ASUS Chromebook CM3: Gut ausgestattetes Schüler-Tablet mit wenig Power

6 Minuten
Chromebooks führen zwar noch ein Nischendasein, dennoch glauben eine Reihe von Branchengrößen an die Möglichkeiten. Nicht zuletzt Asus. Und mit dem Chromebook CM3 haben wir ein ausgesprochen günstiges Modell im Test.
ASUS Chromebook CM3

Der Erfinder des Netbooks, den nahezu legendären Billig-Notebooks, hofft mit dem ASUS Chromebook CM3 an Schulen und Universitäten zu begeistern und liefert ein kompaktes Tablet mit Ständer, Stift und Tastatur für weniger als 400 Euro. 

Kleiner Preis schon von außen sichtbar

Bei der Entwicklung des Chromebook CM3 war ein niedriger Verkaufspreis ein offensichtliches Kriterium. Das beginnt schon beim Äußeren. Das Gehäuse wirkt optisch nicht gerade modern. Mit seiner kantigen Form ist es vergleichsweise klobig und erinnert an frühe Tablets, auch wenn die Bauhöhe von 0,8 cm auf dem Papier nach weniger klingt. Der etwas angestaubte Eindruck wird durch die dicken Ränder um das 10,5 Zoll große Display unterstrichen. Das Tablet wirkt in der Hand zwar noch kompakt, die Grundfläche von 25,5 x 16,7 mm könnte unter dem Strich jedoch geringer ausfallen. Angenehm ist das geringe Gewicht von einem halben Kilo – wenn Ständer und Tastatur nicht angeschlossen sind.

Auch hinsichtlich der Verarbeitung ist das CM3 nicht über jeden Zweifel erhaben. Das Unibody-Gehäuse wirkt zwar auf den ersten Blick recht wertig, allerdings scheint die Wandstärke der Metallummantelung gering. Schon kleine Stürze reichen für irreversible Verformung, die zuerst an der Lautstärkewippe zu Tage treten.

ASUS Chromebook CM3
Wenig Wandstärke: Es braucht wenig um das Gehäuse aus der Form zu bringen

ASUS Chromebook CM3 im Test: Das Display

Mit einer Diagonale von 10,5 Zoll ist der Bildschirm alles andere als ein Riese. Dank des Seitenverhältnisses von 16:10 wirkt er jedoch nicht zu mickrig. Die maximale Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln und die daraus resultierenden Pixeldichte von 215 ppi sorgen für eine ordentliche Bildqualität, die durch gute Kontraste und kräftige Farben unterstrichen wird. Allerdings ist die Blickwinkelunabhänigkeit nicht sonderlich hoch und die Leuchtkraft könnte größer sein.

ASUS Chromebook CM3
Im Inneren des Chromebook CM3 steckt ein lahmer Chip

Veralteter Chip, begrenzter Speicher

Während ARM-Prozessoren in Windows-Notebooks eine Ausnahme sind, stecken in Chromebooks vergleichsweise exotische Chips. Auch Asus spart beim Prozessor und verbaut einen Mediatek Kompanio 500, der aus vier ARM-Cortex-A73- und vier –A53-Kernen sowie einer Mali-G72-GPU mit drei Kernen zusammengesetzt wird. Das bis zu 2,0 GHz schnelle SoC ist alles andere als leistungsstark, die Architektur wurde bereits 2017 vorgestellt. Hinzukommt, dass der Arbeitsspeicher mit 4 GB nicht gerade üppig dimensioniert wurde.

Glücklicherweise ist das CM3 nicht für die ganz großen Aufgaben gedacht, denn wirklich große Möglichkeiten sind mit einer solchen Zusammenstellung nicht drin. Das ARM-SoC galt schon bei seinem Erscheinen nicht als das schnellste. Die GPU kommt im GFX-Benchmark-Test in etwa auf die Hälfte der Leistung einer Intel HD 620, und die gilt schon als lahm.

ASUS Chromebook CM3 
Display:10,5 Zoll, IPS, (1.920 x 1.200 Pixel)
Prozessor:Mediatek Kompanio 500
Grafik:Mali G72 MP3
Arbeitsspeicher:4 GB, LPDDR4X
Datenspeicher128 GB, eMMC
Anschlüsse:1x USB-Typ-C 2.0, 3,5-mm-Klinke
Drahtlos:WLAN ac, Bluetooth 4.2
Akku:27 Wh
Lieferumfang:Netzteil, Tastatur, digitaler Stift, Ständer
Abmessungen:25,5 x 16,7 x 0,8 cm
Gewicht:0,5 kg
Betriebssystem:Google Chrome OS
Preis:349,00 Euro

Für mehr als eine kompakte Schreibmaschine mit Internetzugang ist das ASUS-Chromebook kaum nutzbar. Damit trifft es allerdings ziemlich genau den vorbestimmten Anwendungszweck. Für die von Google gebotenen Office-Möglichkeiten reicht’s und auch typische Apps für diese Gerätekategorie, wie etwa die Zeichen-App Sketchbook kommen mit dem Gebotenen aus. Doch schon das Scrollen auf Internetseiten kostet die Hardware richtig Mühe. Im Browser-Benchmark WebXPRT 3 schafft das CM3 nicht einmal ein Fünftel der Leistung des ASUS Chromebook Flip CX 5, das am anderen Ende der Leistungsskala steht.

