Jeder Test beginnt mit dem Auspacken. So auch beim Fritz!Repeater 1610 Outdoor. Hier fällt auf, dass Fritz! das Thema Plastik inzwischen sehr ernst nimmt. Denn Plastik sucht man in der Verpackung vergeblich, die komplette Verpackung besteht aus Pappe. Löblich! Dafür liegt für Fritz!-Verhältnisse ungewöhnlich viel Zubehör bei. Neben dem Repeater selbst gibt es einen Adapter für die Außenmontage an der Fensterscheibe, einen Standfuß für den Innenbereich, ein PoE-Netzteil, zwei 2,5 Meter lange LAN-Flachkabel, Klebepads, Kabelklemmen und eine Schraube.
Die Einrichtung klappt schnell, aber nicht alles ist klar
Der Repeater selbst wirkt wertig. Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff, macht aber einen stabilen Eindruck. Dazu kommt das kompakte Format. Viel größer als zwei Zigarettenschachteln ist das Gerät nicht. Das Montagesystem wirkt zumindest im ersten Moment ebenfalls durchdacht. Im Außenbetrieb klebt der Repeater an der Scheibe. Die LEDs bleiben von innen sichtbar. Nach außen ist kaum zu erkennen, was dort überhaupt am Fenster sitzt. So zumindest die Theorie. Dazu später mehr.
Die erste Inbetriebnahme lief im Test problemlos. Wir entschieden uns zunächst für die Nutzung im Innenbereich. Eine Besonderheit beim Anschluss ist der zu verwendende PoE-Adapter. Dieser muss auch bei der Verwendung als Außenrepeater im Innenbereich liegen und wird mit LAN und Strom versorgt. Er koppelt beide Signale auf das Netzwerkkabel, das dann zum eigentlichen Gerät führt. Der Repeater selbst hat keine Strombuchse.
Per LAN an eine Fritz!Box angeschlossen, wurde der Repeater sofort erkannt. Die Mesh-Aktivierung startete direkt im Webinterface der Fritz!Box. Nach Druck auf die Connect-Taste war der Repeater binnen Sekunden im Mesh. WLAN-Name, Kennwort, Zeitschaltung, Gastzugang und Funkkanal übernimmt er dann wie erwartet automatisch.

Ganz so rund läuft es bei der Verwaltung nicht. Der Repeater nutzt ein eigenes Gerätekennwort. Das steht direkt auf dem Gerät, kann aber durch den Standfuß verdeckt sein. Gut, dass Fritz! die Daten zusätzlich auf einer beigelegten Notiz abdruckt. Weniger gelungen ist die Trennung zwischen Innen- und Außeneinsatz. Der Modus ist rechtlich wichtig, weil bestimmte 5-GHz-Frequenzen draußen nicht erlaubt sind. Das erklärt die Anleitung. Die Oberfläche führt aber nicht besonders klar durch diesen Punkt.
Nach dem Update auf FritzOS 8.20 (im Fabrikzustand wird noch eine frühere Version ausgeliefert) fiel im Test noch ein Fehler auf. Die Outdoor-Leuchte leuchtete dauerhaft, auch wenn der Außenmodus deaktiviert war. Das ändert nichts an der Grundfunktion, sorgt aber für Verwirrung.
Draußen nur mit Kabel, und genau das ist das Problem
Der Fritz!Repeater 1610 Outdoor darf draußen nicht als WLAN-Brücke arbeiten. Das heißt: Wer ihn außen nutzt, muss das Signal per LAN zuführen. Das ist die zentrale Einschränkung dieses Produkts. Im Innenbereich geht WLAN-Zuführung zwar grundsätzlich. Im Outdoor-Modus eben nicht.
Damit hängt fast alles an der Montage. Das beiliegende Flachkabel lässt sich durch ein normales Fenster in der Regel problemlos führen. Man sollte es aber sauber und plan verlegen. Verkanten kann beim Schließen schnell zum Problem werden. Noch wichtiger ist der Einbauort. Sobald nur eine Balkontür oder ein Hebe-Schiebe-Element zur Verfügung steht, wird das Konzept unpraktisch bis untauglich. Dann liegt das Kabel im Weg und die Tür lässt sich im Alltag nicht sinnvoll nutzen, oder die mechanische Beanspruchung des Kabels ist auf Dauer zu hoch.

