Smart Home im Urlaub: So fühlst du dich immer sicher

8 Minuten
Ja, die Corona-Pandemie macht es schwierig, das Haus zu verlassen. Dennoch sind viele für kurze oder längere Zeit unterwegs im Urlaub. Doch was macht dann eigentlich dein zuhause? So simulierst du mit Smart Home in der dunklen Jahreszeit Anwesenheit und schreckst Einbrecher ab.
Ein Blockhaus im verschneiten Wald
Bildquelle: Pixabay

Was macht eigentlich dein Zuhause, wenn du im Urlaub oder unterwegs bist? Eine Frage, die vermutlich viele umtreibt, sobald sie sich im Urlaub befinden oder generell unterwegs sind. Vor allem in der dunklen Jahreszeit fühlen sich viele Menschen unsicher. Haben es Einbrecher und Kleinkriminelle auf deine Wohnung oder dein Haus abgesehen? Smart Home kann dir dabei helfen, die Kontrolle über dein eigenes Zuhause zu behalten. Es bietet potenziell Schutz vor einem Einbruch oder sorgt zumindest für ein gutes Gefühl. Doch wie lässt sich Anwesenheit simulieren? Wir malen ein mögliches Szenario.

Anwesenheit simulieren in Innenräumen

Neben Nachbarn oder Freunden, die sich um deine Post und den Garten während des Urlaubs kümmern können, gibt es auch den digitalen Ersatz. Die entsprechenden Produkte simulieren Anwesenheit, indem sie Alltags- oder Tiergeräusche imitieren, Lichter an- und ausschalten oder den Garten automatisch bewässern. Auch intelligente Sprachassistenten wie Amazons Alexa unterstützen den Effekt.

Es werde Licht!

Automatisierte Beleuchtung ist die Möglichkeit, die einem wohl zuerst in den Sinn kommt. Smarte Lichtsysteme können sich im Alltag nicht nur an die Gewohnheiten der Bewohner anpassen, sondern lassen sich auch bei Abwesenheit planen und über eine App kontrollieren. Systeme wie Philips Hue oder IKEA Trådfri bieten die Möglichkeit, vor einem Urlaub die Zeiten, in denen das Licht an- und wieder ausgeht, zu planen. Alternativ kannst du das Verhalten auch in Echtzeit über eine App bestimmen und per Smartphone festlegen, ob das Licht gedimmt oder ein- und ausgeschaltet wird.

Ganz klassisch lassen sich für die Simulation auch klassische Zeitschaltuhren oder Steckdosen – sogenannte Smart Plugs – mit WLAN-Zugang auswählen. Erhältlich sind sie in Elektronikfachmärkten, wie beispielsweise bei Media Markt. Je nach Preisklasse lassen sich jedoch nur Zeiten einstellen, wann das Licht an- und wieder ausgehen soll. Teurere Modelle sind hingegen auch dazu in der Lage, zu zufälligen, automatisch ausgewählten Zeiträumen dein Zuhause zu beleuchten.

Automatische Jalousien

Ob Jalousien den ganzen Tag ein- oder ausgefahren sind, kann ebenfalls entscheidende Hinweise darauf geben, ob du daheim bist oder nicht. Ob Einbrecher ihr Ziel schon länger beobachten und die Gewohnheiten der Bewohner studieren, ist zwar möglich. Dennoch kannst du ungebetene Gäste auch hier mit einer smarten Rollladensteuerung verwirren. Es gibt, je nach Gegebenheit, zwei Lösungen.

Möchtest du dein Eigentum von Grund auf neu aufrüsten, gibt es beispielsweise systemgebundene Lösungen. Sie arbeiten in der Regel mit kleinen Servern oder Unterputz-Schaltern, die in die Wand integriert werden müssen. Möchtest du hingegen deine vorhandenen Rollladen nachträglich automatisieren, gibt es von verschiedensten Herstellern leicht einbaubare Schalter, die mit Batterien funktionieren. In beiden Fällen ist eine Bedienbarkeit über das Handy möglich.

Trick 17: Elektrische Gardinen

Das Tüpfelchen auf dem „i“ können neben den automatisierten Jalousien auch elektrische Gardinen sein. Je nach Anbieter lassen sich die elektrischen Schienen mit einer Vielzahl an Smart-Home-Systemen verbinden, sodass sie bei einem Kurztrip oder längerem Urlaub programmiert werden können. Beispielsweise kannst du neben der Uhrzeit auch die Geschwindigkeit festlegen, mit der die Gardinen geschlossen wird, oder ob sie Räumlichkeiten nur ein Stück ins Dunkel tauchen und einen Spalt in der Mitte freilassen.

