Vodafone greift durch: Neue Technik soll alle Funklöcher schließen

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Egal, ob beim Wandern oder im Urlaub auf dem Land – es gibt sie noch immer: die berüchtigten Funklöcher. Doch das könnte sich bald ändern. Ein neues Projekt von Vodafone verspricht mobile Abdeckung selbst dort, wo bislang kein Netz verfügbar war. 2026 soll es losgehen.
Das Vodafone-Logo auf einem Handy
Ab 2026: Vodafone will Satelliten gegen Funklöcher nutzenBildquelle: sf_freelance / ShutterStock.com

Die Lösung dahinter klingt wie Science-Fiction, ist aber kurz davor, Realität zu werden. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen AST SpaceMobile will Vodafone ein neuartiges Mobilfunknetz aufbauen, das direkt mit handelsüblichen Smartphones kommuniziert. Das erfolgt ganz ohne zusätzliche Geräte oder Spezialantennen. Nutzer sollen künftig nahtlos zwischen klassischer Netzabdeckung und einer neuen Verbindungstechnologie wechseln können, ohne davon überhaupt etwas zu merken.

20 europäische Mobilfunknetze wollen Vodafone-Lösung nutzen.

Geplant ist ein europaweites Angebot, das weit über den heutigen Ausbaugrad hinausgeht. Mehr als 20 europäische Mobilfunkanbieter haben bereits ihr Interesse bekundet, mit an Bord zu sein. Welche Anbieter es sind, ist allerdings nicht bekannt. Die kommerzielle Einführung soll 2026 starten. Vodafone und AST SpaceMobile testen die Technik bereits seit einiger Zeit. Anfang des Jahres hatte man beispielsweise den weltweit ersten Videoanruf über diese Sat-Technik gezeigt.

Im Alltag könnte das bedeuten: Empfang auf dem Berggipfel, Netz im Küstenurlaub oder aber endlich mal im tiefsten Schwarzwald. Besonders praktisch: Nutzer benötigen kein neues Smartphone, keine Zusatz-App und keine spezielle SIM-Karte. Die Umstellung erfolgt im Hintergrund, also im Netz.

Vertrieben wird der neue Dienst über ein gemeinsames Unternehmen von Vodafone und AST SpaceMobile mit Sitz in Luxemburg. Das Land wurde vor allem wegen seiner digitalen Infrastruktur und seiner EU-Nähe gewählt – für Endkunden hat das aber keine praktische Relevanz. Das in Luxemburg ansässige Joint Venture wird ein kleines Netz von Bodenstationen errichten, die mit den Betreibern bestehender 4G/5G-Mobilfunknetze integriert werden. Dadurch werden sichere Verbindungen zwischen den Netzen sowie eine erweiterte Abdeckung in ganz Europa durch die AST SpaceMobile-Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit bereitgestellt. Dies ermöglicht es den Nutzern, automatisch zwischen satelliten- und landgestützten Netzen zu wechseln.

Mit dem neuen Angebot positioniert sich Vodafone nicht nur als Mobilfunkanbieter, sondern als technischer Vorreiter für lückenlose Konnektivität in Europa. Auch für die Telekom ist die Satelliten-Kommunikation allerdings seit einigen Monaten ein Thema.

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