ASUS Chromebook CM3
Der Ständer ist schlank und bietet guten Schutz

Kleiner Datenspeicher, keine Optionen zur Erweiterung

Gespart wurde auch beim Datenspeicher. Das ASUS Chromebook CM3 wird mit Konfigurationen von 64 und 128 GB angeboten. Selbst, wenn Googles Chrome OS längst nicht so Platz-fordernd ist wie Microsofts Windows steht nicht gerade viel Speicherplatz zur Verfügung. ASUS stellte uns für den Test die größere Speichervariante bereit, die eigene Daten in einem Umfang von rund 95 GB aufnehmen kann. Das ist nicht sonderlich viel. Wünschenswert wäre ein (Micro-)SD-Kartenslot für eine einfache Erweiterung gewesen.

Ebenso wenig beeindrucken kann die Geschwindigkeit, mit der die eMMC-Speichermodule zur Tat schreiten. Im Androbench-Testprogramm werden beim sequenziellen Lesen respektive Schreiben von Daten Übertragungsraten von lediglich 106,76 MB/s und 96,7 MB/s erreicht – ein Niveau, auf dem althergebrachte Festplatten arbeiten.

Akku-Laufzeit nicht berauschend

Ein großer Vorteil einer lahmen Hardware ist im Allgemeinen der daraus resultierende Energiebedarf. Das CM3 brilliert an dieser Stelle aber nur bedingt. Der aus zwei Zellen bestehende Akku kommt nur auf eine Kapazität von 27 Wh und lässt entsprechend schnell Federn – im Browser sind nach einer Stunde 86 Prozent der mitgeführten Reserven verbraucht, auf den Rennstrecken von Asphalt 9 sind es schon 76 Prozent. Dennoch lässt sich ein Schul- oder Uni-Tag locker überstehen, weil das SoC keine größeren Ansprüche stellt.

ASUS Chromebook CM3
Rundes Paket: Tastatur und Stift gehören zum Lieferumfang

ASUS Chromebook CM3 im Test: Tastatur, Touch, Stift

Trotz des geringen Preises setzt ASUS auf ein großes Ausstattungspaket. Der Bildschirm versteht sich auf Berührungen als Eingabemethode, und selbst ein digitaler Stift steckt im Gehäuse. Hier lässt sich auch wenig an der Funktionalität bemängeln.

Anders sieht das jedoch bei der Tastatur aus. Die Tasten auf dem dünnen Brett haben zwar einen vergleichsweise ordentlichen Hub und auch der Druckpunkt ist angenehm. Sie sind mit 14 x 14 mm allerdings recht klein. Durch das leichte Aufstellen federn sie bei kräftigeren Anschlägen spürbar nach und wirken nicht zuletzt dadurch etwas klapprig. Auch die Präzision reißt nicht vom Hocker. Buchstaben-Doppler sind keine Seltenheit. Produktive Nutzer vermissen die Entfernen-Taste.

Das Touchpad ist mit 9,7 x 4,9 mm ebenfalls kein Größenwunder und lässt schnell den Wunsch nach etwas mehr Platz – insbesondere hinsichtlich der Höhe – aufkommen. Daneben fordert der Klickmechanismus vom Nutzer Druck. 

ASUS Chromebook CM3
Klassisch Tablet: Geringe Schnittstellenbestückung

Einmal USB, einmal Kopfhörer – mehr nicht

Während sich das Asus-Chromebook bei den Eingabemöglichkeiten generös zeigt, ist die Schnittstellenausstattung spartanisch gehalten. Es gibt einen USB-Port im Typ-C-Design, der sich auf den 2.0-Standard versteht, daneben steht eine Kopfhörerbuchse zur Verfügung. Das war es. Auch die Möglichkeiten zur drahtlosen Kommunikation beeindrucken nicht gerade. Bluetooth wird nach dem Stand 4.2 unterstützt, in WLAN-Netzwerken wird der ac-Standard genutzt.  

ASUS Chromebook CM3 im Test: Fazit

Viel gewollt, doch längst nicht alles gekonnt – so lässt sich das Chromebook CM3 von Asus wohl am treffendsten beschreiben. Ein Tablet mit Tastatur und Stift für 350 Euro ist preislich eine Ansage, die an anderer Stelle zu Einsparungen nötigt. So wirkt das Gehäuse optisch robuster als es tatsächlich ist, vor allem aber ist die Hardware nicht mehr auf dem Stand der Zeit und alles andere als schnell. Viel mehr als eine kompakte Schreibmaschine für Schule und Uni ist das CM3 nicht. Es stellt sich damit die Frage, ob es nicht sinnvoller ist etwas mehr Geld zu investieren und damit ein deutlich potenteres Gerät zu erstehen, das allen Anforderungen gerecht wird – als Beispiel hierfür sei das Lenovo Ideapad Flex 5 genannt. 

Pro

  • Günstiges Tablet
  • Umfangreiche Ausstattung inklusive Tastatur und Sift

Contra

  • Lahme Hardware
  • Begrenzter Speicher ohne Möglichkeiten der Erweiterung
  • Wenig hochwertig wirkende Tastatur
  • Schon kleine Stürze bringen das Gehäuse aus der Form

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