ist, wenn du eine Sendung erst durch das Reinzappen findest und gut findest oder aber im Stau gestanden hast. Der Restart. Jede Sendung, die noch läuft, kannst du per Fernbedienung sofort von Anfang an sehen.

MagentaTV-Stick noch in der Beta-Phase

Dass dieses Durcheinander bei den Aufnahmen überhaupt existiert, ist auf die offizielle Beta-Phase des MagentaTV-Sticks zurückzuführen. Der Stick ist seit Dezember im Verkauf, wird aber noch nicht offensiv vermarktet. Aufgrund der Beta-Phase ist er mit einmalig 49,99 Euro nicht nur günstiger als angekündigt, sondern beinhaltet auch noch drei Gratis-Monate für Magenta TV, die sonst mit jeweils 7,95 Euro für Nicht-DSL-Kunden zu Buche schlagen würden. Effektiv kostet der Stick, für den Software-Updates geplant sind, somit lediglich 26,14 Euro. Telekom-Festnetz-Kunden zahlen im Anschluss vergleichsweise schmale 4,95 Euro. Auf den Beta-Test ist wohl auch zurückzuführen, dass hier und da mal ein On-Demand-Abruf etwas länger braucht oder eine Info-Tafel stehen bleibt, wo sie hätte verschwinden sollen.

Künftig geplant ist neben der Programmierung und Verwaltung von Aufnahmen auch eine Merkliste und das Bearbeiten der Senderliste. Dieses ist derzeit nur auf einem Umweg über eine Webseite möglich. Auch UHD soll künftig angeboten werden – genau so wie die Ton-Formate Dolby Vision und Dolby Atmos. Wann das sein wird, dazu gibt noch keine Angaben.

Fazit: Solides Gerät schon in der Beta-Phase

Im Test fiel durchaus auf, dass die ein oder andere Benutzerführung und Features noch nicht optimal waren. Nicht umsonst bezeichnet die Telekom die aktuelle Phase als Beta-Phase. Und hier macht der Magenta TV Stick durchaus eine solide Figur.

Dadurch, dass sich MagentaTV aber neben dem Stick auch noch auf ein weiteres Gerät nutzen lässt – auch parallel – ist der Dienst samt Stick aber eine gute Alternative zu anderen Streaming-Diensten wie Zattoo oder waipu.tv

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Bildquellen

  • Fernbedienung, Stick und Verpackung vom Magenta TV Stick: Thorsten Neuhetzki
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  • Fernbedienung, Stick und Verpackung vom Magenta TV Sticl: Thorsten Neuhetzki
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1 KOMMENTAR

  1. Wenn er funktioniert, dann ist der Stick eine Alternative zumal er noch in der Testphase ist. Bei mir sind aber Abstürze an der Tagesordnung. Werde den Stick tauschen.

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