Optisch wirkt der Astra Sports Tourer Electric deutlich geschärft. Und das liegt besonders an der Front, wo jetzt der Opel Vizor mit beleuchtetem Blitz und illuminiertem Opel-Kompass zum Einsatz kommt. Die Lichtsignatur sieht nicht nur richtig gut aus, sie verleiht dem Kombi auch einen sehr eigenständigen Auftritt, der sich klar von anderen Stromern absetzt. Neue Metallic-Lacke wie „Kontur-Weiß“ und „Klover-Grün“ sowie Zweifarblack mit karbonschwarzem Dach unterstreichen den betont dynamischen Charakter. Ohne Aufpreis gibt es den neuen Stromer aber nur in Athletik Blau.

Opel Astra Sports Tourer Electric: Der Kombi-Vorteil!
Mit 4,64 Metern Länge bietet der Kombi einen praktischen Grundriss, der im Alltag sofort überzeugt. Der Kofferraum fasst 516 bis 1.553 Liter, die im Verhältnis 40:20:40 umklappbare Rücksitzlehne macht den Astra Sports Tourer Electric zum flexibel nutzbaren Allrounder für Kinderwagen, Urlaubsgepäck oder auch für das Fahrrad-Wochenende. Die Vorteile eines Kombi-Modells werden hier schnell deutlich. Leider fehlt es an einem Frunk unter der Fronthaube. Und auch viel zusätzlichen Stauraum im Unterboden des Kofferraums muss man verzichten.
Antrieb, Fahrgefühl und Reichweite
Unter der Haube arbeitet ein 115 kW (156 PS) starker Elektromotor, der 270 Nm Drehmoment an die Vorderachse liefert. Auf dem Papier sprintet der Astra Sports Tourer Electric in 9,5 Sekunden auf 100 km/h und läuft mit maximal 170 km/h – in der Praxis fühlt sich der Vortrieb souverän, aber nicht sportlich-aggressiv an. Ein Alltagsauto! Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Drei Fahrmodi (Eco / Normal / Sport) stehen bei der Elektro-Variante für das Vorwärtskommen zur Verfügung.
Die neue 58-kWh-Batterie – immerhin um 4 kWh gegenüber dem Opel Astra Sports Tourer (2023) (Test) gewachsen – ermöglicht im Facelift-Modell bis zu 445 Kilometer WLTP-Reichweite, was gegenüber der Vorgängerbatterie immerhin rund 30 Kilometer Plus bedeutet. Im realen Mischbetrieb auf kurvigen Landstraßen mit bergigen Passagen pendelt sich der Verbrauch im Bereich zwischen 16,5 und 17,5 kWh/100 km ein, sodass Reichweiten um 350 Kilometer bei moderater Fahrweise realistisch erscheinen.

Laden, Effizienz und Rekuperation
Beim Laden offenbart sich die vielleicht die größte Schwäche des Wagens. Die Ladeleistung verharrt beim neuesten Elektro-Opel nämlich auf einem wenig spektakulären Niveau. An der DC-Schnellladesäule zieht der Astra mit maximal 100 kW und lädt die Batterie unter optimalen Bedingungen in rund 32 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Für den Alltag wichtiger ist der serienmäßige dreiphasige 11-kW-Onboard-Charger, mit dem sich der Akku an der heimischen Wallbox über Nacht bequem füllen lässt. Eine optionale Erhöhung auf 22 kW gibt es bei diesem E-Auto nicht. Dafür ist eine Wärmepumpe serienmäßig verbaut.
Neu ist das dreistufig einstellbare Rekuperationssystem über Lenkradwippen, mit dem sich der Fahrer zwischen segelndem Gleiten und spürbar verzögernder Energierückgewinnung entscheiden kann. Im Testalltag zahlt sich diese Abstimmung aus: Der Astra Sports Tourer Electric fährt leise, wirkt gut gedämmt und lässt sich sehr effizient bewegen, ohne dass der Fahrer permanent auf Verbrauchsrekorde achten muss.
Komfort, Cockpit und Assistenz
Im Innenraum setzt Opel auf ein klar gezeichnetes, aufgeräumtes Cockpit mit einem 10-Zoll-Touchscreen in der Mitte und einem 10-Zoll-Fahrerinfodisplay hinter dem Lenkrad. Auffallend und sehr erfreulich ist, dass auf Klavierlackoberflächen verzichtet wurde. Bewusst hat man sich bei Opel für einige physische Knöpfe inklusive Gangwahlschalter an der Mittelkonsole entschieden. Und auch unterhalb des Touchscreens sind übersichtlich angeordnete Tasten für wichtige Fahrzeugfunktionen zu finden. In Summe wirkt das Cockpit hochwertig verarbeitet - mit vielen Ecken und Kanten.

Die überarbeitete Infotainment-Generation bietet Over-the-Air-Updates, integrierten Routenplaner mit Ladestopp-Unterstützung, Head-up-Display (Intelli-HUD | Abseits der teuersten Ultimate-Ausführung kostet es einen Aufpreis von 1.150 Euro) und ChatGPT-Funktionen – ein starkes Paket für die digital affine Zielgruppe. Vorn stehen zwei USB-C-Anschlüsse zur Verfügung, hinten immerhin einer.

