Der eero Outdoor 7 will ein klares Problem lösen. Im Haus läuft das WLAN. Draußen bricht es ab. Also kommt ein Gerät an die Fassade, auf den Balkon oder an einen Pfosten. Amazon ruft dafür 469,99 Euro auf. Das ist viel Geld. Und sogar sehr viel Geld für einen WLAN-Repeater für den heimischen Garten, der maximal sechs Monate im Jahr wirklich genutzt werden kann. Entsprechend hoch sind die Erwartungen.
eero Outdoor 7: Diese Schwachstelle ist nichts für dicke Wände
Im Test lief der Outdoor-Repeater zusammen mit einem eero 7. Der hing per Kabel am Netz. Dahinter arbeitete eine Glasfaser-FRITZ!Box. Denn: Die eero-Router sind keine Modems. Die Leitung bot 300 Mbit/s im Download und 150 Mbit/s im Upload – eine Information, die wir für spätere Tests im Hinterkopf behalten sollten. Denn im Garten brauchst du kein 10-Gbit/s-Netzwerk zur Anbindung deines Videoschnittrechners an dein NAS-System, sondern vor allem Internet. Entsprechend haben wir uns im Test darauf fokussiert. Dennoch einmal kurz die theoretischen Datenblatt-Werte: 21 Gbit/s brutto per WiFi 7 soll der Repeater liefern. Das wäre grob 1 Gbit/s netto – auf dem Papier. Wichtig beim eero Outdoor 7: Er funktioniert nur im eero-System. Wer kein eero-Netz hat, fällt damit schon raus. Oder muss umsteigen.
Die Einrichtung selbst macht wenig falsch. Die App führt sauber durch den Prozess. Das ging schnell. Es gab keine Hürden. Genaue Analysen zur Verbindungsqualität und mehr gibt es aber nur, wenn du ein kostenpflichtiges Zusatzabo abschließt. Auch die Verarbeitung passt. Das Gerät wirkt wertig. Für einen Preis von deutlich über 400 Euro darfst du das aber auch erwarten. Wie lange das aufgeraute weiße Hartplastik draußen weiß bleibt, steht auf einem anderen Blatt.
Mitgeliefert wird ein PoE-Netzteil für draußen. In der Praxis brauchst du damit aber ausdrücklich eine 230-Volt-Außensteckdose am Montageort oder in direkter Nähe. Fehlt außen eine Steckdose, kannst du diese Lösung nicht sinnvoll nutzen. Immerhin: Das mitgelieferte Kabel bringt es auf 5,7 Meter Länge. Alternativ brauchst du eine eigene PoE-Versorgung. Das kann zum Beispiel über einen PoE-Switch oder einen separaten PoE-Injektor im Innenbereich in der Nähe des Routers laufen. Von dort muss dann ein Kabel nach draußen geführt werden, das den Outdoor-Repeater mit Strom versorgt. Ein solcher Injektor gehört aber nicht zum Lieferumfang. Wichtig auch: Das Gerät ist zur Montage an der Wand gedacht, nicht zum Hinstellen.
Das eigentliche Problem liegt vor dem Garten
Der Schwachpunkt des eero Outdoor 7 zeigte sich sehr schnell. Der eero Max 7 als Hauptrouter und Brücke ins Internet stand innen direkt am Fenster. Der Outdoor-Repeater stand draußen in nur 1,5 bis 2 Metern Entfernung. Dazwischen lagen aber eine Stahlbetonwand und eine Dreifachverglasung mit Verbundglas. Genau das wurde zum Problem: Die Funksignale waren zu schwach, um vom Outdoor-Repeater verstärkt zu werden.
Marktdaten
| UVP | 469,99 € |
| Besonderheiten | Outdoor-Router mit Schutzklasse IP66 (starkes Strahlwasser) PoE+ |
Daten
| LAN-Anschlüsse (10 Gigabit/s) | nein |
| LAN-Anschlüsse (2,5 Gigabit/s) | 1 |
| LAN-Anschlüsse (Gigabit/s) | nein |
| Frequenz |
|
| WLAN-Standard |
|
| WLAN-Datenrate (brutto) | 2.100 Mbit |
Denn ein Outdoor-Repeater hilft nur dann, wenn er selbst ordentlich mit dem Router im Haus verbunden ist. In unserem Test war genau diese Funkstrecke das Problem. Und diese ist in der Praxis kaum kürzer möglich. So blieb die Verbindung meist schwach. Und wenn ein schlechtes Signal verstärkt wird, kann es niemals ein gutes Signal werden. Das ließ sich auch messen. Der Laptop hing am Outdoor-Repeater selbst auf 5 GHz. Die letzte Strecke zum Endgerät war also nicht der Flaschenhals. Trotzdem kamen bei geschlossenem Fenster nur 26 Mbit/s im Download und 67 Mbit/s im Upload an. Das ist für ein Gerät dieser Preisklasse ein schwaches Ergebnis. Vor allem wirkt es auf normale Nutzer kaum erklärbar. Wer fast 470 Euro ausgibt, erwartet kein Bastelprojekt, sondern besseres WLAN im Garten.