TV-Simulatoren: Guckst du noch?

Ein Highlight, wenn man so will, stellen TV-Simulatoren dar. Sie stellen Alltagssituationen nach und erwecken dadurch einmal mehr den Anschein, dass du es dir Zuhause bequem gemacht und den TV angeworfen hast. Obwohl man Fernseher mithilfe von Smart Plugs oder Ähnlichem tatsächlich angehen lassen könnte, bekommen Nutzer mit TV-Simulatoren deutlich Energiesparendere Werkzeuge zur Hand. Du kannst hier also auch noch etwas Strom sparen. Der Simulator wirft flackerndes LED-Licht in den Raum, sodass von Außen der Eindruck entsteht, dass ein schnell wechselndes Fernsehbild zu sehen ist.

In der Regel lassen sich TV-Simulatoren nur vorab einstellen. Willst du individuelle Kontrolle haben, bietet sich auch hier eine Kopplung mit ganzheitlichen Smart-Home-Lösungen beziehungsweise intelligenten Steckdosen an.

Geräusche zur Abschreckung

Neben dem vermeintlich laufenden Fernseher sind es vor allem Geräusche, die Einbrecher stutzig werden lassen. Ist jemand da oder befinden sich die Bewohner auf Reisen? Laufende Radios sind eine gute Grundlage. Bringt man hingegen intelligente Sprachassistenten ins Spiel, eröffnen sich noch einmal mehr Möglichkeiten.

Amazons Alexa bietet zur Anwesenheitssimulation beispielsweise einen eigenen Anwendungsbereich mit dem sperrigen Namen „Einbrecher Abschreckungsmittel“. Nutzer können dabei verschiedene Räume auswählen, etwa das Badezimmer, die Küche oder gar ein Büro. Je nach Wahl spielt Alexa dann passende Geräusche ab: Putzen, Reden, Lachen oder Koch- und Wasser-Geräusche. Auch ein Vierbeiner lässt sich mit Bellen nachahmen. Darüber hinaus kann Alexa auch als Alarmanlage umfunktioniert werden. Der Assistent ist dazu in der Lage, Unbefugte zu erkennen und abwesende Bewohner im Urlaub mittels Alarmton zu warnen.

Magenta Smart Home, der Smart-Home-Service der Deutschen Telekom, bietet indes eine sogenannte „Haushüterfunktion“. Ist die Funktion eingerichtet, lässt sie das Eigenheim per Zufallsprinzip belebt aussehen. Das bedeutet, dass Lichter, Geräusche und Co. zu unterschiedlichen Zeiten eingeschaltet werden.

Tiere allein zu Haus

Müssen Haustiere im Urlaub zu Hause zurückgelassen werden, ist es unvermeidlich, dass Angehörige ab und an vorbeischauen und das Wohl der Tiere überprüfen. Die Zeit dazwischen lässt sich allerdings mit smarten Futternäpfen überbrücken. In dem Napf ist bereits Futter enthalten, die Öffnung ist aber verschlossen. Aus der Ferne über eine App können Besitzer entscheiden, wann ihr pelziger Freund Essen bekommt.

Anwesenheit simulieren mit Smart Home: Außenbereich

Überwachung per Kamera und Bewegungsmelder

Zu den ebenfalls eher klassischen Methoden, Einbrecher abzuschrecken, zählen Bewegungsmelder und Überwachungskameras, die man im Außenbereich des Hauses anbringt. Kameras schrecken wohl viele potenzielle Einbrecher schon beim bloßen Anblick ab. Sie bieten aber auch Sicherheit und das Gefühl, entspannt das Haus verlassen zu können. Gekoppelt mit Bewegungsmeldern und Sensoren aktiviert das Vorbeigehen einer Person nicht nur das Licht, sondern auch die Kamera. Je nach Kamerasystem erhältst du über die verbundene App eine Push-Benachrichtigung auf ihr Handy und sie können live auf das Kamerabild zugreifen.

Teilweise lassen sich Lichtsysteme, die den Innenraum hell erleuchten, auch mit Bewegungsmeldern und der Überwachungskamera koppeln. Befindet sich eine Person am Haus, wird nicht nur das Außenlicht, sondern auch Lampen in der Wohnung automatisch aktiviert. Auch das können Smart-Home-Nutzer im Urlaub über das Smartphone einsehen.