Großer Pluspunkt sind darüber hinaus die schon aus dem Opel Grandland bekannten und jetzt auch im Astra serienmäßigen Intelli-Sitze mit spezieller Ergonomie-Ausformung im Bereich des Steißbeins. Ab der GS-Variante sind sie auch als AGR-zertifizierte Komfortsitze mit Heizung, Massage und Memory-Funktion nutzbar. In Verbindung mit dem insgesamt eher sportlich-straff abgestimmten Fahrwerk ergibt sich ein Langstreckencharakter, der gut zum Elektro-Kombi-Konzept passt.
Fahrdynamik: Gelassen statt sportlich
Fahrdynamisch gibt sich der Astra Sports Tourer Electric eher gelassen als verspielt: Die Lenkung arbeitet präzise und vermittelt ein sicheres Gefühl, der tiefe Schwerpunkt durch die im Unterboden platzierte Batterie sorgt für stabile Kurvenlage. In schnellen Richtungswechseln macht sich jedoch das Mehrgewicht bemerkbar; bei forcierter Fahrweise neigt der Kombi eher zum Untersteuern und wirkt nicht so spontan wie leichtere Verbrenner-Modelle der Baureihe. Zum Vergleich: Während der Verbrenner auf unter 1.500 Kilogramm Leergewicht kommt, sind es beim Electric rund 1.800 Kilogramm.

Beim Durchzug im Autobahn- oder Landstraßentempo reicht die Leistung für zügige Überholmanöver, allerdings fehlt dem Antrieb der typische Elektro-Punch, den einige Konkurrenten mit stärkeren E-Motoren bieten. Dafür bleibt der Astra Sports Tourer Electric stets gutmütig, leise und berechenbar – Eigenschaften, die vielen Familien- und Flottenkunden wichtiger sein dürften als sportliche Bestzeiten.
Praxisnutzen, V2L und Preispositionierung
Für den Alltag bringt der Astra Sports Tourer Electric einige praktische Details mit: Die V2L-Funktion (Vehicle-to-Load) erlaubt es, externe Verbraucher wie E-Bikes oder Camping-Equipment direkt aus der Fahrzeugbatterie zu versorgen – ideal für Freizeitnutzer, die autark unterwegs sein wollen. Zudem profitiert der Kombi von recycelten Materialien im Innenraum und einem veganen Lenkradbezug, was in die Nachhaltigkeitsstrategie der Marke einzahlt.

Eines darf man im Opel Astra Sports Tourer Electric (2026) übrigens nicht erwarten: übermäßig viel Platz in der zweiten Sitzreihe. Auch wenn es sich um einen Kombi handelt: 2,73 Meter Radstand setzen dem Wagen klare Grenzen. Und die spürt man besonders dann, wenn vorn langgewachsene Menschen Platz nehmen und mit den Sitzen weit nach hinten rücken. Dann bleibt zum Einstieg hinten für erwachsene Mitfahrer praktisch gar kein Platz mehr.
Was kostet der Opel Astra Sports Tourer Electric (2026)?
Preislich startet der Opel Astra Sports Tourer Electric bei 39.490 Euro, womit er im Umfeld von Peugeot e-308 SW, MG5 Electric und Co. konkurrenzfähig positioniert ist, zumal bereits ein umfangreiches Technik- und Sicherheitsniveau an Bord ist. Die besser ausgestattete GS-Variante ist ab 41.810 Euro zu haben, das Top-Modell Ultimate startet bei 44.860 Euro. Alternativ kannst du dich auch für ein Plug-in-Hybrid-Modell entscheiden (39.960 - 46.230 Euro) oder zum Benziner greifen (34.490 - 40.760 Euro). Einen Diesel gibt es auch. Dafür sind zwischen 36.140 und 42.410 Euro zu bezahlen.

Optional kannst du dich unter anderem für ein Glasschiebedach entscheiden (+1.200 Euro) oder eine abnehmbare Anhängervorrichtung mitbestellen (+775 Euro). Bei der Electric-Variante ist die aber nur für die Aufnahme eines Fahrradträgers zugelassen. Vier optionale Pakete bringen abseits der bereits entsprechend ausgestatteten Ultimate-Variante etwa das hochwertige IntelliLux HD LED-Licht mit adaptiven Matrix-Scheinwerfern (+1.500 Euro) oder eine sensorgesteuerte Heckklappe (+750 Euro) ins Auto.

Wer den Fokus auf praktischen Nutzwert, effizienten Elektroantrieb und ein charakterstarkes Design legt, findet im neuen Opel Astra Sports Tourer Electric einen Kombi, der im Alltag deutlich mehr kann, als seine zurückhaltenden Fahrwerte auf den ersten Blick vermuten lassen. Durch und durch "made in Germany", wie der Hersteller betont; entwickelt und gebaut in Rüsselsheim. Gefahren wird übrigens grundsätzlich auf Leichtmetallrädern. Anders als bei Verbrenner und Plug-in-Hybrid sind bei Opels neuem Elektro-Kombi übrigens bei allen Modellvarianten 18-Zoll-Leichtmetallräder montiert.
Vorteile Opel Astra Sports Tourer Electric
- ordentlicher Fahrkomfort
- starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
- ordentliches Platzangebot vorn und im Kofferraum
Nachteile Opel Astra Sports Tourer Electric
- nicht viel Platz in der zweiten Sitzreihe
- maue Ladeeigenschaften
- überschaubare Leistungsdaten
Der neue Opel Astra Sports Tourer Electric positioniert sich als alltagstauglicher Elektro-Kombi für Familien und Dienstwagenfahrer, der Effizienz, Platz und moderne Technik kombiniert, aber bewusst nicht auf maximale Dynamik oder Schnelllade-Glanzwerte zielt.







Starkes Preis Leistungs Verhältnis? Wohl kaum bei der Ladeleistung und Reichweite. Der Astra ist nicht langstreckentauglich und somit als Zweitwagen deutlich zu teuer….