Behörden stoppen internationalen Pay-TV-Betrug

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Videostreaming-Dienste wie Netflix, Sky und Amazon Prime Video erfreuen sich hierzulande größter Beliebtheit. Rund 31 Prozent der Deutschen nutzen entsprechende Angebote laut einer Studie aus dem Jahr 2018 mindestens einmal pro Woche. Doch auch illegale Streaming-Anbieter sind nicht gerade selten. Nun hat Eurojust in Kooperation mit zahlreichen internationalen Behörden einen europaweiten Pay-TV-Betrug gestoppt.
Apps von Sky, DAZN, ZDF und ARD

Mehr als 200 illegale Server soll die Einheit für justizielle Zusammenarbeit der Europäischen Union zusammen mit unterschiedlichen internationalen Behörden nach eigenen Angaben offline genommen haben. Diese befanden sich in Deutschland, Frankreich sowie den Niederlanden und wurden für das Bereitstellen illegaler Pay-TV-Dienste genutzt. Dabei erhielten angemeldete Kunden aktuelle Pay-TV-Sendungen, Kinofilme und On-Demand-Inhalte für einen Bruchteil der üblichen Kosten. Die Inhaber der Senderechte gingen hingegen leer aus. Seit 2015 verursachte die Tätergruppierung so einen geschätzten Schaden in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Die entstandenen Vermögenswerte überwiesen die Betrüger auf ausländische Bankkonten.

Ablauf der Operation

An den internationalen Ermittlungen waren zahlreiche nationale Behörden beteiligt. Von deutscher Seite wurden die Generalanwaltschaft Frankfurt am Main, die Staatsanwaltschaft Wuppertal und das hessische Landeskriminalamt einbezogen. Am Aktionstag stellten die Beamten dann Beweismittel wie Server, digitale Geräte, Zahlungsinstrumente und Aufzeichnungen sicher. Darüber hinaus haben die Behörden 150 Paypal-Konten gesperrt und 22 Tatverdächtige ermittelt. „Die Täter stehen im Verdacht, eine groß angelegte Betrugsserie, Delikte aus dem Bereich der Cyberkriminalität und Geldwäsche verübt zu haben.“, so Eurojust in einer aktuellen Mitteilung.

Kunden brauchen nichts zu befürchten

Illegales Streaming stellt in Deutschland – im Gegensatz zum Herunterladen von Inhalten – nach wie vor eine gesetzliche Grauzone dar. Die gestreamten Inhalte werden dabei nämlich lediglich temporär im Cache (Pufferspeicher) des Endgeräts zwischengespeichert. Diese Vorgehensweise ist technisch notwendig, um das Video ruckelfrei abspielen zu können.

Sobald das Gerät wieder abgeschaltet wird, werden die Daten wieder aus dem Cache entfernt. Im aktuellen Fall kann man allerdings nicht mehr von einer Grauzone sprechen, denn die Kunden wussten nicht, dass es sich bei den Diensten um illegale Angebote handelt. Eurojust sprach darum von „einem breiten Publikum nichts ahnender Kunden“. Es ist also mehr als unwahrscheinlich, dass betroffene Endverbraucher ebenso für das Nutzen der rechtswidrigen Streaming-Dienste belangt werden.

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