Smart Gardening

Nicht nur unmittelbare Bereich im und um das Haus können mit Smart-Home-Elementen versorgt werden. Auch der Garten lässt sich mittels automatisierter Geräte pflegen – zumindest im Frühjahr und Sommer. Smarte Rasenmäher, die flink über die Wiesen flitzen, sind auf Wunsch auf spezifische Zeiten programmierbar. Zusätzlich lassen sie sich über das Smartphone steuern. Zu den bekannten Herstellern zählen wohl unter anderem Kärcher, Gardena und Husqvarna, die entsprechende Produkte vertreiben.

Diejenigen, die Sorge haben, dass letztlich ihr Mähroboter geklaut wird, können auf Schutzmechanismen zurückgreifen. Die smarten Rasenmäher lassen sich mit einem Diebstahlschutz versehen – zumindest bei manchen Herstellern. Nutzer können ihren Roboter mit einer PIN schützen, die eine Sperre auslöst, sobald jemand den Rasenmäher im aktiven Zustand hochhebt. Zusätzlich löst ein Alarm aus, der erst aufhört, wenn man die PIN eingibt.

  • Übrigens: So, wie du deinen Mähroboter programmieren kannst, kannst du im Innenraum auch einen Staubsaugerroboter durch die Räume schicken. Auch damit kannst du vorgeben, zuhause zu sein. Wenn du Inspiration brauchst, haben wir hier die Testberichte zu, Tesvor M1 und iRobot Roomba 966 für dich.

Bewässerungssysteme und Gartenlichter

Rasensprenkler versorgen Wiesen und Blumenbeete indes mit ausreichend Wasser. Smarte Bewässerungssysteme gibt es auch für Topfpflanzen in Innenräumen, die im Prinzip ähnlich funktionieren wie auch im Garten. Es werden kleine Schläuche auf dem Regal oder Fensterbrett verlegt, dessen Öffnung in der Blumenerde münden.

Schöne Lichter im Garten gehen zu jeder Jahreszeit. Sie setzen im Sommer nicht nur deine Lieblingspflanzen im Garten in Szene, sondern lassen zur Weihnachtszeit dein Haus festlich erstrahlen. Pluspunkt: Die intelligenten Lampen und Lichter leuchten auch potenziell dunkle Ecken aus. Smarte Gartenlichter können ebenso automatisch eingestellt und per App ferngesteuert werden.

Fazit

Wenn du im Urlaub, zur Weihnachtszeit oder einfach nur einen Abend unterwegs bist, bleibt die Sorge, dass Fremde sich Zutritt in deine Wohnung oder dein Haus verschaffen, letzten Endes immer bestehen. Smart-Home-Systeme können das Sicherheitsgefühl jedoch verstärken. Selbst dann, wenn man zu Hause ist. Intelligente Produkte wie Fenster- und Türkontakte, Überwachungskameras oder smarte Lichter können Anwesenheit simulieren. Du hast zumindest einen theoretisch Einbruchschutz.

Vorteilhaft daran ist, dass man das System als Nutzer auch fernab der eigenen vier Wände über das Smartphone steuern kann und so zumindest virtuell anwesend ist. Im Notfall kannst du so Freunde und Familie über einen Einbruch oder Missstand in deinem Zuhause informieren. Oder die Polizei rufen.

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2 KOMMENTARE

  1. SmartHome..
    Oder lieber ‚Vernetztes Haus‘, weil so wirklich intelligent ist das nicht gerade.
    Hersteller greifen Daten ab, wo sie können und wollen dann natürlich nur über die eigene App steuerbar sein mit den eigenen Systemen.

    Das meiste ist inkompatibel zueinander und einfach unnötig teuer.
    Zufälliges ein/ausschalten als teures feature? Bitte?

    Aktuell ist man wirklich noch am besten dran, wenn man Ahnung von der Materie hat und es lieber selbst macht.

    Das meiste läuft dazu über Wlan.. Funk-Jammer gibt es wie Sand am Meer, dafür braucht man nichtmal das Passwort.
    Zack.. alle Lampen gehen nicht mehr, Kameras zeichnen nicht auf, weil die Verbindung fehlt und der User kann nichts tun!

  2. Ich mag es gerne anwenden, aber Sicherheit und Zuverlässigkeit der Systeme müssen um ein vielfaches verbessert werden

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