Neues Handy-Netz für Deutschland: 1&1 findet Partner für flächendeckendes LTE

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Seit Jahren war 1&1 auf der Suche nach einem Partner für sein eigenes Mobilfunknetz. Denn ohne National-Roaming-Abkommen für Gebiete, in denen man vorerst kein eigenes Netz hat, wäre ein Start ein Himmelfahrtskommando. Nun ist man fündig geworden, ein Vertrag ist unterschrieben.
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Bei 1&1 werden die Weichen für die Zukunft gestellt.Bildquelle: 1&1

Nicht einmal zehn Tage ist es her, da teilte Drillisch Online am Freitagabend per ad hoc Mitteilung mit, dass es bei den Verhandlungen mit Telefónica Deutschland, dem Betreiber des O2-Netzes, Fortschritte gibt. Schon seit Längerem habe man über eine National Roaming-Vereinbarung verhandelt. Drillisch ist eine hundertprozentige Konzerntochter der 1&1 Drillisch AG und mittelbare Tochter der United Internet. Nun der Durchbruch: „1&1 Drillisch hat heute das National Roaming-Angebot von Telefónica Deutschland vom 5. Februar 2021 verbindlich angenommen“, teilte Telefónica mit. Damit werde die bisherige Vereinbarung umgewandelt in ein National Roaming Agreement, kurz NRA.

National Roaming ist Voraussetzung für eigenes 1&1 Netz

Das National Roaming soll für Kunden des neuen, noch aufzubauenden Netzes von 1&1 dann greifen, wenn sie den Bereich der eigenen neuen Sendemasten verlassen. Damit sie nicht ohne Netz dastehen, wird sich das Handy dann in das bereits bestehende Netz von O2 einbuchen. So kann 1&1 sein Netz nach und nach aufbauen und die Kunden sind direkt deutschlandweit online. Telefónica Deutschland erhält nach eigenen Angaben durch den Deal mehr Klarheit für ihre Finanz- und Netzplanung.

Das Abkommen zum National Roaming hat eine anfängliche Vertragslaufzeit von 5 Jahren. Allerdings gilt es rückwirkend ab 1. Juli 2020, sodass – bis es wirklich greift – schon ein Jahr vorbei sein dürfte. Die rückwirkende Gültigkeit wirkt sich aber offenbar auf die Preise aus, die 1&1 für seine zahlreichen bisherigen Drillisch-Kunden im O2-Netz zahlen muss. Zudem kann das Abkommen zweimal verlängert werden. Zunächst hat 1&1 Drillisch eine Option zur Verlängerung bis Mitte 2029. Für die Zeit danach ist eine weitere Verlängerung um bis zu 5 Jahre möglich.

„Die kommerziellen Bedingungen der ersten Vertragsperiode sind unter der Annahme eines signifikanten Wachstums des Mobilfunkverkehrs im Netz von Telefónica Deutschland definiert“, heißt es von Telefónica, ohne weitere Details zu nennen. Zu den Preisen heißt es aber, dass sich die Preisstrukturen des NRA aus dem MBA MVNO-Vertrag ableiten. Dabei gehe es im Wesentlichen um eine Kombination aus Stückpreisen und vorab festgelegten, während der Vertragslaufzeit veränderbaren Abnahmevolumina.

Bestehende Drillisch-Kunden kommen in neues Netz

Wichtig: Die National Roaming-Vereinbarung umfasst die verfügbare 2G/3G/4G-Netzabdeckung, während MBA MVNO-Dienste unverändert die verfügbare 2G/3G/4G/5G-Netzabdeckung von Telefónica Deutschland beinhalten. Heißt: Als Provider wie bisher kann 1&1 Drillisch auf das 5G-Netz von O2 zugreifen, als Netzbetreiber im National Roaming nicht mehr.

Außerdem wichtig: Nach Abschluss einer definierten Übergangszeit zur Migration der Bestandskunden auf das eigene Netz ist 1&1 Drillisch für 5G auf das eigene 5G Netz angewiesen. Bis zum Abschluss der Bestandskundenmigration von 1&1 Drillisch laufen die National Roaming- und MBA MVNO-Dienste parallel. Das heißt auch, dass bestehende Kunden über kurz oder lang in das eigene 1&1-Netz geschoben werden. Dieser Schritt ist zur Auslastung des neuen Netzes konsequent. Wann Drillisch diesen Schritt angehen wird, ist aktuell aber noch offen.

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