Hat ein Saugroboter mit einer Wischplatte überhaupt noch eine Daseinsberechtigung auf dem Markt? Und dann auch noch zu einem Preis von über 1.000 Euro, wenn es bereits zahlreiche Modelle mit Wischwalze gibt? Das zumindest versucht Roborock mit seinem neusten Saug- und Wischroboter.
Verarbeitung und Einrichtung des Roborock Saros 20 Sonic
Das erste, was nach dem Auspacken auffällt, ist die flache Bauweise des Saugroboters. Nicht das erste Mal, dass Roborock mit dieser Bauweise viel Aufmerksamkeit erregt. Zur Einordnung: Der Saugroboter mit Greifarm von Roborock hat auch gerade einmal 7,98 cm gemessen. Mit dem Saros 20 Sonic stellt der Hersteller eine neue Bestmarke auf – 7,95 cm weist der Roboter auf. Erhältlich ist das Modell in Weiß und Schwarz. Bei der schwarzen Farbvariante, die uns für den Test zur Verfügung stand, kann ich zumindest sagen, dass es sich um keinen Staubmagneten handelt, wie das bei anderen dunklen Saugrobotern der Fall ist.

Positiv ist zudem, dass die Station neben dem Zwei-Tanksystem, Platz für eine Putzmittellösung parat hält. Negativ ist, dass Roborock auf eine Putzmittellösung im Verpackungsinhalt verzichtet. Bei einem Kaufpreis von 1.599 Euro hätte man das seinen Kunden definitiv dazugeben können. An Funktionen mangelt es der Station aber nicht. Sie saugt den Staub ab und kümmert sich um die Wäsche und Trocknung der Wischausrüstung. Dabei setzt der Hersteller 100 Grad heißes Wasser bei der Moppwäsche ein.

Für die Einrichtung nutzt du die Roborock-App. Hier scannst du den QR-Code, der sich unter der Haube befindet, und folgst den Einrichtungsschritten. Der gesamte Prozess vom Auspacken bis hin zum Hinzufügen in der App, hat im Test keine zehn Minuten gedauert.
Das Mapping geht rasant schnell. Angesichts der Tatsache, wie schnell die Kartierung durchgeführt wird, ist die Genauigkeit der erstellten Karte präzise. Der Saros 20 Sonic trennt Räume korrekt und weiß auf Anhieb, wo sich welche Möbel und andere Gegenstände befinden. Falls nötig, kannst du im Nachgang noch Ergänzungen hinzufügen, um den Roboter unter die Arme zu greifen.
Diese Funktionen gibt es in der Roborock-App
Nachdem der Roboter den Weg in die App gefunden hat, geht es darum, die Reinigung einzustellen. Hierbei kannst du zwischen diversen Modi und zahlreichen Saug- und Wischstufen wählen. Besonders ist vor allem die Möglichkeit, die Schrubbintensität einzustellen.
Zusätzlich legst du fest, wie der Sauger durch deine Wohnung navigieren soll. Detailliertere Anpassungsmöglichkeiten findest du in den weiteren Einstellungen. Hier kannst du das Verhalten auf Teppichen einstellen. Also, ob der Roboter diese meiden oder die Saugkraft nochmals erhöhen soll.

Und dann wäre da noch die Matter-Anbindung. Also die Möglichkeit, den Saros 20 Sonic in dein bestehendes Smart-Home-System einzubinden. Jedoch sind hierbei die Funktionen des Saugers recht limitiert. Im Grunde kannst du nur den Saug- und Wischvorgang starten und beenden. Allerdings liegt die Schuld nicht bei Roborock, sondern bei der Connectivity Standards Alliance (CSA), die hinter dem Matter-Standard steht.
Saug- und Wischleistung des Roborock Saros 20 Sonic
Was die Saugleistung angeht, spielt der Saros 20 Sonic von Roborock ganz oben mit. Auf glatten Oberflächen wie Hartböden oder Fliesen, lässt der Roboter kaum etwas liegen. Nur an vereinzelten Ecken, wo der Saros 20 Sonic aber spätestens bei einer zweiten Runde den Rest aufsaugt. Vor allem Haustierbesitzer werden Gefallen an diesem Saugroboter finden, da sich in der Haupt- und der Seitenbürste keine Haare verheddern. Roborock setzt auf eine spezielle Doppelbürste, um Haarverwicklungen zu verhindern – und das klappt wunderbar in der Praxis.
| Testvolumen (g) | Ansaugvolumen (g) | Effizienz (%) | |
|---|---|---|---|
| Haferflocken (Fliesen) | 10 g | 9,9 g | 99 % |
| Haferflocken (Teppich) | 10 g | 9,9 g | 99 % |
| Sand (Teppich) | 10 g | 9,6 g | 96 % |
Das Ergebnis kann der Roboter auf Teppich ebenfalls bestätigen. Auch wenn die Saugeffizienz etwas sinkt, ist sie dennoch auf dem Niveau, das man bei einem 1.600-Euro-Saugroboter erwarten darf. Einzig bei feinen Partikeln, wie Sand, solltest du spätestens die Saugkraft auf das Maximum anheben. Davon hat der Roboter aber reichlich. 36.000 Pa stecken im Gerät. Somit exakt so viel wie beim Roborock Saros 20 (Test), was dem Niveau eines Akku-Staubsaugers entspricht.

