Konnect Satelliten-Internet im Test: Hier lohnt sich die Satellitenschüssel

7 Minuten
Wer an seinem Wohnort keinerlei Möglichkeit besitzt, an einen Glasfaseranschluss oder VDSL zu gelangen, für den kann Konnects Satelliten-Internet eine interessante Alternative darstellen. Doch auch Gebiete, in denen das Internet zu Stoßzeiten häufig überlastet ist, können profitieren.
Konnect Satelliten-Internet
Konnect Satelliten-InternetBildquelle:

Satelliten-Internet stellt eine Internetverbindung über eine Satellitenschüssel her. Dabei stellt man die Anlage auf dem Grundstück auf. Dazu wird ein Kabel ins Innere des Wohngebäudes geführt, das man mit dem Modem verbindet. Satelliten-Internet hat den Vorteil, dass es unabhängig von den vorliegenden Anschlussmöglichkeiten für andere Internetdienstleistungen angeschlossen werden kann. Das bedeutet, dass dank dieser Internet-Variante auch Haushalte weit draußen auf dem Land mit schnellerem Internet versorgt werden können. Allerdings kann nicht jede Satellitenschüssel für den Internetempfang genutzt werden. Die Montage einer speziellen Satelliten-Anlage ist dafür notwendig.

Im Falle von Eutelsat Konnect befindet sich der geostationäre Satellit, der die Internetverbindung ermöglicht, in rund 36.000 Kilometer Höhe. Er ist somit ähnlich weit entfernt wie die TV-Satelliten. Das bedeutet, dass die Signallaufzeit um einiges höher ausfällt als bei anderen Internetverbindungen. Für zeitkritische Anwendungen, zu denen auch Online-Gaming zählt, eignen sie sich daher nicht.

Worauf sollte man achten, wenn man eine Konnect Satelliten-Anlage installieren will?

Damit die Signalübertragung stattfinden kann, muss man den Spiegel nach Süden ausrichten. Größere Hindernisse, wie etwa Bäume, können dabei den Empfang der Internetverbindungen beeinträchtigen oder sogar verhindern. Besteht nicht die Möglichkeit, die Anlage direkt auf der Südseite des Grundstücks zu montieren, kann auch eine Montage hinter dem Haus eine Möglichkeit darstellen. Hierbei gilt jedoch, dass man die Anlage mit mehr Abstand zu dem Gebäude aufstellen muss als das Wohnhaus hoch ist. Insbesondere bei großen Bauten innerhalb von Städten ist es daher schwierig mit genügend Abstand auf eine andere Grundstücksseite auszuweichen.

Grundsätzlich gibt es drei Arten, wie sich Konnects Satelliten-Internet montieren lässt. Sowohl eine Montage auf dem Dach, per Wandhalterungen oder auf dem Boden aufstehend sind möglich. Welche sich am besten eignet, hängt von den jeweiligen Bedingungen vor Ort ab. Ist das Dach zu schmal oder das Aufstellen eines Gerüsts nicht möglich, kann die Anlage darauf nicht aufgestellt werden. Bei einer Wandmontage ist es entscheidend, die Dämmung in den jeweiligen Wänden zu berücksichtigen. Standard-Halterungen sind häufig nicht darauf ausgelegt, in Dämmungen verankert zu werden, sodass hier gegebenenfalls ein Ausschnitt in der Dämmung bei der Montage erforderlich wird. Zum Aufstellen auf dem Boden lassen sich gleich mehrere Varianten wählen. So kann das Gestell der Satelliten-Anlage etwa mit Bodenplatten beschwert oder die Anlage direkt in Beton eingegossen werden.

Vorsicht bei Mietobjekten

Wer als Mieter eine Satelliten-Anlage aufstellen möchte, benötigt die Erlaubnis des Vermieters für Montagen, die auf Dach oder Wand stattfinden sollen. Da dafür ein Bohren in die Fassade und Gemäuer notwendig ist, dürfen solche Arbeiten nicht ohne Zustimmung des Vermieters erfolgen. Wer die Anlage jedoch auf dem Boden oder einem Balkon aufstellt, ohne auf eine solche Montage zurückzugreifen, benötigt dafür keine Zustimmung. Möchte man vermeiden, dass ein Loch zur Kabelführung in die Wand vonnöten ist, etwa, um auch hier nicht von der Erlaubnis abhängig zu sein, gibt es auch dafür passende Lösungen. Sogenannte Fensterführungen ermöglichen es, das Kabel direkt über ein passendes Fenster in die Wohnung zu führen. Dadurch ist keinerlei Bohren notwendig.