Dazu kommen bauliche Hürden. In unserem Fall schied die Klebemontage direkt an der Scheibe aus, weil Außenjalousien das Gerät beschädigen würden. Damit hat sich auch die Außenhalterung erledigt, die allerdings einen besseren Wetterschutz bietet. Auch die Kabellängen setzen Grenzen. Die 2,5 Meter reichen nicht in jeder Wohnung. Immerhin lässt sich für die Strecke in der Wohnung problemlos ein längeres eigenes LAN-Kabel nutzen. Kritisch bleibt vor allem die letzte Passage durchs Fenster. Für den Fall der Fälle: Der Einzelhandel bietet auch längere Flachkabel, sodass die Strecke zwischen PoE-Adapter und Gerät ebenfalls verlängert werden kann.
Fritz!Repeater 1610 Outdoor: Reichweite stark, Einsatzort heikel
Marktdaten
| UVP | 129,00 € |
| Besonderheiten | Outdoor-Router mit Schutzklasse IP54, PoE, Betrieb als WLAN-Repeater nur Indoor zugelassen |
Daten
| LAN-Anschlüsse (10 Gigabit/s) | nein |
| LAN-Anschlüsse (2,5 Gigabit/s) | nein |
| LAN-Anschlüsse (Gigabit/s) | 1 |
| Frequenz |
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| WLAN-Standard |
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| WLAN-Datenrate (brutto) | 3.000 Mbit |
Hat man den Repeater erst einmal sinnvoll platziert, liefert er genau das, was sein Name verspricht: ein WLAN-Signal im Außenbereich. Und das ist wirklich gut. Reichweite und Durchsatz entsprachen dem, was man von einem modernen Repeater erwartet. Wirklich beeindruckend wurde es auf Distanz. Selbst in rund 80 Metern Entfernung war noch Empfang möglich, obwohl keine direkte Sichtverbindung bestand und ein Balkon im Weg lag.
Allerdings darf man keine falschen Erwartungen haben. Denn interessant war dabei das Verhalten der Verbindung. Sie stand nicht sofort voll da. In etwa 80 Metern Entfernung lag der Empfangspegel bei rund minus 66 dBm. Zunächst kamen nur einstellige MBit pro Sekunde an. Nach zehn bis zwanzig Sekunden stabilisierte sich die Verbindung jedoch. Danach waren hohe zweistellige bis dreistellige Werte möglich. Für große Gärten ist das ein starkes Ergebnis.
Positiv fällt auch auf, dass der Repeater kaum in den Innenraum strahlt. Geräte in der Wohnung blieben im Test in der Regel nicht am Outdoor-Modell hängen. Allerdings handelt es sich in unserem Fall auch um ein Fenster mit Dreifachverglasung und Metallbedampfung, das ohnehin Funksignale kaum durchlässt. Zudem arbeitet im fraglichen Raum noch ein weiterer Repeater, der uns als Signalgeber für das LAN-Kabel diente.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Wetterschutz. IP54 bedeutet Schutz gegen Staub und Spritzwasser, nicht mehr. Für geschützte Bereiche am Haus reicht das. Für völlig freie Wetterseiten wirkt es weniger beruhigend. Starkregen oder dauerhaft raue Standorte sollte man im Hinterkopf behalten. Genau das schränkt den idealen Einsatzort erneut ein.
Fazit: Perfektes WLAN für draußen, wenn der Standort stimmt
Unterm Strich ist der Fritz!Repeater 1610 Outdoor ein gutes Spezialgerät. Die WLAN-Abdeckung draußen ist stark. Die Einrichtung im Mesh klappt schnell. Auch der Stromverbrauch bleibt mit rund 4,6 Watt im Mittel und etwas über 5 Watt unter Last im Rahmen. Gleichzeitig verlangt dieses Gerät mehr Planung als ein normaler Repeater. Fensterart, Kabelführung, Steckdose, Jalousien und Wetterschutz entscheiden hier über Erfolg oder Frust. Für Wohnungen oder Häuser mit geeignetem Fenster kann das sehr gut funktionieren. Wer nur über eine Balkontür nach draußen kommt, sollte dieses Modell eher liegen lassen. Der Marktpreis ist mit etwas mehr als 100 Euro durchaus realistisch.
In der Praxis nicht testen konnten wir neben dem Langzeitbetrieb auch Starkregen und direkte Sommerhitze. Auch wie sich die Klebemontage in der Praxis auf Dauer bewährt, konnte aufgrund der Jalousien-Problematik in diesem Test nicht beurteilt werden.






Leider nimmt der 1610 mit Outdoor-Fuß keine handelsüblichen LAN Kabel auf. es passen nur die beiliegenden Flachbandkabel mit ihren vergleichsweise winzigen Steckern. Übliche Rundkabel passen nicht. Bei einem UV-stabilem Flachbandkabel musste der Knickschutz völlig entfernt werden. Da dies Kabel einem größeren Querschnitt aufwies musste gefummelt und gepresst werden bis man den Gerätefuss dank beiliegender Schraube ans Gehäuse bekam.
Mir stellt sich die Frage inwieweit die beiliegenden filigranen LAN Kabel Outdoor geeignet sind Stichworte UV-Strahlung und anhaltende Nässe!?