Bei der Wischfunktion zeigt sich ein interessantes Bild. Angesichts der Tatsache, dass der Roboter mit einer Platte wischt, ist das Wischergebnis beeindruckend. Vor allem, weil der Saros 20 Sonic kaum Probleme hat, eingetrockneten Senf oder Ketchup zu entfernen. Etwas, woran sogar einige Modelle mit Wischwalze gescheitert sind oder diese verschmiert haben. Dass der Roboter mit heißem Wasser wischt, hilft natürlich auch. Dabei klappt auch die Teppicherkennung im Alltag wunderbar. Feuchte Teppichkanten? Fehlanzeige! Außerdem kann der Roboter seine Wischplatte in der Station absetzen, bevor es ans Saugen geht.

Die Wischplatte arbeitet mit rotierenden Bewegungen und einem höheren Anpressdruck, als das andere Top-Modelle tun. Und sie bietet zudem einen weiteren Vorteil: Sie fährt in Ecken und schwer erreichbare Stellen aus. Auch bei Stuhl- und Tischbeinen zeigt sich der Vorteil der erweiterbaren Wischplatte. Viele Saugroboter lassen hier Stellen ungewischt. Beim Saros 20 Sonic ist das nicht der Fall.
Der Roborock Saros 20 Sonic sieht alles und kann klettern
Da die Stuhl- und Tischbeine gerade schon Thema waren: Die Navigation und Hinderniserkennung gehören zur absoluten Spitzenklasse. Egal, welche Hindernisse ich spontan im Fahrweg platziert habe, einen Fehler konnte ich ihm nicht entlocken. Viele Saugroboter tun sich bei Tisch- und Stuhlbeinen schwer und fahren immer wieder dagegen. Auch diverse Flaggschiff-Geräte, die um die 1.500 Euro kosten, haben das Problem gezeigt.
Eine Besonderheit gibt es auch hier. Denn der Saros 20 Sonic setzt auf den gleichen Navigationsclou wie der Qrevo Curv 2 Pro (Test). Denn auch hier sitzt der Naviturm an der Rückseite und fährt bei Bedarf herunter. Somit verfügt der Roboter über eine Art Rundumblick. Wenn der Turm abgesenkt ist, wird er nicht untätig. Stattdessen lässt Roborock einen kleinen Spalt, wodurch der Turm jederzeit bei der Navigation hilft – egal in welchem Zustand.

Als wenn der Saros 20 Sonic nicht schon genug Stärken an den Tag legt, ist er auch noch ein Kletteraffe. Roborock verbaut Zusatzräder, die vor Türschwellen ausgefahren werden. Damit stützt sich der Roboter hoch und kann diese problemlos passieren. Laut Herstellerangabe meistert er 8,8 cm (4,5 cm + 4,3 cm) hohe Hindernisse wie Doppelschwellen. Der Akkuverbrauch ist gemessen an der Leistung überraschend gering. Im Test hatte der Roboter nach einer 30-minütigen Runde auf den jeweils höchsten Reinigungsstufen immer noch 80 Prozent Restakku übrig.

Fazit: Ein Saugroboter mit Wischplatte schlägt die Konkurrenz
Der Roborock Saros 20 Sonic ist einer der besten Saugroboter, die du derzeit kaufen kannst. Dass dabei die Rede von einem Modell mit Wischplatte ist, hatte ich auch nicht auf meiner Saugroboter-Bingokarte für 2026. Aber im Ernst, der Saros 20 Sonic saugt und wischt sehr gut. Lediglich auf Teppichen, ein typisches Saugroboter-Problem, sinkt die Effizienz minimal. Dafür weiß er dank der starken Navigation und Hinderniserkennung immer, wo er steckt und was sich auf dem Weg befindet.
Die Leistung überzeugt, der Preis verlangt dem Käufer jedoch einiges ab. Denn der Kaufpreis liegt bei 1.599 Euro (UVP). So beeindruckend der Roboter auch ist, werden sich leider nur wenige dieses Gerät leisten können. Gleichwohl ist der Saros 20 Sonic ein echtes Statement an die Konkurrenz und der erneute Beweis, dass mit Roborock immer zu rechnen ist.

Vorteile:
- Luxuriöses Design
- Flacher Saugroboter
- Starke Saugleistung, auf allen Oberflächen
- Überraschend gutes Wischergebnis
- Navigation auf Top-Niveau
Nachteile:
- Kein Putzmittel im Lieferumfang
- Minimaler Leistungsabfall auf Teppichen
- Teuer
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