Geschwindigkeitstest Konnect Satelliten-Internet

Eine der wichtigsten Eigenschaften einer jeden Internetverbindung ist und bleibt die Geschwindigkeit, die sie erreicht. Konnects Satelliten-Internet verspricht hierbei eine Leistung von bis zu 100 Mbit/s im Download und bis zu 10 Mbit/s im Upload. Um zu sehen, wie sich die Internetverbindung real schlägt, wurden verschiedene Geschwindigkeitstest zu unterschiedlichen Stoßzeiten durchgeführt, in denen mit verschiedenen Auslastungen zu rechnen sind.

Konnect Satelliten-Internet Geschwindigkeitstest
Konnect Satelliten-Internet Geschwindigkeitstest von links nach rechts: Messung Sonntag 20:30, Messung Werktags 8:15, Messung Werktags 20:30

Testphase 1 –Sonntag, 20:30 Rush-Hour

Die wohl kritischste Zeit für Internetverbindungen stellt die berühmte Rush-Hour am Sonntag dar. Hier befinden sich nicht nur verhältnismäßig viele Nutzer im Internet, sondern auch die Art der Nutzung unterscheidet sich grundlegend von der zu Arbeitszeiten werktags. So nutzen viele am Sonntag Videostreaming-Dienste und auch die Zahlen beim Online-Gaming steigen an. So verwundert es nicht, dass die Geschwindigkeit des Internets hier nicht die volle Leistung erreicht. Mit den 43,7 Mbit/s im Download und den 5,03 Mbit/s im Upload fällt das Ergebnis sogar besser aus, als in dieser Umgebung erwartbar war. Zum Vergleich: Ein 100 Mbit/s Vodafone-Anschluss erreicht zu diesen Stoßzeiten hier häufig Werte von 30-40 Mbit/s. Damit liegt Konnects Satelliten-Internet etwas über den Werten der hiesigen DSL-Leitung, was an einem geringeren Aufkommen von Satelliten-Anlagen im Vergleich zu den DSL-Anschlüssen liegen könnte.

Testphase 2 – Werktags, 8:15 Büro-Start

Zum Start des aktuell üblichen Home-Office-Tages kann man damit rechnen, dass der Traffic im Internet ansteigt. Im Gegensatz zum Abend oder Wochenenden greifen jedoch weniger Nutzer auf Videostreaming zurück. Entscheidender sind hier der E-Mail-Verkehr, Internettelefonie und gegebenenfalls der Transfer von Daten, die man für gemeinsame Projekte benötigt. Es überrascht somit nicht, dass der Geschwindigkeitstest für Werktags gegen 8:15 Uhr ordentlich ausfällt. Von den bis zu 100 Mbit/s im Download erreicht Konnects Satelliten-Internet hier solide 83,38 Mbit/s. Die Upload-Rate fällt von den möglichen 10 Mbit/s mit gemessenen 4,93 Mbit/s zwar schlechter aus als die Downloadgeschwindigkeit, bietet aber dennoch ausreichend Geschwindigkeit zur Dateiübertragung. Dass die Upload-Rate sich hier geringer zeigt, als an einem Sonntag, könnte daran liegen, dass man zu diesen Zeiten geringfügig mehr Dateien versendet. Insgesamt fällt die Differenz von 0,10 Mbit/s aber kaum ins Gewicht.

Testphase 3 – Werktags, 20:30

Die Messung zeigt uns hierbei erfreuliche 82,34 Mbit/s im Download. Überraschend fällt jedoch der geringe Upload-Wert aus, der sich mit 0,37 Mbit/s im Upload sogar unter den Werten vom Sonntag befindet. Das stört bei Anwendungen wie Videostreaming nicht weiter, wer jedoch versucht, Dateien zu versenden, muss mit größeren Wartezeiten rechnen. Dass das Messergebnis im Download leicht schlechter ausfällt als an einem Werktag-Morgen, liegt sicherlich in der Zunahme an Videostreaming begründet. Da der Wert insgesamt jedoch nur geringfügig abweicht, ist das Satelliten-Internet hier weniger ausgelastet als am Sonntag.