Wenn die Anbindung stimmt, liefert der eero Outdoor 7
Um das Problem einzugrenzen, folgte eine Kontrollmessung. Dafür wurde das Fenster geöffnet. Das ist kein realistischer Alltag, aber die Dreifachverglasung war aus dem Weg. So zeigte sich, wo die Schwäche sitzt. Mit freierer Funkstrecke stiegen die Werte sofort. Zunächst lagen 110 Mbit/s im Download und 90 Mbit/s im Upload an. Die Verbindung zwischen den beiden eero-Geräten lief dabei weiter nur auf 2,4 GHz.
Erst später wechselte die Strecke nach längerer Zeit auf 5 GHz. Dann kamen in direkter Nähe zum Outdoor-Repeater 200 Mbit/s im Download und 110 Mbit/s im Upload an. Das ist deutlich besser. Es bleibt aber immer noch unter dem, was Leitung und Preisklasse erwarten lassen. Vor allem zeigt es: Der eero Outdoor 7 ist nicht grundsätzlich langsam. Er ist nur extrem abhängig davon, wie gut das Signal überhaupt aus dem Haus nach draußen kommt.

Leistung kann der Repeater – wenn alles stimmt
Weitere Messungen unter diesen besseren – aber in unserem Fall nicht praxisnahen – Bedingungen fielen ordentlich aus. In etwa 10 bis 15 Metern Entfernung lagen 220 Mbit/s im Download und 24,9 Mbit/s im Upload an. In geschätzten 60 bis 80 Metern Entfernung kamen bei direkter Sicht noch 110 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload an. Wie sich die Schwankungen beim Upstream erklären lassen, ist unklar. Aber für Garten und Terrasse oder Pool und deinen Rasenmäherroboter reicht das locker. Nur zählen diese Werte in unserem Fall eben nicht als praxisnahes Haupturteil. Sie entstanden bei geöffnetem Fenster und mit einem Hauptrouter auf der Fensterbank. Genau das kannst du im Alltag nicht voraussetzen.
Die Anbindung per WLAN ist die zentrale Schwäche des Produkts. Der eero Outdoor 7 kann draußen durchaus brauchbares WLAN liefern. Er braucht dafür aber erst einmal eine saubere Anbindung. Und genau die fehlt oft dort, wo man überhaupt erst über einen Outdoor-Repeater nachdenkt. Moderne Fenster, dicke Wände und schwierige Bauweisen sind kein Sonderfall. Sie sind in vielen Häusern normal.
Ein gutes Gerät, aber keine einfache Lösung
Unterm Strich hinterlässt der eero Outdoor 7 einen gemischten Eindruck. Positiv bleiben die einfache Einrichtung, die gute App und das wertige Gehäuse. Auch das Grundpotenzial ist da. Wenn die Funkstrecke passt, kann das Gerät draußen ordentlich liefern. Dazu kommt die Wetterfestigkeit auf dem Papier. Im Test gab es dazu aber keinen Härtetest. Es herrschte normales Frühlingswetter mit direkter Sonne, aber kein Regen und keine extreme Hitze.
Trotzdem bleibt das Urteil kritisch. Der eero Outdoor 7 scheitert in unserem Test nicht am Garten, sondern am Haus. Genauer gesagt an der Strecke zwischen Innenrouter und Outdoor-Repeater. Das ist ausgerechnet die Verbindung, auf die es hier am meisten ankommt. Wer diese Hürde nicht sauber nimmt, bekommt draußen trotz hohen Preises nur mäßige Werte.
Dazu kommt die enge Bindung an das eero-System. Der Outdoor-Repeater setzt ein vorhandenes eero-Netz voraus. Frei in andere Netze integrieren lässt er sich nicht. Auch das macht ihn zu einer Lösung für Spezialfälle und nicht für die breite Masse.
Am Ende bleibt deshalb ein (zu) teures, hochwertiges Gerät mit Potenzial nach oben. In unserem Test scheiterte es aber an wesentlichen Dingen. Wer ein passendes eero-Setup hat, mit Standort und WLAN-Verbindung experimentiert und günstige bauliche Bedingungen mitbringt, kann damit sehr brauchbares WLAN nach draußen holen. Wer dagegen hofft, ein schwieriges Haus einfach per Outdoor-Repeater zu überlisten, sollte seine Erwartungen deutlich senken. Einfache Regel: Ist dein eero-WLAN jetzt schon auf der Terrasse schlecht, wird der eero Outdoor 7 es nicht verbessern.
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