Marcel de Groot ist seit April 2024 CEO von Vodafone Deutschland. Im Interview beschreibt er ein Mobilfunknetz, das im Alltag meist funktioniert, aber immer wieder an seine Grenzen stößt. Funklöcher seien kein abstraktes Problem aus Kundenstatistiken, sondern etwas, das er selbst erlebt. Gesprächsabbrüche auf Autofahrten oder Rückfälle von 5G auf 2G gehörten auch für ihn zur Realität. Das sagte er im Interview mit der Bild am Sonntag.
Warum Funklöcher nicht zufällig entstehen
De Groot widerspricht der Vorstellung, Funklöcher seien reine Zufallsereignisse. Auf die Interviewfrage, wann ihn zuletzt persönlich ganz konkret ein Funkloch genervt habe, sagte er wörtlich: „Das passiert tatsächlich relativ oft.“ Häufig träten sie immer an denselben Stellen auf, etwa auf Pendelstrecken. Der Grund liege oft nicht in fehlender Technik, sondern in fehlenden Genehmigungen. Wenn an einem bestimmten Ort keine Antenne aufgestellt werden darf, bleibt die Lücke bestehen. Dauerhafte Funklöcher seien deshalb meist Ausdruck struktureller Probleme und nicht von Nachlässigkeit im Betrieb. Diese Probleme hätten auch andere Netzbetreiber. Je nach Situation versuchten sie, diese Lücken zumindest ein bisschen mit mobilen Sendern zu stopfen.
De Groot meldet eigene Netzprobleme intern weiter. Wenn er mit dem Auto unterwegs sei und ein Gespräch abbreche, informiere er die Technikteams und lasse prüfen, was passiert ist. Sein Anspruch: „Ich will verstehen, warum so etwas passiert – weil genau das auch unsere Kunden erleben.“
Mobilfunk im Zug bleibt ein Sonderfall
Besonders kritisch äußert sich de Groot zum mobilen Internet in Zügen. Ein konkretes Datum für funklochfreie Bahnstrecken nennt er offenbar bewusst nicht. Für 2026 seien gemeinsam mit der Bahn rund 200 Baustellen geplant, um den Empfang zu verbessern. Doch dicke Zugfenster, Tunnel und komplexe Genehmigungsverfahren bremsten den Fortschritt. Der Ausbau gehe voran, sei aber technisch und organisatorisch aufwendig. Dabei hatte Vodafone 2022 zusammen mit der Bahn ein anderes Versprechen abgegeben. Bis Ende 2025 wollte man zumindest bei LTE alle Funklöcher entlang der Bahn geschlossen haben.
Preise, Datenhunger und Marktlogik
Den Vorwurf hoher Mobilfunkpreise in Deutschland weist de Groot teilweise zurück. Über einen Zeitraum von zehn Jahren seien die Preise relativ stabil geblieben, während die Leistung stark gestiegen sei. Gleichzeitig habe sich die Datennutzung in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht. Einen typischen Mobilfunkkunden gebe es aus seiner Sicht nicht. Manche Nutzer kämen mit zehn Gigabyte aus, andere benötigten ein Vielfaches.
Mehr Upload im Kabel
Beim Kabelnetz sieht de Groot den Upload als lange unterschätzten Engpass. Homeoffice, KI-Anwendungen und Social Media hätten das Verhältnis von Download zu Upload verschoben. Mehr Upload bedeute mehr Stabilität im Alltag, gerade wenn mehrere Anwendungen parallel laufen. Vodafone hat unlängst den maximal buchbaren Upstream für Neukunden und Tarifwechsler von 50 auf 75 Mbit/s erhöht, ist damit gegenüber der Glasfaser aber immer noch im Hintertreffen. Privatkunden können beim Glasfaser auf Wunsch bis zu 500 Mbits/s bekommen.

Soll sich einen Vertrag bei der Telekom machen.
War auch mal bei Vodafone, ist schlechter als bei o2.