Ping-Zeiten des Satelliten-Internets

Die Ping-Zeiten, die eine Internetverbindung erreicht, sind vorwiegend bei Gamern entscheidend, können aber auch für andere Anwendungen eine Rolle spielen. Wie es von Satelliten-Internet zu erwarten ist, fallen diese Zeiten hier höher aus als bei anderen Verbindungen. Das liegt bereits darin begründet, dass das Signal mit dem Weg zum Satelliten in 36.000 Kilometer Höhe einen größeren Weg zurücklegen muss als bei der Signalverarbeitung durch beispielsweise einen DSL- oder Glasfaseranschluss. Es verwundert somit nicht, dass sämtliche Ping-Zeiten der Messungen über 600 Millisekunden lagen.

Konnects Satelliten-Internet – eine gute Alternative?

Insgesamt liefert das Satelliten-Internet von Konnect ein solides Ergebnis. Größere Störungen gab es im Testbetrieb nicht und auch geringfügiger Regen und leichter Schneefall haben die Verbindung kaum beeinträchtigt. Starke Regen- oder Schneefälle könnten jedoch zur Verzögerung in der Übertragung führen, ähnlich wie man es von Satellitenfernsehen bereits kennt. Auch hier muss man mit Schwankungen in der Geschwindigkeit rechnen, die sich aus der Auslastung der verfügbaren Ressourcen ergibt, ähnlich wie bei anderen Anschlüssen. Die größte Stärke des Satelliten-Internets bleibt jedoch ihre Verfügbarkeit, insbesondere in Gebieten, die von anderen schnellen Internetoptionen abgeschnitten sind.

Doch auch in großen Städten können Anwender von dieser Alternative zu einem DSL-Anschluss profitieren. Vor allem dort, wo das DSL-Netz häufig durch die Nutzung von vielen Anwendern gleichzeitig überlastet ist und an Leistung einbüßt. Einzig für Anwender, die an Online-Gaming und anderen Anwendungen, die kurze Ping-Zeiten benötigen, interessiert sind, können auf Satelliten-Internet als Alternative nicht zurückgreifen. Bis zum 31. Januar 2022 haben Anwender zudem noch die Möglichkeit, die Satelliten-Anlage selbst kostenlos von Konnect installieren zu lassen.

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6 KOMMENTARE

  1. Karl Müller

    Das sind ja grausige Zahlen. Dann doch besser Starlink

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  2. Marcus

    Starlink bietet einiges mehr, download 300 und upload 30 bis 40 bei mir….

    In einem Dorf wo man maximal 6 über den DSL Anschluss bekommt….

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  3. Jens weber

    Also es sollte vielleicht 2 punkte erwähnt werden, denn ich hatte diese kathastrophen Firma auch hier, das erinnert mehr an Richtfunk als an Sat. Da darf garnichts, rein garnichts in dem bescheidenen Winkel stehen was die Schüssel und den süden angeht, und für ein Satteldach ist die Halterung überhaupt nicht geeignet bzw unmöglich zu montieren, das ist rein für Flachdächer. Bei mir waren 3 Techniker, keiner hat das zum Laufen gebracht. Und mit Starlink absolut kein Vergleich. Schon ein paar mm abweichung beim festziehen der Schüssel kann reichen dass das Signal nicht mehr vorhanden ist. Viel, viel zu empfindlich, dilitantische Firma ne sorry, kann ich jedem nur von abraten

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  4. Mathias

    Absolut überholt von Starlink. Meine SpaceX Antenne geht hoch bis 250 Mbit Download, 40ms Ping und keine Grenze. Die Satelliten fliegen bei Starlink ca. 500km tief.

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  5. Theo Luchas

    Ich sage da zu nur: Internet in Deutschland absolut überteuert in vergleichen wir mit Osteuropäische proweider,10 Fach,und warum können wir nicht entscheiden aus welchem Land bekommen wir Signal aus All,wo ist Wettbewerb?

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  6. Dipol

    Hoffentlich steht nie jemand vor dieser Antenne.
    Nach Blitzkugelverfahren ist bei dem Standort das Einschlagrisiko objektiv gering. Formal ist aber sowohl nach in Deutschland NICHT zuständiger IEC 60728-11 für reine Empfangsantennen von einer blitzstromtragfähigen Verbindung des Antennenträgers zu einer HES nur in LPZ 0B von Blitzschutzsystemen befreit und nach der maßgeblichen und strengeren nationalen DIN VDE 0855-300:2008-08 auch ein Potentialausgleich des Koaxschirms vom TRIA-LNB vorzugsweise nahe dem Gebäudeeintritt Pflicht.

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