5G per Software-Update: So wird es möglich

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Auf dem Tech Summit von Qualcomm gab es Anfang Dezember nicht nur Hardware zu sehen. Auch eine intelligente Software-Lösung wurde gezeigt. Sie könnte riesige Auswirkungen auf den 5G-Ausbau in bestehenden Netzen haben. Doch die Technik kann auch missbraucht werden.
5G Speedtest auf dem Samsung Galaxy S10 5G
5G Speedtest auf dem Samsung Galaxy S10 5GBildquelle: Tobias Dirking

DSS steht für Dynamic Spectrum Sharing. Das klingt sperrig, bedeutet aber nichts anderes, als dass sich zwei Netzgenerationen ein Frequenzspektrum teilen. Warum ist das interessant? Weil damit auf bisher für LTE genutzten Frequenzen auch ein 5G-Netz aufgebaut werden kann. Und das, ohne dass man die Frequenz für die LTE-Nutzer sperrt. Damit könnte der Ausbau des 5G-Netzes signifikant beschleunigt werden. Auf dem Tech Summit gab es Einblicke zu Qualcomm DSS in einer Demo.

Niedrige Frequenz, kleines Band

Bei der Demonstration der Technik auf dem Tech Summit von Qualcomm wurde auf einer Frequenz um 850 MHz DSS realisiert. Zwei Geräte, eines mit LTE und eines mit 5G-Technik, senden und empfangen dabei im gleichen Frequenzband zur gleichen Zeit. Dabei wird nativ nicht darauf abgezielt, eine der Mobilfunk-Generationen zu bevorteilen. Die 5G-Geschwindigkeit ist jedoch wegen des kleinen Bandes, der niedrigen Frequenz und der Teilung langsamer, als bei einem allein genutzten Frequenzspektrum.

Doch die Geschwindigkeit ist nur ein Vorteil von 5G. Viele andere Charakteristika und Vorteile von 5G gegenüber LTE bleiben nämlich erhalten. So kann in einem geteilten Frequenzband der 5G-Nutzer noch online gehen, während LTE schon an die Grenzen der Technologie stößt. Das kann beispielsweise bei hohen Geschwindigkeiten im Zug sein oder aber, wenn extrem viele Nutzer in einer Mobilfunkzelle unterwegs sind. Dazu kommt beispielsweise die geringe Latenz von 5G, die mit Qualcomm DSS erhalten bleibt.

Ein weiterer Vorteil der Technik liegt in der Anwendung bei Frequenzen, von denen die Netzbetreiber nur wenig Spektrum halten. Das sind in Deutschland jene Frequenzen, die für die Versorgung der Fläche gebraucht werden – also 700 und 900 MHz. Mit DSS ließe sich auf diesen Frequenzen parallel ein LTE aber auch ein 5G Netz aufbauen.

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Qualcomm DSS birgt ein Risiko

Die Teilung der Frequenz wird dynamisch über die Software geregelt. Dieser Prozess erfolgt jederzeit im Netz, sodass sich das Netz den Bedürfnissen der Nutzer anpassen soll. Das hat einen riesigen Vorteil: Die Netzanbieter müssen ihre vorhandene Infrastruktur nicht anfassen und können schnell und kostengünstig ihr bestehendes Netz zu einem (Teil-)5G-Netz umrüsten. Und: Sind in einer Zelle auf einmal mehr 5G- als LTE-Nutzer, passt sich das Netz diesem Bedürfnis an.

Doch es gibt auch ein Risiko: Netzbetreiber können die Konfiguration der Aufteilung beeinflussen und so beispielsweise 5G-Nutzern eine bessere Performance bieten als LTE-Nutzern. Ein starkes Werkzeug, beispielsweise um Bestandskunden zu neuen Verträgen zu bewegen.

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